Kühlerhersteller EKL, der sich bis auf vereinzelte Ausflüge wie mit dem „V8“ im Jahre 2005 bisher fast ausschließlich auf den OEM-Markt konzentriert hat, sorgte mit der endkundenorientierten Alpenföhn-Produktpalette [1] auf der diesjährigen CeBIT für Aufsehen. Dabei gelang es dem Hersteller, sich in erster Linie durch die Vergabe witziger, aber treffend gewählter Produktnamen in Szene zu setzen. Im thematischen Rahmen wurden so schnöde Entkoppler-Gummis zu „Case-Spätzle“, Speicherkühler zu „Ram(m)-Böcken“ oder Festplattenkühler zu „Rodlern“. Für nahezu jede zu kühlende Computerkomponente hat EKL ein entsprechendes Pendant im Alpenföhn-Stil parat. Natürlich dürfen dabei auch die Prozessorkühler nicht zu kurz kommen, von denen gleich drei Exemplare im 120-mm-Format antreten. Wir haben uns genau diese Drei ins Haus geholt und testen, ob hinter den heiteren Namensspielereien auch ernstzunehmende Kühlergrößen stecken.
Die zweifelsfrei hoffnungsvollste Startposition nimmt dabei der „Groß-Clock'ner“ ein. Der günstige Hybrid-Towerkühler verfügt über einen leisen Lüfter sowie die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie, bei welcher auf eine herkömmliche Bodenplatte verzichtet wird. Stattdessen liegen die Heatpipes direkt auf der Prozessoroberfläche auf. Die HDT-Technik hat bereits Herstellern wie Xigmatek zu beachtlichen Erfolgen verholfen und EKL verspricht eine noch bessere Umsetzung und daher mehr Performance.
Des Weiteren treten mit der Zugspitze und der Gletscherspalte zwei Top-Flow-Prozessorkühler an. Ersterer wurde im Stile erfolgreicher Thermalright-Entwicklungen umgesetzt und verfügt über PWM-Belüftung. Die Gletscherspalte setzt derweil auf ihr imposantes Heatpipe-Sixpack und einen sandwichartig verbauten Lüfter. Wie sich alle drei Neulinge im Referenzenvergleich behaupten können, klären wir auf den nächsten Seiten.
Der Groß-Clock'ner ist das Aushängeschild der neuen Alpenföhn-Serie. Sein Lieferumfang beinhaltet neben den notwendigen Montageutensilien für die unterstützten Sockel eine Spritze mit Wärmeleitpaste, eine Anleitung mit deutschem Sprachteil sowie eine Fan-Mate-ähnliche Lüftersteuerung mit einem Regelbereich von etwa 5 bis 11 Volt.
Eckdaten
Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern plant und produziert EKL ihre Kühler in Eigenregie und vermarktet nicht einfach aufgekaufte Produkte. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass wir beim Groß-Clock'ner endlich wieder einen Kühler sehen, der sich im Rahmen der Towerkonstruktion etwas von der Konkurrenz abheben kann. Neben der Doppel-T-artigen Lamellenform und der matt gestalteten obersten Aluminiumlamelle fällt vor allem auf, dass die Heatpipes nach oben hin gestutzt wurden und nicht über den Kühlkörper hinausstehen. Damit begnügt sich der Groß-Clock'ner mit einer relativ moderaten Bauhöhe von lediglich 155 mm, die ganz nach dem Geschmack vieler Besitzer kleinerer Gehäuse sein dürfte, die bisher auf den Einsatz von Towerkühlern aus Platzproblemen verzichten mussten.
