iPhone 12 und iPhone 12 Pro im Test: Dual- und Triple-Kamera mit mehreren Upgrades

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Nicolas La Rocco
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Eine neue iPhone-Generation steht immer auch für eine deutliche Weiterentwicklung der Smartphone-Fotografie. Diesmal aber gibt es für den Bereich der Fotografie nicht die eine alles verändernde Maßnahme, die die iPhone-Kamera auf das nächste Niveau hievt. Vielmehr ist es eine Reihe von vielen kleinen Anpassungen, die den Schritt nach vorne gegenüber dem iPhone 11 und manchem Konkurrenz-Smartphone ermöglichen.

Zunächst aber die grundlegende Technik erklärt: Das iPhone 12 bleibt bei zwei Objektiven für Weitwinkel und Ultraweitwinkel, das iPhone 12 Pro bekommt mit dem Teleobjektiv erneut eine dritte Kamera spendiert. Neu für das iPhone 12 Pro ist darüber hinaus ein LiDAR-Sensor, der bei Porträtaufnahmen bei Nacht unterstützend zum Einsatz kommt und auch bei der Erkennung und Positionierung von Objekten bei der AR-Nutzung bessere Ergebnisse als ein iPhone ohne diesen zusätzlichen Sensor liefert. Erstmals eingeführt hatte Apple den Sensor mit dem aktuellen iPad Pro.

Bekannte Hardware trifft auf neue Software

Die Hauptkamera von iPhone 12 und iPhone 12 Pro ist beinahe identisch zu der des iPhone 11 (Pro). Denn bis auf ein lichtempfindlicheres Objektiv (26 mm nach Kleinbildäquivalent) mit nun sieben Linsen, das mit f/1.6 statt f/1.8 arbeitet, gibt es an der Hardware keine weiteren Veränderungen. Den 12-Megapixel-Sensor mit 1,4 μm großen Pixeln hat Apple aus dem Vorjahr übernommen und nimmt damit weiterhin nicht am Megapixel-Wettrennen mit zum Beispiel 48, 64 oder 108 Megapixeln teil.

Stattdessen legt Apple über die Software nach, wo nun Smart HDR der dritten Generation zum Einsatz kommt. Smart HDR 3 ist für die allgemeine Balance in der Aufnahme zuständig. Es soll Details etwa in Bäumen hervorheben, nutzt maschinelles Lernen, um Gesichter, Schärfe, Farben und Weißabgleich anzupassen, und bestimmt auch Hauttöne, Farbsättigung und wo kleinere Details angepasst werden müssen. Smart HDR 3 kommt gemeinsam mit einer Szenenerkennung standardmäßig auf allen drei Kameras zum Einsatz. Beides lässt sich in den Einstellungen aber deaktivieren, wenngleich damit schlechtere Ergebnisse einhergehen.

Gemessen an der Hauptkamera des iPhone 11 und iPhone 11 Pro macht die neue Generation einen vor allem bei Tageslicht eher kleinen Schritt nach vorne, der manchmal etwas deutlicher erkennbar, manchmal aber auch wie die Nadel im Heuhaufen gesucht werden muss. Man muss in der folgenden Galerie schon einzelne Bildbereiche genau analysieren und immer wieder hin und her wechseln, um Veränderungen auszumachen.

Fotovergleich mit iPhone 11, Pixel 5, Note 20 Ultra und Mate 40 Pro

Gleich beim ersten Foto sorgt Smart HDR 3 zum Beispiel dafür, dass die links am Fluss verlaufende Mauer mehr Details offenbart. Auch an der Fassade der Alten Nationalgalerie fallen Ausleuchtung und Detailabbildung besser aus. Geht es dann zu Aufnahme 12, kommen wieder etwas mehr Details vor allem in den Baumkronen zum Vorschein. Fotos wie das vom Rettungsring zeigen hingegen keine merkliche Abweichung und könnten von beiden Geräten stammen. Am Elefantentor des Zoologischen Gartens liegen iPhone 12 und iPhone 11 ebenfalls gleichauf. Dass aber auch die Konkurrenz gute HDR-Algorithmen bietet, zeigen die Aufnahmen von Pixel 5, Note 20 Ultra und Mate 40 Pro. In der Lobby des Hotels 25hours beim Blick aus den Fenstern zeigen die drei Smartphones einen breiteren Dynamikumfang, wenngleich bei Samsung die Farben mal wieder übersättigt werden.

