Ryse Benchmarks : 17 Grafikkarten von HD 5870 bis GTX 980 im Vergleich

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Ryse Benchmarks: 17 Grafikkarten von HD 5870 bis GTX 980 im Vergleich

Die PC-Version von Ryse: Son of Rome setzt mit Cryteks Cryengine optisch neue Maßstäbe. ComputerBase hat 17 verschiedene Grafikkarten auf ihre Leistungsfähigkeit in Ryse getestet und wirft einen Blick auf die verschiedenen Kantenglättungsmodi des Actionspiels.

Ryse ist optisch eines der aktuell schönsten, wenn nicht das schönste Spiel für den PC. Messerscharfe Texturen, eine atemberaubende Beleuchtung, fehlerfreie Schatten und eine sehr effektive Kantenglättung gehören zum Repertoire des Titels. Damit macht die PC-Version gegenüber dem Titel für die Xbox One noch einmal einen deutlichen Schritt.

Die Texturen liegen in einer deutlich höheren Auflösung vor, es gibt weitere Kantenglättungsmodi wie internes Super-Sampling und Tessellation kommt deutlich häufiger und intensiver zum Einsatz, um nur einige Veränderungen zu nennen. Ryse legt die Texturauflösung anhand des verfügbaren Grafikkartenspeichers automatisch fest, manuell eingreifen kann der Anwender aktuell noch nicht. Die höchste Detailstufe gibt es erst ab 3 GB VRAM, hohe Details ab 2 GB VRAM, mittlere Details ab 1,5 GB VRAM und niedrige Details ab 1,0 GB VRAM. Sofern der Grafikspeicher groß genug ist, soll sich die gewählte Detailstufe nicht auf die Leistung auswirken.

Interessanterweise ist Ryse weder ein „Gaming Evolved“- noch ein „The Way It's Meant To Be Played“-Titel und damit offensichtlich ohne einseitige Unterstützung durch AMD und Nvidia entwickelt worden. Die Tatsache, dass die Xbox One auf einer APU von AMD basiert, legt Vorteile für diese Plattform allerdings nahe.

Die Kantenglättung in Ryse

Die PC-Version von Ryse bietet zwei unterschiedliche Kantenglättungsmodi: Das von Crytek selbst entwickelte SMAA (Enhanced Subpixel Morphological Antialiasing) und internes (Ordered Grid) Super-Sampling-AA (SSAA) in den Stufen 1,5 × 1,5 und 2,0 × 2,0. Die größere Stufe erzeugt auf einem 1.080p-Bildschirm eine interne Auflösung von 3.840 × 2.160.

Ryse – Vergleich der Kantenglättung

SMAA ist ein Post-Processing-Verfahren, das in Ryse in vielerlei Hinsicht fast schon perfekt funktioniert: Die in Ryse stark flackernde Geometrie und Natur wird durch SMAA beinahe vollständig ruhig gestellt. Selbst Nvidias TXAA erledigt das nicht besser. Der Nachteil: Das Spiel wird durch die Post-Processing-Kantenglättung ein wenig unscharf. Allerdings ist der Effekt längst nicht so ausgeprägt wie bei TXAA, sondern erinnert eher an eine FXAA-Implementierung: Die Vorteile überwiegen die Nachteile bei Weitem. Das von ComputerBase erstellte Video gibt den Effekt besser wieder als die Screenshots.

1,5 × 1,5 SSAA verwäscht das Bild zwar ebenfalls, doch nur an wenigen Stellen und längst nicht so sehr wie SMAA. Allerdings ist die Kantenglättung nicht annähernd so gut wie mit SMAA. Selbst 2,0 × 2,0 SSAA bleibt unterlegen, auch wenn die Texturen gar besser als bei der nativen Bildschirmauflösung aussehen, da Ryse für die Ultra-HD-Auflösung optimierte Texturen bereithält. SMAA lässt sich auch mit SSAA kombinieren. 1,5 × 1,5 SSAA mit SSAA lässt das Bild zwar immer noch ein Wenig unschärfer werden, die Bildruhe ist dafür aber fast schon perfekt. 2,0 × 2,0 SSAA kombiniert mit SSAA wirkt dann kaum unschärfer als bei abgeschalteter Kantenglättung und das Bildflimmern fällt nicht mehr auf.

In Summe bietet Ryse auf Wunsch eine beeindruckende Kantenglättung – die beste, die ComputerBase je in einem Spiel zu Gesicht bekommen hat. Für die Kombination aus SMAA und SSAA ist allerdings selbst eine High-End-Grafikkarte zu langsam, zwei müssen es schon sein.

Keine Kantenglättung
Keine Kantenglättung
SMAA
SMAA
1,5×1,5 SSAA
1,5×1,5 SSAA
2×2 SSAA
2×2 SSAA
1,5×1,5 SSAA + SMAA
1,5×1,5 SSAA + SMAA
2,0×2,0 SSAA + SMAA
2,0×2,0 SSAA + SMAA

Bei einem einzelnen flotten 3D-Beschleuniger sollte die Wahl auf 1.920 × 1.080 SMAA samt 1,5 × 1,5 SSAA fallen. Die verloren gegangene Bildschärfe ist zwar ein Nachteil, die Bildruhe dafür aber unschlagbar gut, sodass die Vorteile die Nachteile deutlich überwiegen. SMAA sollte in Ryse die Mindesteinstellung bei der Kantenglättung sein. Die Wirkung ist bereits sehr gut und auch dort lässt sich mit der Unschärfe gut leben. Darüber hinaus kostet SMAA kaum Leistung.