Sahnestück des Kühlers ist aber zweifelsfrei der Boden. Die vier verbauten 8-mm-Heatpipes wurden gemäß der Direct-Touch-Bestrebungen im Bereich der Wärmeaufnahme leicht abgeflacht und in einen kleinen Aluminiumblock gepasst, sodass die Wärme ohne weitere Materialübergänge effektiv vom Prozessor an die Heatpipes abgegeben werden kann. Im Gegensatz zu anderen HDT-Lösungen (beispielsweise von Xigmatek) ist der Boden des Groß-Clock'ners trotz des vielfachen Heatpipe-Aluminium-Wechsels sehr eben. Das Geheimnis liegt in der Nachbearbeitung – während die meisten anderen Hersteller den HDT-Boden lediglich nachpolieren und damit tiefere Riefen nicht ausgleichen können, wird beim EKL-Pendant nachgeschliffen. Das Ergebnis ist eine nahezu einwandfrei plane Basis ohne Relief, die im Performance-Check den Unterschied ausmachen könnte.
Beim Lüfter, der zeitgemäß per Drahtbügel am Kühlkörper fixiert wird, greift EKL auf ein Green-Label-Modell von YS-Tech zurück. Diese sind bekannt für ihren leisen Betrieb. Und tatsächlich arbeitet der verbaute Ventilator bei einer maximalen Drehzahl von 1200 U/min bei einem hellen Motorrauschen angenehm geräuscharm und kann per mitgelieferter Regelung auf einen minimalen Level gedimmt werden.
Selbst bei der Montage hat man sich bei EKL Gedanken gemacht und greift nicht auf die Standardsysteme zurück. So verfügt der Kühler serienmäßig über eine 2-Punkt-Halteklammer, die direkt mit der Basis verschraubt wurde, mit welcher er blitzschnell und problemlos auf allen aktuelleren AMD-Plattformen mit Nasenhalterung am Retentionmodul installiert werden kann. Damit ist für AMD-Anwender allerdings auch die Montagerichtung durch die Sockelpositionierung vorgeschrieben. Beim Intel Sockel 775 werden derweil ein Kunststoff-Push-Pin-Bügel in die Montagebohrungen der Hauptplatine gedrückt und dessen Spreitzstifte mit vier Kunststoffbolzen zur Fixierung gebracht. Das Befestigen des Groß-Clock'ners auf der CPU erfolgt dann analog zum AMD-Fall mit Hilfe der Nasen-Ösen-Halterung.
Mit der Zugspitze will EKL auch ein leistungsstarkes Modell im Top-Flow-Format im Portfolio wissen. Zumindest der Lieferumfang fällt aber deutlich sporadischer aus als beim Groß-Clock'ner. Neben dem Kühler samt Lüfter erfreut uns die großzügige Verpackung lediglich mit den Montagematerialien nebst Anleitung und Wärmeleitpaste.
Eckdaten
Das Design des Kühlers ist wenig revolutionär. Einer massiven Kupferbodenplatte entspringen fünf 6-mm-Heatpipes und führen die Wärme zu einem horizontal schwebend angeordneten Aluminiumkühlkörper mit engem Lamellenabstand. Mit diesem Konzept konnte bereits der Thermaltake Big-Typhoon vor drei Jahren punkten und auch Thermalrights SI-Serie fußte auf dieser Bauweise. Die EKL-Zugspitze befindet sich also in guter Gesellschaft.
Besonderheit der Zugspitze stellt der verwendete Lüfter dar. Ein weitgehend rahmenloses Modell mit 38-mm-Bauhöhe und weißen Rotorblättern kommt hier zum Einsatz. Der 4-Pin-Lüfter kann über PWM angesteuert werden und verfügt typischerweise über einen sehr großen Drehzahlbereich (5 Volt: 300 U/min, 12 Volt: 1800 U/min), wobei er aufgrund des hohen Luftumschlages in den höheren Spektren zum unsäglich lauten Zeitgenonssen avanciert. Überdies macht der Rotor im Betrieb einen sehr unrund, gar unwuchtig laufenden Eindruck. Im 5-Volt-Betrieb kann man den Lüfter zwar getrost als „kaum wahrnehmbar“ bezeichnen, er fördert in diesem Modus allerdings auch kaum noch Luft.