iPhone 12 (Pro) im Test – Kamera bei Tag

Viel bessere Fotos mit dem Ultraweitwinkelobjektiv

Größere und teils signifikante Unterschiede sind aber beim Ultraweitwinkelobjektiv des iPhone 12 auszumachen. Insgesamt ist das die Kamera, die den größten Sprung mit der aktuellen Generation nach vorne macht. Denn nüchtern betrachtet war die bisher von Apple genutzte Ultraweitwinkelkamera eher im Mittelfeld angesiedelt, da sie sehr weichgespülte, detailarme und im Randbereich verzogene Bilder produzierte. Für sich alleine genommen und vor allem nur auf dem Smartphone betrachtet ist das zwar kaum ins Auge gefallen, der Direktvergleich insbesondere mit Samsung offenbarte aber Apples bisherige Schwächen.

Da Smart HDR 3 und Deep Fusion, also das Zusammenfügen des Bildes aus den besten Elementen von neun unterschiedlich belichteten Aufnahmen, jetzt aber auf allen Kameras verwendet werden, sehen die Fotos des Ultraweitwinkelobjektivs merklich besser aus. Zunächst einmal ist die Perspektive weniger stark verzerrt, wie es etwa das Bild im Garten der Alten Nationalgalerie verdeutlicht, wo links im Bild die Säulen und unten rechts im Bild die Begrenzungssteine am Blumenbeet weniger „verbogen“ erscheinen. Ein hervorragendes Beispiel für die Aufwertung der Kamera zeigt auch das Bild der Lounge im Hotel 25hours, wo erneut ein Stahlbetonträger deutlich gerader wirkt. Fotos mit dem Ultraweitwinkelobjektiv gewinnen zudem signifikant an Schärfe und Details. Die Belichtung fällt ebenfalls durch die Bank erheblich besser aus. Wo bisher verschwommene Flächen und überstrahlende helle Bereiche störten, sind nun Strukturen etwa in den Stoffpolstern oder Hausfassaden erkennbar. Die Neonschrift der Lounge überstrahlt nicht mehr und wird deutlich näher am Niveau der Hauptkamera abgebildet.

Die Konkurrenz überrumpelt Apple mit den Verbesserungen am Ultraweitwinkelobjektiv allerdings nicht. Vielmehr offenbart der Hersteller, wie schlecht diese Kamera noch beim iPhone 11 war. Vor allem Samsung liefert mit dem Note 20 Ultra weiterhin sehr gute Ergebnisse, obwohl der Erfassungswinkel sehr groß ausfällt und dadurch häufig die Qualität leidet. Ein Pixel 5 erfasst sichtbar weniger, liefert aber ebenfalls gute Resultate. Beim Mate 40 Pro stimmt die Qualität ebenso, doch erkauft sich Huawei die guten Ergebnisse mit einer deutlichen Einschränkung beim Sichtfeld, sodass weniger von einem echten Ultraweitwinkelobjektiv als vielmehr von einem leicht erweiterten Weitwinkelobjektiv gesprochen werden muss.

Das Teleobjektiv hat das iPhone 12 Pro exklusiv

Nur das iPhone 12 Pro bietet als dritte Kamera ein Teleobjektiv mit zweifacher optischer Vergrößerung, die somit 52 mm nach Kleinbildäquivalent entspricht. Das iPhone 12 Pro macht also wieder von der einen zur nächsten Kamera stets einen Schritt von zweifacher Vergrößerung, also von 13 mm auf 26 mm und schließlich auf 52 mm, was Apple dazu veranlasst, die etwas verwirrende Beschreibung einer insgesamt vierfachen Vergrößerung im Datenblatt zu verwenden.

iPhone 12 (Pro) im Test – Kamera im Direktvergleich

Das Teleobjektiv profitiert ebenfalls von den mit Smart HDR 3 und Deep Fusion eingebrachten Neuerungen, allerdings in viel geringerem Umfang als das Ultraweitwinkelobjektiv. Wie bei der Hauptkamera sind es Nuancen in Bereichen wie der Belichtung, die Apple verbessert hat. An der grundsätzlichen Funktion, eine zweifache optische Vergrößerung mit 52 mm Kleinbildäquivalent zu bieten, hat sich nichts verändert. Erst das iPhone 12 Pro Max wird in diesem Punkt mit 65 mm die Hardware auf ein neues Niveau heben. Dennoch gibt es kleinere Optimierungen, wie etwa der Blick über die Spree auf die Brücke in der Ferne verdeutlicht, wo die Belichtung nun viel mehr Details zum Vorschein bringt. Auch aus der Fassade der Alten Nationalgalerie holt das iPhone 12 Pro einen Hauch mehr Details. Die Skulptur eines Löwen von August Gaul zeigt mit einer besseren Ausleuchtung dieselben Optimierungen zum Besseren. Keine Veränderungen sind hingegen am Bogen über dem Eingang des Berliner Doms zu erkennen.

