Vorwort
Seit April steht HTC nicht mehr nur für Produktlinien wie „Desire“ und „Sensation“, sondern auch für „One“. Was zu Beginn für Skepsis sorgte, hat uns nach dem Test der hochpreisigen „großen“ Geräte der Reihe bisher insgesamt in hohem Maße überzeugt – höchste Zeit also, mit dem One V den letzten Spross der neuen Familie unter die Lupe zu nehmen.
Das der Mittelklasse zuzuordnende One V fiel im Rahmen der Produktvorstellung auf dem Mobile World Congress 2012 neben den großen Geschwistern, dem One S [1] und dem One X [2], vor allem deswegen auf, weil HTC peinlich genau darauf achtete, dass die versammelten Journalisten nicht zu viel mit dem Gerät herumspielen konnte. Dies galt im Besonderen für die erste Presse-Veranstaltung, auf dem die One-Geräte präsentiert wurden; doch auch später am Stand wurde das Gerät in aller Regel nur auf Nachfrage herausgegeben.
Umso gespannter durfte man sein, wie sich das kleine, aber im Vergleich zu den Geschwistern auch günstigere One V nach dem fulminanten (One X) bzw. sehr guten (One S) Auftritt seiner Portfolio-Kumpane präsentieren würde. Dieser Frage soll im Folgenden nachgegangen werden.
Das Testgerät [3] wurde uns freundlicherweise vom Online-Händler getgoods.de [4] zur Verfügung gestellt.
Spezifikationen & Lieferumfang
| HTC One V | |
|---|---|
| Typ: | Bartype |
| OS: | Android 4.0 / Sense 4.0 |
| Display: (Auflösung) |
3,7", LCD 480 × 800 Pixel |
| Display-Art: | Touchscreen, kapazitiv |
| Bedienung: | Touch, Knopfreihe |
| CPU / Chip: | 1 GHz (Snapdragon S2, MSM8255) |
| Arbeitsspeicher: | 512 MByte |
| Speicher: | 4 GByte, per microSD-Karte erweiterbar |
| Verbindungen: | GPRS/EDGE/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS |
| Standards / Besonderheiten: | HSPA, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, MHL, Beats Audio |
| Kamera: | 5 Megapixel, LED-Blitz, Videoaufnahme in bis zu 720p, gleichzeitige Aufnahme von Videos und Fotos |
| Akku (mAh): | 1.500 |
| Abmessung: | 120.3 x 59.7 x 9.24 mm |
| Gewicht: | 115 Gramm |
| Audio: | .aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav, .wma (Windows Media Audio 9) |
| Video: | .3gp, .3g2, .mp4, .wmv (Windows Media Video 9), .avi (MP4 ASP und MP3) |
| SAR-Wert: | 0,66 W/kg |
| Lieferumfang: | Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen |
One V im Überblick
Design & Verarbeitung
Das Design des One V ist wie für Nostalgiker gemacht: Auf den ersten Blick wirkt das Gerät wie eine gelungene Kreuzung aus Desire S [5] und Legend [6]. Entscheidendes Merkmal ist dabei der insbesondere vom Legend bekannte kleine Knick im unteren Teil des Gerätekörpers. Auch wenn die ergonomischen Argumente nach wie vor einen Pluspunkt für eine solche Konzeption bedeuten, können wir uns mit dem besagten Knick optisch weiterhin nicht so richtig anfreunden – Geschmackssache.
Abseits davon fällt das Äußere auf einem ordentlichen Niveau konventionell aus. So wird das 3,7 Zoll große LC-Display auch hier von einem dezenten Klavierlackrahmen umschlossen, wobei sich unterhalb die gängigen Soft-Touch-Knöpfe und oberhalb die gewohnt schmal gezogene Lautsprechermuschel befinden. Der eben erwähnte Knick bleibt also anders als beim Legend, das an dieser Stelle über einen Trackball verfügt, unberührt.
Bei Maßen von 120.3 x 59.7 x 9.24 mm und einem Gewicht von 115 Gramm präsentiert sich das One V darüber hinaus als angenehm kleines und leichtes Smartphone – ein Umstand, der bei der täglichen Mitnahme und insbesondere im Vergleich zu den vielen größeren und schwereren Konkurrenten angenehm auffällt.
