Mechanische Tastatur : IBM Model F wird ab 325 US-Dollar erneut produziert

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Mechanische Tastatur: IBM Model F wird ab 325 US-Dollar erneut produziert
Bild: Model F Keyboard

Mehr als 20 Jahre nach Auslaufen der Produktion wird erneut eine Anzahl von IBMs „Model-F“-Tastaturen hergestellt. Dabei handelt es sich um eine höherwertige Variante der „Model-M“-Tastatur, die sich durch ihre Robustheit und die „Buckling-Spring“-Technik einen quasi legendären Ruf erarbeitet hat.

Bei der nun gestarteten Aktion handelt es sich um ein Projekt, das seit mehreren Monaten in internationalen Fachforen von Enthusiasten geplant wurde. Ziel war es, erneut eine „Model-F“-Tastatur produzieren zu lassen, wobei keinerlei Restbestände (New Old Stock), sondern tatsächlich neu hergestellte Elemente verwendet werden sollen.

Versprochen wird zudem, dass die neuen Varianten mindestens die von IBM definierten Standards erfüllen oder in Teilen übertreffen sollen. Deshalb werden unter anderem Stabilisatoren aus Metall anstatt aus Kunststoff verwendet. Außerdem kommt ein moderner Controller zum Einsatz (Atmel ATmega32U2), der sich vollständig programmieren lässt und neben USB-Unterstützung auch N-Key-Rollover ermöglicht.

Zu den Features der neuen alten Model F zählt ein Aluminiumgehäuse, zwei Metallplatten in Inneren sowie gegenwärtig selten anzutreffenden Buckling-Spring-Tastern. Bei dieser Technik wird mit der Tastenkappe eine Feder heruntergedrückt, die auf eine Metallplatte wirkt und diese umknickt – ein Signal wird dabei kapazitiv erfasst. Angeboten werden zwei Versionen der Tastatur mit 357 × 178 × 29 mm (B × H × T) (F62) und 423 × 178 × 29 mm (B × H × T) (F77) großen Gehäuse, die sich in der der Anzahl der Tasten unterscheiden.

Die nackte Tastatur kostet 325 US-Dollar

Die Tastaturen können noch bis Ende des Monates über modelfkeyboards.com bestellt werden und sollen im März produziert werden. Eine Auslieferung ist ab April vorgesehen, eine zweite Bestellrunde bis Ende Juni. Da es sich um eine Auftragsanfertigung handelt und keine Lagerbestände verkauft werden, können Layout, Ausstattung und sogar die Farbe des pulverbeschichteten Gehäuses nach eigenen Wünschen gewählt werden. Entsprechend hoch sind allerdings die Preise: Für eine Basistastatur ohne Tastenkappen werden 325 US-Dollar verlangt. Inklusive einem Satz PBT-Tastenkappen mit einem für die Taster geeigneten Stempel, die im langlebigen „Dye-sublimation“-Verfahren beschriftet werden, steigt der Preis sogar auf 365 US-Dollar.

Perfektion wird nicht garantiert

Zu den Risiken des Projekts zählt der Initiator mögliche Probleme bei der Qualitätskontrolle der chinesischen Partner, welche die Tastaturen fertigen sollen. Außerdem werden mögliche Programmfehler der verwendeten Firmware oder Defekte als Risiko genannt: Die Tastaturen werden „nicht als garantiert perfekt verkauft“. „Personalisierte oder andauernde technische Unterstützung“ werde es nicht geben können. Die Tastatur solle jedoch wie das Original reparaturfreundlich sein; im Defektfall wird auf Fachforen verwiesen. Käufer gehen außerdem insofern ein Risiko ein, als dass sie mit einer erheblichen Summe Geld in Vorleistung gehen müssen.

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