Glaubt ihr an 'geistiges Eigentum' ?

Glaubt ihr an 'geistiges Eigentum' ?

  • Ja

    Stimmen: 28 62,2%
  • Nein

    Stimmen: 17 37,8%

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Schorsch

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Miit der Verbreitung des Internet taucht ja immer häufiger der Begriff 'geistiges Eigentum' auf und er wird von vielen ja auch schon als ganz selbstverständlich empfunden. Häufig ist auch von Diebstahl 'geistigen Eigentums' die Rede.

Aber kann es so etwas überhaupt geben oder ist dieser Begriff nur eine Erfindung einiger Berufskasten, die sich an das Privileg, für eine einmalige Arbeitsleistung millionenfach abzukassieren, gewöhnt haben und dieses natürlich auch nicht wieder verlieren wollen.

Diebstahl ist das Entwenden einer fremden, beweglichen Sache.

Also kann es 'Diebstahl geistigen Eigentums' ja schonmal gar nicht geben.

Um besser zu verstehen was ich meine, lest euch doch mal dieses Essay über "geistiges Eigentum" durch, bevor ihr abstimmt und antwortet.
 

Tiu

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Schorsch

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Absolut nicht! Natürlich muss man sich auch an Gestze halten, die man nicht für sinnvoll hält. Es geht mir hierbei auch nicht um die Rechtfertigung von Tauschbörsen, sondern ich stelle den Begriff 'geistiges Eigentum' allgemein in Frage. Ausserdem Frage ich mich, ob es nicht besser für den Fortschritt und die Wirtschaft wäre, wenn es diesen Begriff nicht geben würde.
 

Blutschlumpf

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Ich sag mal jein.

Geistiges Eigentum im Sinne von 5000 kompilierbare Codezeilen: ja
Geistiges Eigentum im Sinne von der funktionsweise der 5000 Codezeilen: nein
Geistiges Eigentum im Sinne von Filme/Musik: ja
Geistiges Eigentum im Sinne von Patent auf auf ne Maus zur Steuerung eines PCs: ganz klar nein
 

jdkbx

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Ausserdem Frage ich mich, ob es nicht besser für den Fortschritt und die Wirtschaft wäre, wenn es diesen Begriff nicht geben würde.
das is nich so simple. aus volkswirtschaftlicher sicht stellen zb patente einen anreiz da, in forschung zu investieren. ohne die aussicht auf einen garantierten gewinn, der die kosten fuer die investition uebersteigt wuerde sich forschung nicht lohnen. das resultat waere das die groesse der investitionen unter dem volkswirtschaftlichem optimum laegen. auf musik laesst sich das nich so einfach uebertragen aber auf proprietäre software trifft das zu.
 

Tiu

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Zitat von Blutschlumpf:
Geistiges Eigentum im Sinne von Patent auf auf ne Maus zur Steuerung eines PCs: ganz klar nein
Warum?
Nimm doch nur einmal den Erfinder der blauen LED. Wo wäre der denn heute (finanziell bsw.) wenn jede große Firma nach der Erfindung hergeht und das Recht hätte diese nach belieben zu bauen und zu vermarkten?
 

BOZ_er

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Ich bin der Meinung, daß man sein Wissen entweder für sich behält - nur dann ist es sein "geistiges Eigentum" oder aber man verkauft dieses gegen gewisse konditionen. Wenn ich Geld dafür bezahle, habe ich auch meiner Meinung nach da Recht das Produkt auseinanderzunehmen und meine Schlüsse draus zu ziehen.
Selbst 1zu1 Nachbau halte ich für gerechtfertigt, solange das Markenzeichen nicht kopiert wird.

Da entsteht natürlich weiter eine Frage:
Welche Rechte habe ich, wenn ich etwas gekauft habe?

Ich sage, dann habe ich die volle Verfügung über das Objekt und kann damit machen was ich will.
 

Blutschlumpf

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@graka:
Ich bin der Meinung, dass in diesem Fall das geistige Eigentum zumindest ab einer gewissen Verbreitung zum Allgemeingut wird.