Bei der Schale handelt es sich um einen matten Alu-Unibody, der haptisch sehr angenehm ausfällt, aufgrund seiner weichen Beschaffenheit aber Sorgen bezüglich möglicher Kratzer aufkommen lässt. Am unteren Knick und an der mit Kamera-Linse und LED-Blitz gespickten Oberseite befinden sich im Case wie so häufig per gummiertem Kunststoff versiegelte Aussparungen zugunsten der Konnektivität. Die untere Aussparung wird über Kunststofffedern an die Hauptschale gedrückt – per Daumendruck lässt sie sich aufschieben, wobei microSD- und SIM-Kartenslot zum Vorschein kommen.
Die Anschlüsse sind wie folgt verteilt: Während die Unterseite unberührt bleibt und rechts wie gewohnt eine dezente, über einen passablen Druckpunkt verfügende Lautstärkenwippe platziert wurde, findet sich links die microUSB-Schnittstelle. An der Stirnseite wurden der Power-Knopf sowie die 3,5mm-Klinkenbuchse platziert.
Sieht man von der alten Diskussion um die Vor- und Nachteile der „Knick-Konzeption“ ab, kann man dem One V in puncto „Design & Verarbeitung“ ein gutes Zeugnis ausstellen: Das Gerät mag der kleinste Bruder im One-Verbund sein; über merkliche Einsparungen am Material muss man sich aber nicht ärgern.
Display
HTC setzt beim One V wie beim One X auf ein Super-LC2-Display, wobei allerdings keine 720p-Auflösung sondern 480 x 800 Pixel zum Einsatz kommen. Auch wenn letzteres mittlerweile eindeutig zum unteren Bereich des Möglichen gehört, hat man es hier in Kombination mit einer Display-Größe von 3,7 Zoll und daraus resultierenden 252 ppi doch mit einer völlig akzeptablen Darstellung zu tun, bei der man sich schon anstrengen muss, um einzelne Pixel zu erkennen.
Hinzu kommt, dass die Darstellung auch abseits der Pixeldichte mit satten, schönen Farben, guten Blickwinkeln und einer hervorragenden Helligkeit überzeugt, was trotz der sichtbaren Unterschiede die Vermutung nahelegt, dass hier ein ähnliches Fabrikat wie beim großen Bruder, dem One X, zum Einsatz kommt.
Display-Werte
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Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.
Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.
Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.
Beim Blick auf die ermittelten Display-Werte wird allerdings schnell deutlich, dass offenbar nicht exakt dieselbe Fertigung verwendet wird. Während das One X bei der maximalen Helligkeit die Nase vorn hat, konnten für das One V überraschend sogar etwas bessere Kontrastwerte ermittelt werden (zur Orientierung sind die Werte von One X und S in den Diagrammen farblich hervorgehoben).
Auch wenn die ganz große Überraschung also ausbleibt: Das Display des One-V kann sich in jedem Fall sehen lassen. Denn während es bei anderen Herstellern Gang und Gäbe ist, gerade in der Einsteiger- und Mittelklasse einen günstigen Preis über satte Einsparungen beim Display zu erreichen, geht HTC mit dem Testkandidaten in dieser Hinsicht in die vollen und spendiert einen Bildschirm, der es in unseren Augen durchaus mit dem vom One S aufnehmen kann – bravo!
Performance & Oberfläche
So hervorragend das Display des One V vor einem Preis- / Leistungshintergrund ist: Irgendwo muss der vergleichsweise günstige Preis herkommen. Wer nach der Ursache sucht, muss sich nur die weiteren Spezifikationen zu Gemüte führen, denn: Mit einer 1 GHz Single-Core-CPU, einer Adreno-205-GPU (Snapdragon S2) und zarten 512 Megabyte Arbeitsspeicher gehört der Testkandidat auf dem Papier was die Hardware-Ausstattung betrifft zum unteren Ende dessen, was heutzutage als aktuell gilt.
Normalerweise muss dies jedoch nicht viel bedeuten, da zahlreiche Beispiele zeigen, dass auch im Jahr 2012 eine auf den ersten Blick schmalbrüstige Ausstattung locker dazu ausreicht, um ein konventionelles Smartphone ruckelfrei zu betreiben.
Beim One V sieht die Angelegenheit aber leider etwas anders aus: Achtet man genau darauf, lassen sich immer mal wieder kleine aber merkliche Ruckler und Hänger feststellen, die beispielsweise beim schnellen Wechseln zwischen den Homescreens, beim Hereinzoomen von Inhalten oder beim Aufrufen von Apps auftreten können. Hinzu kommt, dass sich das Gerät gerade in letzteren Fällen ab und an kleine, aber doch merkliche Denkpausen gönnt, die über bloße Ruckler hinausgehen.
