Samsung Galaxy Tab S7+ im Test: Gute Kamera, unnötige Software

 8/9
Michael Schäfer
119 Kommentare

Ebenfalls aufgewertet wurden gegenüber dem Vorgänger die Kamera-Einheiten – wenn auch nur geringfügig. So besitzt das Hauptmodul der rückseitigen Dual-Kamera nach wie vor eine Auflösung von 13 Megapixeln, wird nun jedoch von einer 8 statt 5 Megapixel starken Kamera mit abermals einem Weitwinkelobjektiv unterstützt. Im Gegensatz zum Galaxy Tab S6 verfügt das S7+ nun auch über einen LED-Blitz, dessen Wirksamkeit aufgrund der geringen Größe natürlich limitiert ist, aber gerade beim Scannen von Dokumenten einen guten Dienst leisten kann. In der Front hat sich dagegen nicht viel geändert, hier verrichtet nach wie vor eine Aufnahmeeinheit mit 8 Megapixeln ihren Dienst, die, eine vernünftige Ausleuchtung vorausgesetzt, gute Ergebnisse bei der Videotelefonie liefert.

Videos in 4K

Während der Vorgänger Videos noch mit lediglich 1080p aufnehmen konnte, hält mit dem Galaxy Tab S7+ nun auch 4K bei Samsungs Tablet-Flaggschiffen Einzug. Die Bildwiederholungsrate ist jedoch bei allen Modi auf 30 Bilder pro Sekunde festgelegt.

Gute Bilder

Die Qualität der Bilder überzeugt in weiten Teilen. Ausreichend Licht vorausgesetzt, werden Farben kräftig dargestellt, die Konturen könnten dagegen etwas schärfer sein – bereits bei geringer Vergrößerung werden Kanten oftmals pixelig und unscharf. Das Weitwinkelobjektiv sorgt zudem für sichtbare optische Verzerrungen auf den Aufnahmen, die von der Software nicht begradigt werden und daher nur bedingt brauchbar sind. In Videoaufnahmen erzeugt das Modul bei etwas schnelleren Bewegungen sichtbare Doppelränder bei Objekten, die sich mit zunehmender Auflösung verstärken. Zudem benötigen entsprechende Aufnahmen deutlich mehr Licht als normale Bildaufnahmen, womit sie bei gleichen Verhältnissen viel dunkler erscheinen.

Sinnfrage bei Kamera-Software

Erneut stattet Samsung seine Kameras mit einer Fülle von Funktionen aus, auch wenn die meisten davon mit einem Gerät für den produktiven Einsatz nur wenig zu tun haben. Der Profimodus erlaubt weitere manuelle Einstellungen, um die Bildqualität den Gegebenheiten und eigenen Wünschen anzupassen. Der Live- und Essen-Modus hingegen versehen das Bild mit einem Bokeh-Effekt und Hyperlapse sorgt bei Videoaufnahmen für einen Zeitraffer. Enttäuschend ist derweil die Panorama-Funktion, die im Test trotz einer ruhigen Hand viele Übergangsfehler aufwies.

Bixby Vision kann interessante Vorschläge unterbreiten, aber auch viel Unsinniges
Bixby Vision kann interessante Vorschläge unterbreiten, aber auch viel Unsinniges

Mit Bixby-Vision wird das Live-Bild der Kamera nach interessanten Gegenständen abgesucht, um anschließend ähnliche Gegenstände im Netz zu zeigen. Hierbei wird vor allem auf die Dienste von Pinterest zurückgegriffen. Um die Funktion starten zu können, müssen jedoch so viele Einwilligungen zu diversen Diensten erteilt werden, dass dem Anwender schnell die Lust an der Nutzung vergehen könnte.

Braucht man so etwas für die Videokonferenz?
Braucht man so etwas für die Videokonferenz?

Die AR-Funktionen beschränkt sich in den meisten Fällen auf Emoji-Spielereien, bei denen das eigene Gesicht angemalt, mit virtuellen Masken versehen oder sogar künstliche Abbilder geschaffen werden können. Die neu hinzugekommene Funktion für Inneneinrichtungen kann dagegen gar nicht überzeugen. Entweder werden freie Flächen nicht oder nicht komplett erkannt oder die wenigen Gegenstände in verkehrten Proportionen im Raum platziert. Dies hat zur Folge, dass im Test unter anderem eine normale Leselampe plötzlich eine Größe von 2,50 m besaß.

Auf der nächsten Seite: Fazit