Gehälter in der IT

Ungard

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Im Sales kann man gut Geld machen. Dazu muss man aber sich verkaufen (können).
 

w764

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Ab ca. 50k aufwärts werden häufig sogenannte OTEs (On Target Earnings) verhandelt. Also Jahresgehälter bei 100% Zielerreichung. Diese beinhalten dann alles abgesehen von Prämien, Boni und freiwilligen Leistungen wie Firmenwagen etc. Berücksichtigt dabei immer auch den Urlaub: 24 Tage sind gerade mal das gesetzliche Minimum. 28 Tage sollten bei entsprechendem Stress mindestens geboten werden. Geld kann keinen Urlaub kompensieren.

Wie dieses Jahresgehalt dann aufgeteilt wird, ist dann nochmal etwas anderes: also Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, 13. Gehälter - und was es sonst noch an "kreativen" Spielarten gibt. Auch das sollte dann aber auch von der Seite des Bewerbers verhandelbar sein.

Es gibt in der Wirtschaftswoche jedes Jahr einen repräsentativen Gehaltsspiegel rund um Jobs in der IT, an dem man sich entsprechend orientieren kann. Weitere Quellen sind cio.de, computerwoche.de, und noch einige weitere. Generell gelten auch hier Angebot und Nachfrage: in bestimmten Bereichen werden Gehälter deutlich über dem Schnitt gezahlt: SAP Beratung, salesforce (diverse Rollen wie Consultants, Admins, etc.), Programmierer, Systemarchitekten, Data Scientists, Business Analysts, Security Experts,...
 

ascer

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@Vendetta192 & @Ungard
Ja, definitiv. Von zwei Bekannten macht der eine Sales im Bereich Cloud und der andere bei Industrierobotik. Die liegen auch bei weit über 100k Brutto, einfach schon weil ihre Abschlüsse natürlich Großkunden sind, wo es dann auch in den Millionenbereich geht.

Nichtsdestoweniger würde ich nie mit denen tauschen wollen. Es hängt natürlich immer stark von der konkreten Vakanz hab, aber ich habe schon viele wie diese zwei Bekannten gesehen: sie haben mit der Hardware gar nichts am Hut, also vielleicht mal geplante Konzepte leicht nach Kundenwunsch anzupassen stellt schon das Maximum dar und bei der Software sind sie auch nicht mit drin und darauf limitiert, was innerhalb des Portfolios des Unternehmens generell gemacht werden kann.

Für mich hat das immer so den Charakter vom Autoverkäufer.
Man kann halt in der Autobranche etwa als Ingenieur tätig sein, oder als Autoverkäufer am Ende fertige Dinge dem Kunden andrehen.

Irgendwer muss das natürlich auch (gut!) tun, sonst würde der Ingenieur auch nicht bezahlt werden können...aber meine zwei Bekannten z.B. machen den Job auch nur, weil sie (a) viel verdienen wollen und (b) Kundenkontakt ganz witzig finden. Der Bereich / die Tätigkeit selbst ist, O-Ton, "langweilig".
 

Vendetta192

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Hmm, also letzteres kann ich jetzt bezogen auf mich zu mindestens nicht bestätigen - natürlich kommt es immer sehr darauf an, in welcher Branche und auch bei welchem Arbeitgeber man beschäftigt ist, in Teilen bestimmt auch auf die Unternehmensgröße, aber ich muss gestehen, dass ich bei uns eine durchaus abwechslungsreiche Sales Tätigkeit habe. Natürlich gehört auch zu meinem "Daily Business" bekannte Tätigkeiten wie (Kalt-) Akquise und Bestandskundenbetreuung, aber ich bin auch durchaus immer in den Konzepterstellungen mit involviert oder als Speaker auf verschiedensten Events eingeplant.