Gerade wenn man sich die teils ultra-flüssigen Abläufe von manchen (zum Teil wohlgemerkt auch teureren) Konkurrenten vor Augen führt, hat man es hier mit einem Umstand zu tun, der dringend erwähnt werden muss. Dabei muss aber auch explizit herausgestellt werden, dass es sich nicht um ein aufdringliches, offensichtliches Problem handelt, sondern nur um eine Auffälligkeit, die dem Nutzer gerade dann bewusst werden könnte, wenn er von einem sehr flüssigen Gerät auf das One V wechselt.
Smartbench 2011 (Produktiv)
Angaben in Punkten
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Smartbench 2011 (Games)
Angaben in Punkten
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Linpack for Android (Single)
Angaben in MFLOPS
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Linpack for Android (Multi)
Angaben in MFLOPS
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CF-Benchmark
Angaben in Punkten
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GLBenchmark
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
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BrowserMark
Angaben in Punkten
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SunSpider 0.9
Angaben in Millisekunden
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Grundsätzlich sei dazu auch in diesem Fall zunächst vermerkt, dass wir dem Thema „Benchmarks“ im Bereich der Smartphones mit Skepsis gegenüberstehen und das nicht nur, weil die Aussagekraft von (synthetischen) Benchmarks selbst in einer homogenen Geräte-Gruppe mit gleichem Betriebssystem zumindest diskussionswürdig ist. Hinzu kommt, dass eine effektive Messung über die unterschiedlichen Plattformen methodisch schwierig ist – ein weiterer Faktor, der verstärkend zu der Feststellung beitragen, dass die hier wie anderswo präsentierten Ergebnisse nur als Richtwert, nicht aber als ultimativ-objektive Darstellung der Realität angesehen werden sollten.
Die Auswahl der Benchmarks leitet sich wie gewohnt nicht nur von der Beliebtheit, sondern auch von den Schwerpunkten ab: Während Smartbench und CF-Bench auf die Gesamt-Performance abzielen, ermittelt Linpack die pure Rechenpower und SunSpider und BrowserMark zielen auf die Performance des Browsers ab, sodass alle relevanten Aspekte abgedeckt werden. Gelistet werden fast ausschließlich Geräte, die einem Test unterzogen wurden.
Gemessen wurde gleich nach der ersten Geräte-Einrichtung, wobei aus jeweils drei Messungen je Benchmark der schnellste Wert in die Wertung einfließt. Nach der Installation der Benchmarks wurde das Gerät neugestartet und für einige Minuten im Idle belassen; zwischen den Durchläufen je Benchmark wurde das Gerät ebenfalls jeweils neugestartet.
Dass HTC dem One V in puncto SoC und Arbeitsspeicher eine nur noch durchschnittliche Hardware-Ausstattung spendiert, wird auch beim Blick auf die ermittelten Benchmarks ersichtlich. Hier belegt der Testkandidat überwiegend das untere Mittelfeld, was allerdings auch nicht weiter überrascht und die naheliegende Erkenntnis impliziert, das echte Spiele-Enthusiasten aufgrund von kleinen Rucklern und langen Ladezeiten bei grafikintensiven Games nicht so richtig glücklich werden dürften.
Auch wenn dem One V durch die mäßige Hardware-Ausstattung nicht ultimativ das Genick gebrochen wird: Die SoC-Lösung ist selbst im Mittelklasse-Segment für ein neues Smartphone aus dem Frühjahr 2012 nicht mehr ganz zeitgemäß, sodass man sich auch für einen vergleichsweise günstigen Preis den Einsatz aktuellerer Technik wünschen darf – ein Umstand, der im Fazit erneut aufgegriffen werden muss.
Softwareseitig kommt beim One V übrigens genauso wie auf den anderen One-Geräten die altbewährte Kombination aus Android und der HTC-eigenen Benutzeroberfläche Sense (jeweils in der aktuellsten Version 4) zum Einsatz. Da diese bereits im Rahmen unseres Tests zum One X besprochen wurde, sei an dieser Stelle auf den entsprechenden Abschnitt verwiesen [7].
