Evolve : Grafikkarten-Benchmarks mit Frametimes, CPU-Tests und AA

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Evolve: Grafikkarten-Benchmarks mit Frametimes, CPU-Tests und AA

Der Multiplayer-Titel Evolve des Entwicklers Turtle Rock Studios ist mittlerweile in der finalen Version erhältlich. ComputerBase hat sich die Performance auf 14 verschiedenen Grafikkarten angesehen und darüber hinaus weitere Tests mit Frametimes, verschiedenen CPU-Konstellationen und einen AA-Vergleich durchgeführt.

Turtle Rock Studios hat für Evolve keine eigene Engine entwickelt, sondern setzt stattdessen auf die CryEngine von Crytek, die unter anderem auch in Crysis 3 sowie Ryse: Son of Rome eingesetzt wird. Die Entwickler haben die technische Grundlage den Bedürfnissen eines Multiplayer-Spiels angepasst und erreichen grafisch nicht die Qualität eines Ryse: Son of Rome, das zweifellos in einer anderen Liga spielt. Evolve kaschiert diesen Umstand jedoch durch eine düstere, dunkle Spielwelt.

Auch wenn Evolve an Nvidias Gameworks-Programm teilnimmt, unterstützt das Spiel zur Zeit nur die TXAA-Kantenglättung. Laut Nvidia soll sich das mit einem späteren Patch ändern, der die Grafik unter anderem mit der Umgebungsverdeckung HBAO+ aufhübschen soll. Inwieweit weitere Effekte eingebaut werden und wann das Update erscheinen wird, ist jedoch nicht bekannt.

Die Kantenglättung in Evolve

Evolve bietet vier verschiedene Kantenglättungseinstellungen: FXAA, SMAA 1X, SMAA 1TX sowie auf aktuellen GeForce-Grafikkarten zusätzlich TXAA. Auch wenn flimmernde Objekte aufgrund der dunklen Spielwelt nicht ins Auge stechen, profitiert der Titel stark von einer guten Kantenglättung. Dies liegt vor allem an der zum Teil intensiven Vegetationsdarstellung, die ohne Kantenglättung in Bewegung stark flimmert.

Wie fast immer ändert das bekannte FXAA an dieser Situation nur wenig. Während die Geometrie halbwegs ordentlich bearbeitet wird, flimmern die Alpha-Test-Texturen weiterhin - wenn auch weniger als ohne Kantenglättung. Durch den Einsatz von FXAA wird das Bild auch etwas unschärfer.

Evolve – Vergleich der Kantenglättung

SMAA 1X belässt die Bildschärfe fast auf dem Originalniveau und bietet auch eine minimal bessere Geometrieglättung, doch flimmert die Vegetation immer noch unnachgiebig. Deutlich besser und generell die empfehlenswerte Kantenglättungseinstellung ist SMAA 1TX, was zwar auch längst nicht perfekt, aber von den gebotenen Optionen die beste Wahl ist.

Bezüglich der Geometrie-Glättung bietet SMAA 1TX zwar keinerlei Vorteile, doch auch die Vegetation wird ordentlich bearbeitet. Diese flimmert zwar immer noch, doch deutlich weniger als mit den anderen Varianten. Auf einer GeForce-Grafikkarte mit TXAA verringert sich das Vegetationsflimmern fast vollständig, die Geometrie weist im Vergleich zu den anderen Varianten keine Vorteile auf. Auf der Negativseite ist die bei TXAA bekannte Unschärfe des Bildes zu nennen. In Evolve hat der Spieler somit nur die Wahl zwischen einem sichtbaren Flimmern und einem unscharfen Bild – ein perfektes Ergebnis gibt es nicht.