Wenn man alles so strikt patentieren kann, dann führt das nur zu unnötigen rechtlichen Verstrickungen.
Überleg mal, wenn derjenige, der den Elko erfunden hat ein Patent auf ein "Bauteil zur Speicherung von Potentialdifferenzen" hätte und für jeden Elko nen Euro kassieren würde.

Irgendjemand hat sicher auch den Hyperlink erfunden. Soll deshalb jeder, der ne Webseite bastelt dafür Lizenzgebühren entrichten ?
 

Schorsch

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wenn jede große Firma nach der Erfindung hergeht und das Recht hätte diese nach belieben zu bauen und zu vermarkten?
Das Problem ist nur das heute nicht mehr der kleine Erfinder, durch die Patente geschützt wird, sondern das finanzkräftige Unternehmen alles nur erdenkliche Patentieren lassen und so den kleineren Unternehmen kein Handlungspielraum mehr bleibt.

Unsere gesammte Zivilisation beruht auf dem Prinzip Ideen abzugucken und weiterzuentwickeln. Das fing schon bei den ersten Steinwerkzeugen an.
 

tec-doc

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Ich sags mal so: Man kann alles übertreiben.
Was derzeit diesbezüglich veranstaltet wird, dient rein der ABZOCKE!! Die Musikindustrie z.B. wäre happy, man müsste auch fürs Liedchenträllern zahlen, aber das kommt auch noch. Ob Pfeifen (quasi ohne Text...) billiger sein wird? :p
Wenn der RFID- Chip erstmal verbreitet ist, könnte man ja zusätzlich noch pro Gast kassieren, der in meinem Wohnzimmer mit mir meine (???) Musik hört.... :D

Musikindustrie: Schade, dass keiner die Rechte an Noten hat....

Es ist sicherlich richtig und gut, jemandem der Zeit und Geld in eine Sache investiert auch die Früchte zu sichern, zumindest eine gewisse Zeit aber nicht in alle Ewigkeit. Stellt Euch vor, das würde für die Bibel gelten.....pro Zitat 1 Eu oder so...
Das mag auch für bestimmte "Geistesleistungen" richtig sein. Aber jeden Pipifax zu schützen, halte ich für Unsinn. Bei "Allgemeingut" ohnehin.
Wäre das seit Anbeginn der Zeit so gehandhabt wie heute...denkt das mal fertig.

Ich halte "geistiges Eigentum" sogar für eine gewisse Gefahr für die Menschheitsentwicklung.

Letztendlich steht es ja jedem auch frei, sein "Eigentum" für sich zu behalten (was manchmal eh besser wäre... ;) ). Wenn er es veräußert, ist es eben nicht mehr sein "Eigentum". Wie will man auch "geistiges Eigentum" dinglich bewegen, zurückgeben, vermieten??
Da könnte ja eine Privatschule vermitteltes Wissen auch zurückfordern. :)
In jedem Werkzeug und dem Wissen um seine Handhabung steckt ja auch "geistiges Eigentum", also 1Eu für jeden Hammerschlag? Oder nur, wenn es der Nachbar ausleiht? Ja ja, schon klar. Beim Kauf zahle ich auch hier für die Idee und das Wissen. Aber in diesem Fall (!!) gehört es dann mir. Ich darf es anwenden, weitergeben, herleihen oder was auch immer. Unlogisch, oder?

An die Gesetzesanbeter: Nicht jedes Gesetz ist zwingend legal, richtig oder im Volkssinne. Eigentümlicherweise vertsteht das jeder z.B. bei den sogenannten "Schurkenstaaten" (..es bleibt jedem überlassen, weitere Beispiele zu finden...).
Beim Thema "geistiges Eigentum" geht es doch nicht um den Schutz desselbigen, sondern um die grenzenlose wirtschaftliche Ausschlachtung, zudem die Schöpfer ja eher selten die Hauptprofiteure sind.
Im Sinne der Musikindustrie z.B. hat man ja auch einfach ein gesetzliches Hintertürchen geschaffen, um die Privatkopie zu unterbinden. Das ist doch Nonsens! Die Legislative gerät in die Hand der Lobbyisten, so ist das in meinen Augen.

