USB Typ-C : „Alternate Mode“ mit voller DisplayPort-Unterstützung

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USB Typ-C: „Alternate Mode“ mit voller DisplayPort-Unterstützung

USB 3.1 bringt nicht nur den neuen drehbaren Steckertyp C und höhere Datenraten, sondern bietet auch die Möglichkeit zur Nutzung der Verbindung als Audio/Video-Schnittstelle. Von diesem „Alternate Mode“ macht die VESA Gebrauch: DisplayPort steht künftig in voller Form auch direkt über das USB-Kabel zur Verfügung.

Damit gehen die USB 3.0 Promoter Group und die Video Electronics Standards Association in Kooperation einen weiteren Schritt auf dem Weg zur umfassenden Universalschnittstelle. Neben USB-Daten und Stromversorgung werden auch Bild und Ton nach DisplayPort-Standard über passive USB-Kabel mit Typ-C-Stecker geboten – eine separate Videoschnittstelle ist nicht mehr zwingend erforderlich. Apple vereint seit Jahren DisplayPort und Thunderbolt in einem Stecker.

Werden alle vier Leitungen (Lanes) des USB-Kabels für DisplayPort genutzt, steht die volle Bandbreite für Display-Auflösungen bis hin zu „5K“ (5.120 × 2.880) bei DisplayPort 1.3 zur Verfügung. Nach Standard 1.2 ist Ultra HD mit 60 Hertz möglich. Bei dieser Konfiguration entfällt allerdings die Datenrate von bis zu 10 Gbit/s (in beide Richtungen) für USB 3.1, da die nötigen Leitungen für DisplayPort reserviert sind. USB 2.0 steht wiederum immer zur Verfügung, da dafür eine separate Leitung verwendet wird.

DisplayPort über USB Type-C

Für den Einsatz als schnelle Universalschnittstelle ist jedoch auch eine Kombination von USB 3.1 und DisplayPort möglich. Beispielsweise werden dann zwei Lanes für USB 3.1 genutzt, die anderen beiden Leitungen ermöglichen parallel DisplayPort mit halber Maximalleistung, was im Falle von DisplayPort 1.3 noch immer für UHD mit 60 Hertz ausreicht. Eine solche Konfiguration ist für den Einsatz bei Dockingstations für Mobilgeräte denkbar. Neben dem Datenaustausch besteht die Möglichkeit zur gleichzeitigen Stromversorgung mit einem einzigen Anschluss.

Die VESA bedient sich den von der USB 3.0 Promoter Group angebotenen funktionalen Erweiterungen des neuen USB-Standards. Die sogenannten „Alternate Modes“ bieten Herstellern und Organisationen wie der VESA eine Möglichkeit zur alternativen Nutzung von USB nach Typ C.

Treibende Kräfte hinter der Umsetzung von DisplayPort für USB Typ-C sind unter anderem Apple, Google und Microsoft, die den Anschlusstyp für Smartphones und Tablets nutzen wollen. Bezüglich der Stromversorgung ist der Universalanschluss zudem im Sinne der EU-Richtlinien. Die genannten Unternehmen sind Mitglieder beider Organisationen.

Die VESA plant bis Ende 2014 Konformitätsprüfungen für den DisplayPort-Modus für USB bereitstellen zu können. Mit einer Markteinführung ist frühestens im kommenden Jahr zu rechnen, obgleich die Organisation keine offizielle Prognose wagte.

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  • Michael Günsch E-Mail
    … zeichnet auf ComputerBase für das Ressort Massenspeicher rund um SSDs und HDDs verantwortlich.