Multimedia
Wer bei der Bewertung der Kamera auf ähnlich herausragende Ergebnisse wie beim One X hofft, wird sich mit den Fotos des One V anfänglich schwer tun. Denn auch wenn hier manche Funktionen und Features vom neuen Flaggschiff – F2.0-Blende und 28-mm-Objektiv – ebenfalls zum Einsatz kommen: Die Ergebnisse der 5-Megapixel-Kamera des Testkandidaten reichen beileibe nicht an jene des großen Bruders heran.

Dies bedeutet aber nicht, dass die Leistung unterirdisch wäre. Im Gegenteil: Für Ergebnisse im Spektrum von „gut“ bis „befriedigend“ reicht es aber selbst bei nicht mehr idealen Lichtverhältnissen durchaus. Gleiches gilt für die Aufnahme von Videos, die hardwarebedingt allerdings nur in 720p erfolgt. Immerhin verfügt aber auch das One V über einen Doppelchip, sodass während der Aufnahme auch Fotos geschossen werden können. Auf eine Frontkamera muss allerdings verzichtet werden.



Ebenfalls hardwarebedingt ist, dass auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Aufnahmen längst nicht an jene der anderen One-Geräte heran reicht. Auch in dieser Hinsicht fühlt man sich leider immer wieder zeitlich ins vergangene Jahr versetzt, in dem es noch völlig normal war, dass selbst teurere Smartphones sich eine merkliche Verschnaufpause gönnten, um einen Schnappschuss abzuspeichern.
Auch bei den Möglichkeiten zur TV-Ausgabe macht sich bemerkbar, dass man es hier mit einem Mittelklassegerät zu tun hat. Denn HTC verzichtet für das One V nicht nur wie gehabt auf eine separate microHDMI-Schnittstelle, sondern auch auf MHL und DLNA, sodass der Testkandidat nicht mit einem Fernseher oder Monitor verbunden werden kann.
Lokal fällt die Güte des Videokonsums zwiegespalten aus: Einerseits weiß die Darstellung dank des guten Displays zu gefallen; andererseits macht die Wiedergabe auf Dauer auf einem 3,7 Zoll Bildschirm nicht so richtig Spaß. Hinzu kommt, dass sich die etwas schwachbrüstige Hardware auch bei der Wiedergabe von 720p-Videomaterial ab und an bemerkbar macht. Für YouTube-Freunde dürfte das One V somit locker ausreichen – für echte Video-Enthusiasten ist das Gebotene aber nur gerade so ausreichend.
Dafür profitiert das Gerät als MP3-Player von den moderaten Maßen und von der obligatorischen Beats-Audio-Integration, der wir bereits im Rahmen unseres Tests [8] zum Sensation XL nachgefühlt haben [9]. Entsprechende Kopfhörer liegen allerdings auch in diesem Fall nicht bei, die Klangqualität kann aber auch so überzeugen. Dies gilt jedoch auch beim One V nicht für den verbauten Lautsprecher, der zwar eine gute Lautstärke, dabei aber auch gehöriges Scheppern bietet.
Auch die Speicherfrage muss für den Testkandidaten differenziert beantwortet werden. Zum einen verbaut HTC hier anders als bei den anderen One-Geräten einen microSD-Kartenslot, sodass man den internen Speicher theoretisch um bis zu 32 Gigabyte erweitern kann. Andererseits erhält das Gerät von Werk ab nur 4 Gigabyte festen Speicher mit auf den Weg, sodass sich Multimedia-Freunde schnell genötigt sehen dürften, tatsächlich den besagten Slot zu verwenden.
Sieht man von den erwähnten Rucklern ab, lässt sich schließlich festhalten, dass das Web-Surfen auf dem One V dank guter Ladezeiten und einem verhältnismäßig kleinen Display dem Gros der Standard-Ansprüche genügen dürfte. Gleiches gilt für das GPS-Modul, das die Position auf circa. 14 Meter genau lokalisiert. Doch auch hier gilt: Aufgrund der Hardware dauert es im Vergleich deutlich länger, bis das Modul einsatzbereit ist.
Kommunikation
Die Ausstattung in puncto Kommunikation ist mit „gängig“ am besten beschrieben. So verfügt das One V über WLAN-n und Bluetooth 4.0 sowie HSPA. Auch Tethering ist Android-typisch problemlos möglich. Genauso wie bei den Geschwistern fehlt aber auch hier die LTE-Unterstützung; überdies muss auch auf die mögliche Bezahlvariante der Zukunft, NFC, verzichtet werden.
