Samsung Galaxy Tab S7+ im Test: Android 10 und Desktop-Modus

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Michael Schäfer
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Aufbereitetes Android 10

Samsung liefert das Galaxy Tab S7+ mit Android 10 aus, gleich nach dem ersten Start aktualisierte das Tablet die Sicherheitspatches auf den Stand Juli 2020. Major-Aktualisierungen sind vom Hersteller bis einschließlich Android 13 bestätigt, womit Samsung sein Update-Programm deutlich ausbaut. Bei der Oberfläche setzt dieser nach wie vor auf die Eigenentwicklung One UI, nun in der Version 2.5. Diese bringt gegenüber dem Stock-Android nicht nur einen anderen Launcher mit vielen Zusatzfunktionen mit sich, sondern auch veränderte Einstellungen.

Der Homescreen des Galaxy Tab S7+ mit One UI 2.5
Der Homescreen des Galaxy Tab S7+ mit One UI 2.5

Reaktionsfreudiges OS

Das System agiert sehr zügig und direkt, Verzögerungen konnten während des Tests keine beobachtet werden. Selbst mit einer großen Anzahl geöffneter Apps oder vielen Fenstern in der Multi-Windows-Funktion kann das S7+ nicht aus der Ruhe gebracht werden. Apps lassen sich bei letzterem jedoch nach wie vor nicht mehrfach öffnen – es ist also immer noch nicht möglich, mit demselben Browser zwei verschiedene Web-Seiten zum Vergleich nebeneinander darzustellen. Hier muss nach wie vor der Umweg über einen anderen Browser genommen werden.

Auch als Desktop eine gute Figur

Mit dem DeX-Modus können Anwender das Galaxy Tab S7+ unter Zuhilfenahme einer optionalen Tastatur sowie einer Maus fast wie ein normales Notebook nutzen. Dazu wandelt sich der Homescreen in einen PC-ähnlichen Desktop, der ebenso Icons, verschiebbare Fenster und eine Taskleiste bietet. DeX kann entweder über die Quick-Settings oder automatisch aufgerufen werden, sobald das Tablet in eine entsprechende Tastatur gesteckt oder mit einem Monitor verbunden wird. Auch wenn das System an einen PC erinnert, werden weiterhin nur Android-Applikationen unterstützt, was die Auswahl an Anwendungen doch einschränkt.

Im DeX-Modus lässt sich das Galaxy Tab S7+ fast wie ein Desktop-Rechner verwenden
Im DeX-Modus lässt sich das Galaxy Tab S7+ fast wie ein Desktop-Rechner verwenden

Der Modus reagiert generell schnell und flüssig, ist in Sachen Geschwindigkeit jedoch nicht mit einem aktuellen PC vergleichbar. Dennoch kann DeX gerade das Arbeiten mit Office-Anwendungen deutlich erleichtern und komfortabler gestalten. Für die entsprechende Software muss allerdings selbst gesorgt werden: Auf dem Tablet ist zwar Office 365 vorinstalliert, ohne gültiges Abonnement taugt es aber lediglich als Dokumentenbetrachter. Als weiterer Vorteil zeigt sich hier das vom heimischen Rechner gewohnte Datei-Handling, das wie bei der normalen Android-Nutzung Arbeiten mit Dateien und Ordnern unterstützt.

Mit dem Book Cover Keyboard lässt sich das Galaxy Tab S7+ in nahezu jedem beliebigen Winkel aufstellen
Mit dem Book Cover Keyboard lässt sich das Galaxy Tab S7+ in nahezu jedem beliebigen Winkel aufstellen

Gute, aber teure Tastaturhülle von Samsung

Das optional erhältliche „Book Cover Keyboard“ vereint Schutzhülle und Tastatur, die gerade im DeX-Modus gute Dienste leisten kann. Im Gegensatz zu früheren Tastaturen ermöglicht sie laut Samsung einen Aufstellungswinkel von 165 Grad. Das Gelenk der hinten angebrachten und für das Aufstützen zuständigen Klappe ist dabei so starr, dass das Tablet nur ein paar Zentimeter über dem Tisch gehalten werden kann. Während viele andere Tastaturhüllen nur eine oder zwei Aufstellarten zulassen, ist der Anwender bei dem Original-Case deutlich flexibler.

Die Tasten besitzen einen Abstand von 18,3 mm zueinander und sollen sich gegenüber der Tastatur des Galaxy Tab S6 um 26 Prozent vergrößert haben. So entsprechen sie einer normalen Notebook-Tastatur. Der Tastenhub ist entsprechend der Bauform gering, dennoch lässt sich damit bequem schreiben. Unschön ist lediglich die Oberfläche der Tasten, die sehr für Kratzer anfällig ist, die sich jedoch mit einem feuchten Tuch schnell wieder entfernen lassen.

Unter der Tastatur befindet sich ein Touchpad, das allerdings nicht einmal alle grundlegend gewohnten Funktionen erfüllt. So unterstützt es zwar Gesten mit mehreren Fingern, lässt aber den seitlichen und unteren Bereich zum Scrollen des Fensterinhaltes vermissen.

Das Touchpad des Book Cover Keyboard lässt grundlegende Funktionen vermissen
Das Touchpad des Book Cover Keyboard lässt grundlegende Funktionen vermissen
Die Tasten des Book Cover Keyboard verkratzen schnell, was sich aber schnell mit einem feuchten Tuch beheben lässt
Die Tasten des Book Cover Keyboard verkratzen schnell, was sich aber schnell mit einem feuchten Tuch beheben lässt
Die Tasten des Book Cover Keyboard sind laut Samsung 25 Prozent größer geworden
Die Tasten des Book Cover Keyboard sind laut Samsung 25 Prozent größer geworden

Im Gegensatz zu vielen anderen Tastaturen besteht das „Book Cover Keyboard“ von Samsung nicht aus einem Stück, sondern ist zweigeteilt: So lässt sich die untere der beiden durch Magneten am Tablet gehaltenen Einheiten abnehmen und das rückseitig angebrachte Cover auch separat als Ständer verwenden – jedoch nur im Querformat. Das integrierte S-Pen-Fach sorgt dafür, dass der Stift auch bei Nutzung des Covers geladen werden kann.

Auch unter der Hülle kann der S-Pen leicht geladen werden
Auch unter der Hülle kann der S-Pen leicht geladen werden

Diesen Komfort lässt sich Samsung nicht gerade gering entlohnen: Im hauseigenen Store wird die Tastaturhülle für 224 Euro angeboten.

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