Der Lüfter wird mittels vier Gummi-Entkopplern an einem am Kühlkörper eingehakten Kunststoffrahmen befestigt. Dabei wurde beim Entkoppler-Material auf einen extrem weichen Gummi gesetzt, der beim Abziehen des Lüfters vom Halterahmen gerne nachgibt und zerreißt. Hier sollte nachgebessert oder zumindest Ersatzgummis beigelegt werden, um Ärgernissen beim Kunden vorzubeugen.
Die Montage der Zugspitze geht leider nicht ganz so leicht von der Hand, wie es beim Groß-Clock'ner der Fall ist. AMD-Besitzer müssen zunächst das Serienretentionmodul entfernen, Intel-Anwender können sofort loslegen, mainboardrückseitig die drei H-Platten (Dämpfer, Isolierer und Rückplatte) zu positionieren und die Schrauben von unten durchzustecken. Von oben wird dann per Sechskant-Abstandsbolzen eine Haltevorrichtung installiert. Nun können der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt, die andere H-Metallplatte in der Kerbe des Kühhlerbodens eingelegt und per alternierender Fixierung der Daumenschrauben angebracht werden. Dabei ist auf ein gleichmäßiges Festdrehen der Schrauben zu achten, damit der Kühler nicht verkantet auf dem Prozessor aufsitzt. Hinsichtlich der Ausrichtung empfiehlt EKL einen zur Northbridge schauenden Heatpipeschwung, wie es auf dem Bild oben rechts zu sehen ist, damit die Heatpipes nicht gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.
Als kritisch kann unserer Meinung nach die zu geringe Dicke der Isolier- und Dämpfer-H-Platten bezeichnet werden. Sind die mainboardrückseitigen Lötstellen relativ spitz und lang, können sie beim Festdrehen durch die Isoliermaterialien dringen (so bei uns geschehen) und einen Kurzschluss verursachen. Hier muss unbedingt nachgebessert werden!
Mit der Gletscherspalte stellen wir das teuerste Produkt der EKL-Alpenföhnlinie vor. Sein Lieferumfang präsentiert sich dabei aber weitgehend identisch mit dem der Zugspitze. Neben dem Kühler erhält der Anwender das Montagematerial inklusive Wärmeleitpaste und Anleitung.
Eckdaten
Die Konstruktion der Gletscherspalte ist eine deutlich kompliziertere als die der Zugspitze. So verfügt dieser EKL-Spross über zwei Aluminiumlamellenkörper, zwischen denen der unbeleuchtete, transparente 120-mm-Lüfter sandwichartig platziert wurde. Der massiven Kupferbodenplatte entspringen dabei gleich sechs Heatpipes mit je 6-mm-Durchmesser, wobei vier einfache Pipes zum oberen Kühlkörper verlaufen, während die beiden anderen Kapillare U-förmig geschlängelt die Wärme zum unteren Lamellenpart transportieren. Der gesamte Aufbau wirkt spektakulär, optisch stimmig und ist von hoher Qualität.
Die dahinter steckende Idee ist, den vom Lüfter erzeugten Luftstrom sowohl saugend als auch blasend zu nutzen und somit Leistungsvorteile gegenüber herkömmlichen Top-Flow-Kühlern zu erzielen. Die belüftetende Funktion übernimmt dabei ein per Drahtbügel am unteren Lamellenkörper befestigter 120-mm-Spross mit 3-Pin-Anschluss. Bei einer maximal spezifizierten Drehzahl von 1300 U/min unter 12 Volt arbeitet der Fan deutlich wahrnehmbar, aber im akzeptablen Bereich, sofern man ihn freistehend betreibt. Im Sandwich eingebaut, werden konstruktionsbedingt allerdings – und hier dürfte der größte Nachteil der Bauart liegen – derart starke Luftverwirbelungen erzeugt, dass ein aufdringliches, fiependes Gesamtgeräusch entsteht. Im 5-Volt-Betrieb, bei etwas über 700 U/min, werkelt die Combo dagegen angesichts der geschrumpften Luftbewegungen deutlich unauffälliger vor sich hin und wird lediglich von minimalen Säuselgeräuschen begleitet, während das Fiepen weitgehend verschwindet.
