Unihertz Titan im Test: Leistung, Akkulaufzeit und Fazit

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Frank Hüber
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Mittelklasse-CPU im Alltag ausreichend

Wie bereits erwähnt, sorgt der MediaTek Helio P60 mit seinen vier Cortex-A73- und vier Cortex-A53-Kernen im Alltag für eine ausreichende Leistung, so dass das Unihertz Titan sich keine störenden Auszeiten beim Aufrufen der Menüs oder der Kamera genehmigt. Dies ist ein deutlicher Pluspunkt etwa gegenüber dem Cat S42.

In den Benchmarks landet das Unihertz Titan im hinteren Mittelfeld, kann jedoch in einzelnen Testläufen mit einem Google Pixel 4a mithalten.

GPU für Spiele zu langsam

Für anspruchsvollere Spiele ist die Mali-GPU im Titan zu langsam. Flüssige Bildraten können bei annehmbarer Grafik nicht erreicht werden. Ebenso wie bei der Videowiedergabe sollte aber auch bei Spielen bedacht werden, dass das 1:1-Display des Titan kein Garant für Spielfreude ist, denn dicke schwarze Balken zieren ein vergleichsweise kleines Fenster, in denen Videos und Spiele wiedergegeben werden.

Beim internen Speicher liefert das Unihertz Titan akzeptable Ergebnisse, die auf dem Niveau anderer Mittelklasse-Smartphones liegen. Auch in diesem Test werden günstige Outdoor-Smartphones wie das Cat S42 übertroffen.

Akkulaufzeit

Mit einem 6.000-mAh-Akku ist das Titan für lange Akkulaufzeiten prädestiniert, kann in der Praxis dann aber nicht mit dem 4.200-mAh-Akku des Cat S42 und dem 6.200-mAh-Akku des Gigaset GX290 mithalten. Mit knapp 17 Stunden Akkulaufzeit bei der YouTube-Wiedergabe mit 200 cd/m² liefert das Titan aber dennoch sehr gute Werte ab. Ein aktuelles iPhone 11 oder Galaxy S20 wird problemlos übertroffen. Im Alltag hält das Unihertz Titan locker zwei Tage durch.

Fazit

Das Unihertz Titan überzeugt im Test als Outdoor-BlackBerry-Passport mit hellem 1:1-Display und einer für 310 Euro* überzeugenden Verarbeitung, Leistung und Funktionen wie Wireless Charging, USB-C-Anschluss, NFC und Fingerabdrucksensor. Obwohl das 1:1-Display für Einschränkungen bei der Multimedia-Nutzung sorgt, wie es schon vor sechs Jahren beim BlackBerry Passport der Fall war, ist es bei anderen Anwendungen weiterhin nützlich. Die Qwerty-Tastatur ist ebenfalls solide umgesetzt, bietet gute Druckpunkte und die vom Passport bekannte Funktion, sie auch als Touchpad zu nutzen, um etwa durch Websites mit einem Wisch über die Tasten scrollen zu können. Auch im Jahr 2020 besitzt eine Qwerty-Tastatur bei einem Smartphone wie dem Titan ihren ganz besonderen Charme und eine nicht von der Hand zu weisende Funktionalität. Die Ausleuchtung der Tasten ist an den äußersten Rändern nicht optimal, im Alltag kann man darüber aber problemlos hinwegsehen.

Unihertz hat einige von Nutzern bemängelte Funktionen in den vergangenen Monaten nachgeliefert oder verbessert, dennoch verweilt das Titan bislang noch auf Android 9, während Android 11 kurz vor der Veröffentlichung steht. Ein Update auf Android 10 soll das Titan noch erhalten, ein Termin ist aber noch nicht bekannt. Mit 128 GB internem Flash-Speicher und 6 GB Arbeitsspeicher ist das Titan deutlich besser ausgestattet als viele andere Mittelklasse-Konkurrenten.

Das Unihertz Titan ist zudem stabil und nicht nur gegen Wasser unempfindlich, sondern auch gegen Kälte. Selbst nach zwei Tagen im Gefrierschrank funktionierte es nach dem Herausnehmen sofort. Das Äußere des Smartphones nutzt viel Kunststoff mit einzelnen Metallelementen und vermittelt einen guten haptischen und optischen Eindruck, ohne dabei aber ein Gefühl von Premiumklasse zu versprühen. Die Verarbeitung ist gut und gibt keinen Grund für Kritik.

Die Laufzeiten des Unihertz Titan sind überzeugend, aber nicht führend. Tagsüber geht ihm auch bei intensiver Nutzung nicht die Luft aus, bei moderaterer Nutzung hält es problemlos mehr als zwei Tage durch. Bei der Leistung muss man Abstriche machen, wenn man das Titan mit aktuellen High-End-Smartphones vergleicht. Android reagiert im Alltag aber angenehm schnell.

ComputerBase wurde das Titan leihweise von Unihertz zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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