Der "entgangene Umsatz" ist doch eh oft Quark, der auch noch unreflektiert nachgebetet und zitiert wird. Wenn z.B. ein großer Softwarehersteller vorrechnet, dass ihm durch Raubkopien z.B. in China blablaviele Mrd. entgehen, wird einfach unter Tisch gekehrt, dass auch ohne Raubkopien kein Geld fliesen würde: 95% dieser Kopierer hätten gar nicht das Geld, das verlangt wird! Ergo auch ohne Kopie kein Geld....
Gleiches an die Musikindustrie. Wer utopische Beträge verlangt, den straft das Leben.

Diese Demontage und Umschiffung der Menschenrechte (im weitesten Sinne...klingt zwar dramatisch, trifft aber durchaus) zugunsten rein materieller Interessen zieht sich doch durch alle Bereiche und Länder.

Achja: Wissen und nicht wenig Grundlagenforschung ist bei uns steuer-, also gesellschaftsfinanziert. So gesehen ist manches "geistige Eigentum" auch kein grenzenloses Eigentum eines Einzelnen.....

Schuld sind wir auch alle selber: Einfach mal alle ein neues Album gar nicht kaufen...dann regelt sich das z.B. schnell von alleine.

In diesem Sinne: Jain...
 

Tiu

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Zitat von Schorsch:
Das Problem ist nur das heute nicht mehr der kleine Erfinder, durch die Patente geschützt wird, sondern das finanzkräftige Unternehmen alles nur erdenkliche Patentieren lassen und so den kleineren Unternehmen kein Handlungspielraum mehr bleibt.
Das ist so auch nicht richtig. Es darf heute jeder Otto, Diesel oder Wankelmotoren bauen ohne Patentgebühren zu zahlen! Patente verjähren wenn ich nicht total falsch liege!
Im Fall des blauen LED erfinders war es ein ganz kleiner! ;)
 

Schorsch

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Nehmen wir mal als Beispiel den berühmten Fortschrittsbalken. Wann haben wir den ersten Fortschrittsbalken gesehen? In einem C64 Programm ? Dann ist es wohl schon 20 Jahre her.
Wie kann so etwas heute noch patentiert werden ?
Es gibt wohl kaum ein Programm, dass ohne den Fortschrittsbalken auskommt, also müsste fast jeder Autor, sei es nun von einer kleinen Firma oder ein Entwickler freier Software, Patentgebühren bezahlen. Kommen dann noch Patentgebühren für die Maussteuerung, das Benutzen von Fenstern u.s.w. dazu, dann wird es ein teurer Spass selbst die einfachste Software zu entwickeln. Weitere Beispiele hier .

Das das Ganze auch hervorragend ohne 'geistiges Eigentum' und Patente funktioniert, sieht man an der relativ jungen Open Source Bewegung. Hier stellt jeder seine Ideen freiwillig den anderen zur Verfügung und der Fortschritt im Open Source Bereich ist rasant.
Wenn sich nun statt der relativ kleinen Open Source Community, auf einmal ALLE von den zwängen des 'geistigen Eigentums' befreien würden, wäre der Fortschritt wohl nochmals um ein vielfaches rasanter.
"Geistiges Eigentum" ist eindeutig eine Fortschrittsbremse. Die grössten Fortschritte und die bedeutendsten Erfindungen machte die Menschheit, als es diese Denkbarriere noch nicht gab.
 

