Nothing Phone (1): Beworbene Display-Helligkeit auf 700 cd/m² reduziert

Update Nicolas La Rocco
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Nothing Phone (1): Beworbene Display-Helligkeit auf 700 cd/m² reduziert

Nothing bewirbt das Phone (1) (Test) seit kurzem nicht mehr mit einer maximal Display-Helligkeit von bis zu 1.200 cd/m², sondern nur noch bis zu 700 cd/m², nachdem ComputerBase das Unternehmen mit entsprechenden Messwerten konfrontiert hatte. Im Test des Smartphones konnte die höhere Angabe in keinem Szenario erreicht werden.

In den der Presse zur Verfügung gestellten Unterlagen zum Phone (1), wie etwa dem sogenannten „Reviewer's Guide“, in dem vom Hersteller die wichtigsten Merkmale und Features des Smartphones für einen bevorstehenden Test zusammengefasst werden, war im Vorfeld der Ankündigung, als das Gerät noch mit einer Sperrfrist versehen war, sowie in der Zeit nach der offiziellen Vorstellung am 12. Juli, der Freigabe von Tests am 15. Juli sowie dem Marktstart am 21. Juli stets die Rede von einem OLED-Display, das bis zu 1.200 cd/m² (nits) hell werden soll. Auch auf der Website von Nothing war bis vor kurzem noch diese Angabe zu finden, wie mehrere Einträge in der Wayback Machine zeigen.

Hersteller warb mit bis zu 1.200 cd/m²

Konkret warb der Hersteller mit einer Helligkeit von 500 cd/m² und einer maximalen Helligkeit von 1.200 cd/m². Der niedrigere Wert bezieht sich auf die maximal durch manuelles Einstellen erreichbare Helligkeit, der höhere Wert auf die Helligkeit im Automatikmodus, wenn diese über den Helligkeitssensor in Abhängigkeit zum Umgebungslicht reguliert wird. Darüber hinaus kommt in diesem Modus bei der Spitzenhelligkeit das „Average Picture Level“ (APL) zum Tragen, das höhere Helligkeiten ermöglicht, umso kleiner der Weißanteil auf dem Bildschirm ausfällt. Das ist eine spezielle Eigenschaft von OLED-Bildschirmen, die etwa auch bei Fernsehern zum Einsatz kommt.

Im Test konnten nur 700 cd/m² ermittelt werden

Im Test des Phone (1) konnte ComputerBase die beworbenen 1.200 cd/m² allerdings zu keiner Zeit erreichen, wie auch im Artikel angemerkt wurde. Dabei wurden auch Tests mit besonders kleinem APL sowie mit verschiedenen HDR-Videos durchgeführt, um zu ermitteln, ob es spezielle Bedingungen gibt, in denen das Display potenziell doch höhere Helligkeiten freischaltet – jedoch ohne Erfolg. Das ermittelte Maximum lag stets bei knapp 700 cd/m², wie nachfolgendes Diagramm zeigt. Die wenigen Redaktionen, die ebenfalls echte Messungen durchgeführt und nicht nur die Herstellerangaben übernommen haben, etwa Heise oder GSMArena, haben Werte von rund 660 cd/m² (100 % APL) ermittelt.

Display-Helligkeit max.
  • Automatikmodus 100% APL:
    • Samsung Galaxy S22+
      1.182
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • Apple iPhone 13 Pro
      1.063
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Asus ROG Phone 6
      784
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Xiaomi Mi 11
      783
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Google Pixel 6 Pro
      777
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Samsung Galaxy A52 5G
      772
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Phone (1) (Auto, 10% APL)
      697
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • Phone (1) (Auto, 20% APL)
      690
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • Phone (1) (Auto, 100% APL)
      643
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • OnePlus Nord 2
      610
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Sony Xperia 5 III
      563
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Vivo X60 Pro
      503
      Weißpunkt: ca. 7.600
    • Phone (1) (Manuell, 10% APL)
      451
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • Phone (1) (Manuell, 100% APL)
      450
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • Phone (1) (Manuell, 20% APL)
      450
      Weißpunkt: ca. 6.100

Nothing hat Angaben angepasst

Die Redaktion hatte Nothing zu der Thematik bereits am 13. Juli noch vor Veröffentlichung des Tests kontaktiert. Am 19. Juli erhielt ComputerBase die Information, dass das beschriebene Verhalten noch vom Support-Team untersucht werde. Am 1. August wurde schließlich noch einmal bei Nothing nachgehakt, ob das Problem nachvollzogen werden respektive unter welchen Bedingungen man den beworbenen Wert erreichen könne. Zum Display hieß es schließlich am 3. August, vom Support- und Technikteam sei das Anliegen mit „großer Priorität“ intern überprüft worden. „Die Spitzenwerte sind bei circa 700 Nits bei der Helligkeit“, erklärte Nothing letztlich. Nothing werde dies zukünftig anpassen, hieß es weiter. Mangelhafte Kommunikation, Transparenz oder eine Verzögerungstaktik kann die Redaktion dem Unternehmen respektive der zuständigen PR-Agentur dennoch nicht vorwerfen, weil auf viele Fragen rund um Gerät und Software zeitnah eingegangen wurde.

Die von Nothing in Aussicht gestellte Anpassung ist mittlerweile vollzogen worden. Auf der Website des Herstellers wird die Spitzenhelligkeit des Displays des Phone (1) zum Ende der Produktseite nur noch mit 700 cd/m² beworben*. An der Bewertung des Panels durch die Redaktion ändert sich mit der Anpassung nichts, da schon im Test auf Basis der selbst ermittelten Werte ein Fazit gezogen wurde. Neben der zwar kritisierten Helligkeit standen auf der Habenseite des von Visionox gelieferten OLED-Panels vor allem das symmetrische Layout und die schnelle Bildwiederholrate von 120 Hz.

Update

Nothing erwägt, die Hellikeit des Phone-(1)-Displays per Software-Update doch bis auf 1.200 cd/m² anzuheben. Technisch sei das möglich, der Schritt hätte allerdings Nachteile (Akkulaufzeit, Temperatur) zufolge. Daher möchte der Hersteller erst das Feedback der Community einholen

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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