GeForce GTX 970 : Kaum Rückläufer trotz kulanter Händler in Deutschland

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GeForce GTX 970: Kaum Rückläufer trotz kulanter Händler in Deutschland

Trotz rekordverdächtiger Diskussionen auch im Forum von ComputerBase und kulanter Händler werden nur wenige GeForce GTX 970 von Käufern zurückgegeben. Das haben mehrere deutsche Händler, die anonym bleiben wollen, gegenüber ComputerBase bestätigt.

Bei allen kontaktierten Händlern liegt die Quote bei bisher unter fünf Prozent und damit noch unter der Quote, die Jon Peddie Research in der vergangenen Woche ohne Details zur Datenbasis vermeldet hatte. Dabei berufen sich nicht einmal alle Kunden auf die Limitierungen am Speicher. „Einige nutzen die Gunst der Stunde auch, um Modelle mit fiependen Spulen zurückzugeben“, erklärt ein Händler. Das Verhältnis aus Kunden, die sich in den letzten Tagen gemeldet hätten, und denen, die die Grafikkarte tatsächlich zurückgeben, gibt ein weiterer mit 2:1 an.

Nvidia hatte Limitierungen am Speicher der GeForce GTX 970 vor knapp zwei Wochen öffentlich bestätigt, nachdem Anwender über vier Wochen weltweit Indizien für ein nicht mit der GeForce GTX 980 vergleichbares Speicherinterface gesammelt hatten. In Extremsituationen, in denen vier Gigabyte VRAM nicht nur belegt sondern auch benötigt werden, ist die GeForce GTX 970 gegenüber der GeForce GTX 980 durch den Einschnitt im Nachteil – zur Präsentation beider Grafikkarten im September 2014 wurden Unterschiede beim Speicher von Nvidia hingegen nicht öffentlich gemacht.

Nvidia hat dafür einen internen Kommunikationsfehler zwischen Entwicklung und Marketing verantwortlich gemacht, Regressforderungen unter Berufung auf einen Sachmangel erkennt der Hersteller nicht an. Die Karte sei durch Bestätigung der Limitierungen nicht schlechter und funktioniere wie von Nvidia vorgesehen. Die zur Markteinführung und im Handel gemachten Angaben hätten zu jeder Zeit der Wahrheit entsprochen, auch wenn sie nicht vollständig gewesen sind.

Viele Kunden geben sich mit dieser Ansicht auch weiterhin nicht zufrieden und werfen dem Hersteller vor, sich aus der Affäre ziehen zu wollen. So ist das Speicherinterface zwar 256 Bit breit, aber nie vollständig parallel nutzbar und die von Nvidia auch weiterhin mit 224 GB/s angegebene Speicherbandbreite damit Makulatur. Dass ein Kunde Klage erhoben hat, ist bisher allerdings nicht bekannt. Auch Sammelklagen gibt es in den USA bisher nicht, auch wenn Anwaltskanzleien auf das Thema aufmerksam geworden sind.

498 Kommentare
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Ergänzungen aus der Community

  • Herdware 12.02.2015 15:50
    Nein, ist es nicht. Es war auch nicht die PR Abteilung, sondern das technische Marketing laut Angaben von NV.
    ...Jeder der schon mal im Produktmanagement gearbeitet hat, ist klar das sowas nicht passieren kann, nicht in dem Umfang. Wir reden ja nicht von nem Zahlendreher bei der Verpackungsabmessung. ... Chief_Rocker
    Ich kenne das aus meinem Berufsleben anders. PM (Produktmanagement) und (techisches) Marketing sind normalerweise nicht das selbe. Die Typen, die die PR-Dokumente an die Reviewer rausgeben und die Firmenwebsite bestücken, sind eher nicht die selben, die vorab die technsichen Spezifikationen im Lastenheft definieren.

    Und selbst zwischen PM und Entwicklungsabteilung kann ich als Konstrukteuer, der früher auch jahrelang in der Entwicklung tätig war (keine PC-Hardware, sondern Leistungselektronik), durchaus sagen, dass da nicht jedes interne, technische Detail korrekt rüber kommen muss.
    Fehler passieren und da habe ich schon viel grobere gesehen, als diesen bei der GTX970.

    Und in meiner jetzigen Position (Betreuung von Serienprodukten) habe ich auch schon ähnliche Entscheidungen miterlebt, wie es sie wohl kürzlich auch bei Nvidia gegeben hat. Nämlich mit bestimmten, in den Auswirkungen nicht kritischen Fehlern in der Dokumentation, nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, nicht von sich aus zu den Kunden zu gehen, solange sich von denen keiner darüber beschwert hat.
    Besonders nicht, wenn man damit rechnen muss, dass einem dann trotz der Ehrlichkeit ein wilder Shitstorm entgegen schlagen wird.