Die Montage der Gletscherspale erfolgt analog zu der der Zugspitze. Das bedeutet: Mainboardausbau zur Direktverschraubung und dieselbe Problemstellung hinsichtlich der Isolierrückplatten. Unklar ist allerdings auch, warum EKL bei der Gletscherspalte nicht auf die bequemen Daumenschrauben zur Fixierung setzt, sondern kleine Sechskant-Schrauben beilegt, die mühsam mit dem ebenfalls zum Lieferumfang gehörenden Inbusschlüssel eingedreht werden müssen. Von der Breite und Verdeckung der Schrauben nehmen sich beide Kühler jedenfalls nicht viel. So verstreichen viele Minuten des fummligen Ärgernisses, bis die kleinen Schräubchen endlich versenkt sind. Abseits davon sollte auch bei der Gletscherspalte die Ausrichtung so gewählt werden, dass die Heatpipebögen der vier langen Pipes in Richtung Chipsatz schauen.
Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.
Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [6] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [7] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [8] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:
Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [9] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.
Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.
Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.
Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.
Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.
Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Dieser lässt sich dann einfach per Multiplikation des von uns angegebenen Wertes mit dem jeweiligen Lüfterquerschnitt abschätzen. Dabei ist bei der Ermittlung der Querschnittsfläche darauf zu achten, dass der Rotorbereich nicht mit eingerechnet werden darf.
In der zunächst geführten Gegenüberstellung mit den Serienlüftern ordnen sich die drei EKL-Sprösslinge gemäß ihrer Lautstärken im Mittelfeld ein. Eine sehr gute Figur machen dabei vor allem die Gletscherspalte, die im Top-Flow-Format neue Akzente setzt, und der Groß-Clock'ner, der sich beispielsweise vor den Xigmatek-HDT-Kühlern behaupten kann. Die Zugspitze vermag ihre Leistungsfähigkeit etwas hinter dem lauten Serienlüfter zu verstecken und hält bei 12 Volt Betriebsspannung mit 67,25 °C gut mit, bei etwa 840 U/min kühlt sie unsere CPU auf 79,25 °C (nicht aufgeführt), während ihr dies bei 5-Volt und 320 U/min nicht mehr gelingt.
Zum Einordnen der Lautstärken verweisen wir an dieser Stelle wieder auf unsere MP3-Hörproben der Kühlercombos, mit deren Hilfe man die Charaktäre der einzelnen Lüfter sicher besser auffassen kann.
Vergleich mit Serienbelüftung [12 Volt / 5 Volt]
| Kühlercombo [Lüfter] | Drehzahl [U/min] | v(Luft) [km/h] | Last-Temp. Kerne* [°C] | Lärm [dB(A)] | Test [Datum] |