Tiu

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Zitat von Schorsch:
"Geistiges Eigentum" ist eindeutig eine Fortschrittsbremse. Die grössten Fortschritte und die bedeutendsten Erfindungen machte die Menschheit, als es diese Denkbarriere noch nicht gab.
Wohl eher nicht.
Die größten Fortschritte in der Geschichte der Menschheit begannen mit der industrieellen Revolution. Und die kannte sehr wohl Patente etc.!
 

for_christof

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Zitat von GRAKA0815:
Wohl eher nicht.
Die größten Fortschritte in der Geschichte der Menschheit begannen mit der industrieellen Revolution. Und die kannte sehr wohl Patente etc.!

ich würde eher sagen, dass es die meisten fortschritte während dieser zeit gab. nicht unbedingt die grössten. es war nun viel mehr menschen möglich dirket mit der "erfinderei" zu beschäftigen.
aber vorher gab es das rad, das segel, eisen, den buchdruck, sogar die dampfmaschine (welche wohl mit den grössten beitrag an der realisierung der ind. revolution getragen hat), das wasserrrad, die windmühle, unendliche fortschritte in den naturwissenschaften, etc. und (fast) alles ohne patente. und trotzdem werkelten die erfinderInnen weiter, und weiter. mit den "grössten" fortschritte würde ich da also eher vorsichtig sein. zumal relativ!!

cheers,



christof
 

Tiu

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Sicher, Größe ist relativ. Zumal die Größe wohl auch eine Sache der jeweiligen Epoche ist. Auch haben die Ägypter schon Pyramiden errichtet als das Rad noch nicht erfunden war.
Zwischen 1990 und 2000 wurden mehr Erfindungen gemacht als in der gesamten Menschheitsgeschichte vorher zusammen. Ich denke das man in anbetracht dieser Masse wohl kaum von einer Fortschrittsbremse sprechen kann.
Fortschrittshemmend wirkt eher die Industriemacht als es Patente tun. Was nutzt einem eine sagenhafte Erfindung wenn die Industrie es nicht unterstützt? bsw. alles was mit Öl / Energie zu tun hat!
 

bitfunker

ewohner
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Ich würde mal sagen, dass Dinge/Ideen/..., die schon soweit verbreitet sind und schon so lange verwendet werden, wie das Rad, Schwarzbrot, Kühlschränke, usw. so allegemein genützt werden, dass hier nicht von einer Art geistigen Eigentums eier Person bzw. eines Personenkreises geprochen werden kann. Bei Dinge, die dagegen a) nur einen Teil der Bevölkerung betreffen, b) deren Nutzung quasi freiwillig ist und bei denen c) der Ursprung eindeutig nachvollziehbar ist, durch aus ein Anspruch auf "geistges Eigentum" bestehen kann, speziell, wenn der Entwickler/Erfinder selbst dafür Investitionen vornehmen mußte. Es sollte doch demjenigen die entscheidung überlassene werden, ob sein "geistiges Produkt" für jeden frei verfübar sein soll oder nicht, der es erzeugt hat. Mir würde es auch als Programmiere bös' stinken, wenn jemand meine Programm, dass mich Zeit und Geld gekostet hat, einfach mal so in der Weltgeschichte rumkopieren würde, ohne dass ich etwas davon habe.
Bez. der Musikindustrie finde ich allerdings auch, dass es dort mehr als übertrieben wird. Vor ein paar Jahren war dass noch alles kein Problem, da hat man sich sein Platte oder CD gekauft oder geliehen und gehört, überspielt usw. - und dass sooft man wollte. Nun hinzugehen und die neuen Techniken wie Tauschbörsen, Brenner usw. dermaßen gegen die Wand laufen zu lassen, weil man weiterhin kräftig an dem "geistigen Eigentum" anderer - der Künstler selbst - verdienen will, ist imho völlig unangemessen .
 

Schorsch

Lieutenant
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Zitat von GRAKA0815:
Ich denke das man in anbetracht dieser Masse wohl kaum von einer Fortschrittsbremse sprechen kann.
Ich sprach nicht von der Masse der Erfindungen. Heute wird ja schon fast jede Trivalität als Erfindung angemeldet - nur weil es vorher noch keiner für notwendig befand es anzumelden.
Ich sprach von bedeutenden Erfindungen, die für den Fortschritt und das Wohlergehen der Menschheit gesorgt haben.
Heute wird nur noch danach geforscht, was am meisten Geld bringt. Egal ob es nun gut ist für die Menschheit, oder schlecht.
Es wird daran geforscht, wie man am besten Barrieren ins Internet einbaut, damit nur noch der zahlende Kunde an seine Informationen heran kommt. Am besten sollte nichts mehr kostenlos sein, und alles seinen 'geistigen Eigentümer' haben.
Damit wäre der gewaltige Fortschritt, den uns das Internet gebracht, hat zunichte gemacht.
Denn die Tatsache, dass jedermann/frau Zugriff auf ein gewaltiges Informationsreservoir hat und die neuen weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten haben ein gewaltiges Potential.

