evilhunter schrieb:
- Ghost of Tsushima: 710.000
- God of War Ragnarok: 300.000
- Marvel’s Spider-Man 2: 260.000
- Horizon Forbidden West: 230.000
Unter der Annahme, dass diese Zahlen überhaupt stimmen, sind das laut Quelle nur die Zahlen aus dem jeweils ersten Verkaufsmonat. Wenn wir von den ganzen, gerade auf dem PC sicherlich nicht irrelevanten anschließenden Verkäufen einmal absehen, und mal großzügig abgerundet (gebühren, steuern usw.) milchmädchenhaft grob geschätzt von nur 20€ pro verkaufter Lizenz an Sony ausgehen, wären das im schlechtesten Fall bei Horizon Forbidden West immernoch 4.600.000€, im Fall von Ghost of Tsushima 14.200.000€. Wie gesagt: In der Praxis kommt da noch einiges obendrauf, allein schon da viele auch erst später als im Releasemonat einkaufen. (Ich persönlich kaufe grundsätzlich keine Singleplayergames mehr direkt zu Release und warte normalerweise einige Monate um eine nach den ersten Patches möglichst bugfreie und performancetechnisch optimierte Version spielen zu können.)
Dass man dafür keinen PC-Port produzieren und gleichzeitig noch profitabel bleiben kann, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Die Entwicklungsumgebungen unterscheiden sich ja nicht, auch Konsolentitel werden während der Entwicklung ganz normal mit Unreal und co. am PC entwickelt und auch getestet. Die Tests auf Developer Konsolenhardware dürften erst vergleichsweise spät im Entwicklungsprozess anstehen, da es schlichtweg umständlicher ist die Software erst darauf zu laden, statt direkt im z.B. Unreal editor am PC zu testen. Nachträglich ein etwas anderes UI und anpassbare Grafikoptionen zu basteln dürfte jetzt nicht so extrem kostenintensiv sein. Für M+K Inputs gibt es in modernen Gameengines ja auch Presets die man ohne viel Eigenarbeit einfach übernehmen kann.
Gerade wenn das von Teams gemacht wird, die sich auf Konsolenports spezialisiert haben und dahingehend schon die Erfahrung haben, welche Aufgaben und potenziellen Herausforderungen dafür anstehen, sollte so ein Port relativ flott und (im Vergleich zu der allgemeinen Entwicklung) "günstig" umgesetzt werden können.
Ich glaube daher eher, dass Sony die Chance wittert durch die Streichung der PC-Ports bisherige PC-Spieler zum Kauf einer Playstation zu bewegen.
Sony spart sich so nicht nur die Entwicklung der Ports sondern auch die Gebühren der Stores (Steam usw.), kann generell höheren Preise ohne Konkurrenz auf der eigenen Plattform in Monopolstellung durchsetzen, verdient idealerweise noch an der dafür notwendigen Hardware+Zubehör, an Abo-Gebühren für Onlinemodi und im Falle von kompletten "Gaming-PC zu Konsole"-Umsteigern sogar noch an allen anderen weiteren Spieleverkäufen (auch nicht-Sony Titeln), die zukünftig über den Playstationstore (statt vorher z.B. Steam am PC) verkauft werden.
Vermutlich generiert ein einziger "Gaming-PC zu Playstation Konsole"-Umsteiger der regelmäßig Spiele kauft so am Ende insgesamt mehr Gewinn für Sony, als fünf PC-Spieler, die sich gelegentlich einen PC-Port gekauft hätten.