Zukunftsvision von Prof. Dr. Harald Lesch

Bassmensch

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Ich bin mir nicht sicher ob dieser Thread 100% hier her passt. Aber die Art und Weise wie dieser Mann denkt und Visionen entwickelt gefällt mir. Viel mehr Männer mit dieser Denkweise bräuchte unser Land. Menschen, gerade Politiker welche Zusammenhänge sehen und über ihren Tellerand schauen! Es ist vielleicht etwas utopisch, trifft aber im Kern das was uns deutschen momentan fehlt. Was meint ihr?




Prof. Dr. Harald Lesch von der Sendung "Alpha Centauri" auf die Frage ob es wohl sinnvoll wäre, irgendwann eine Expedition zum Mars zu unternehmen:



Genau! Ich habe da mal eine Sendung drüber gedreht. Das ist für mich keine Frage der Wissenschaft. Das ist für mich eine Frage der Visionen. Welche Missionen können wir uns denn überhaupt noch leisten? Wollen wir uns da nicht regelmäßig von irgendwelchen Leuten, die von der Finanzierbarkeit reden, unsere Pläne für die Zukunft kaputt machen lassen? Wenn das so wäre, dann würde heute keine einzige Kirche dastehen, wir hätten keine Museen, wir hätten nichts! Wenn diese Finanzfuzzies schon vor 2500 Jahren am Werk gewesen wären, wir hätten keine Akropolis, die ägyptischen Pharaonen hätten sich irgendwie im Sand verscharren lassen, man kann also heilfroh sein, dass diese Typen früher noch nicht so das Wort hatten. Aber von uns wird, wenn wir Pech haben, nicht viel mehr übrig bleiben als die Aldi-Tüte. Die ist unverrottbar und wird in 2500 Jahren auch noch da liegen.

Das finde ich ein bisschen bedauerlich, dass wir an wirklich große Visionen nicht mehr heran gehen. Das muss ja gar keine Reise zum Mars sein, sondern wir bauen eine Raumstation auf dem Mond, um erst mal Erfahrung zu sammeln. Wenn wir das geschafft haben, werden so viele Neuigkeiten dabei herauskommen, das wird ein solcher Schub werden - man stelle sich das mal vor: Regelmäßig kommen die Nachrichten vom Mars. Man denke an den Film 2001, wo die regelmäßig einen Spaceship-Verkehr gehabt haben. Das finde ich außerordentlich verlockend. Wir brauchen Visionen solcher Natur, um unsere Probleme hier auf diesem Planeten zu lösen.

Kernfusion ist z. B. ein Thema von ähnlicher finanzieller Ausbreitung. Wir müssen da ran. Wir müssen versuchen, Maschinen zu bauen, die uns für geologische Zeiträume Energie zur Verfügung stellen. Es ist einfach schwachsinnig, auf so eine Technologie zu verzichten. Man muss sie aber nicht irgendwie zur alleinigen Technologie machen. Man muss sagen: "Ok, lasst uns Wasserstofftechnologien machen. Lasst uns an die regenerierbaren Energien rangehen." Und gerade Deutschland hätte damit die Möglichkeit, in einer ganz wichtigen Frage wieder eine Weltführerschaft zu erreichen. Sollen doch die Amerikaner weiter Öl verbraten. Die werden irgendwann auch merken: "Hups - das Öl ist aus!".

Solche militärischen Auseinandersetzungen, wie sie uns möglicherweise jetzt ins Haus stehen, werden ja nicht aus irgendwelchen moralischen Gründen geführt, weil der Busch was gegen den Hussein hat. Der hat doch was ganz anderes vor. Im Irak gibt es die zweitgrößten Erdölreserven der Welt. Darauf wollen die hinaus. In der Süddeutschen Zeitung steht heute auf Seite 2: "Die Amerikaner verpennen hier eine Technologie, die in den nächsten 50 Jahren von grundsätzlicher Bedeutung sein wird. Nämlich den Zusammenhang von Sonnenenergie, also Fotovoltaik mit Wasserstofftechnologie". Das ist es! Aber dafür braucht man eben Visionen. Man muss über seinen eigenen Tellerrand hinausgucken können und nicht glauben, dass nach einem nichts mehr kommen wird.
 
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Ömerich

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Der Mann is gut. :D

Stimmt echt, was der da so sagt!

Wenns nur wahr wäre *träum*
 

Bombwurzel

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Zitat von Booster88:
Das muss ja gar keine Reise zum Mars sein, sondern wir bauen eine Raumstation auf dem Mond, um erst mal Erfahrung zu sammeln.
Ersteinmal sollten wir es schaffen, Menschen auf dem Mond landen zu lassen. :D

Im Vergleich zu den Rüstungsausgaben, sind die Kosten für Weltraummissionen nahezu lächerlich. Also wenn ich die Wahl zwischen einem Kampfjet und einer Erdumrundung hätte, ich wüsste wofür ich mich entscheiden würde.
 