Für mich persönlich, gibt's einfach keinen besseren Job. Ich liebe meine Tätigkeit, muss aber auch sagen, dass ich in keiner anderen Branche (außer vielleicht die Automobilbranche, passendes Beispiel von dir 😉) Vertrieb machen würde. Ich kann nur etwas gut verkaufen, wenn ich weiß wovon ich spreche. Gerade deswegen, ist es mir persönlich so wichtig, dass ich bei unseren Konzepterstellungen mit involviert bin. Wäre ich das nicht, könnte ich mich morgen um 13:00 Uhr nicht beim Kunden hinstellen und eine Präsentation über sein mögliches neues Datacenter halten... das funktioniert in meinen Augen einfach nicht. Man merkt es den Leuten einfach an, wenn sie nicht zu 130% davon überzeugt sind, was sie von sich geben bzw. Wissen wovon sie sprechen. Ich bin damals bewusst in die IT gegangen, weil es mein Hobby war bzw. auch heute noch ist. Ich hätte damals genauso gut den IT-Systemelektroniker lernen können, habe mich dann aber bewusst dagegen entschieden, weil ich an Kundenkontakt und Austausch mit anderen so viel Spaß hatte.

Nichtsdestoweniger würde ich nie mit denen tauschen wollen. Es hängt natürlich immer stark von der konkreten Vakanz hab, aber ich habe schon viele wie diese zwei Bekannten gesehen: sie haben mit der Hardware gar nichts am Hut, also vielleicht mal geplante Konzepte leicht nach Kundenwunsch anzupassen stellt schon das Maximum dar und bei der Software sind sie auch nicht mit drin und darauf limitiert, was innerhalb des Portfolios des Unternehmens generell gemacht werden kann.
Und genau das sehe ich nicht so. Natürlich ist man im ersten Moment auf das Portfolio innerhalb des Unternehmens limitiert, aber zu einem guten Sales gehört auch dazu, dass man sich Kontakte sowie Partnerschaften aufbaut und pflegt. Diese sind im Sales das A und O, Geschäfte werden unter Menschen gemacht. Auch wir können in einem Projekt nicht alles abdecken, absolut nicht. Bevor ich meinen Kunden dann aber auf die Suche nach einem anderen Partner für sein Anliegen schicke und sich somit potenzielle Gefahren für mich entwickeln (vielleicht kann der andere aber ja das abdecken, was ich derzeit mache), stelle ich lieber den Kontakt zu jemanden her, den ich aus der Vergangenheit kenne oder kaufe die Leistung woanders ein und verkaufe sie somit entsprechend an meinen Kunden weiter. Was ich damit sagen möchte ist, dass man nicht unbedingt nur auf das Portfolio des Unternehmens limitiert ist und zu einem Sales weitaus mehr dazugehört, als nur den Kundenkontakt lustig zu finden sowie das fertige Produkt zu verkaufen.

Vielleicht wird jetzt auch etwas klarer, dass ich den Job nicht nur zwingend wegen dem guten Geld mache, auch wenn es eine durchaus gute Motivation ist. Ich glaube für langfristigen Erfolg, muss man im Sales tatsächlich Spaß haben und da auch entsprechend dahinterstehen.
 

ascer

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@Vendetta192 ja, auf jeden Fall, deshalb ja auch die Einschränkung:
Es hängt natürlich immer stark von der konkreten Vakanz hab
Wenn man bei Konzepterstellung, neuen Produkten, passender Software(entwicklung), ... direkt mit involviert ist, stelle ich mir das auch witziger vor. Ich habe nur halt Sales auch oft schon, nicht zuletzt durch meine Bekannten, als die "Autoverkäufer"-Tätigkeit kennengelernt ^^
 

Vendetta192

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Das Beispiel mit dem Autoverkäufer habe ich jetzt auch nur aufgegriffen, weil es in meine persönlichen Interessen fallen würde 😄

Aber ja, ich denke, dass es in dem Berufsfeld als Sales tatsächlich so ist. Klassisches Beispiel wäre ja auch der Versicherungsvertreter, damit wird man ja meistens in erster Linie in Verbindung gebracht, wenn man sagt, dass man im Sales ist.

Ich denke aber, dass vieles auch von der Unternehmensgröße abhängig ist. Bei den größeren Systemhäusern oder beim Hersteller, wird der Arbeitsalltag sicherlich auch nicht so vielseitig wie bei mir aktuell sein.

