Audi : Neues Virtual Cockpit mit OLED hat 2.240 × 720 Pixel

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Audi: Neues Virtual Cockpit mit OLED hat 2.240 × 720 Pixel
Bild: Audi

Auf der CES 2016 hat Audi technische Details zum neuen Virtual Cockpit und dem modularen Infotainmentbaukasten der erstmals auf der IAA gezeigten, vollelektrischen Studie E-Tron Quattro Concept bekannt gegeben. Die Auflösungen der Displays, die Rechenleistung dahinter und auch die Internetanbindung nach Außen steigen allesamt.

Bei dem E-Tron Quattro Concept handelt es sich um Audis Vision von einem vollelektrischen Sports Utility Vehicle mit einer von drei Elektromotoren generierten Leistung von bis zu 370 kW, 800 Nm Drehmoment und einer Reichweite von über 400 Kilometern, die über eine Lithium-Ionen-Batterie mit 95 kWh sichergestellt wird. Das Fahrzeug verfügt über eine aktive Aerodynamik, sprintet in 4,6 Sekunden auf 100 km/h und ist elektronisch auf eine Spitzengeschwindigkeit von 210 km/h begrenzt.

Teil des Konzepts ist auch ein neues Interieur, das großflächig auf Displays mit OLED-Technik setzt. Zur Messe in Las Vegas hat Audi Details zu den verbauten Panels sowie Informationen zur Technik dahinter genannt. Das sogenannte Virtual Cockpit, Audis Name für volldigitale Instrumente vor dem Fahrer, kommt derzeit zum Beispiel im Audi Q7 oder TT mit einem 12,3 Zoll großen Display mit 1.440 × 540 Bildpunkten zum Einsatz.

Im E-Tron Quattro Concept ist Audi von der LCD- zur OLED-Technik gewechselt und hat die Diagonale auf 14,1 Zoll und die Auflösung auf 2.240 × 720 Bildpunkte erhöht. Die Pixeldichte ist damit von 125 auf 167 ppi gestiegen. Zum Vergleich: Mit einer anderen Diagonale und Auflösung bietet auch Mercedes-Benz in der neuen E-Klasse diese Bildpunktdichte. Das Panel des neuen Audi Virtual Cockpits ist sechseckig und leicht gebogen, bedient wird es über Touch-Flächen im Lenkrad, die über eingefräste Konturen verfügen und die durch haptisches Feedback auf Eingaben reagieren.

Neues Audi Virtual Cockpit
Neues Audi Virtual Cockpit (Bild: Audi)

Das neue Virtual Cockpit ist nur ein Baustein des im E-Tron Quattro Concept gezeigten neuen Human-Machine-Interfaces (HMI), das Audi in ähnlicher Form auch in die Serie bringen will. Rechts vom Lenkrad ist ein zweites OLED-Display verbaut, das ebenfalls 14,1 Zoll und 2.240 × 720 Pixel bietet. Das zweite Display ist trapezförmig gestaltet und anders als die Hauptanzeige als Touchscreen mit haptischem Feedback ausgelegt. Das Display soll primär der Verwaltung von Medien und der Navigation dienen. Im Stand zeigt das Panel eine virtuelle Tastatur für die Auswahl von Kontakten oder Navigationszielen an, während der Fahrt erkennt es die Handschrift des Nutzers.

Ein drittes Display befindet sich im vorderen Bereich des Mitteltunnels. Dieser Aufbau erinnert an die auf der letztjährigen CES gezeigte Studie Prologue. Mit 8,4 Zoll und 2.560 × 1.600 Pixeln hat dieser OLED-Touchscreen die höchste Auflösung und Pixeldichte des Trios. Der Monitor ist für die Steuerung der Klimatisierung vorgesehen, er erlaubt aber auch die Zuweisung von vier frei programmierbaren Funktionen.

Neues Audi Virtual Cockpit
Neues Audi Virtual Cockpit (Bild: Audi)

MIB2+ mit neuem Tegra-Prozessor und LTE Advanced

Herzstück hinter dem neuen Bedienkonzept ist der modulare Infotainmentbaukasten in der Variante 2+. Auf der MMX-Platine sitzt ein Tegra-Prozessor des Typs K1 von Nvidia, um die drei Displays mit den hohen Auflösungen anzusteuern. Diese Ausstattung hat Ricky Hudi, Leiter des Bereiches Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Audi, gegenüber ComputerBase in Las Vegas bestätigt. Der aktuelle, seit dem Sommer 2014 angebotene MIB2 nutzt noch die Version T30 des Tegra 3 mit vier Cortex-A9. Der MIB2+ verarbeitet alle Online-, Media-, Sprachsteuerungs-, Navigations- und Telefonfunktionen.

Im neuen MIB2+ steckt ein Mobilfunkmodul, das LTE Advanced und Voice over LTE (VoLTE) unterstützt. Die theoretischen Datenraten liegen für den Downstream damit bei bis zu 300 Mbit/s und bis zu 50 Mbit/s für den Upstream. In der bei Serienfahrzeugen verbauten Ausbaustufe sind derzeit maximal 100 Mbit/s möglich. VoLTE soll für einen schnelleren Verbindungsaufbau und eine verbesserte Sprachqualität im Pkw sorgen.

Neues Audi Virtual Cockpit
Neues Audi Virtual Cockpit (Bild: Audi)

Bei der Sprachbedienung setzt Audi auf eine hybride Lösung aus Antworten, die im Fahrzeug und online über die Cloud generiert werden. Ein von Audi Dialogmanager getauftes System soll die Antworten untereinander abgleichen und für die plausiblere Antwort Kriterien wie den Standort des Automobils und vorherige Abfragen mit einbeziehen, um eine sinnvolle, kontextbezogene Antwort geben zu können. Das neue Speech Dialogue System (SDS) soll natürlichere Spracheingaben als bisher ermöglichen und Abfragen für Sonderziele, Wetter, Nachrichten und Online-Radio erlauben.

Zukunftsmusik bis 2018

Audi hat nicht bekannt gegeben, in welcher Form und für welches Fahrzeugmodell das gezeigte Interieur in die Serienfertigung übergehen soll. Die Studie E-Tron Quattro Concept, in der das Interieur in seiner aktuellen Form verbaut ist, soll erst 2018 als ähnliches Serienfahrzeug angeboten werden. Denkbar ist jedoch, das einzelne Komponenten und Lösungen des MIB2+ bereits früher in Serie angeboten werden.

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