Anti-Aliasing in Evolve
  • GeForce GTX 980:
    • Aus
      90,6
    • FXAA
      89,6
    • SMAA 1X
      87,9
    • SMAA 1TX
      87,2
    • TXAA
      87,1
  • Radeon R9 290X:
    • Aus
      84,8
    • SMAA 1X
      82,3
    • FXAA
      81,5
    • SMAA 1TX
      79,3

Bei der Performance spielt es kaum eine Rolle, welcher Kantenglättungsmodus ausgewählt wird. Sowohl auf einer GeForce GTX 980 als auch auf einer Radeon R9 290X gibt es kaum Unterschiede bei der Leistung. So verliert die AMD-Grafikkarte maximal sechs Prozent Leistung, bei der Nvidia-Konkurrenz sind es vier Prozent. Auffällig ist, dass das TXAA genauso schnell arbeitet wie die anderen Kantenglättungsoptionen, obwohl der Nvidia-Modus normalerweise aufgrund eines MSAA-Anteils deutlich langsamer arbeitet. Die Beobachtung mitsamt der nicht besseren Geometrie-Glättung lässt vermuten, dass Evolve einen neuen TXAA-Modus beinhaltet, der ohne MSAA (mitsamt der Vor- und Nachteile) auskommt – ComputerBase versucht dies zur Zeit mit Nvidia zu klären.

CPU-Benchmarks

Sämtliche Testreihen sind auf dem Grafikkarten-Testsystem ausgeführt worden. Als Treiber kommen der Catalyst Omega sowie der „Game Ready“-Treiber für Evolve, der GeForce 347.52, zum Einsatz. Auch wenn das Spiel in erster Linie ein Online-Multiplayer-Titel ist, spielt die Testsequenz zur direkten Vergleichbarkeit im Offline-Modus.

CPU-Benchmarks – 1.920 × 1.080
  • AMD Radeon R9 290X:
    • 4770K @ 4,4 GHz @ 4K+HTT
      79,3
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K+HTT
      78,2
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K
      78,0
    • 4770K @ 2,5 GHz @ 4K
      73,9
    • AMD FX-8370
      71,1
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K+HTT
      70,8
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K
      54,8
  • Nvidia GeForce GTX 980:
    • 4770K @ 4,4 GHz @ 4K+HTT
      87,2
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K
      86,2
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 4K+HTT
      85,3
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K+HTT
      84,5
    • 4770K @ 2,5 GHz @ 4K
      82,0
    • 4770K @ 3,5 GHz @ 2K
      80,6
    • AMD FX-8370
      78,4

Auf einer GeForce-Grafikkarte spielt der eingesetzte Prozessor keine Rolle, solange es sich um ein aktuelles Modell handelt. Ob vier Kerne mit Hyperthreading oder zwei Kerne, ob 4,4 GHz oder 2,5 GHz, die Leistung variiert kaum. Die größte Differenz zwischen den verschiedenen CPU-Skalierungen beträgt auf einer GeForce GTX 980 nur acht Prozent.

Anders sieht es hingegen bei einem 3D-Beschleuniger von AMD aus. Nur zwei aktive CPU-Kerne ohne Hyperthreading schmecken der Radeon R9 290X überhaupt nicht und die Leistung bricht um 31 Prozent ein. Auch wenn die Framerate durchschnittlich immer noch 54,8 FPS beträgt, ruckelt das Spiel zudem stark. Sind allerdings zwei Kerne und Hyperthreading aktiv, ist auch die Differenz auf einer Radeon R9 290X mit zwölf Prozent nur noch gering. Bei vier vorhandenen CPU-Kernen spielt die Taktrate dann kaum noch eine Rolle.

Grafikkarten-Benchmarks

Evolve mitsamt der angepassten CryEngine schmeckt den Radeon-Grafikkarten sehr gut. In 1.920 × 1.080 liegt die GeForce GTX 980 von Nvidia zwar in Front, doch der Vorsprung ist mit zehn Prozent kleiner als in den meisten anderen Spielen (21 Prozent im Durchschnitt). Die Radeon R9 290 arbeitet gleich schnell wie die GeForce GTX 780 Ti, die wiederum vier Prozent flotter als die GeForce GTX 970 ist. Dieses Verhalten zeigt sich auch bei den günstigeren Modellen. Die Radeon R9 280X ist 13 Prozent flotter als die GeForce GTX 770, die Radeon R9 270X gar fünf Prozent schneller als die neue GeForce GTX 960. Darüber hinaus zeigen Nvidia-Grafikkarten mit einem zwei Gigabyte großen Speicher ein merkwürdiges Verhalten: Bei maximalen Details stockte das Bild alle paar Sekunden. Vor allem bei schnellen Kameradrehungen häufen sich die Ruckler. Auf gleich ausgestatteten AMD-Grafikkarten gibt es dieses Problem nicht. Ab einem drei Gigabyte großen Speicher weisen auch die GeForce-Karten dieses Problem nicht mehr auf.

