Prozessor-Rangliste: CPU-Vergleich mit allen Coffee Lake und Ryzen für November

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tl;dr: Die Rangliste auf ComputerBase klärt, welcher Prozessor sich auf Basis von Tests, Vergleichen und Benchmarks für verschiedenste Ansprüche besonders eignet. Empfohlen werden dabei die besten CPUs in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End. Erstmals dabei: Die neuen Coffee-Lake-Prozessoren.

CPU-Benchmarks: Prozessoren im Vergleich

Ohne Prozessor im PC läuft nichts und ohne CPU von Intel lief die letzten Jahre nicht viel. Anfang 2017 hat sich dieses Blatt aber gewendet, die ComputerBase-Benchmarks zeigten und zeigen: Es gibt mit AMD Ryzen (Threadripper) endlich wieder eine Alternative am Markt, in vielen Anwendungen stand der ehemals unterlegen Wettbewerber für ein gutes halbes Jahr sogar fast konkurrenzlos da. Doch der Gegenschlag blieb nicht aus, Intel konterte im Oktober mit Coffee Lake und konnte die Leistungskrone in vielen Fällen zurück gewinnen.

Eine Kaufberatung mit AMD Ryzen 7, 5, 3 und Threadripper ...

Diese Kaufberatung mit Ranglisten für CPUs von Intel und AMD auf Basis umfassender Vergleichstests mit Benchmarks wird von der Redaktion fortlaufend aktualisiert. Die aktuelle Überarbeitung berücksichtigt die Tests von AMD Ryzen 7 1800X, 1700X und 1700 und den Test von AMD Ryzen 5 1600X, 1600, 1500X und 1400. Ebenfalls integriert wurden der Test von Ryzen 3 1200 und 1300X sowie der Test der Ryzen Threadripper 1950X und 1920X.

.. sowie Intel Core X mit bis zu 18 Kernen und Coffee Lake

Relativ neu dabei sind die Core-X-Prozessoren, die sich mit acht Kernen im Einstieg dem kleinsten Threadripper stellen und mit bis zu 18 Kernen in Form des Intel Core i9-7980XE (Test) seit Ende September dann allein auf weiter Flur stehen – sowohl was Leistung als auch den Preis angeht. Abgerundet wird das Portfolio von Intels Antwort auf Ryzen für AM4: Sechs neue Prozessoren mit dem Codenamen Coffee Lake machen AMD fortan das Leben wieder etwas schwerer in der Mittelklasse. Denn sie bieten nicht nur 50 Prozent mehr Threads als zuvor sondern auch noch mehr Takt. Zwei Tests haben sich mit dieser Architektur erst kürzlich befasst.

In der CPU-Bestenliste listet die Redaktion die besten Prozessoren für den jeweiligen Preisbereich auf und klärt, wann man sich für AMD oder Intel entscheiden sollte. Tiefergehen Informationen bieten die verlinkten Tests. Darüber hinaus steht die große Community im Unterforum „Mainboards und CPUs: Kaufberatung“ mit Rat und Tat beiseite.

CPU-Ranglisten in Anwendungen und Games

Hinweis: Die nachfolgenden Chart-Diagramme lassen sich durchschalten. Wer bestimmte Anwendungen nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das darüber hinaus über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Wird ein Prozessor im Ranking angeklickt, erhält er den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen CPUs im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt. Auch weitere Modelle lassen sich einblenden, die der besseren Übersichtlichkeit halber von ComputerBase erst einmal ausgeblendet wurden.

Intel steht wieder an der Spitze des Feldes

Elf Jahre nachdem AMD das letzte Mal an der Spitze des Desktop-Testfeldes stand, hatte es der Hersteller im Sommer kurzzeitig wieder geschafft: Mit dem 16-Kern-Prozessor Ryzen Threadripper 1950X konnte AMD die ersten Intel Core i9 mit seinerzeit aber nur maximal zehn Kernen zum gleichen Preis im Schnitt über alle Anwendungen schlagen. Erst Ende August und Ende September folgten die zweite und dritte Runde der Skylake-X. Mit 12, 14, 16 und 18 Kernen hatte Intel in jeder Stufe dieses Mal eine Antwort parat, allerdings zum teils deutlichen Aufpreis. Das 18-Kern-Flaggschiff ist damit fortan wieder die schnellste CPU für Anwendungen, kostet mit knapp 2.000 Euro aber auch gut doppelt so viel wie die schnellste CPU von AMD.

