Das Problem, dass das AMD Adrenalin Undervolting nach einem Windows-Neustart zurückgesetzt wird, tritt in einer ganz bestimmten Konstellation auf. Es ist ein bekanntes Phänomen, das viele PC-Enthusiasten frustriert.

Kurz gesagt: Das Problem tritt **immer dann auf, wenn der PC über den Windows-Schnellstart (Fast Startup) heruntergefahren und wieder eingeschaltet wird, nachdem der Treiber oder Windows ein vermeintliches Problem erkannt hat – oder schlicht, weil der Schnellstart den Zustand des Grafiktreibers falsch wiederherstellt.**

Hier sind die genauen technischen Hintergründe und Auslöser:

### 1. Wie der Windows-Schnellstart das Problem verursacht

Wenn der **Windows-Schnellstart** (Fast Boot) aktiv ist und du den PC "Herunterfährst", schaltet sich der Computer nicht komplett aus. Stattdessen loggt Windows den Benutzer aus und speichert den aktuellen Zustand des Systemkerns (Kernels) und der geladenen Treiber in der Datei `hiberfil.sys` (ähnlich wie beim Ruhezustand).

* Beim nächsten Einschalten lädt Windows diesen gespeicherten Zustand.
* Der AMD Adrenalin Treiber versucht nun, seine Profile zu laden. Da es sich aber nicht um einen "sauberen" Kaltstart handelt, kommt es häufig zu einem **Schnittstellen-Konflikt** zwischen dem Windows-Energiemanagement und der AMD-Software.
* Adrenalin interpretiert diesen unvollständigen Boot-Vorgang oft fälschlicherweise als **Systemabsturz** oder instabilen Zustand.

---

### 2. Der "WattMan-Reset" (Die Schutzfunktion)

AMD Adrenalin besitzt eine Sicherheitsfunktion (früher bekannt als *Reset on Crash*). Wenn die Software glaubt, dass das System unvorhergesehen abgestürzt ist oder die Spannungswerte beim Booten nicht rechtzeitig stabil anliegen, greift der Schutzmechanismus:

> **Die Folge:** Der Treiber setzt aus Sicherheitsgründen alle Tuning-Einstellungen (Spannung, Takt, Lüfterkurven) auf die **Standardwerte (Default)** zurück. Du erhältst beim nächsten Laden von Windows oft die Benachrichtigung: *"Aufgrund eines unerwarteten Systemfehlers wurden die Standard-Leistungseinstellungen wiederhergestellt."*

---

### Wann genau tritt es auf? (Die typischen Szenarien)

* **Nach jedem normalen Ausschalten:** Wenn Fast Boot aktiv ist, reicht oft schon das normale Herunterfahren und Einschalten am nächsten Tag, um den Reset auszulösen.
* **Nach Windows-Updates:** Wenn Windows im Hintergrund Updates installiert und der Schnellstart aktiv ist, kollidieren die Treiber-Zustände besonders häufig.
* **Bei "grenzwertigem" Undervolting:** Wenn dein Undervolting im Betrieb zwar stabil ist, die GPU aber beim allerersten Millisekunden-Impuls beim Einschalten minimale Instabilitäten zeigt, bricht der Schnellstart ab und der Treiber resettet sich.

> **Wichtig zu wissen:** Wenn du in Windows auf **"Neu starten"** klickst, tritt das Problem meistens **nicht** auf. Warum? Weil Windows bei einem echten Neustart den Schnellstart umgeht und das System komplett frisch hochfährt.

---

### So löst du das Problem dauerhaft

Da der Windows-Schnellstart auf modernen Systemen mit schnellen NVMe-SSDs ohnehin kaum noch einen spürbaren Zeitvorteil bringt (oft nur 1–2 Sekunden), ist die Deaktivierung die sauberste Lösung:

1. Öffne die Windows-Suche und tippe **"Systemsteuerung"** ein.
2. Gehe auf **Energieoptionen** -> **Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll**.
3. Klicke oben auf **"Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar"** (Administratorrechte erforderlich).
4. Entferne unten den Haken bei **"Schnellstart aktivieren (empfohlen)"**.
5. Speichere die Änderungen.

**Alternativer Workaround:** Falls du den Schnellstart unbedingt behalten willst, kannst du dein Undervolting-Profil in der AMD-Software als `.xml`-Datei exportieren. So kannst du es nach einem Reset zumindest mit zwei Klicks wieder laden.