Rückblick : 20 Jahre Fantasiemonster Pokémon von Nintendo

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Rückblick: 20 Jahre Fantasiemonster Pokémon von Nintendo
Bild: Yoshikazu Takada (CC BY 2.0)

Seit genau 20 Jahren begeistern Nintendos Fantasiemonster Pokémon Spieler weltweit. Im Rahmen des Jubiläums gibt ComputerBase einen Rückblick über die Geschichte der Spielserie und einen Ausblick auf die Zukunft.

151 Pokémon in Schwarz-Weiß

Am 27. Februar 1996 erschienen in Japan die ersten beiden Spiele der Serie für den Nintendo Game Boy. Die Spielwelt in Pokémon Rot und Blau basiert wie in allen Spielen der Serie auf einer realen Region, in diesem Fall dem japanischen Kantō. In Deutschland mussten sich Spieler bis zum 5. Oktober 1999 gedulden, um die Welt mit den kleinen Monstern zu erkunden.

Pokémon Rot und Blau
Pokémon Rot und Blau
Pokémon Rot und Blau
Pokémon Rot und Blau (Bild: Nintendo)

Farbe und Anlehnung an die Fernsehserie mit Pokémon Gelb

Grundlegend identisch zu Rot und Blau folgte am 16. Juni 2000 in Europa die Gelbe Edition. Bei dieser konnte der Spieler nicht zwischen drei Starterpokémon entscheiden, sondern startete mit einem Pikachu, das dem Spieler auch außerhalb von Kämpfen hinterherläuft. Damit ist diese Edition an die Fernsehserie angelehnt, in der das Markenzeichen des Protagonisten Ash Ketchum sein Pikachu ist. Gegenüber Rot und Blau, kann die Gelbe Edition mit einem Game Boy Color auch in Farbe gespielt werden.

Pokémon Gelb kommt in Farbe
Pokémon Gelb kommt in Farbe
Pokémon Gelb kommt in Farbe
Pokémon Gelb kommt in Farbe (Bild: Nintendo)

Die zweite Generation kommt mit 251 Monstern und doppeltem Spielumfang

Bereits am 6. April 2001 erschienen hierzulande mit Pokémon Gold und Silber die nächsten zwei Spiele der Serie. Zu den Neuerungen zählen unter anderem 100 neue Pokémon und eine neue Spielwelt. Die fiktive Johto-Region haben die Entwickler aus den japanischen Regionen Kansai und Chūbu entwickelt. Zudem konnte auch die Kanto-Region des Vorgängers bereist werden, womit die Spiele vor allem im Umfang deutlich zugelegt haben.

Pokémon Gold auf dem GameBoy Color
Pokémon Gold auf dem GameBoy Color
Pokémon Gold auf dem GameBoy Color
Pokémon Gold auf dem GameBoy Color (Bild: Nintendo)

Gegenüber den bis heute üblichen acht Orden, die Spieler durch Kämpfe mit den Arenaleitern der verschiedenen Städte gewinnen können, gab es in Gold und Silber 16 Orden zu erkämpfen, womit sie die umfangreichsten Spiele der Serie darstellen. Die Zusatzedition Kristall fügte unter anderem die Möglichkeit hinzu, auch einen weiblichen Charakter zu spielen. Dafür war das Spiel nicht mehr auf dem klassischen Game Boy lauffähig, sondern nur noch auf dem neueren Game Boy Color.

Neue Konsolengrundlage mit Rubin und Saphir

Die dritte Generation der Pokémon-Spiele, die in Form der Editionen Rubin und Saphir am 25. Juli 2003 erschien, verlangte mit dem Game Boy Advance (SP) nach einer neuen Konsolengrundlage. Durch den leistungsfähigeren Game Boy Advance wurde im Vergleich zu den ersten beiden Generationen deutlich verbesserte Grafik ermöglicht. Abwärtskompatibel waren die Spiele auch durch das kompaktere Kartenformat nicht, der neue Game Boy konnte allerdings mit alten Spielen umgehen.

Neben 138 neuen Pokémon und einer neuen Spielwelt gab es vor allem viele spielerische Neuerungen. Zu diesen gehören zum Beispiel Charaktereigenschaften (Wesen) eines jeden Pokémons, die die Attribute beeinflussen. Zudem gab es mit dem Doppelkampf, bei dem jeder Trainer mit zwei Pokémon auf einmal kämpft, ein neues Konzept, das in späteren Generationen noch weiter ausgebaut wird.

Der Nintendo DS verfeinert das Kampfsystem

Für den Nintendo DS (Double Screen) sind bisher die meisten Spiele der Serie verfügbar. Die ersten beiden Editionen (vierte Generation) hören auf die Namen Diamant und Perl. In Europa fiel der Startschuss für die beiden Spiele am 27. Juli 2007.