Zusammengefasst spielen da halt viele Faktoren eine Rolle.
 

Libertarian

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Sind solche Gehälter von weit über 100.000€ bei Sales durchaus üblich mit einer gewissen Erfahrung? Und sind dann dort eher wirtschaftliche Kenntnisse oder überwiegend welche aus der IT gefragt?
 

Scheitel

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Wichtig ist für solche Gehälter ist u.a., dass es keine Obergrenze bei der Provision gibt. Sonst kannst du den "ultra krassen" Deal abschließen, deine Firma verdient sich ne goldene Nase und bekommst "nur" 5K dafür, obwohl du rechnerisch eigentlich 50K hättest bekommen.
 

Tomislav2007

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Hallo

Berücksichtigt dabei immer auch den Urlaub: 24 Tage sind gerade mal das gesetzliche Minimum.
Gesetzliches Minimum beim Urlaub sind: 24 Tage Urlaub bei einer 6 Tage Arbeitswoche und 20 Tage Urlaub bei einer 5 Tage Arbeitswoche, es sind aber in beiden Fällen 4 Wochen Urlaub.
Wer eine 6 Tage Arbeitswoche hat braucht 6 Tage Urlaub um eine Woche Urlaub zu nehmen und wer eine 5 Tage Arbeitswoche hat braucht 5 Tage Urlaub um eine Woche Urlaub zu nehmen.

Grüße Tomi
 
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Libertarian

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Wichtig ist für solche Gehälter ist u.a., dass es keine Obergrenze bei der Provision gibt. Sonst kannst du den "ultra krassen" Deal abschließen, deine Firma verdient sich ne goldene Nase und bekommst "nur" 5K dafür, obwohl du rechnerisch eigentlich 50K hättest bekommen.

Okay und ist es üblich, dass die Provisionen nicht begrenzt sind?


Gehälter > 100k sind generell nicht üblich, auch nicht in Sales. Klingt hier immer anders, aber nach meiner Erfahrung wird die Luft ab 100k recht dünn.
Wo würde ungefähr der Durchschnitt liegen beim Einstiegsgehalt? Und welche Qualifikationen sind da normalerweise üblich?
 

Scheitel

Rear Admiral
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PhysoX512

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Ich machs mal etwas "professioneller" :D
BundeslandBW
Beruf/aktuelle PositionSoftwareentwickler Web (ASP.NET und JavaEE)
Personalverantwortungkeine
Bruttolohn pro Jahr~ 54.500€ inkl. Boni und sonstiges
Wochenarbeitszeit39 Stunden
Alter26
Geschlechtm
Ausbildung B. Eng. Informatik (DH)
Erfahrung3 Jahre Ausbildungszeit + 3,5 Jahre
ArbeitsverhältnisUnbefristet
Erreichabrkeit20 Minuten Bus
 

Nero1

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Na das klau ich mir doch direkt mal @PhysoX512 :D
BundeslandSN
Beruf/aktuelle PositionSoftwareentwickler C#/.NET/WPF
Personalverantwortungkeine
Bruttolohn pro Jahrca. 42k Einstieg bis 48k als vereinbarte Entwicklung ab nächstem Jahr
Wochenarbeitszeit40 Stunden
Alter24
Geschlechtm
AusbildungM.Sc. Informatik (genauen Titel spar ich mir mal) (FH)
Erfahrung5 Jahre Studium mit Arbeit in IT parallel dazu + 1,5 Jahre
ArbeitsverhältnisUnbefristet
Erreichabrkeit20 Minuten Bahn inkl. Fußweg
 

Smartin

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Bei der ganzen Gehaltsdiskussion fehlen m.E. entscheidende Faktoren:
-Wohn/Arbeitsort (es dürfte klar sein, dass ein Mitarbeiter in München ein ganz anderes Gehalt verdient/verdienen muss als bspw. in Schwerin)
-Größe des Unternehmens
-Nicht nur Art des Abschlusses sondern auch Note