Jan

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Im Vergleich zu den Rüstungsausgaben, sind die Kosten für Weltraummissionen nahezu lächerlich. Also wenn ich die Wahl zwischen einem Kampfjet und einer Erdumrundung hätte, ich wüsste wofür ich mich entscheiden würde.
Ich auch! Für eine Erdumrundung im Kampfjet :D
 

Tiu

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Nur das er sich in seinen eigenen Visionen widerspricht. Letztens sagte er noch in der Runde mit dem Psychologen, der Traum von Stationen auf dem Mars bzw. auf dem Mond bzw. deren Besiedlung sind nur der Versuch der Menschheit vor den Problemen hier auf der Erde wegzulaufen! Da hat er allerdings wirklich recht!
 

blümli

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Ich mag die Denkweise des Prof. Lesch nicht besonders, sie erscheint mir meist zu linear. Ich habe manchmal das Gefühl seine "Weisheiten" sind unantastbar und als gegeben hinzunehmen. Er suggeriert mir, dass zu bestimmten Thesen nur eine (seine) Antwort möglich ist. Das fällt mir immer besonders im Gespräch mit seinem Freund und Philosophen Prof. Wilhelm Vossenkuhl auf, Lesch hat immer Recht. Ich kann mich irren, aber ich habe immer ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend, wenn ich diesem Mann zuhöre. ;)

Übrigens, Als Visionär kann man Lesch nicht gerade bezeichnen. Da Vinci oder Jules Verne, das waren Visionäre und ihrer Zeit um Längen voraus. Lesch aber ist nur jemand, der vorgekaute, in der Wissenschaft als allgemein gültige Antworten (nach heutigem Stand) auf Rätsel des Universums dem Laien verständlich machen kann. Er ist ein Wissenschaftler mit einem umfangreichen Wissen, ohne Frage. Aber er ist auch Jemand, der zu Zeiten Galileis auf der Seite derer gestanden hätte, die nicht an Galilei geglaubt haben.

Lesch ist seiner Zeit nicht voraus, er schwimmt im Strom mit, also alles andere als visionär.
 
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olly3052

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Zitat von blümli:
Aber er ist auch Jemand, der zu Zeiten Galileis auf der Seite derer gestanden hätte, die nicht an Galilei geglaubt haben.

Lesch ist seiner Zeit nicht voraus, er schwimmt im Strom mit, also alles andere als visionär.
Sehr nett geschrieben. Wieder mal nur eine rein hypothetische Annahme Deinerseits. Außer Du kennst Ihn und weißst, wie er funktioniert.
Ist dem so?

Gruß

olly3052
 

blümli

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Sicher ist es nur eine Annahme, aber was ist verkehrt daran Annahmen zu äußern. Irre ich mich, oder magst du nicht was ich schreibe? Ohne schleimig zu wirken, ich habe bei vielen Kommentaren von dir oft die selbe Meinung vertreten, aber seit dem Irak-Thread versuchst du ein bisschen gegen mich anzustinken.

Ich muss Prof. Lesch nicht kennen um seine Äußerungen für mich(!) zu interpretieren, oder meinst du er denkt hinter verschlossener Türe anders? Er lebt doch auch von Hypothesen, warum soll ich das dann nicht dürfen.
 

olly3052

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Ich versuche gar nicht, Dich anzupieken.
Mit dem Rest Deines post magst Du ja auch recht haben.
Du wärest nicht der Erste, der meint, ich sei kleinlich. Bin ich manchmal bestimmt.

Doch die Behauptung, daß er nicht an Galilei geglaubt hätte hat halt null Grundlage.

Das hat mich halt gestört.

Seine Aussagen für sich zu interpretieren ist auch vollkommen i.O.
Die von mir zitierte Aussage fand ich unpassend, nicht mehr und nicht weniger.

Gruß

olly3052
 

blümli

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@olly3052

So kleinlich bist du gar nicht, wenigstens hast du eine eigene Meinung, das kann man von vielen Anderen nicht behaupten. :)
 

LaNa19

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ich finde die Sendung toll...es ist angenehm ihm zuzuhören,da er nen Talent dafür hat-Dinge leicht begreiflich zu machen!
 
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Ich mag den Mann auch! Er ist sehr intelligent leider muß ich eines sagen.. Wenn er sagt Deutschland sollte mal anfangen kern.... blah blah zu nutzen um... Blah lbah Weltführer zu werde.
Da hat er Recht nur eine schlechte eigenschaft der deutschen ist geworden das man hier immer von Zukunft redet wenn alles schon wieder zu spät ist.
Sprich wenn andere Länder schon seit jahren irgendwelche technologien nutzen fangen wir Jahre später erst damit an anstatt als erste sowas zutuen.
 

