Aldi Medion P7644 im Test : Spitzenleistung scheitert an 15 Watt und GPU mit DDR3

, 95 Kommentare
Aldi Medion P7644 im Test: Spitzenleistung scheitert an 15 Watt und GPU mit DDR3

High-Performance erleben“ verspricht Aldi Süd fünf Tage vor Heiligabend den Käufern des Medion P7644. 899 Euro werden für das Notebook fällig, 250 weniger als für das bis auf den doppelten Arbeitsspeicher identische Medion Erazer P7643.

Nach zuletzt wiederholt sehr ansehnlichen Angeboten bei Aldi geht dieses vermeintliche Festtagsschnäppchen ausgerechnet im beworbenen Punkt Leistung nicht auf. Allerdings zeigen sich im Test andere Vorzüge.

Kleiner Core i7 und Grafik mit DDR3

Ein Prozessor vom Typ Core i7 der aktuellen Skylake-Generation und eine GeForce GTX 950M stehen auf den ersten Blick zwar für Leistung, der zweite Blick offenbart aber Einschränkungen. So stammt der Core i7-6500U aus der stromsparenden 15-Watt-Klasse, bietet damit nur zwei Kerne samt Hyper-Threading und maximal 3,1 GHz Takt.

Innerhalb dieser Klasse ist er zwar einer der schnellsten, die von einem 17,3-Zoll-Notebook mit Höchstleistung beworbene Geschwindigkeit liefert der Prozessor, der auch im kompakten Lenovo Ultrabook Yoga 900 zum Einsatz kommt, aber nicht. Gegenüber dem Core i5-6300U bietet er lediglich 100 MHz und 1 MB L3-Cache mehr. Der Aufpreis laut Intels Preisliste: 112 US-Dollar. Es hat wohl ein Prozessor mit der Kennung Core i7 sein sollen, anders ist dessen Wahl im P7644 nicht zu erklären.

Schwaches Kühlsystem verhindert maximalen Takt

Mit zwei Kernen samt Hyper-Threading bleibt der Prozessor deutlich hinter dem Leistungsniveau der 45-Watt-Klasse mit Vertretern wie dem Core i7-6700HQ im Medion Erazer X7843 zurück. Wird von der CPU länger als nur für ein paar Sekunden die volle Leistung abverlangt, offenbart sich aber noch ein weiteres Problem: Trotz großen Volumens des Gehäuses genügt das Kühlsystem nicht, den Prozessor konstant beim maximalen Turbotakt zu halten. Ein Blick in das Gehäuse macht klar, warum das so ist.

GPU und CPU werden über dieselbe Heatpipe gekühlt
GPU und CPU werden über dieselbe Heatpipe gekühlt

GPU und CPU werden über dieselbe Heatpipe mit dem Kühler vor dem Lüfter verbunden, der Prozessor gibt seine Abwärme in der Mitte der Wärmeröhre ab. Liegt auf der dedizierten GPU ebenfalls Last an, wird die Kühlleistung für die CPU weiter reduziert. In Benchmarks wie Cinebench, Adobe Photoshop oder insbesondere Handbreak führt das dazu, dass der Core i7-6500U im Medion P7655 nicht mit den maximal möglichen 3,0 GHz bei Last auf mehreren Kernen, sondern nur mit 2,7 bis 3,0 GHz taktet. Der Core i5-6300U im Surface Pro 4 läuft in diesen bis zu knapp zehn Minuten langen Tests hingegen mit konstant 2,9 GHz.

Die Quittung bekommt das mit „Extremes Tempo“ beworbene Notebook in den Benchmarks: Die Leistung des Core i7-6700HQ wird deutlich, die Leistung des auf dem Papier schwächeren Core i5-6300U aber ebenfalls häufig verfehlt. Auch der Speicher trägt zu diesem Ergebnis seinen Teil bei: Im Notebook ist ab Werk nur ein Modul mit 8 GB DDR3 verbaut, der Dual-Channel-Betrieb bleibt dem P7644 deshalb verwehrt.

Auch von „Imposanter Grafik“ im Sinne von vielen Details mit hoher Geschwindigkeit kann keine Rede sein. Das Prädikat steht schon der schnellsten GeForce GTX 950M, die der GeForce GTX 750 Ti für Desktop-PCs entspricht, mehr schlecht als recht. Im Notebook von Aldi Süd findet sich allerdings die Version mit DDR3, statt GDDR5 – Informationen über den verwendeten Speicher finden sich bei Aldi Süd nicht.

Die GeForce GTX 950M setzt auf DDR3
Die GeForce GTX 950M setzt auf DDR3

Der Versuch, das Notebook im selben Testparcours wie das X7843 mit GeForce GTX 980M zu testen, schlägt prompt fehl: 17,8 FPS in Anno 2205 (Version 1.1) und 11,1 FPS in Ryse sind weit vom Prädikat „spielbar“ entfernt.

Wie sehr die Wahl des VRAMs die GeForce GTX 950 bremst, zeigt die Einordnung des Notebooks in ein anderes Testumfeld, in dem die GeForce GTX 750 Ti für Desktop-PCs mit dem Pentium G3440 gepaart wurde; die CPU hat sich in den CPU-Benchmarks als ungefähr ebenbürtig erwiesen. 30 bis 50 Prozent Leistung büßt das Medion P7644 gegenüber dieser Kombination trotz derselben GPU-Taktraten allein durch den Wechsel von GDDR5 auf DDR3 ein.

In Summe können CPU, deren Kühlsystem und die Grafikkarte mit DDR3 als VRAM das Versprechen „Extremes Tempo“ bei einem ausgewachsenen Notebook der 17,3-Zoll-Klasse nicht einhalten. Erst recht nicht in Bezug auf aktuelle Spiele.

Spitzenleistung bei HD-Videos, hochauflösenden Fotos, neuen Funktionen im Internet und aktuellen Spielen

Aus der Produktbeschreibung
Modell MedionP7644
(Aldi Süd)
Display 17,3 Zoll, Full HD (1.920 × 1.080), IPS, matt
Prozessor Intel Core i7-6500U,
2,5 GHz (3,1 GHz Boost; HT), 15 Watt
Grafik Intel HD Graphics 520
GeForce GTX 950M mit 2 GB DDR3
Arbeitsspeicher 1 × 8 GB DDR3-1.600
Festplatte 246 GB SSD (M.2, SATA),
1.000 GB HDD (5.400 U/min)
WLAN Intel Wireless-AC 7265
Ethernet Gigabit-LAN
Bluetooth 4.0
Akku 47 Wh (6 Zellen)
Optisches Laufwerk Multi-DVD-Brenner
Lautsprecher Stereo (Dolby Advanced Audio)
Eingabegeräte Medion Clickpad mit Gestensteuerung
Anschlüsse Multi-Kartenleser, HDMI, VGA,
Kombo-Audio, 1 × USB 3.1 (Typ C),
1 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, Kensington
Sonstiges HD-Webcam, Mikro
Abmessungen 420 × 28 × 279 mm (B × H × T)
Gewicht 2,85 kg (inkl. Akku)
Betriebssystem Windows 10 Home
Software App-Paket, Cyberlink Media Suite,
Testversionen von Office 365 und McAfee LiveSafe
Preis 899 Euro

Auf der nächsten Seite: Große SSD mit DRAM-Cache

95 Kommentare
Themen: