Sharkoon Skiller und Nightwriter im Test: Zwei Tastaturen, zwei Zielgruppen

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Max Doll
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Fazit

Mit der Skiller hat sich Sharkoon keinen Gefallen getan. Empfindlicher Klavierlack an berührungssensitiven Stellen, Ultra-LED in Nova-Stärke und eine eher schlechte Verarbeitung gehören auch in diesem Preissegment nicht zu den hinnehmbaren „Features“. Ergonomisch steht die Tastatur schon besser da, auch wenn viele Zusatztasten im Alltag wohl kaum benutzt werden. Sie sind immerhin sinnvoll zu erreichen – wenngleich nicht immer sinnvoll angeordnet –, sodass das Rubberdome-bedingte Tippgefühl sowie die Ergonomie gefallen. Das reale Key-Rollover zwischen vier und zehn Tasten reicht zwar nicht an die versprochenen 18 heran, bietet aber mehr als viele andere Rubberdome-Tastaturen und reicht im Alltag völlig aus, sodass hier tatsächlich die sehr schmutzanfällige Oberfläche das meiste Ungemach bereitet.

Licht und Schatten finden sich auch beim Zubehör. Die gummierten Caps haften nur bei kurzem Einsatz und die Software kann ebenfalls nicht in vollem Umfang überzeugen. Drei Tastenbelegungen pro Profil sind nur dann sinnvoll, wenn auch das jeweils aktive angezeigt wird. Ansonsten werden hier die üblichen Makro-Funktionen inklusive Recording sowie automatischem Profilwechsel beim Start einer Anwendung geboten, was in der Preisklasse gefällt. Größtes Manko hier: Die vielen, Multimediatasten können nicht neu konfiguriert werden. Insgesamt ist der Nutzwert der Skiller aufgrund der genannten Nachteile also eher gering, weshalb wir der Tastatur trotz des reichen Featuresets auch für die verlangten rund 15 Euro keine Kaufempfehlung aussprechen können. Schade, denn weniger Funktionen in Verbindung mit einer besseren Umsetzung selbiger hätten dem Namen tatsächlich gerecht werden können.

Sharkoon Skiller und Nightwriter
Sharkoon Skiller und Nightwriter

Besser steht die Nightwriter da: Zwar kämpft auch diese Tastatur mit Status-LEDs in Laserstärke, platziert diese aber tiefer im Rahmen, der sich überdies mit weniger Klavierlack begnügt. Die gleichmäßige Ausleuchtung gefällt und sieht zudem nett aus, muss aber beim Herunterfahren des Rechners umständlich manuell deaktiviert werden – wieder ein nicht ganz bis zum Ende gedachtes Feature. Auch die Handballenauflage sieht zwar nett aus, könnte aber zumindest für unseren Geschmack etwas funktionaler, also weniger steil abfallend, ausfallen. Überdies fällt im Alltag das heterogene Tippgefühl ins Gewicht, insbesondere wenn größere Tasten wie etwa „Shift“ nicht mittig getroffen werden. Für Spieler ist die Nightwriter hingegen nicht geeignet: Zwischen zwei und vier Tasten gleichzeitig reichen nicht für jedes Anwendungsgebiet.

Insgesamt ist die Nightwriter klar die bessere der beiden Tastaturen und eignet sich für den normalen Gelegenheitsschreiber mit Stilbewusstsein durchaus – mehr aber auch nicht. Wird hingegen viel getippt, lohnt sich ein Blick auf die Cherry Evolution Stream XT, die zwar keine Beleuchtung und weniger Lifestyle-Design, dafür aber die bessere Ergonomie samt „Scissor“-Tasten mitbringt, zum ähnlichen Preis demnach die bessere Wahl darstellt.

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