Allgemein betrachtet gilt, dass Apple sich nur auf die Vergrößerung bezogen der Konkurrenz von Samsung und Huawei geschlagen geben muss. Mit ihren deutlich leistungsfähigeren Periskop-Teleobjektiven schießen Note 20 Ultra und Mate 40 Pro bei stärkerer Vergrößerung merklich bessere Fotos. Dem Mate 40 Pro gelingt es dabei sogar, selbst bei zehnfacher Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse zu liefern, wie das Foto aus dem Berliner Hauptbahnhof zeigt.

Nachtmodus für drei von vier Kameras

Beim Wechsel vom Tag zur Nacht kommen Apples Verbesserungen im kleineren Maße bei der Hauptkamera und in deutlichem Maße bei der Ultraweitwinkelkamera zum Tragen. Denn mit dem iPhone 12 steht der Nachtmodus für alle Kameras inklusive der Frontkamera zur Verfügung. Einzig das Teleobjektiv des iPhone 12 Pro unterstützt diesen Modus nicht, daran ändert auch das spätere iPhone 12 Pro Max nichts.

Gleich das erste Foto in der nachfolgenden Galerie verdeutlicht den Unterschied zwischen Nachtmodus und kein Nachtmodus. Hier holt Apple einzig über die verbesserte Software mehr aus der Aufnahme, denn das Ultraweitwinkelobjektiv ist das gleiche wie vor einem Jahr. Wo vorher Pixelmatsch und ein vermeintlich mit Vaseline beschmiertes Objektiv den Gesamteindruck trübten, sind nun Details über die gesamte Aufnahme erkennbar und die Belichtung fällt deutlich gleichmäßiger aus. Insbesondere das Note 20 Ultra beweist aber erneut, dass Samsung beim Ultraweitwinkelobjektiv einiges zu bieten hat und sogar noch etwas besser abgestimmte Aufnahmen als Apple schießt. Beim Pixel 5 fällt die Aufnahme etwas zu weich aus, beim Mate 40 Pro stört erneut der enge Erfassungswinkel das ansonsten brauchbare, aber ebenfalls weiche Ergebnis.

iPhone 12 (Pro) im Test – Kamera bei Nacht

Ultraweitwinkelkamera endlich für Nachtaufnahmen geeignet

Wie viel besser die Ultraweitwinkelkamera bei Nacht arbeitet, demonstriert das iPhone 12 Pro auch beim Eingang zum S-Bahnhof Hackescher Markt, wo unter anderem die Backsteine im Bogen oder die Uhr deutlich schärfer abgebildet werden. Pixel 5, Note 20 Ultra und Mate 40 Pro liefern aber ebenfalls merklich bessere Fotos als das iPhone 11 Pro Max. Dieser Gesamteindruck, dass das iPhone 12 Pro beim Ultraweitwinkel dem iPhone 11 Pro Max erheblich überlegen ist, zieht sich durch alle Aufnahmen der Kamera. Ebenso gilt aber, dass die Android-Konkurrenz das nun von Apple erreichte Niveau ebenfalls bietet und teils noch besser abschneidet. Vor allem das Note 20 Ultra schießt nachts mit der Ultraweitwinkelkamera vergleichsweise gute Aufnahmen.

Auf die Hauptkamera bezogen, macht das iPhone 12 Pro einen eher kleinen Schritt nach vorne, sobald die Sonne untergegangen ist. Das liegt einfach daran, dass der Nachtmodus dort nicht neu ist und lediglich über das lichtstärkere Objektiv und Anpassungen der Software mehr aus der Aufnahme geholt wird. Das zweite Bild der Galerie des Lokals „Restauration 1840“ verdeutlicht die feinen Unterschiede, darunter die insgesamt gleichmäßigere Ausleuchtung, die mehr Details in Boden, Backsteinen des Bogens und Decke zum Vorschein bringt. Erneut kann man aber nicht behaupten, dass Google, Samsung oder Huawei schlechter abschneiden. Das Pixel 5 punktet zum Beispiel durch ein sehr stimmungsvolles intensives Leuchten, das manch einer potenziell bevorzugt. Das Mate 40 Pro wiederum produziert ein sehr klares Bild, bei dem die Leuchtschrift über dem Eingang nicht ausfranst.

