Sehr geehrte Damen und Herren,
 
unter der Rubrik "Verbraucherrecht" der Internetseite der Verbraucherzentrale Bundesverband (www.vzbv.de) wird erwähnt, dass diese bei der Verfolgung von unerlaubter Telefonwerbung auf die Mithilfe betroffener Verbraucher angewiesen ist und diese bitten, entsprechende Anrufe an die vzbv oder die jeweilige Landesverbraucherzentrale zu melden. Da ich die Firmen, um die es in meinem Fall geht, bisher nicht auf der "schwarzen Liste" der Verbraucherzentrale(n) gefunden habe und es sich dabei nicht nur um unerlaubte Werbeanrufe, sondern meiner Meinung nach um eine neue und besonders hinterlistige Masche dieser "Abzocker" handelt, möchte ich Ihnen nun den Fall schildern. (Bitte entschuldigen Sie die Länge des Textes und schrecken nicht davor zurück, aber ich wollte den Ablauf exakt wiedergeben und die unglaubliche Raffinesse dieser Masche verdeutlichen.)
 
Ich habe ein seit längerem laufendes Gewinnspiel-Abo bei "planetwin" (d&p media GmbH, Berlin) gekündigt (schriftlich per E-Mail und Brief). Wenige Tage später habe ich einen Anruf von einer Gewinnspiel-Firma erhalten. Die Mitarbeiterin hat deren Namen so schnell und undeutlich ausgesprochen, dass ich ihn nich genau verstanden habe. Ich habe nicht weiter nachgefragt, weil ich gedacht habe, es handle sich um "planetwin" als Reaktion auf meine Kündigung. Die Dame hat mich gefragt, ob ich (noch) drei Monate oder ein Jahr lang mitspielen möchte. Dies habe ich verneint und gesagt, dass ich kündigen möchte und dies auch bereits schriftlich getan habe. Daraufhin hieß es, wenn ich nicht drei Monate mitspiele, würde die Teilnahme mindestens ein Jahr laufen und sich automatisch verlängern, falls man nicht rechtzeitig kündigt.
 
Da der monatliche Einsatz bei "planetwin" nur wenige Euro betragen hat, habe ich schließlich eingewilligt, um endlich aus dem Vertrag herauszukommen. Die Dame sagte mir, zur Bestätigung müssten meine Daten und Angaben nun nochmals wiederholt und dabei das Gespräch zur internen Qualitätssicherung und Mitarbeiterbewertung aufgezeichnet werden (ich würde dann später noch einen Anruf ihres Vorgesetzten erhalten, der die Korrektheit des Vorgangs überprüft, was aber nicht erfolgt ist). Ich habe also der Gesprächsaufzeichnung zugestimmt, aber als ich dann zum Schluss die dreimonatige Gewinnspielteilnahme bestätigen sollte, bin ich stutzig geworden und habe gesagt, dass ich es nicht verstehe, warum ich einer Teilnahme zustimmen muss, wenn ich doch eigentlich kündigen möchte. Daraufhin beklagte die Dame ziemlich verärgert, dass die Tonbandaufzeichnung nun unbrauchbar wäre und alles nochmals von Anfang an aufgenommen werden müsse, und ich mich dann entweder für die dreimonatige oder einjährige Teilnahme entscheiden müsse. Da mir die ganze Sache nun langsam zu dumm wurde, habe ich schließlich der dreimonatigen Teilnahme zugestimmt.
 
Als ich zum Schluss noch meine Bankverbindung bekanntgeben sollte, bin ich erneut stutzig geworden und habe dies verweigert mit dem Hinweis, dass sich diese nicht geändert hat. Daraufhin nannte mir die Dame meine Kontonummer bis auf die letzten drei Ziffern und ich sollte sie "zum Datenabgleich" bestätigen. Dieser Bitte kam ich schließlich nach, nachdem sich nun meine zuvor aufgekommenen leichten Zweifel gelegt hatten, dass es hier eigentlich gar nicht um das gekündigte Abo von "planetwin" geht.
 
