Mikroruckler bei Grafikkarten

Der Status quo bei AMD und Nvidia
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Einleitung

Multi-GPU-Systeme hören sich in der Theorie schön an. Man kauft sich eine zweite Grafikkarte desselben Typs und erhält zumindest theoretisch die doppelte Leistung – klingt nach einem fairen Angebot. In der Praxis haben solche Systeme allerdings mit deutlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Und mit die kleinste davon ist, dass der Geschwindigkeitszuwachs nur selten dem theoretischen Maximum entspricht.

Viel Schwerwiegender sind die so genannten „Mikroruckler“. Mikro deshalb, weil das Bild aufgrund von Problemen „zwischen mehreren Bildern innerhalb einer Sekunde“ und nicht aufgrund der Anzahl der Bilder pro Sekunde ruckelt. Am Ende liefert die Grafikkarte zwar „flüssige“ 40 Bilder pro Sekunde an den Monitor aus, die Verteilung innerhalb dieser Sekunde ist allerdings so ungleichmäßig, dass zwischen einzelnen Bildern spürbare Pausen auftreten. Das kann so weit gehen, dass ein Titel unspielbar wird und auf einer einzelnen Grafikkarte gar besser läuft – obwohl die Bilder pro Sekunde höher liegen.

Mikroruckler bei Grafikkarten: Eine Bestandsaufnahme
Mikroruckler bei Grafikkarten: Eine Bestandsaufnahme

Generell sind sowohl AMDs CrossFire- als auch Nvidias-SLI-Technologie davon betroffen. Nvidia hat die Situation jedoch schon vor Jahren erkannt und geht sowohl in der Hard- als auch in der Software dagegen vor. AMD hat die Füße hingegen bisher still gehalten, zumindest was Resultate beim Kunden anbelangt. Immerhin ist mittlerweile für den 31. Juli 2013 ein Treiber angekündigt, der sich der Thematik annimmt.

Auch in Vorbereitung auf die Analyse dieser versprochenen Verbesserung dient dieser Artikel dazu, den aktuellen Stand in Sachen Mikrorucklern bei Grafikkarten zu analysieren. Dabei nehmen wir uns nicht nur der Dual-GPU-Problematik an, sondern testen auch Single-GPU-Konstellationen auf dieses Phänomen. Und um das Paket komplett zu machen, sehen wir uns auch den von AMD einem ausgewählten Kreis bisher zur Verfügung gestellten Alpha-Treiber an, der einen Ausblick auf das geben soll, was Kunden ab dem 31. Juli 2013 erwarten können.

Als Grundlage für unsere Analyse dient uns in diesem Fall nicht das bekannte Programm FRAPS, sondern eine von Nvidia entwickelte Lösung namens FCAT. Bevor wir mit der Analyse beginnen, gehen wir auf die Beweggründe für diesen Wechsel und die Details der neuen Messmethode ausführlich ein.

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