Brillenträger sind bei Nacht-Selfies im Nachteil

Neu hinzugekommen für den Nachtmodus ist die Frontkamera, sodass sich nun auch bei beinahe völliger Dunkelheit Selfies schießen lassen, ohne das Display als Blitz zu verwenden. Ganz ohne das Display kommt der Nachtmodus im iPhone 12 Pro aber nicht aus. Der Bildschirm wird zwar nicht ganz so hell und lange aktiviert wie mit Display-Blitz, dennoch sorgt das Aufhellen in Kombination mit in diesem Fall einer Brille dafür, dass sich das Smartphone unschön spiegelt. Dem katastrophalen Ergebnis des iPhone 11 Pro Max ist die Aufnahme dennoch vorzuziehen. Besser macht es aber Google beim Pixel 5, wo das Display inaktiv bleibt und einzig über eine längere Belichtungszeit und Googles Algorithmen mehr aus der Aufnahme geholt wird. Das iPhone 12 Pro punktet allerdings mit mehr Details und weniger Bildrauschen.

HDR-Videoaufnahmen mit Dolby Vision in bis zu 4K60

Abseits der Fotografie hat das iPhone 12 (Pro) im Bereich Video Neues zu bieten, allen voran ist dabei die Unterstützung von echten HDR-Aufnahmen zu nennen, nachdem bisher SDR mit einem erweiterten Dynamikumfang genutzt wurde. Aber auch der überarbeitete optische Bildstabilisator der Hauptkamera soll zu Verbesserungen führen. Bewegungen des Smartphones kann dieser nun mit 5.000 Anpassungen pro Sekunde entgegensteuern. Für das iPhone 12 Pro Max wechselt die Stabilisierung übrigens von der Optik auf den Sensor.

Videoaufnahmen sind ein Punkt, in dem sich iPhone 12 und iPhone 12 Pro bei der Software unterscheiden, nachdem es bei der normalen Fotografie nur die dritte Kamera des teureren Modells war und ansonsten die gleichen Features geboten werden. Im Videomodus unterstützt nur das iPhone 12 Pro HDR in 4K mit 60 FPS, das normale iPhone 12 ist auf HDR in 4K mit 30 FPS beschränkt. Grundsätzlich kann aber auch das normale iPhone 12 4K60 aufnehmen, nachdem dies ja schon beim iPhone 11 und iPhone 11 Pro so umgesetzt war. Nur fällt der HDR-Modus dann eben zurück auf SDR mit dem bekannten erweiterten Dynamikumfang.

Dolby-Vision-Profil 8.4 setzt auf HLG auf

HDR-Videos mit dem iPhone 12 (Pro) sollen dem Standard Dolby Vision entsprechen, heißt es auf der Website von Apple. Genau genommen schießt das iPhone 12 Videoaufnahmen mit dem Dolby-Vision-Profil 8.4, das auf dem offenen und – besonders wichtig – zu SDR abwärtskompatiblen Standard „Hybrid Log-Gamma“ (HLG) aufsetzt, das von der BBC und NHK für TV-Übertragungen entwickelt wurde, damit mit einer Aussendung moderne HDR- und ältere SDR-Displays versorgt werden können. Das Dolby-Vision-Profil 8.4 erweitert den HLG-Stream um zusätzliche Metadaten spezifisch für Dolby Vision, die immer dann Verwendung finden, wenn die Wiedergabe auf einem Dolby-Vision-Display erfolgt, das bereits das Profil 8.4 unterstützt.