Ryzen 7 gegen Intel Core i7

Auch eine Klasse darunter steht AMD Ende 2017 in der Regel für geringere Preise bei fast derselben Leistung, rein in Bezug auf stark parallelisierte Anwendungen liegt AMD sogar weiter vorne. Überlegen bleibt Intel bei Spielen, der maximale Takt bei Last auf weniger Kernen und die höhere IPC zahlen sich hier aus. Mit Coffee Lake hatte Intel diesen Vorteil sogar noch ausgebaut, weil noch mehr Takt geboten wird. Ob Spieler das merken, hängt sowohl vom Spiel auch als dem Flaschenhals Grafikkarte ab: Je stärker die Grafikkarte limitiert, deshalb geringer sind die Unterschiede zwischen den CPUs von AMD und Intel – sie sind alle schnell genug.

Insgesamt sorgte Ryzen 7 seit April für viel Bewegung im Markt und liegt mit den Modellen 1800X, 1700X und 1700 im Prozessorvergleich mit ganz oben an der Spitze – die Preise liegen bei 290 bis 420 Euro. Intels Coffee-Lake-Konter steckt hingegen aktuell noch in der Zwickmühle der mangelnden Lieferbarkeit. Wer sofort lieferbare Ware beziehen will, zahlt einen deutlichen Aufpreis.

AMD Ryzen 5 gegen Intel Core i5 in der Mittelklasse

Der Core i5 markiert die Mainstream-Sparte im großen CPU-Vergleich mit diversen Modellen und hat seit Anfang April Konkurrenz durch Ryzen 5 bekommen. CPUs dieser Klasse von AMD bieten bis zu sechs Kerne und zwölf Threads bei Preisen, zu denen Intel erst mit Coffee Lake seit Oktober 2017 ebenfalls sechs Threads bietet – vorher waren es nur vier. In Anwendungen hat der Core i5 nun eine deutlich bessere Chance gegen Ryzen 5 als zuvor mit lediglich vier Threads, der Core i5-8600K kann den schnellsten Ryzen 5 dank hohem Takt mitunter sogar überflügeln, kostet aber wiederum mehr.

Sechs Intel Coffee Lake im Test

Die beste CPU für unter 100 Euro? Der Pentium G4560 bleibt die erste Wahl.

Auch Ende 2017 beißt sich die Konkurrenz im Einsteigerfeld an einem Prozessor die Zähne aus: Der Test des Pentium G4560 hat gezeigt, dass diese CPU für knapp 60 Euro derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Gegenüber dem sehr günstigen Celeron sollten die 20 Euro mehr investiert werden, die teureren Modelle (darunter auch der kleinste Core i3 für über 100 Euro) sind den Aufpreis nur dann wert, wenn dessen Befehlssatz AVX (2.0) benötigt wird. Für Heimanwender sind sie in der Regel irrelevant.

Bis knapp an die Marke von 80 Euro hat der Pentium die gesamte Sparte in den Benchmarks komplett im Griff. Ryzen 3 ist seit Juli in Konkurrenz zu Intels Core i3 getreten und insbesondere der Ryzen 3 1300X kann überzeugen. Doch auch hier ist Intel neuerdings mit vier Kernen dabei: Der Core i3-8100 macht als quasi alter Core i5 den Ryzen 3 nun gehörig das Leben schwer und kostet mit 115 Euro sogar noch minimal weniger als der Ryzen 3 1300X.

AMD Ryzen kann immer übertaktet werden

Über alle Klassen hinweg durchaus relevant ist, dass alle AMD Ryzen mit X370- oder B350-Mainboard über den Multiplikator übertaktbar sind. Bei Intel ist das nur mit K-Modellen auf Z-Chipsätzen der Fall.

Bestenliste: Welchen Prozessor brauche ich?