Aufgrund des zweiten Displays des Nintendo DS, das über eine Touchsteuerung verfügt, wurde die Steuerung und Menüführung angepasst, was einen deutlich flüssigeren Ablauf in Kämpfen ermöglichte. Die 107 neuen Pokémon heben die Gesamtzahl der verfügbaren Monster auf 493 an. Abgesehen davon hat sich vor allem das Kampfsystem verändert. Bereits zuvor wurde der Schaden von Attacken in „physisch“ und „spezial“ unterteilt. Ab Diamant und Perl entscheidet allerdings nicht mehr der Typ der Attacke (Feuer, Wasser, ...) über den Schadenstyp, sondern jede Attacke ist in eine der beiden Kategorien unterteilt worden. Der Schadenstyp entscheidet unter anderem, welche Attribute eines Pokémons für die Berechnung des zugefügten Schadens genutzt werden sollen.

Zudem wurde mit der fünften Generation (Schwarze und Weiße Edition), die in der Einall-Region auf Basis von New York spielt, der Dreierkampf eingeführt. Gegenüber Kämpfen mit zwei Pokémon, die seit der dritten Generation möglich sind, hat die Position der einzelnen Monster auf dem Kampffeld eine wichtige Bedeutung. Sie entscheidet unter anderem darüber, ob Attacken treffen, da diese durch eine Reichweite begrenzt sind.

Pokémon werden dreidimensional in Frankreich

Nachdem bereits in der Schwarzen und Weißen Edition die Spielwelt außerhalb von Japan lag, verlegt Nintendo diese mit Pokémon X und Y nach Frankreich. Mit der sechsten Generation werden viele Konzepte überarbeitet. So gibt es einen neuen Pokémon-Typ Fee, der die in den bisherigen Editionen sehr starken Drachen abschwächen soll, und die sogenannten Mega-Entwicklungen. Gegenüber den klassischen Entwicklungen, bei denen sich ein Pokémon bei Erreichen eines bestimmten Levels oder mithilfe eines Gegenstandes permanent entwickelt, sind die Mega-Entwicklungen nur temporär in Kämpfen. Sie verändern das Aussehen der Pokémon nur geringfügig und haben Einfluss auf deren Statuswerte und Fähigkeiten.

Auch grafisch sind einige Neuerungen zu verzeichnen, die der Rechenleistung des Nintendo 3DS geschuldet sind. Zum einen lassen sich über das 3D-Display des Handheld Kämpfe in der dritten Dimension darstellen. Zum anderen gibt es deutlich hübschere Grafikeffekte und animierte Hintergründe in Kampfsituationen.

Die Klassiker auf dem 3DS und zwei neue Spiele für 2016

Seit dem 27. Februar 2016 sind die drei Editionen der ersten Generation (Rot, Blau und Gelb) auf dem Nintendo 3DS für die „Virtual Console“ erhältlich, die einen Game Boy emuliert. Der Preis liegt jeweils bei 9,99 Euro im Nintendo eShop. Gegenüber den originalen Versionen soll lediglich das Tauschen von Pokémons vereinfacht worden sein und nunmehr drahtlos statt mit einem Link-Kabel stattfinden.

YouTube-Video: Pokémon Direct - 26.02.2016

Für das Jahr 2016 kündigt Nintendo zudem eine weitere Generation des Hauptspiels mit zwei Editionen an. Pokémon Sonne und Mond sollen Ende 2016 erscheinen, einen genauen Termin oder weitere Details zu den Spielen hat Nintendo nicht bekanntgegeben.

Alle Pokémon-Spiele der Hauptserie im Überblick
Name Erscheinungsdatum in Europa Generation Konsole
Pokémon Blau und Rot 5. Oktober 1999 1. Nintendo Game Boy
Pokémon Gelb¹ 16. Juni 2000 1. Nintendo Game Boy (Color)
Pokémon Silber und Gold 6. April 2001 2. Nintendo Game Boy Color
Pokémon Kristall¹ 2. November 2001 2. Nintendo Game Boy Color
Pokémon Saphir und Rubin 25. Juli 2003 3. Nintendo Game Boy Advance
Pokémon Blattgrün und Feuerrot² 1. Oktober 2004 3. Nintendo Game Boy Advance
Pokémon Smaragd¹ 21. Oktober 2005 3. Nintendo Game Boy Advance
Pokémon Diamant und Perl 27. Juli 2007 4. Nintendo DS
Pokémon Platin¹ 22. Mai 2009 4. Nintendo DS
Pokémon Soul Silver und Heart Gold² 26. März 2010 4. Nintendo DS
Pokémon Weiß und Schwarz 4. März 2011 5. Nintendo DS
Pokémon Weiß 2 und Schwarz 2 12. Oktober 2012 5. Nintendo DS
Pokémon X und Y 12. Oktober 2013 6. Nintendo 3DS
Pokémon Alpha Saphir und Omega Rubin² 28. November 2014 6. Nintendo 3DS
¹ Spezialeditionen; ² Neuauflagen alter Spiele

Pokémon kommt in Augmented Reality

Noch dieses Jahr sollen die Fantasiewesen mit Pokémon Go auf Android und iOS die Realität betreten. Verantwortlich für die Entwicklung sind die Ingress-Entwickler Niantic und die Pokémon-Schöpfer Game Freak. Der Kern des Spiels bleibt bestehen: Pokémon fangen, tauschen und gegeneinander antreten lassen.

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