Alpenföhn Brocken 2 im Test: CPU-Towerkühler wächst auf 140 mm

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Martin Eckardt
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Alpenföhn Brocken 2 im Detail

Alpenföhn bringt den Brocken 2 in einer klassisch gestalteten Kartonage zum Endkunden. Diese beinhaltet den Tower-Kühlkörper samt WingBoost2-Serienlüfterausstattung sowie umfangreiches Installationsmaterial für alle gängigen AMD- und Intel-Desktop-Sockel der jüngeren Vergangenheit. Eine mehrsprachige Montageanleitung und eine Spritze Wärmeleitpaste sind ebenfalls vorzufinden. Außerdem legt Alpenföhn noch ein ergänzendes Drahtbügelpaar und Schwingungsentkoppler-Set für die optionale Montage eines zweiten Lüfters bei.

Alpenföhn Brocken 2 Endkundenverpackung
Alpenföhn Brocken 2 Endkundenverpackung
Lieferumfang mit Montagematerial für AMD und Intel
Lieferumfang mit Montagematerial für AMD und Intel
Flüsterleise Neuauflage: Alpenföhn Brocken 2
Flüsterleise Neuauflage: Alpenföhn Brocken 2

Der Brocken 2 erinnert zumindest in Grundzügen an seinen Wegbereiter aus dem Jahre 2009, der als Towerkühler noch im damals typischen 120-mm-Format auftrat. So hat Alpenföhn in erster Linie die partiell gezackten Kantenformen und die periodische Quartett-Anordnung der Aluminiumlamellen beibehalten. Neu ist hingegen die vollständige, zentrale Teilung des formierten Radiators in zwei unabhängige Hälften, wodurch eine Hot-Spot-Bildung im Windschatten des aktiven Luftstromes auf Kosten horizontaler Wärmeaustauschmöglichkeiten unterbunden wird.

Eine signifikante Veränderung zum Vorgänger ist auch bei der Heatpipe-Gestaltung zu verzeichnen. Während Alpenföhn beim Brocken noch auf vier 8-mm-Kapillare gesetzt hatte, kommen beim aktuellen Modell nun fünf 6-mm-Röhren zum Einsatz. In der Kühler-Praxis hat sich die Verwendung von dünneren Heatpipes als stets leistungsstärker heraus gestellt, sodass der Wechsel zu begrüßen ist.

Alpenföhn Brocken 2 mit schmalem 140-mm-Radiator
Alpenföhn Brocken 2 mit schmalem 140-mm-Radiator
Schmetterlingsartige Anmutung der zwei Lamellentürme
Schmetterlingsartige Anmutung der zwei Lamellentürme
Direct-Touch-Konzept mit lückenloser Heatpipe-Anordnung
Direct-Touch-Konzept mit lückenloser Heatpipe-Anordnung

Mit dieser Umstrukturierung einhergehend mutet auch die Neugestaltung der Wärmeaufnahme im Vergleich zum Modell aus dem Jahre 2009 erheblich sinnvoller an. Zwar setzt Alpenföhn, auf eine klassische und teure Kupferbodenplatte verzichtend, auch beim Brocken 2 noch auf den direkten Kontakt der abgeflachten Heatpipes mit der Prozessoroberfläche, allerdings verläuft zwischen den Kapillaren kein arretierender Aluminiumsteg mehr. Die fünf an der CPU-Kontaktstelle unvernickelten Kupfer-Heatpipes bilden somit eine nahezu lückenlose HDT-Anordnung, die einen gleichmäßigen Wärmeübergang ohne Hot-Spots ermöglicht. Die Auflage ist dabei in alle Richtungen eben, während die kleinen Rillen zwischen den einzelnen Heatpipes praktisch mit Wärmeleitpaste verfüllt werden müssen.

Zwei Millimeter Lamellenabstand garantieren guten Luftfluss
Zwei Millimeter Lamellenabstand garantieren guten Luftfluss
Asymmetrisches Kühlkörperdesign sorgt für verbesserte Ram-Kompatibilität
Asymmetrisches Kühlkörperdesign sorgt für verbesserte Ram-Kompatibilität
Die Anordnung der Lamellen wurde vom Ur-Brocken übernommen
Die Anordnung der Lamellen wurde vom Ur-Brocken übernommen

Die 47 im 2-mm-Abstand aufgesteckten Aluminiumlamellen bilden einen sehr stabilen Radiator, der eine beidseitige Aufnahme von Lüftern mit 120- oder 140-mm-Kantenlängen zulässt. Der Kühlkörper ist dabei in der seitlichen Ansicht derart asymmetrisch realisiert, das der angebrachte Ventilator im Bereich der Arbeitsspeicher mehr Raum für großzügig gestaltete RAM-Module lässt, wodurch die allgemeine Kompatibilität gesteigert werden kann.

Die Befestigung der Lüfter erfolgt über ein interessant gestaltetes Drahtbügel-Konzept, welches mit beiliegenden Gummi-Puffern eine mechanische Entkopplung zwischen Kühlkörper und Ventilator kombiniert. Zwar halten sich die Vibrationen der maximal 1.100 U/min schnellen Serienbelüftung in Grenzen, dennoch bewerten wir das vermittelte System aufgrund seiner guten Wirkung als grundlegend positiv.

Das Alpenföhn-Montagesystem hört auf den Namen RockMount
Das Alpenföhn-Montagesystem hört auf den Namen RockMount
Alpenföhn Brocken 2 im montierten Zustand
Alpenföhn Brocken 2 im montierten Zustand
Flache Ram-Riegel werden nicht getroffen
Flache Ram-Riegel werden nicht getroffen

Die Installation des Brocken 2 via Alpenföhn-RockMount-Montagesystem birgt keine unerwarteten Überraschungen oder gar Komplikationen. Zunächst muss der Anwender einen AMD- oder Intel-spezifischen Montagerahmen mit dem Motherboard verschrauben, was sich im Allgemeinen nur bei ausgebauter Hauptplatine als komfortabel erweist. Anschließend wird Wärmeleitpaste auf die CPU aufgetragen, der lüfterlose Kühlkörper positioniert und über zwei Federschrauben mit dem Montagerahmen verbunden. Die Schrauben werden dabei vom schmalen Kühlkörper nicht verdeckt, sodass mit einem herkömmlichen Kreuz-Schraubendreher gearbeitet werden kann. Abschließend wird der Lüfter über das beschriebene Drahtbügel-System mit dem Brocken 2 verbunden.