Darüber hinaus gibt es so viele Faktoren die locker noch mal Unterschiede von 30 und mehr % rechtfertigen /begründen
(vielleicht hat die Firma, damals händeringend gesucht, der Bewerber hat sich gut verkauft, Fa hat eine besonders gute Geschäftslage, Bewerber hatte genau den einen Skill, der gesucht war, Bewerber war sympathisch, die Auswahl der anderen Bewerber hatte entsprechenden Einfluss (zB die anderen hatten extrem hohe Gehaltsvorstellungen, so dass die andere hohe Gehaltsvorstellung plausibel erschien oder anders rum viele hätten es für noch weniger gemacht, was auch das Gehalt des Bewerbers gedrückt hat), regionale Lage (Angebot und Nachfrage von Jobs und Bewerbern im Sinne zB Stadt vs Land) und und und Da könnte man so viel anführen.
 

PhysoX512

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Bei der ganzen Gehaltsdiskussion fehlen m.E. entscheidende Faktoren:
-Wohn/Arbeitsort (es dürfte klar sein, dass ein Mitarbeiter in München ein ganz anderes Gehalt verdient/verdienen muss als bspw. in Schwerin)
-Größe des Unternehmens
-Nicht nur Art des Abschlusses sondern auch Note
Durchaus plausibel.
Nur bei der Größe des "Unternehmens" tue ich mir sehr schwer. Denn, was genau zählt denn hier, wenn man in einem Konzern (180.000 MA) arbeitet, der in kleinere Geschäftsbereiche (GmbHs mit 500-5000 MAs) unterteilt ist, die wiederum in Einheiten (ebenfalls GmbHs mit 10-50 MAs) unterteilt sind?
 

krong

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Durchaus plausibel.
Nur bei der Größe des "Unternehmens" tue ich mir sehr schwer. Denn, was genau zählt denn hier, wenn man in einem Konzern (180.000 MA) arbeitet, der in kleinere Geschäftsbereiche (GmbHs mit 500-5000 MAs) unterteilt ist, die wiederum in Einheiten (ebenfalls GmbHs mit 10-50 MAs) unterteilt sind?
Mir ging es dabei eher um die "Wirtschaftskraft" des Arbeitgebers. Eine Aktiengesellschaft kann einfach mal mehr Geld bezahlen (heißt nicht, dass sie es auch machen), während eine kleine "Klitsche" gar nicht die finanziellen Mittel hat.
Ob der AG 100.000 oder 500.000 Mitarbeiter im Konzern hat, ist wahrscheinlich egal, aber nicht ob es 5 Leute sind oder 100.000. Das war der Gedanke.
Ergänzung ()

Imo kann man das auf Glück, "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" und Vitamin-B runterbrechen.
Das ist viel wichtiger, als jede Ausbildung.
nee das meine ich nicht. Mein Statement richtet sich nur an die traurigen Gesichter, die weniger bekommen haben und sich deshalb unterbezahlt fühlen, weil sie vielleicht einen solchen Faktor nicht auf ihrer Seite hatten. Der Mensch tendiert schnell dazu, sich allein an den Zahlen zu vergleichen und vergisst die vielen kleinen einflusshabenden Faktoren.
 

fireblade_xx

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Imo kann man das auf Glück, "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" und Vitamin-B runterbrechen.
Das ist viel wichtiger, als jede Ausbildung.
Wollte ich auch nicht glauben, kann ich aber nur bestätigen. Wenn man dann noch in einem Fachbereich ist bei dem gerade die Hütte brennt und der Arbeitsmarkt recht leer gefegt ist kommen teilweise absurd hohe Gehälter heraus die jede Statistik / Erwartung sprengen. Datenschutz / Info-Sec lief sehr gut letztes Jahr und die Perspektiven sehen auch blendend aus :D Bin kurz vor meinem Master Abschluss daher schon in die Firma abgesprungen und mache den im Schneckentempo gerade fertig, dass er eben fertig ist. Das war aber kein Hindernis, sondern richtige Zeit am richtigen Ort und sonstige weiche Faktoren.
 
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