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 2450 (12V) | 18,4 | 61,25 | 45,7 | 08.11.07 [11] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 62,25 | 49,9 | 15.09.06 [12] |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 2200 (12V) | n.a. | 62,75 | 52,3 | 01.11.07 [13] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 1320 (12V) | 9,7 | 63,25 | 35,6 | 01.02.08 [14] |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 2640 (12V) | 15,9 | 64,0 | 44,4 | 07.03.08 [15] |
| EKL Gletscherspalte 120mm: Alpenföhnserie | 1250 (12V) | 11,5 | 66,5 | 37,7 | 03.04.08 |
| Enzotech Ultra-X 120mm: ADDA Serie | 1100 (5V) | n.a. | 66,5 | 35,5 | 01.11.07 [12] |
| ZEROtherm Nirvana NV120 120mm: Serie | 1030 (5V) | 7,3 | 67,25 | 32,0 | 08.11.07 [10] |
| EKL Zugspitze 120x38mm: Serie | 1680 (12V) | 14,7 | 67,25 | 39,2 | 03.04.08 |
| EKL Groß-Clock'ner 120mm: YS-Tech KM121225LS | 1110 (12V) | 8,6 | 68,25 | 32,5 | 03.04.08 |
| Xigmatek Red Scorpion 120mm: Xigmatek Serie LED | 1280 (12V) | 9,2 | 68,75 | 32,7 | 07.03.08 [14] |
| Zalman CNPS 9700 110mm: Serie | 1250 (5V) | n.a. | 69,25 | 33,3 | 15.09.06 [11] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 2250 (12V) | n.a. | 69,5 | 47,1 | 16.09.05 [16] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 750 (12V) | 5,0 | 70,75 | <30,4 | 30.11.07 [17] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 460 (12V) | 3,0 | 71,0 | <30,4 | 28.02.08 [18] |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 950 (12V) | 6,1 | 71,75 | 31,9 | 10.02.08 [19] |
| EKL Gletscherspalte 120mm: Alpenföhnserie | 720 (5V) | 6,1 | 73,0 | 31,4 | 03.04.08 |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 1170 (7V) | n.a. | 74,0 | 32,4 | 07.03.08 [14] |
| Noctua NH-U12P 120mm: Noctua NF-P12 | 550 (5V) | 3,5 | 74,25 | <30,4 | 01.02.08 [13] |
| Xigmatek HDT-D1284 120mm: AD1212DX | 1240 (12V) | 9,4 | 74,25 | 33,0 | 07.03.08 [14] |
| Zalman CNPS 9500 92mm: Serie | 1400 (5V) | n.a. | 75,75 | 32,9 | 16.09.05 [15] |
| Scythe Orochi 140mm: Scythe SY1425SL12L | 220 (5V) | 0,5 | 77,0 | <30,4 | 28.02.08 [17] |
| Scythe Ninja CU 120mm: Scythe Slip Stream | 440 (5V) | 2,1 | 79,75 | <30,4 | 30.11.07 [16] |
| EKL Groß-Clock'ner 120mm: YS-Tech KM121225LS | 530 (5V) | 3,3 | 80,75 | <30,4 | 03.04.08 |
| Xigmatek Red Scorpion 120mm: Xigmatek Serie LED | 480 (5V) | 2,7 | 84,5 | 30,7 | 07.03.08 [14] |
| Scythe Zipang 140mm: Scythe DFS132512L | 450 (5V) | 2,0 | 87,75 | <30,4 | 10.02.08 [18] |
| Xigmatek HDT-SD964 92mm: ADDA AD0912HX | 420 (5V) | 1,6 | >100 Absturz | <30,4 | 07.03.08 [14] |
| EKL Zugspitze 120x38mm: Serie | 315 (5V) | 1,5 | >100 Absturz | <30,4 | 03.04.08 |
Als ein wichtiges Kriterium für den Vergleich der Leistungsfähigkeit eines Kühlkörpers zählt die gegenüberstellende Messung mit gleichen Lüftern. Für 120-mm-Kühler und solche, die dazu kompatibel sind, setzen wir nach wie vor auf die tabellarisch näher charakterisierten drei Lüfterexemplare der verschiedenen Leistungsklassen.