Neben dem reinen Leistungsrating aus den Benchmarks spielt in der Bestenliste auch das Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle. Während Ryzen Threadripper und Intel Core X in den Benchmarks ganz oben an der Liste steht, sind auch deren Preise hoch. Mit Ryzen 7 ist AMD das erste Mal seit Jahren im CPU-Vergleich wieder an der oberen Leistungsgrenze vertreten und dennoch preislich extrem interessant aufgestellt. Das gilt insbesondere für die Leistung in stark parallelisierten Anwendungen. Wer die nicht sucht und eher spielt, findet im Intel Core i7-8700 und 8700K (Test) die perfekte CPU mit Zukunftspotential. Sechs Kerne bei sehr hohen Taktraten sind auch für die nahe Spielezukunft mehr als ausreichend, mit zwölf Threads die Anwendungsleistung zudem sehr hoch.

Preisklasse Empfehlung Prozessor Alternatives Modell
bis 50 Euro Intel Celeron G3930
bis 100 Euro Intel Pentium G4560
bis 150 Euro Intel Core i3-8100 AMD Ryzen 3 1300X
bis 200 Euro AMD Ryzen 5 1600 Intel Core i3-8350K
bis 250 Euro AMD Ryzen 5 1600X Intel Core i5-8400
bis 300 Euro Intel Core i5-8600K AMD Ryzen 7 1700
bis 400 Euro Intel Core i7-8700 AMD Ryzen 7 1700X
bis 500 Euro Intel Core i7-8700K AMD Ryzen 7 1800X
bis 650 Euro Intel Core i7-7820X
bis 1.000 Euro AMD Ryzen Threadripper 1950X
1.000 – ... Euro Intel Core i9-7980XE Extreme Edition

In der Mittelklasse ging AMD mit den Ryzen 5 mit vier CPUs direkt auf die Core i5 von Intel los und konnte dort in drei von vier Fällen ein sehr gutes Ergebnis einfahren. Dies zeigte sich bisher in der Empfehlung: In den drei angesprochenen Bereichen zwischen 180 und 300 Euro war diese im Vergleich von Intel zu AMD gewechselt. Mittlerweile ist der Core i5-8600K mit Coffee Lake zwar das schnellere Gesamtpaket, kostet jedoch vor allem derzeit noch deutlich mehr (als seine UVP). Auch der Core i5-8400 wusste im Test sehr zu gefallen, eine extreme Gaming-Leistung wurde mit guter Leistung in Anwendung gepaart – er ist der Gegenpol zum Ryzen 5 1600(X). Letztere haben noch Vorteile in Anwendungen, Intels CPUs sind die Spiele-Lösungen.

In der Bestenliste finden sich für jeden Preisbereich konkrete Kaufempfehlungen in Tabellenform. Die neuen Intel Core i-8000 sind ab den Core i5 allerdings noch jeweils zu teuer. Sollten sich die Preise normalisieren, werden sie nicht nur in die günstigere Klasse rutschen, sondern könnten dann dort auch zur Empfehlung aufsteigen. Aktuell ist dies jedoch noch nicht der Fall.

Wem die Vergleichstabelle nicht ausreicht, der findet in den folgenden Absätzen weitergehende Informationen:

Preis-Leistungs-Verhältnis im Detail

Seit Mitte April sind die Prozessorpreise etwas gesunken, was auch dem verbesserten Kurs des Euro zum US-Dollar zu verdanken ist, der rund zehn Prozent gestiegen ist. Das ist auch im Handel angekommen und je nach Preisklasse macht das bei fast allen Prozessoren weitere 20 bis 40 Euro Preisverfall aus. Dies gilt vornehmlich für AMDs CPUs sowie Intels ältere Modelle, die neue Coffee Lake liegen indes allesamt noch über der UVP des Herstellers und machen das folgende Diagramm zu einer Momentaufnahme, da die Preise stark schwanken. Größere Preissenkungen sind bei AMD nun aber nicht mehr zu erwarten, im Gegenteil, in den letzten Tagen ist sogar ein leichter Aufwärtstrend im nun richtig boomenden Weihnachtsgeschäft zu beobachten.

Die richtige CPU-Wahl hängt nicht nur von der Platzierung in den Benchmarks, sondern auch vom Preis und dem Einsatzgebiet der Prozessoren ab. Mit Ryzen 7 spielt AMD erstmals wieder in der Preis-Leistungs-Rangliste nicht nur am unteren, sondern auch am oberen Leistungslimit mit, besonders stark ist Ryzen 5. Unterm Strich wird die Entscheidung für AMD oder Intel wieder richtig schwierig und müssen nach Vorlieben getroffen werden.

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Kaufberatung, Vergleiche, Tests und Ranglisten auf ComputerBase

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