Zitat von b-runner:
Mir würde es auch als Programmiere bös' stinken, wenn jemand meine Programm, dass mich Zeit und Geld gekostet hat, einfach mal so in der Weltgeschichte rumkopieren würde, ohne dass ich etwas davon habe.
Meinst du die Open Source Entwickler haben nichts davon ? Warum sollte irgendjemand etwas tun, wovon er nichts hat ?
Das kompilieren von Programmen wurde nicht entwickelt um diese zu verschlüsseln, sondern nur um die Programme in den für den PC schneller zu verarbeitenden Binärcode zu übersetzen. Bei Script- und Interpretersprachen hat man immer Einblick in den Quellcode.
Dein Programm besteht aus einer Reihe von Befehlen, die meine Geräte hier steuern. Warum sollte ich nicht erfahren dürfen welche Befehle das sind ?
Oder: Wäre es denn so schlimm, wenn ein/e anderer/e aus deinem Code lernen könnte ?

"I could have made money this way (by programming proprietary software), and perhaps amused myself writing code. But I knew that at the end of my career, I would look back on years of building walls to divide people, and feel I had spent my life making the world a worse place."

Zitat von Richard Stallman
 

Tiu

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Zitat von Schorsch:
Heute wird ja schon fast jede Trivalität als Erfindung angemeldet - nur weil es vorher noch keiner für notwendig befand es anzumelden.
Egal wie trivial etwas sein mag, wenn ich einen Wusch frei hätte, dann wäre ich gerne der Erfinder der Büroklammer/Reiszwecke. Klein, Trivial, Gut, Sinvoll!
Patent drauf und Geldverdienen. ;)

Ich sprach von bedeutenden Erfindungen, die für den Fortschritt und das Wohlergehen der Menschheit gesorgt haben.
Was ist bedeutend? Was unbedeutend?
Bedeutend ist alles was die Menschheit voranbringt, oder aber einem einzelnen hilft. Jede Erfindung ist gut.

Heute wird nur noch danach geforscht, was am meisten Geld bringt. Egal ob es nun gut ist für die Menschheit, oder schlecht.
Was erwartest Du anderes bei unserem Wirtschaftssystem? Um was geht es denn dabei? Und was ist schlecht für die Menschheit? Waffen?

Es wird daran geforscht, wie man am besten Barrieren ins Internet einbaut, damit nur noch der zahlende Kunde an seine Informationen heran kommt. Am besten sollte nichts mehr kostenlos sein, und alles seinen 'geistigen Eigentümer' haben.
Das I-Net war nie kostenlos und wird es auch sobald nicht sein. Schon der Zugang kostet Geld! ;)
Und wer für diverese Dinge Geld haben will, der hat es gestern getan, heute und wird es morgen auch tun. Na und? Glaubst Du wirklich das Firmen, Unternehmen, Institute, Dienstleister, Privatpersonen etc. in der Masse Geld verlangen werden?
Bei Leibe nicht. Wozu auch?

Meinst du die Open Source Entwickler haben nichts davon ? Warum sollte irgendjemand etwas tun, wovon er nichts hat ?
Was haben Sie denn davon?
 

7H3 N4C3R

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Zuerst mal zu dem Essay - ich konnte starke Parallenen zu einem Text ziehen, der über Manipulation und das Aufzwingen der eigenen Meinung handelte. Man könnte das Essay sprachlich sicherlich zerreißen - aber das steht ja nicht zur Debatte.

