SSD : Micron M600 mit dynamischem SLC-Cache

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SSD: Micron M600 mit dynamischem SLC-Cache
Bild: Micron

Micron legt bei der neuen SSD-Serie M600 den Fokus auf die Beschleunigung kleinerer Modelle und Energiesparen. Ein variabler SLC-Cache soll den MLC-SSDs auch bei wenigen NAND-Chips zu hohen Transferraten verhelfen. Gleichzeitig wird eine niedrige Leistungsaufnahme für den Mobileinsatz versprochen.

Die M600-Reihe wird sowohl im 2,5-Zoll-Format als auch als M.2- und mSATA-Steckkarte angeboten. Bahnbrechend neue Technik bringt Micron dabei nicht auf den Markt: Die technische Basis der SSDs mit 128 bis 1.024 GB Nutzkapazität bilden der 88SS9189-Controller von Marvell sowie Microns 16-nm-MLC-NAND-Flash, der zum Teil bereits in der Crucial MX100 eingesetzt wird.

Micron verwendet bei der M600 ausschließlich 128-Gigabit-Chips, sodass in den kleinen Modellen mit 128 und 256 Gigabyte nur wenige Speicherchips zum Einsatz kommen, was die Schreibleistung gegenüber größeren Modellen in der Regel deutlich reduziert. Diesem Problem begegnet der Hersteller wie schon andere zuvor mit einem SLC-Zwischenspeicher.

Micron M600 in mSATA, M.2 2260, M.2 2280 und 2,5 Zoll (v.l.n.r.)
Micron M600 in mSATA, M.2 2260, M.2 2280 und 2,5 Zoll (v.l.n.r.) (Bild: Micron)

Das Prinzip der „Dynamic Write Acceleration“ ist dabei im Grunde nicht neu: Wie bei Samsungs „TurboWrite“ oder SanDisks „nCache“ wird ein Teil des MLC-Speichers im SLC-Modus betrieben, der höhere Schreibraten erlaubt, aber nur 1 Bit statt zwei Bit pro Zelle zwischenspeichert. In Leerlaufphasen werden die Daten nachträglich auf übliche Weise auf dem MLC-NAND gesichert.

Während die genannten Kontrahenten die Größe dieses Zwischenspeichers statisch begrenzen, setzt Micron jedoch auf eine variable Größe, die von der Firmware je nach freiem Speicherplatz dynamisch angepasst werden kann. Diesen Ansatz verfolgt auch Toshiba mit dem „Adaptive Size SLC Write“ bei der HG6-Serie. Je mehr freier Speicherplatz zur Verfügung steht, desto größer fallen die Bereiche aus, die im schnelleren SLC-Modus beschrieben werden und desto stärker fällt das Leistungsplus aus. Mit zunehmender Befüllung mit Daten verringert sich die Größe des Zwischenspeichers bis er schließlich keine Vorteile mehr bietet. Eine Grafik des Herstellers veranschaulicht die Funktionsweise:

SLC-Cache je nach freiem Speicherplatz
SLC-Cache je nach freiem Speicherplatz (Bild: Micron)

Neben höheren sequenziellen Schreibraten verspricht Micron eine verringerte Leistungsaufnahme. Das Speichern der Daten erfordert im SLC-Modus schlicht weniger Energie als im MLC-Modus. Welche Energie zum nachträglichen migrieren der Daten von SLC auf MLC benötigt wird, darauf geht die Beschreibung der Technik (PDF) jedoch nicht näher ein. Wie bei allen derartigen SLC-Cache-Techniken profitieren nur gelegentliche Transfers verhältnismäßig kleiner Datenmengen von dem Leistungsschub. Bei anhaltend hoher Schreiblast bringt die Technik jedoch keine Vorteile. Jedoch platziert Micron die M600 ausdrücklich im Consumer-Segment, wo in der Regel keine Dauerlastszenarien vorherrschen.

Höhere Schreibraten bei niedrigerer Leistungsaufnahme
Höhere Schreibraten bei niedrigerer Leistungsaufnahme (Bild: Micron)
Ab 46 Prozent bricht die Schreibleistung ein
Ab 46 Prozent bricht die Schreibleistung ein (Bild: Micron)

Die M600-Serie bietet wie die technisch nahe verwandten Serien M550 und MX100 diverse Verschlüsselungsstandards und DevSleep-Unterstützung. Die TBW-Werte (Total Bytes Written) fallen mit 100 bis 400 TB für dieses Segment ungewöhnlich hoch aus und übertreffen die 72 TBW der genannten Schwestermodelle deutlich.

Laut Micron werden die M600-SSDs bereits produziert und sollen später an OEMs und Geschäftskunden ausgeliefert werden. Preise wurden nicht kommuniziert. Ob die SSDs auch unter der Consumer-Marke Crucial erscheinen werden, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt.

Micron M600 2,5"
Micron M600 M.2
Micron M600 mSATA
Controller: Marvell 88SS9189, 8 NAND-Channel
DRAM-Cache: ? LPDDR2
Speicherkapazität: 128 / 256 / 512 / 1.024 GB 128 / 256 / 512 GB
Speicherchips: Micron 16 nm ONFi 3.0 MLC NAND, 128 Gbit
Formfaktor: 2,5 Zoll (7 mm) M.2 (60/80 mm) mSATA
Interface: SATA 6 Gb/s
seq. Lesen: 560 MB/s
seq. Schreiben:
400 MB/s
Variante
510 MB/s
400 MB/s
Variante
510 MB/s
4K Random Read:
90.000 IOPS
Variante
100.000 IOPS
90.000 IOPS
Variante
100.000 IOPS
4K Random Write: 88.000 IOPS
Leistungsaufnahme Aktivität (typ.): 0,150 W
Leistungsaufnahme Aktivität (max.): k. A.
Leistungsaufnahme Leerlauf: 100,0 mW
Leistungsaufnahme DevSleep: 2,00 mW
Leistungsaufnahme L1.2: kein L1.2
Funktionen: AHCI, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection, DevSleep
Verschlüsselung: AES 256, TCG Opal 2.0, Windows eDrive
Total Bytes Written (TBW):
100,00 Terabyte
Variante
200,00 Terabyte
Variante
300,00 Terabyte
Variante
400,00 Terabyte
100,00 Terabyte
Variante
200,00 Terabyte
Variante
300,00 Terabyte
Garantie: 3 Jahre
Preis:
Preis je GB:
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  • Michael Günsch E-Mail
    … zeichnet auf ComputerBase für das Ressort Massenspeicher rund um SSDs und HDDs verantwortlich.