Die Qualität der Telefonie geht alles in allem auch beim One V in Ordnung. Die Lautstärke ist absolut ausreichend, Stimmen klingen klar und natürlich. Allerdings wird auch in diesem Fall wie bei den anderen One-Geräten die Freisprechfunktion vom mäßigen Lautsprecher in Mitleidenschaft gezogen.
Laufzeiten
Ein etwas angestaubter, in 45 nm gefertigter SoC und ordentliche Display-Helligkeitswerte – trotz mäßiger Auflösung und vergleichsweise geringer Bildschirmdiagonale war schwer absehbar, wie sich der festverbaute One-V-Akku mit 1.500 mAh Kapazität in der Praxis schlagen würde.
Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
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Auch bei den von uns ermittelten Akku-Laufzeiten gilt, dass diese nur als Richtwert angesehen werden sollten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich die hier präsentierten Geräte teils deutlich unterscheiden. Ob bei der Größe und Helligkeit des Displays oder bei der Größe des Akkus: Es handelt sich um heterogenes Testfeld, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nur selten möglich ist.
Zur Methode: Die Werte wurden bei maximaler Display-Helligkeit und aktiviertem WLAN ermittelt. Bluetooth und GPS waren deaktiviert. Sofern das Gerät über 3G verfügte (Smartphones, Tablets in der 3G-Version), war die entsprechende Verbindung aktiviert.
Beim Blick auf die Werte aus unserem 720p-Video-Dauertest wird deutlich, dass man keine Zauberei erwarten darf – für einen Platz im soliden Mittelfeld reicht es aber allemal. Die dahingehende Nähe zum One S bekamen wir übrigens auch in der alltäglichen Anwendung zu spüren: Bei moderater Nutzung schafft auch das One V mit etwas Glück und bei moderater Standard-Nutzung bis zu zwei Arbeitstage ohne Boxenstopp.
Fazit
Zusammenfassend kann man dem One V zunächst einige Pluspunkte attestieren: Die Verarbeitung ist tadellos, das Design weiß mit einem gefälligen Retro-Look samt – nach wie vor diskussionswürdigem – Knick zu gefallen, die Laufzeiten fallen passabel aus und insbesondere das Display verdient sich ein großes Lob.
Kann man das One V also vor dem Hintergrund eines moderaten Preises ohne Einschränkungen empfehlen? Leider nicht, denn auch HTC kann nicht zaubern, sodass der besagte Preis auch im Falle des One V seine Bedingungen hat. Diese finden sich in der weiteren Hardware-Ausstattung.
Der zum Einsatz kommende SoC ist genauso wie die 512 Megabyte Arbeitsspeicher in Zeiten von Android 4.0 ganz offensichtlich nicht mehr völlig ausreichend, wenn das Ziel lautet, für (eigentlich nicht sonderlich fordernde) Standard-Anwendungen eine absolut flüssige Bedienung zu ermöglichen. Dementsprechend wird der Nutzer immer wieder mit kleinen Rucklern und zum Teil auch merklichen Ladezeiten konfrontiert. Und auch bei der Multimedia-Ausstattung macht sich bemerkbar, dass man es hier mit dem kleinsten One-Vertreter zu tun hat. Dies gilt insbesondere für die Kamera, deren solide Ergebnisse längst nicht an jene der großen Geschwister heran reicht.
Letzteres wäre allerdings völlig akzeptabel, sofern die Verantwortlichen dem Testkandidaten ein wenig mehr Pferdestärken spendiert hätten. Da dem aber nicht so ist, und uns das in unserem gut zweiwöchigen Testzeitraum als – zugegeben eher anspruchsvolle – Nutzer immer wieder sauer aufgestoßen ist, lautet unser abschließendes Fazit: Das One V lässt sich nur eingeschränkt empfehlen, da die Konkurrenz vor einem Preis- /Leistungshintergrund teilweise ansprechendere Angebote führt (man denke beispielsweise an Huaweis G300 [10], das bei gut 100 Euro Preisdifferenz eine fast identische Ausstattung bietet).
Verfügbarkeit & Preise
Das HTC One V ist in Deutschland seit April erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab ca. 270 Euro gerechnet werden (aktueller Preisvergleich [11]).





