„Sandy Bridge“-Grafik: Intel kombiniert starke GPU mit schwachem Treiber

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Wolfgang Andermahr
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Fazit

Intel integriert in sämtliche Sandy-Bridge-Prozessoren eine Grafikeinheit und hat sich damit klar als Ziel gesetzt, die diskreten Beschleuniger der Einsteigerklasse von AMD und Nvidia unter Druck zu setzen.

Und unser Test zeigt: Zumindest in Sachen Performance ohne Kantenglättung ist es dem Prozessorhersteller mit dem Topmodell ohne Frage gelungen. So rendert der Core i7-2600K mit der Graphics HD 3000 im Durchschnitt sogar etwas schneller als AMDs Einstieg in die DirectX-11-Welt, die Radeon HD 5450. Und auch die langsamere „Graphics HD 3000“-Variante auf dem Core i5-2500K schlägt sich sehr gut und landet nur knapp hinter dem AMD-Produkt. Die Graphics-HD-2000-Probanden sind dann ein gutes Stück langsamer, aber immer noch schneller als die Graphics HD auf dem Clarkdale-Prozessor. Mit aktivem Anti-Aliasing kann die Radeon HD 5450 gleich auf mit dem flottesten Sandy-Bridge-Prozessor ziehen und alle anderen klar auf die Plätze verweisen.

MSI H67MA-E45

Ebenfalls einen Schritt nach vorne gemacht haben die Video-Fähigkeiten des IGPs. Nicht nur, dass jetzt Transcodieren (in ordentlicher Qualität) auf dem Graphics HD 2000/3000 möglich ist, die Qualität beim Abspielen einer DVD oder Blu-ray auch als gut zu bezeichnen – dort arbeiten die diskreten Grafikkarte in der untersten Preisklasse nicht besser. Genauso weiß die Videobeschleunigung zu gefallen, die die CPU sehr gut entlastet. Einzig bei exotischeren Aufgaben wie dem Upscaling einer DVD oder dem Erzwingen eines 3D-Modus' (DVD) gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Gelobt werden muss die Leistungsaufnahme von Sandy Bridge im Grafikbetrieb, die ein gutes Stück niedriger als beim Clarkdale-Prozessor liegt, obwohl die Leistung deutlich besser ist.

Es gibt aber immer noch größere Schwachstellen auf der Intel-IGP. So ist die Qualität des neu hinzu gekommenen Anti-Aliasing zwar annehmbar, die anisotrope Filterung überzeugt dagegen aber gar nicht. Mehr Kritik wollen wir an dieser Stelle allerdings nicht zu diesem Thema verteilen, da diese Qualitätseinstellungen für eine IGP kaum relevant sind. Schwerwiegender ist dagegen immer noch die Qualität des Treibers, die Intel zwar stark gebessert hat, aber immer noch klar gegenüber AMD und Nvidia zurücksteckt. Ein klarer Aufwärtstrend ist zu erkennen, das gebotene Maß aber noch nicht befriedigend.

Schafft es Intel mit dem Sandy Bridge also die Einsteigerklasse der diskreten Grafikbeschleuniger überflüssig zu machen? Die Antwort ist nein, wobei die Hardware an sich prinzipiell dazu in der Lage ist (das Fehlen von DirectX 11 ist in dieser Leistungsklasse eher nebensächlich). Der Treiber macht der IGP aber einen Strich durch die Rechnung. Der geneigte IGP-Nutzer sollte schon etwas Erfahrung und auch Leidensfähigkeit mitbringen, wenn die Graphics HD 2000 oder Graphics HD 3000 genutzt werden sollten.

Tut er dies, stellt Intel in den problemlos laufenden Anwendungen erstmals eine überlegenswerte Alternative zu den Einsteiger-GPUs im Diskreten-Markt dar. Selbst gehobene Casual-Spieler mit mehr als nur den kleinsten Ansprüchen sollten aber weiterhin auf eine flottere, diskrete Grafikkarte setzen.

Intel Graphics HD 2000/3000
  • Performance auf „AMD HD5450“-Niveau (Graphics HD 3000)
  • Durchweg gute Video-Wiedergabe (DVD/Blu-ray)
  • Durchweg niedrige Leistungsaufnahme
  • Schlägt Clarkdale-Vorgänger in allen Belangen
  • Treiber trotz Besserung immer noch Fehlerbehaftet
  • Kein DirectX 11

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