Kantenglättung in Ryse
    • Keine Kantenglättung
      65,5
    • SMAA
      64,0
    • 1,5×1,5 SSAA
      40,6
    • 1,5×1,5 SSAA + SMAA
      40,0
    • 2,0×2,0 SSAA
      26,2

CPU-Benchmarks

Für sämtliche Benchmarks kommt das Grafikkarten-Testsystem zum Einsatz. Catalyst 14.9.1 und GeForce 344.16 (GeForce 344.11 für Kepler) sind als Treiber installiert. Die Testsequenz im Wald hat sich als besonders fordernd herausgestellt.

CPU-Benchmarks – 1.920 × 1.080
  • Maximale Details, SMAA:
    • 4770K @ 4,4 GHz @ 4K+HTT
      64,0
    • 4770K @ 4,0 GHz @ 4K+HTT
      63,9
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K+HTT
      63,7
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K
      63,7
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 3K
      63,5
    • 4770K @ 3,0 GHz @ 4K
      62,1
    • 4770K @ 2,5 GHz @ 4K
      61,0
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K + HTT
      58,8
    • AMD FX-8370
      54,0
    • AMD FX-8370E
      51,3
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K
      51,2

Ryse zeigt sich auf einer Radeon R9 290X in realitätsnahen Einstellungen unbeeindruckt von der vorhandenen Prozessorleistung, solange mindestens vier CPU-Kerne aktiv sind. Ob die CPU mit 4,4 GHz oder mit 2,5 GHz betrieben wird, macht keinen Unterschiede – auch Hyper-Threading spielt auf dem eingesetzten Core i7-4770K keine Rolle.

Auch drei Rechenwerke sind in Ryse kein Problem, bei nur noch zwei CPU-Kernen sinkt die Geschwindigkeit aber um 20 Prozent und von Zeit zu Zeit treten deutlich wahrnehmbare Hänger auf. Wird auf der auf zwei Kerne beschnittenen Intel-CPU Hyper-Threading aktiviert, wie es bei vielen Core-i3-Prozessoren der Fall ist, steigt die Leistung um 15 Prozent an und die Hänger werden weniger.

Mit dem stromsparenden FX-8370E sowie dem FX-8370, der schnellsten AMD-CPU unterhalb der FX-9xxx-Serie, sind auch AMD-CPUs im Überblick enthalten. Beide CPUs schaffen es zwar, schneller als der simulierte Zwei-Kern-Prozessor von Intel zu arbeiten, aber selbst gegen eine langsam getaktete Vier-Kern-CPU von Intel hat der FX-8370 das Nachsehen.

Grafikkarten-Benchmarks

Ryse erzielt auf Grafikkarten von AMD aktuell eine deutlich höhere Leistung. So erkämpft sich die Radeon R9 290X in 1.920 × 1.080 einen Vorsprung von acht Prozent gegenüber der GeForce GTX 980, wobei der Konkurrent bei dieser Einstellung normalerweise schneller ist. In den niedrigeren Klassen setzt sich das Bild fort. So liegt die Radeon R9 280X mit einer um 20 Prozent höheren Geschwindigkeit klar vor der GeForce GTX 770. Auch in der Einsteigerklasse siegt AMD: Die Radeon R7 260X ist 34 Prozent zügiger unterwegs als die GeForce GTX 750 Ti.

In 2.560 × 1.600 sieht es für AMD gar noch besser aus. Die Radeon R9 290X liegt satte 18 Prozent vor der GeForce GTX 980, während die Radeon R9 280X gleich auf mit der GeForce GTX 970 liegt. Die AMD-Karte wiederum ist 32 Prozent zügiger unterwegs als die GeForce GTX 770. Da wundert es nur wenig, dass Nvidia mit einem zukünftigen Treiber die Leistung erhöhen will. Ein genaues Datum für die Software gibt es aber noch nicht.

Ryse benötigt eine schnelle Grafikkarte, ohne dabei in Dimensionen vorzustoßen wie einst Crysis 3. Für flüssiges Spielen (rund 40 FPS) in 1.920 × 1.080 bei maximalen Details mitsamt SMAA ist allerdings mindestens eine GeForce GTX 770 beziehungsweise eine Radeon R9 285 erforderlich. Wer ein Auge zudrückt, der kann das Spiel auch mit einer Radeon R9 270X genießen. Die Radeon R9 290X ist die einzige Grafikkarte, die in der Testsequenz dazu in der Lage ist, die 60-FPS-Marke zu knacken.

Wer einen Monitor mit einer Auflösung von 2.560 × 1.600 oder 1.440p besitzt, der wird zur Zeit nur mit einer Radeon R9 290(X) glücklich. Mit einer GeForce GTX 980 ist der Titel zwar ebenfalls spielbar, 40 FPS werden aber nicht immer erreicht. Mit einer langsameren Grafikkarte müssen die Details reduziert werden. Für 3.840 × 2.160 ist ein Multi-GPU-Gespann notwendig.

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