Die neue Videoqualität setzt Maßstäbe

Beim iPhone 12 (Pro) bedeutet das, dass eigene HDR-Videoaufnahmen auf dem iPhone, das einen für Dolby Vision, HDR10 und HLG zertifizierten Bildschirm besitzt, eins zu eins wie aufgenommen in Dolby Vision mit BT.2020-Farbprofil und 10 Bit Farbtiefe wiedergegeben werden. Direkt auf dem iPhone 12 betrachtet, sehen die Aufnahmen nicht weniger als bahnbrechend fantastisch aus. Mit keinem anderen Smartphone ist es derzeit möglich, Videoaufnahmen in dieser Qualität zu erstellen oder in dieser Qualität gleich auf dem eigenen Endgerät wiederzugeben oder sogar zu bearbeiten. Doch wie vermittelt man diesen Eindruck am besten der Leserschaft?

Die vorherigen und nachfolgenden Videoaufnahmen sind in 4K60 (Tag) und 4K30 (Nacht) samt HDR auf YouTube hochgeladen worden, wobei YouTube derzeit nur HLG und HDR10 unterstützt. Hier hat das von Apple gewählte Dolby-Vision-Profil 8.4 den Vorteil, dass dann HLG ohne zusätzliche Dolby-Vision-Metadaten verwendet wird, sobald die Videodatei Apples Ökosystem verlässt. Dass tatsächlich HDR bei YouTube angekommen ist, ließ sich vorab mit dem Tool „youtube-dl“ überprüfen, das mit dem Kommandozeilenbefehl „youtube-dl -F <URL>“ eine Liste der vom Server angebotenen Streams ausgibt, unter denen im konkreten Fall auch HDR-Streams in mehreren Auflösungen zu finden sind.

YouTube und HDR beißen sich auf dem iPhone 12 noch

Problematisch wird es bei der Wiedergabe dennoch, da zum Beispiel die YouTube-App für iOS in ihrer aktuellen Version keine HDR-Wiedergabe auf einem iPhone 12 erlaubt. Grundsätzlich kann YouTube auch unter iOS HDR-Videos und das sogar in bis zu 4K wiedergeben, nur eben auf dem ganz neuen iPhone 12 funktioniert das aktuell noch nicht, weil Google vermutlich noch kein entsprechendes Update nachgeschoben hat. Die grundsätzliche Unterstützung ist aber vorhanden, wie mehrere andere HDR-Videos auf einem älteren iPhone 11 Pro Max zeigen.

AirPlay ist keine Garantie für die HDR-Unterstützung

HDR-Videos können aber auch per AirPlay auf einem Apple TV oder anderen Geräten mit AirPlay-Unterstützung dargestellt werden. Der Apple TV muss dafür jedoch dauerhaft in den Dolby-Vision-Modus versetzt werden, was wiederum mit anderen Videos zu Problemen führen kann, und noch dazu ist AirPlay, wenn es etwa direkt in einen Fernseher integriert wurde, keine Garantie für die erfolgreiche Wiedergabe. Selbst beim Support des neueren AirPlay 2 bedeutet dies nicht automatisch, dass Videos vom iPhone 12 drahtlos in HDR übertragen und dargestellt werden können. Vollen Support gibt es erst, wenn der Fernseher den Support für das Dolby-Vision-Profil 8.4 bietet.

Hat man diese Hürden aber genommen, liefern iPhone 12 und iPhone 12 Pro hervorragende Videoaufnahmen, die durch die HDR-Unterstützung noch einmal deutlich an Qualität gewinnen. Einen Kritikpunkt bei Nacht gibt es dann aber doch: Das iPhone 12 neigt zu Reflexionen von Lichtern innerhalb der Linsen des Objektivs. Das führt dazu, dass vor allem bei Kameraschwenks mehrere Lichtpunkte durch das Bild gleiten, die dort eigentlich nichts verloren haben.

Apple ProRAW kommt per Update

Noch nicht für die Kamera des iPhone 12 Pro zur Verfügung steht Apple ProRAW, ein noch für dieses Jahr geplantes Rohformat für die beiden Pro-Modelle. Das Format soll die Fähigkeiten von Apples „Computational Photography“ mit der Flexibilität eines RAW-Formats kombinieren. Apples Technologien wie Smart HDR der dritten Generation oder Deep Fusion werden auch bei ProRAW genutzt. Andere Eigenschaften wie Schärfe, Weißabgleich, Dynamikkompression, Farbkanäle und Highlights sind aber nicht länger statisch mit dem Bild verbunden, sondern liegen als Variablen vor, die sich über Apples Foto-App manipulieren lassen. Der Konzern will zudem eine neue API für ProRAW zur Verfügung stellen, damit auch Drittanbieter mit ihren Apps darauf zugreifen können.

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