Grafikkarten 2021 im Test: Raytracing und Schlussworte

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Wolfgang Andermahr
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Benchmarks mit Raytracing in Full HD, WQHD und Ultra HD

Raytracing ist nach wie vor Nvidia-Land. Die GeForce RTX 3080 arbeitet in 2.560 × 1.440 im Durchschnitt 33 Prozent schneller als die Radeon RX 6800 XT, die wiederum auf dem Niveau der GeForce RTX 3070 und GeForce RTX 2080 Ti liegt. Je höher die Auflösung, desto mehr liegt Nvidia vorn. In 1.920 × 1.080 ist die RTX 3080 „nur“ 29 Prozent vor der RX 6800 XT, in 3.840 × 2.160 sind es 40 Prozent.

Die einzelnen Spiele zeigen dann, dass je nach Titel AMDs Rückstand massiv schwankt. Control gefällt RDNA 2 mit aktiviertem Raytracing überhaupt nicht, dort liefert die GeForce RTX 3080 in WQHD 61 und 36 Prozent mehr FPS als die Radeon RX 6800 XT. Call of Duty: Black Ops Cold War liegt hier ziemlich im Schnitt, in dem Spiel schneidet Nvidia um 33 und 34 Prozent besser ab. Watch Dogs: Legion läuft auf RDNA 2 dagegen viel besser mit Raytracing, hier liegt Nvidia in 2.560 × 1.440 um deutlich geringere 10 und 26 Prozent vorne. In Full HD schneiden beide Grafikkarten gar beinahe gleich gut ab.

Raytracing benötigt nicht nur eine sehr hohe Rechenleistung, sondern auch viel Grafikkarten-Speicher. Gar so viel, dass selbst 8 GB nicht immer ausreichend sind. Während in Control die 8 GB auch für 3.840 × 2.160 ausreichend sind, bricht die GeForce RTX 3070 in Watch Dogs: Legion in Ultra HD völlig gegenüber der GeForce RTX 3080 weg. Praktisch spielt dies keine Rolle, da beide Grafikkarten das Szenario nicht stemmen können, doch passiert das bei reiner Rasterizer-Grafik des Spiels nicht.

In CoD: Cold War reichen 8 GB auch in einem praktisch anwendbarem Szenario nicht mehr. Bereits in Full HD sind 8 GB zu wenig. So ist die GeForce RTX 3080 mit 10 GB bei den Durchschnitts-FPS zwar nur 28 Prozent schneller als die GeForce RTX 3070 mit 8 GB, bei den Perzentil-FPS sind es aber satte 89 Prozent. Mit der 8-GB-Grafikkarte hakt das Spiel immer mal wieder spürbar. Selbst die 10 GB der GeForce RTX 3080 werden in Ultra HD knapp. Das Spiel läuft zwar noch problemlos, doch liegt die GeForce RTX 3090 mit plus 17 Prozent ungewöhnlich weit vor dem kleineren Modell.

In Cyberpunk 2077 reichen die 8 GB für Raytracing ebenso nicht aus. Bereits in Full HD zeigen sich mit der GeForce RTX 3070 immer mal wieder auftretende Ruckler, die es so mit der GeForce RTX 3080 nicht gibt.

Benchmarks mit Nvidia DLSS inklusive Raytracing

GeForce-RTX-Grafikkarten legen mit DLSS massiv an Leistung zu, was vor allem in Kombination mit Raytracing sinnvoll ist. Und seit DLSS 2.0 sieht das Ergebnis auch oft gut aus. Die GeForce RTX 3080 wird mit der Zielauflösung Ultra HD und der DLSS-Einstellung „Qualität“ (Renderauflösung: WQHD) im Durchschnitt 60 Prozent schneller als bei nativer Auflösung, die GeForce RTX 3070 legt gar um 89 Prozent zu.

Control ist dabei das Vorzeigespiel für die DLSS-Performance. Es legt auf der GeForce RTX 3080 um satte 90 Prozent durch DLSS zu. CoD: Cold War zeigt mit 47 Prozent ein kleineres Plus, dasselbe gilt für Watch Dogs: Legion mit ebenso 47 Prozent. Cyberpunk 2077 liegt in der Mitte, hier steigt die Performance durch DLSS um 72 Prozent an.

Schlussworte

Und hiermit stehen das neue Testsystem und der überarbeitete Testparcours, mit dem ComputerBase im Jahr 2021 Grafikkarten testen wird. Mit der neuen Hardware wie dem Ryzen 9 5950X wird für eine ausreichende Prozessor-Performance gesorgt, das zuvor gelegentlich eintretende CPU-Limit des zuvor genutzten Ryzen 9 3900XT spielt keine Rolle mehr.

Die neuen Spiele machen den Unterschied aus

Die veränderte Spieleauswahl mit den zehn neuen Titeln sorgt dafür, dass es leichte Verschiebungen bei den Abständen beziehungsweise der Reihenfolge der Probanden gegeben hat. Vor allem in Full HD und WQHD kommen Radeon-Grafikarten gestärkt hervor und liegen bei der aktuellen Generation gleichauf bis minimal vor der Konkurrenz aus dem Hause Nvidia. Die GeForce-Modelle bleiben dagegen in Ultra HD vorne, jedoch schrumpft der Abstand. Raytracing bleibt mit und ohne DLSS dagegen klar in der Hand Nvidias. Je nach Spiel fallen die Abstände zwischen den GPUs zwar sehr unterschiedlich aus, aktuell ist Raytracing aber weiterhin klares GeForce-Land.

Erwähnenswert ist zudem der Effekt aus Resizable BAR, das ab sofort bei Grafikkarten-Tests aktiviert ist. Derzeit gilt dies nur für die Radeon-RX-6000-Serie und bringt dort vor allem in Full HD und WQHD, in Einzelfällen aber auch in Ultra HD einen nicht zu verachtenden Leistungsschub. Nvidia wird bereits in Kürze nachziehen und sämtliche GeForce-RTX-3000-Modelle werden dann nachgetestet.

Der Speicherhunger ist zuletzt gestiegen

Erwähnenswert ist zudem der VRAM-Hunger, der mit den neuen Spielen teils deutlich angestiegen ist. Während im alten Parcours 6 GB ausreichend gewesen sind und selbst 4 GB noch ordentlich liefen, geraten nun selbst 6-GB-Karten immer mal wieder in starke Bedrängnis und 4-GB-Modelle fallen deutlich zurück. Wer mit maximalen Details spielen möchte, sollte daher gleich zu einer Grafikkarte mit mindestens 8 GB greifen. In Raytracing-Titeln reicht selbst das des Öfteren nicht mehr aus, bedenkenlos sind erst 10 GB. Und die dürften ebenfalls nicht mehr lange für alles genügen.

Die Premiere: GeForce RTX 3060

Die GeForce RTX 3060 wird am 25. Februar 2021 die erste Neuvorstellung im neuen Grafikkarten-Testparcours sein. Kommentare und Hinweise sind gerne im Forum gesehen.

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