Sony Smartwatch 3 im Test : Der Pionier wird inzwischen deklassiert

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Sony Smartwatch 3 im Test: Der Pionier wird inzwischen deklassiert

Mit den Modellen Smartwatch und Smartwatch 2, die auf proprietäre Betriebssysteme zurückgreifen, gilt Sony seit 2012 als einer der Pioniere des Smartwatch-Sektors. In der dritten Smartwatch-Generation setzt das Unternehmen auf das unlängst etablierte Wearable-Betriebssystem Android Wear. Seit knapp einem Jahr auf dem Markt vertreten, weitet sich das Segment um die Android-Wear-Uhren seit Veröffentlichung der LG G Watch im Juli 2014 nur langsam aus. Neben den Kontrahenten Motorola Moto 360, Asus ZenWatch, Samsung Gear Live, LG G Watch oder LG G Watch R beschreitet Sony bei der Smartwatch 3 ein eigenes Konzept. Dank einer modularen Bauweise sowie NFC und GPS kann sie sich gegen ihre Kontrahenten hervortun. Ob dies genügt, um sich auch gegen die Widersacher zu behaupten, klärt der Test.

Gehäuse & Optik

Als erste Smartwatch ihrer Klasse kommt die Smartwatch 3 in einer modularen Bauweise daher. Lässt sich bei anderen Smartwatches zumeist das Armband wechseln, kann bei Sonys Spross die eigentliche Smartwatch-Einheit entnommen und so der gesamte Uhrenkorpus gewechselt werden. Dies geht nicht nur schneller vonstatten als das Wechseln eines Armbandes, vielmehr ist das Design einheitlicher, da Armband und Uhrengehäuse wie eine Komponente wirken. Das ansonsten sportliche Aussehen wird mit einer Faltschließe veredelt. Diese von der Asus ZenWatch bekannte Verschlusstechnik ist bei der Smartwatch 3 weniger wertig. Wurde bei der Asus auf ein ineinander greifendes Drucksystem gesetzt, kommt bei der Smartwatch 3 lediglich ein Widerhaken zum Einsatz. Die weitere Verarbeitung offenbart keine Gründe zur Beanstandung. Die Uhreneinheit passt sich makellos in den Korpus ein. Fugen oder unerwünschte Kanten zeigen sich nicht, sodass sich die Front wie aus einem Stück gefertigt präsentiert.

Sony Smartwatch 3
Sony Smartwatch 3
Sony Smartwatch 3
Sony Smartwatch 3

Negativ fällt jedoch das im Test vorliegende Silkonarmband auf. Das matte Armband wirkt Softtouch-artig. Diese Eigenschaft fördert zwar die Haptik, lässt das Armband jedoch schnell verschmutzen. Staubpartikel oder anderer Schmutz setzt sich fest und lassen sich nur durch Wischen entfernen.

Parallelen lassen sich bei äußerlicher Gegenüberstellung mit der Samsung Gear Live ziehen. Beide Uhren setzen auf ein rechteckiges Gehäuse in Verbindung mit einem Kunststoffarmband. Durch die Metallfassung der Gear Live wirkt diese jedoch edler. Hinsichtlich des Tragekomforts reiht sich die Smartwatch 3, wie viele weitere Nebenbuhler, unterhalb des Samsung-Kontrahenten ein. Durch eine abgerundete Innenseite schmiegt sich die Gear Live wesentlich besser an das Handgelenk des Trägers als alle anderen derzeitigen Android-Wear-Uhren. Mit Abmessungen von 36,0 × 51,0 × 10,0 Millimetern begibt sich die Smartwatch 3 auf ein bekanntes, die gesamte Handgelenksbreite einnehmendes Größenniveau und könnte je nach Empfinden zu dominant wirken.

Sony Smartwatch 3 im Vergleich

Mit Ausnahme der Asus ZenWatch sind sämtliche Mitstreiter gegen zeitweiliges Untertauchen abgedichtet. Sony geht jedoch noch einen Schritt weiter und kategorisiert die Smartwatch mit einer IP68-Zertifizierung, was ein dauerndes Untertauchen gestattet.

