Be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt im Test: Schlicht empfehlenswert

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Philip Pfab
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Technik

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt unser Blick auf die Elektronik. Wie immer gilt: Nicht nachmachen – Lebensgefahr!

Übersicht Elektronik
Übersicht Elektronik

Die Elektronik des be quiet! Dark Power Pro P10 550 Watt wird von FSP hergestellt. Die Schaltung wird in einer modifizierten Form auch im passiv gekühlten FSP Aurum Xilenser verwendet und basiert auf LLC-Resonanzwandlung und DC-DC-Spannungswandlern für die Generierung der 3,3- und 5-Volt-Leitung. Zudem fällt auf, dass be quiet! und FSP zur Vermeidung von Kabelgewirr und Übergangswiederständen die unteren Buchsen des modularen Kabelmanagements, also alle PCIe-Anschlussplätze, direkt mit der Hauptplatine verlöten. Für ausreichende Frischluftzufuhr sorgt ein mit einem Gummiring und gummierter Befestigung entkoppelter 135-mm-Lüfter mit FDB-Lager aus der Silent-Wings-Serie (be quiet! Silent Wings P10, Modell-Bezeichnung BQT T13525-LF15, max. Stromaufnahme 0,22 Ampere bei 12 Volt, max. 1.500 Umdrehungen pro Minute)

Lüfter
Lüfter
Eingangsfilterung im Detail
Eingangsfilterung im Detail
Sekundärseite im Detail
Sekundärseite im Detail

Die Eingangsfilterung beginnt direkt an der Eingangsbuchse mit einem X- und zwei Y-Kondensatoren. Auf der Hauptplatine folgen nach einem Ferritkern zwei Spulen, zwei Y-Kondensatoren, ein weiterer X-Kondensator sowie der MOV als passiver Überspannungsschutz. Die Eingangsfilterung ist damit vollständig. Der Heißleiter (NTC), der für die Begrenzung des Einschaltstromes zuständig ist, wird nach dem Einschalten des Netzteils über ein Relais überbrückt, um den Wirkungsgrad zu steigern.

Bei den Kondensatoren folgt be quiet! dem eigenen High-End-Anspruch und setzt auf der Primärseite zwei Panasonic 105-Grad-Elektrolytkondensatoren mit je 220 Mikrofarad Kapazität und 450 Volt Spannungsfestigkeit ein. Auf der Sekundärseite kommen 105-Grad-Elektrolytkondensatoren von Panasonic und Nippon-Chemicon sowie Polymer-Feststoffkondensatoren von CapXon zum Einsatz.

Als Sicherungschip wird der PS232F von SITI auf einer Zusatzplatine verbaut. Dieser unterstützt die versprochenen Schutzschaltungen. Die vier getrennten +12-Volt-Schienen sind ebenfalls vorhanden. Für die Steuerung der externen Lüfter wird mit dem UTC MJE2955TL ein eigener Chip auf der Platine des modularen Kabelmanagements verbaut, so dass die Ansteuerung der Gehäuselüfter elektrisch unabhängig von der internen Lüftersteuerung ist.

Die Verarbeitung der Elektronik ist makellos. Die Lötqualität ist im Vergleich zu anderen FSP Produkten weit überdurchschnittlich, die Kabelenden sind gründlich gekürzt. Punktuell wurde zu heiß gelötet, Probleme sind aber nicht zu erwarten.

Lötqualität
Lötqualität