Wenige Tage später habe ich dann einen Brief von "Clever-win.de" aus Gelsenkirchen erhalten, mit dem mir die "zunächst" dreimonatige Gewinnspielteilnahme für eine monatliche "Servicepauschale" von 55 Euro (!) bestätigt wurde. (Dieser Betrag wurde im Telefonat mit keinem Wort erwähnt und laut den unverständlichen AGB läuft der Vertrag 12 Monate, endet nicht automatisch und kann nach 3 Monaten erstmals gekündigt werden). Es ging bei dem Anruf also tatsächlich gar nicht um das gekündigte Gewinnspiel-Abo von "planetwin"! Meine Vermutung ist vielmehr, dass die hinter "planetwin" stehende d&p media GmbH mit "Clever-win.de" kooperiert und an diese bei Kündigung eines Abos die persönlichen Daten (inkl. Bankverbindung!) ihrer (ehemaligen) Abonnenten verkauft. Daraufhin kontaktiert "Clever-win.de" diese telefonisch und verschleiert bewusst, dass es gar nicht um das gekündigte Abo von "planetwin" geht, sondern um den Abschluss eines neuen von einer anderen Firma. Mit geschickter Rhetorik wird dann der Angerufene zur dreimonatigen (und sich dann automatisch verlängernden) Teilnahme quasi gezwungen, weil er glaubt, es handle sich um die dreimonatige Kündigungsfrist für das gekündigte Abo, die er bestätigen muss, weil sich sonst dessen Laufzeit um ein weiteres Jahr verlängert. (Für diese Vermutung spricht auch, dass die von mir bei "planetwin" angeforderte Kündigungsbestätigung erst ca. vier Wochen später mit einer Entschuldigung für die "verzögerte Reaktion" eingetroffen ist.)
 
Ich war mir sicher, dass aufgrund dieser "arglistigen Täuschung" überhaupt kein Vertrag zustande gekommen ist, aber zur Sicherheit machte ich von dem in den AGB von "Clever-win.de" genannten Widerrufsrecht gebrauch (fristgemäß per Einschreiben mit Rückschein). Eine Woche später erhielt ich dann ein Schreiben von Cleverwin.de, mit dem mir der Eingang des Widerrufs, die Herausnahme aus der Spielgemeinschaft sowie die Einstellung des Lastschriftverfahrens bestätigt wurde. (Wie darin auch hingewiesen, habe ich den bereits abgebuchten ersten Monatsbeitrag von meiner Bank zurückbuchen lassen.) Ich dachte, die Angelegenheit sei nun erledigt, doch ca. vier Wochen später kam ein Schreiben von einer Rechtsanwaltskanzlei "Bronisch, Warncke & Koll." aus Düsseldorf. Diese zeigt mir darin an, die Firma "Clever Win (outline GmbH)" anwaltlich zu vertreten und weist mich darauf hin, dass ich dort telefonisch die Teilnahme an einer Gewinnspieleintragung bestellt hätte, was durch eine Tonbandaufzeichnung belegt werden könne. Da meine vertraglich verpflichtete Zahlung nicht erfolgt sei bzw. ich die erfolgte Abbuchung zurückbuchen habe lassen, wurde mir unter Androhung eines gerichtlichen Verfahrens eine Frist gesetzt, innerhalb der ich den ausstehenden Betrag von 55 Euro + 46,41 Euro Rechtsanwaltsgebühren überweisen solle.
 
Ich habe den Betrag natürlich nicht überwiesen und auch sonst nicht auf das Schreiben der Rechtsanwaltskanzlei reagiert, da ich ja den bestätigten Rückschein vom Widerrufs-Einschreiben und die Widerrufsbestätigung von Clerver-win.de habe. Auffallend ist ausserdem noch, dass die Unterschrift ("Bronisch") auf dem Schreiben der Kanzlei nur aufgedruckt ist und unter der angegebenen Service-Rufnummer (01805-0211241180) gar kein Anschluss besteht. Anscheinend missbraucht Clever-win.de die Anwaltskanzlei ohne deren Wissen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und die Betroffenen einzuschüchtern.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und die beteiligten Firmen können abgemahnt oder sogar gerichtlich belangt werden.
 
Mit freundlichen Grüßen