In 2.560 × 1.600 schafft es die Radeon R9 290X dann sogar einen Gleichstand mit der GeForce GTX 980 zu erzielen. Die Radeon R9 290 ist neun Prozent schneller als die GeForce GTX 780 Ti und zwölf Prozent flotter als die GeForce GTX 970. Die Radeon R9 280X legt sich gar mit der GeForce GTX 780 an und ist 34 Prozent schneller als die GeForce GTX 770. Für 2.560 × 1.600 reichen 2.048 MB Speicher weder bei AMD, noch bei Nvidia. Drei-Gigabyte-Karten sind nicht nur deutlich schneller, sondern das Spielgefühl ist auch besser.

Für 3.840 × 2.160 sind bei vollen Details alle aktuellen Grafikkarten zu langsam. Die Radeon R9 290X ist die schnellste Grafikkarte und kommt trotzdem nur auf 24 Bilder pro Sekunde. Für Ultra HD sind vier Gigabyte Speicher notwendig. Die GeForce GTX 970, die nur über 3,5 Gigabyte schnell angebundenen GDDR5-Speicher verfügt, gerät bei den ohnehin unspielbaren Einstellungen in Schwierigkeiten. Auch wenn der FPS-Abstand zur GeForce GTX 980 im gewohnten Bereich liegt, stockt das Bild des Öfteren – die GeForce GTX 980 und die Radeon R9 290X ruckeln dagegen wie die Bildraten vermuten lassen.

Grafikkarten-Empfehlungen für Evolve bei maximalen Details (flüssig ab ~45 FPS)
Auflösung AMD Nvidia
1.920 × 1.080 ab Radeon R9 280 ab GeForce GTX 770
ab GeForce GTX 970
2.560 × 1.440/1.600 ab Radeon R9 290 GeForce GTX 980
3.840 × 2.160 unspielbar unspielbar

Evolve und die Frametimes

Einen interessanten Einblick geben die Frametimes bei der GeForce GTX 970, der GeForce GTX 980 und der Radeon R9 290X. In 1.920 × 1.080 zeigt die AMD-Grafikkarte die besten Zeitabstände zwischen den einzelnen Frames. Es gibt nur einen großen, spürbaren Ausreißer, der reproduzierbar beim Übergang zwischen automatisch ablaufender Sequenz und Übernahme der Steuerung durch den Spieler auftritt. Die GeForce GTX 980 zeigt etwas schlechtere Frametimes und die GeForce GTX 970 weist noch unregelmäßigere Frameraten aus. Allerdings fühlt sich das Spiel auf allen drei 3D-Beschleunigern sehr flüssig an.

Einzelne Grafikkarten lassen sich durch Klicken auf die Legende für eine bessere Übersicht abschalten.

Alle drei Grafikkarten zeigen in 2.560 × 1.600 Schwierigkeiten zum Anfang der Testsequenz, da noch viele Daten in den Speicher geladen werden müssen. Im richtigen Spielverlauf zeigt sich erneut die Radeon R9 290X am besten, gefolgt von der GeForce GTX 980 und der GeForce GTX 970. Im realen Spiel hinterlassen jedoch auch bei dieser Auflösung die drei Grafikkarten einen gleich guten Eindruck.

Zu einem Großteil wiederholt sich das Spielchen in 3.840 × 2.160: Die Radeon R9 290X hat die besten Frametimes, das Spielgefühl liegt jedoch auf dem Niveau der GeForce GTX 980. Nur die GeForce GTX 970 fällt nun negativer auf. Das schlechtere Spielgefühl und häufige Stocken zeigt sich auch in den Frametimes. Die Abweichungen zwischen den Frames sind messbar deutlich größer als bei den anderen Grafikkarten. Das Spiel belegt dabei auf der GeForce GTX 970 nicht mehr als 3,5 Gigabyte Speicher (auf den beiden anderen Modellen rund 3,8 Gigabyte). Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die GTX 970 immer wieder Daten aus dem Speicher löscht, um neue Daten zu laden. Genau dann kommt es zu den störenden Rucklern.

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