| Scythe S-Flex | Papst F2GLL | Sharkoon Power |
| 750 U/min (12 Volt) | 1150 U/min (12 Volt) | 2100 U/min (12 Volt) |
| v(max)Luft = 4,7 km/h | v(max)Luft = 8,1 km/h | v(max)Luft = 17,3 km/h |
| unhörbar | minimal wahrnehmbar | aufdringlich laut |
| < 30,4 dB(A) | 31,5 dB(A) | 49,3 dB(A) |
| mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe | mp3-Hörprobe |
Drei Kühler – drei verschiedene Leistungsbilder. Beginnen wir mit dem Groß-Clock'ner: Der günstige EKL-Tower zeigt das hohe Potential der HDT-Technik und setzt sich im Vorderfeld des Rankings fest. Dabei ist zu beachten, dass die Konkurrenz um ihn herum bisweilen deutlich teurer und nicht zuletzt größer ist als der EKL-Spross. Ebenfalls positiv setzt sich die Gletscherspalte in Szene. Das Sandwich-Layout zeigt sich trotz Top-Flow-Format als sehr leistungsstark und kann gut mit den Tower-Kontrahenten mithalten. Zu beachten gilt allerdings, dass aufgrund der größeren Luftverwirbelungen bei der Gletscherspalte (bzw. im Allgemeinen bei Sandwich-Konstruktionen) trotz desselben Lüfters eine höhere Geräuschemission vorliegt. Das Phänomen relativiert sich allerdings mit sinkender Lüfterdrehzahl erheblich. Etwas abgeschlagen reiht sich die Zugspitze in die Charts ein. Der herkömmlich gebaute Top-Flow-Kühler hat gegen die starke Konkurrenz kaum Chancen.
Kühlercharts mit Referenzlüftern
Kühlervergleich mit gleichen Lüftern
Angaben in °C
|
* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.
EKL gelingt mit dem Alpenföhn-120-mm-Trio ein gelungener Einstand in die aktuelle Retail-Prozessorkühlerkonkurrenz, denn hinter den witzigen Namen stecken durchaus sehr gute Kühlprodukte. Im Besonderen hat sich der Groß-Clock'ner, der sich auf Basis seiner erstklassig gearbeiteten Heatpipe-Direct-Touch-Lösung enorm leistungsstark präsentiert, als echtes Top-Produkt heraus kristallisiert. Darüber hinaus verfügt er über moderate Ausmaße, eine gute, leise Serienlüfterbestückung sowie eine intelligente Montageumsetzung. Bei einem sehr fairen Endkundenpreis von unter 30 Euro hat er sich unsere ComputerBase-Empfehlung redlich verdient.
Nicht ganz so überzeugend verläuft die Vorstellung der Zugspitze. Der recht unspektakuläre Top-Flow-Spross hat es sichtlich schwer, sich gegen die leistungsstarke Konkurrenz zu behaupten. Auch der verwendete Lüfter, der in Sachen Qualität, Befestigung und Lautstärke leider nicht die beste Figur macht, trübt das Gesamtbild gehörig. Die gewählte Direktverschraubung als Montageform lässt nicht nur etwas Anwenderfreundlichkeit vermissen, sondern ist aufgrund der durchstochenen Isolierungen auch noch gefährlich. Insgesamt erscheinen die 30 Euro Anschaffungspreis also deutlich besser beim Groß-Clock'ner angelegt zu sein.
Teilweise wacker schlägt sich unterdessen die Gletscherspalte, die vor allem mit einer unerwartet hohen Kühlperformance überzeugt. Das Sandwich-Design hat also durchaus seinen Reiz, verursacht aber deutlich höhere Lärmemissionen bei identischer Lüfterbestückung gegenüber nur einseitig belasteten Kühlerkonstruktionen. Die Qualität der Gletscherspalte ist ordentlich, der mitgelieferte Lüfter geht bei Bedarf auch leise zu Werke. Unverständlich ist dagegen, warum bei der ohnehin recht aufwändigen Verschraub-Montage auf fummelige Sechskantschrauben gesetzt wurde, anstatt auf die bequemen Daumenschrauben wie bei der Zugspitze zu vertrauen. Außerdem gilt es auch hier das arge Problem mit den Isolierungen zu beheben. Der Preis von etwa 35 Euro ist fair gewählt, sodass nach Ausbesserung der Mängel auch bei der Gletscherspalte zugegriffen werden darf.
Alle drei EKL-Kühler sowie weitere Produkte aus der Alpenföhn-Serie sind beispielsweise im Online-Shop von Caseking [20] erhältlich.