Spezifikationen

Hinsichtlich der verbauten Hardware bedient sich Sony des auch bei anderen Android-Wear-Uhren eingesetzten Snapdragon-400-SoCs. Gepaart mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher und 4 Gigabyte Flash-Volumen greifen so, mit Ausnahme der Motorola Moto 360, sämtliche Android-Wear-Uhren auf die gleiche Hardware zurück. Unterschiede zeigen sich erst bei den verbauten Sensoren sowie dem Display. Die Smartwatch 3 wartet hier neben dem üblichen Schrittzähler, Beschleunigungsmesser und Gyroskop mit einem Umgebungslichtsensor auf. Dieser kann zur Helligkeitsregulierung des Displays genutzt werden. Als Alleinstellungsmerkmal versieht Sony die Uhr zudem mit NFC, WLAN und eingebautem GPS.

Sony SmartWatch 3
Asus ZenWatch
LG G Watch R
Motorola Moto 360
OS: Android Wear
Kompatibilität: Android, iOS
Display: 1,60 Zoll, rechteckig
320 × 320 Pixel
283 ppi
TFT LCD
1,63 Zoll, rechteckig
320 × 320 Pixel
278 ppi
AMOLED
Gorilla Glass 3
1,30 Zoll, rund
320 × 320 Pixel
348 ppi
POLED
1,56 Zoll, rund
320 × 290 Pixel
205 ppi
LCD
Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch, Sprache
SoC / SiP: Qualcomm, Snapdragon 400
1,2 GHz, 4 Kerne
28 nm
Texas Instruments, OMAP 3630
?, ?
45 nm
RAM: 512 MB
Speicher: 4 GB
Konnektivität: Bluetooth 4.0 Low Energy
802.11 b/g/n
Bluetooth 4.0 Low Energy Bluetooth 4.0 Low Energy
802.11 b/g/n
Mobilfunk:
Sensoren: Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Lichtsensor
Schrittzähler
Gyroskop
Herzfrequenz
Schrittzähler
Barometer
Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Herzfrequenz
Schrittzähler
Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Herzfrequenz
Lichtsensor
Schrittzähler
Weitere Standards: NFC, GPS
Akku: 420 mAh
fest verbaut
369 mAh
(1,40 Wh)
fest verbaut
410 mAh
fest verbaut
320 mAh
fest verbaut
kabelloses Laden
Gehäuse: 36,0 × 51,0 × 10,0 mm
45 g
wasserdicht, IP68
Edelstahl
39,9 × 51,9 × 7,9 mm
50 g
wasserdicht, IP55
Edelstahl
46,4 × 53,6 × 9,7 mm
62 g
wasserdicht, IP67
Edelstahl, Kunststoff
46,0 × 46,0 × 11,0 mm
49 g
wasserdicht, IP67
Edelstahl
Armband: wechselbar
?
wechselbar
Breite 21,5 mm
wechselbar
Breite 22,0 mm
Preis: ab € 128 € 229 ab € 369 ab € 187

Display

Das verbaute Display misst in der Diagonalen 1,6 Zoll und gibt Inhalte mit einer Auflösung von 320 × 320 Pixeln wieder. Farben und Kontraste werden gut dargestellt, könnten jedoch im Vergleich zur Asus ZenWatch oder LG G Watch R kräftiger ausfallen. Pluspunkte kann die Smartwatch 3 bei der Ausleuchtung sowie Helligkeit und der damit verbundenen Ablesbarkeit bei Sonnenlicht sammeln. Die Helligkeitsintensität gleicht jener der Motorola Moto 360, die ebenfalls auf ein LC-Display zurückgreift. Das Display der Smartwatch 3 kann manuell in fünf Stufen oder automatisch mittels Umgebungslichtsensor reguliert werden.

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  • Jan Lehmann E-Mail Twitter
    … fühlt sich in vielen Themenbereichen der IT zu Hause, seine Leidenschaft gilt allerdings der Fotografie.