Po§tm@n_VS

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Zitat von Booster88:
Man muss über seinen eigenen Tellerrand hinausgucken können und nicht glauben, dass nach einem nichts mehr kommen wird.
genau hier liegt das Problem in Deutschland. Die Politiker sind nur auf Ihren eigenen Machterhalt aus und sind unfähig solche Visionen und die damit verbundenen Investitionen an den Mann zu bringen. Nach der Divise: Wir haben solche großen Haushaltslöcher - nein wir können nicht mehr in Forschung investieren, da wir sonst uns noch unbeliebter machen und NICHT WIEDERGEWÄHLT werden. Was ist damit sagen will ist, dass unserer Politiker viel zu kurzfristig denken und die Zukunft anderen überlassen als sie selbst zu gestalten. Das Thema Forschung und Visionen in der Technik sollte niemals außer Acht gelassen werden. Schließlich steht laut Kondratieff am Anfang eines großen Wirtschaftsaufschwunges immer eine bahnbrechende Erfindung.
 

L.ED

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Lesch & Co

Ist eine sehr Interessante Sendung und sogar noch wesentlich mehr als Sendezeit Füller im Abend Programm!

Insbesondere wenn der Wissenschaftler den Philosophen trifft, die beiden Symbolisieren etwas was in der Forschung zu weiten Teil noch Gang und gebe und in den Bereichen wo es schon nicht mehr so ist! Da würde ich mir ernsthafte Gedanken machen als Gesellschaft dazwischen zu schreiten! Zeigt die Sendung es doch schon deutlich auf (einer der Zielsetzungen), das auf der einen Seite der Forscher mit seiner eher Zweck gebundenen auf Fakten basierenden Auffassungen und Sichten der Welt. Durch den Philosophen neue und andere Denkanstöße erhält, was er vorher nicht gesehen (bedacht) hat und sein Handeln überdenkt!

Auf der anderen Seite hält der Forscher den Philosophen auf dem Boden der Tatsachen, weil es liegt in dessen Natur die Welt beständig zu Hinterfragen, auf der Suche der Erkenntnisse des Sein! Da Treffen sich dann zwei Verschiedene Geisteswissenschaften die aber nicht nur (noch immer!) sehr Eng zusammengehören sondern einander Ergänzen und neue Sichten Fördern die dann letztendlich wieder Fakten zu Tage bringen.

Diese Sendung hat wie gesagt viel tiefer reichend wollende Zielsetzungen. Nicht nur das sie ein Schritt stellt um der schon viel zu große Kluft zwischen Wissenschaften und der Restlichen Welt entgegen zu Wirken (wurde Zeit!).

Nein, man möchte heraus & wieder auch als ein Teil der Allgemeinheit Verstanden werden. Und diese Beiden sind der Versuch wieder eine direktere Verständigungsebene zu schaffen. Also Interpretiert da nicht dem einzelnen soooo Stark mit rein, Nein, nein!, das sind keine Schauspieler. Und die quatschen da schon die meiste Zeit frei von der Leber. Aber kleine Leitfäden und Beitragspunkte gibt es schon (normal), über denen
dann so ab und ausschweifend diskutiert wird.

Und Lesch muß dabei immer darauf achten das die Fakten (Wissenschaft) nicht außer acht gelassen, der Wissenschaftler halt!, was ihm sichtlich so manches mal schon schwer fällt. He!, wer einen Philosophen als Kumpel hat, gerade eben auch wenn man Wissenschaftler an ner UNI (junge Menschen Fragen viel), der hat natürlich schon ne Grund Erkenntnisreichere Auffassung von der Welt, als der Durchschnittliche Forscher in der Industrie.

Und aber gerade das sollte für einen jeden als Anlass und Leitfaden gesehen werden. Das diese Bereiche zusammen gehören und nicht weiter auseinander driften, wie es die Industrie(sie Wissen nicht was sie tun!), aber massiv Fördert und abverlangt. Außer acht gelassen das auch die Hellsten Köpfe jemanden brauchen um sich (und ihre Forschung) zu Hinterfragen, ein Teil des Menschens Seins!

Oh, ha, Mensch ... ich merk schon wieder das die Tastatur mit mir abhaut ... also ... Sorry & BREAK!
 
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Volker

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Guter Beitrag. Nach Toasters Bearbeitung kann man ihn sagar lesen ^^
Good Job Toaster!
 

Simple Man

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Dr. Lesch hat es drauf. Ich kann ihm nur zustimmen und bin auch recht oft überrascht wie er sehr komplexe vorgänge im Weltall leicht verständlich erklärt. Der Mensch hat halt erkannt, dass wir nur ameisen im verlgeich zum weltall sind. Aber nein, wir müssen uns hier auf der erde unter einander streiten werde den größten pimmel hat....
 
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