    Dazu kommt, dass Nvidia ja nur die Chips produziert. Willst du mir ernsthaft erzählen, dass allen Bordpartnern dies nicht aufgefallen ist? Also das die ihre Platinen blind bestücken und ungeprüft verkaufen? Ist doch lächerlich.
    Es sind ja nicht die primären, technsichen Daten, die nicht stimmen, sondern ein paar interne Werte (ROP-Anzahl, L2-Cache-Größe, Ausbau der Crossbar usw.). Mit denen haben die Boardpartner eher nichts zu tun. Das einzige, was die in dem Zusammenhang sehen, sind die vollzählig vorhandenen Leiterbahnen des 256Bit-Breiten Speicherinterface. Jeder, der auf eine nackte GTX970 blickt, wird das selbe zu sehen glauben, was die PR-Abteilung von Nvidia fälschlicherweise rausgegeben hat.
    Es ist ja auch kein Reviewer oder sonstiger externer Experte misstrauisch geworden. Wenn man eine GTX970 zerlegt, dann sieht man 4GB und ein 256Bit-SI. Das selbe, was einen auch die meisten gebräuchlichen Tools (z.B. GPU-Z) bestätigen.
    Auffallen konnte es nur der NV-Entwicklungsabteilung oder jemandem, der zufällig mit genau den richtigen Tools nachforscht.

    Alle Reviewer und sonstige Profis aus der Szene haben, soviel ich das mitbekommen habe, die Erklärung, dass es ein Missverständnis war, als plausibel akzeptiert.

    Ich kann nicht verstehen, wie man sich so verarschen lassen kann und danach immer noch das Verhalten dieser Firma verteidigt.
    Ich gebe zu, ich spiele hier schon ein bischen den Anwalt des Teufels. :evillol
    Ich bin auch nicht wirklich glücklich darüber, wie sich Nvidia hier verhalten hat. Und wenn ich eine GTX970 hätte, wäre ich auch etwas angesäuert. (Aber nicht sehr, denn ich bin für meine Anforderungen auch mit den nur 3GB meiner 780Ti vollauf zufrieden und wäre es mit einer GTX970 mit 3,5GB definitiv auch.)

    Wenn es in Threads wie diesen allgemein sachlich zugehen würde, würde ich wohl auch überwiegend kritisch (aber eben auch sachlich ;) ) kommentieren.
    Aber wenn ich sehe, wie hier von vielen geradezu mit mit Schaum vorm Mund über Nvidia hergefallen wird, versuche ich halt ganz automatisch mit Argumenten dagegen zu halten und die Sache auch mal von der anderen Seite zu beleuchten und für etwas Ausgleich zu sorgen.
    Leute die wild dauf los hacken, gibt es hier einfach schon mehr als genug. ;)


    Theoretisch kann PCIe 3.0 x16 16GB/s übertragen, der 32bit Bereich liegt bei 24(?) GB/s. Wo kommen deine Zahlen her? Unyu
    Das wurde, wenn ich mich nicht schwer täusche, auf mehreren Tech-Websites so geschrieben/gesagt. Ich glaub unter anderen bei PCPro und Linux Tech Tipps usw. Ich hab aber keine direkten Quellen zur Hand.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es, neben der immerhin etwas schnelleren Speicheranbindung, auch mit weniger "Verwaltungsaufwand" verbunden ist, auf diese 0,5GB-"Reserve" zuzugreifen, als die Daten aus dem Arbeitsspeicher zu kopieren. Es muss ja praktisch nur ein Schalter (Register) umgelegt werden, um auf den zusätzlichen Speicher zuzugreifen, statt einer kompletten Kopieraktion zwischen VRAM und Arbeitsspeicher. Vorausgesetzt, der Treiber hat schon vorab die 0,5GB möglichst intelligent mit den Daten befüllt, die benötigt werden, wenn die 3,5GB zu Ende gehen.

    Vor allem sind aber 3,5GB@224Bit+0,5GB@32Bit wesentlich besser, als nur 3GB@192Bit, was wohl die wahrscheinlichste Speicherausstattung der GTX970 gewesen wäre, wenn Maxwells SI genauso aufgebaut wäre, wie bei Kepler und älter. Oder alternativ hätte die 970 mit vollen 4GB@256Bit preislich wesentlich näher an der 980 gelegen. So wie z.B. die 670 gegenüber der 680. Da waren seinerzeit nicht mal 100€ zwischen.

    Mal ganz ehrlich. Für die allermeisten ist die 970 so wie sie ist, mit nur 3,5GB@224Bit interessanter, als eine 970 mit vollen 4GB@256Bit, die z.B. 100€ mehr kostet. Auch CB hat gezeigt, dass in Fällen, wo die 3,5GB zu knapp werden, die GPU für gute Qualitätseinstellungen auch nicht mehr ausreicht.
    Außerdem dürften dann schnell auch 4GB zu klein werden, und dann ruckelt es mindestens genauso, wie mit nur 3,5GB.