Zum Thema:
Ich denke, weder die Antwort ja noch nein wird dem Problem gerecht. Ich denke, man kann auf sehr viele Sachen geistiges Eigentum erheben. Wie wäre es mit der 'Entdeckung' der Gravitation durch Newton? Ohne große Einwänden ist die Idee (nicht der Sachverhalt an sich) sein geistiges Eigentum. Noch heute zollen wir ihm Respekt dafür, indem eine physikalische Einheit nach ihm benannt ist.
Das was ich hier schreibe, betrachte ich auch als mein geistiges Eigentum - was natürlich niemanden daran hindert, derselben Meinung zu sein.

Der springende Punkt, und worum es ja eigentlich auch geht, ist, welche Anprüche aus dem geistigen Eigentum erhoben werden. Man kann nicht einfach sagen, es okay oder nicht, dass jemand Ansprüche (welcher Art auch immer) darauf geltend machen will. Man muss da ziemlich fein differenzieren. Hat jemand jetzt eine supertolle Software geschrieben, die es vorher noch nicht gab, ist es nur völlig verständlich, dass er nicht will, dass sie einfach verteilt und kopiert wird. Solche Beispiele - und genauso Gegenbeispiele - lassen sich en masse finden. Über Sinn und Unsinn zu diskutieren hängt vor allem viel mit der eigenen Moralvorstellung und der Moralvorstellung der Gesellschaft ab. Die Pseudemoral der Musikindustrie ist momentan sicherlich kein Beispiel, an das man sich halten sollte - genauso wenig aber auch das, dass das Kopieren von Musik völlig harmlos sei. An dem Prozess sind nunmal Nutzer und Produzenten von Musik beteiligt. Die momentane Einstellung der Musikindustrie ist zu gewissen Teilen nur eine Abwehrreaktion auf die Tauschbörsenwelle und die damit verbundene Einstellung ihrer Nutzer : was soll ich's noch kaufen, ich saug's mir eben. Sicher ist es falsch, für jeden Schund Geld auszugeben. Für Sachen, die einem gefallen, sollte man aber auch mal etwas sparen und sie sich kaufen. Wenn beide Parteien auf stur stellen, ist sicherlich garnichts zu erreichen.


So, das sollte erstmal reichen zu dem Thema. Sicherlich ist es ein Beitrag, der irgendwie 'alles' und 'nichts' aussagt, aber so schwammig ist dieses leidige Thema nunmal. Bin ja mal auf weitere Kommentare gespannt :)
 

L.ED

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Klare Antwort, der Mann (Essay) hat zu 100% recht, und allein die Tatsache das
eben vielen dessen nicht klar, zeigt unseren derzeitigen Gesellschaftlichen
Entwicklungsstand! Ohne es jetzt wirklich negativ oder auf irgend jemand hier
diskreditierend gemeint haben zu wollen!

Die Menschheit und damit die Gesellschaft, ist im beständigen begriff sich zu
Entwickeln, wie alles in diesen unseren Universum.

Und es ist noch ein langer Weg bis die Menschheit sich als gesamtes begreift,
was im kleinen bereits gut Funktioniert verläuft sich aber (z.Z.) noch immer
schnell dann im Großen.

Der Mensch ist keine Einzel Existenz sondern eine in Sozialen Gruppen lebende!
Die Stärke und Dominanz der Spezies Mensch auf diesem Planeten namens Erde,
resultiert alleine auch aus diesem Prinzip Zusammenhang heraus! Der sie
letztendlich zu dem macht was sie heuer schon erreicht haben!

Daraus Resultiert auch, das in einer solchen Spezies so etwas wie Geistiges
Eigentum, besser noch was darunter bisweilen hier verstanden werden will und
oder soll, nicht existiert! Da alles, bis es zu etwas neue gelangt, einem
komplexen Zusammenspiel unterliegt, dessen alles zusammen gehört
(ohne dem is nicht!). So ist es gar nicht möglich so Sachen dann zu Formulieren
und läßt mangelnde Gesellschaftliche Reife wieder offenbaren. Was wiederum ein
normaler Entwicklungsprozess innerhalb ihrer ist, man wird darüber es dann da
einst (aus der gemachten Erfahrung heraus), verwerfen und überwinden um so
noch schneller und überhaupt weitere/neue Ziele zu erreichen!
 
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