ComputerBase

Test: Groß-Clock'ner, Zugspitze und Gletscherspalte

von Martin Eckardt

Einleitung

Kühlerhersteller EKL, der sich bis auf vereinzelte Ausflüge wie mit dem „V8“ im Jahre 2005 bisher fast ausschließlich auf den OEM-Markt konzentriert hat, sorgte mit der endkundenorientierten Alpenföhn-Produktpalette [1] auf der diesjährigen CeBIT für Aufsehen. Dabei gelang es dem Hersteller, sich in erster Linie durch die Vergabe witziger, aber treffend gewählter Produktnamen in Szene zu setzen. Im thematischen Rahmen wurden so schnöde Entkoppler-Gummis zu „Case-Spätzle“, Speicherkühler zu „Ram(m)-Böcken“ oder Festplattenkühler zu „Rodlern“. Für nahezu jede zu kühlende Computerkomponente hat EKL ein entsprechendes Pendant im Alpenföhn-Stil parat. Natürlich dürfen dabei auch die Prozessorkühler nicht zu kurz kommen, von denen gleich drei Exemplare im 120-mm-Format antreten. Wir haben uns genau diese Drei ins Haus geholt und testen, ob hinter den heiteren Namensspielereien auch ernstzunehmende Kühlergrößen stecken.

EKL-Alpenföhn-Kühlertrio

Die zweifelsfrei hoffnungsvollste Startposition nimmt dabei der „Groß-Clock'ner“ ein. Der günstige Hybrid-Towerkühler verfügt über einen leisen Lüfter sowie die Heatpipe-Direct-Touch-Technologie, bei welcher auf eine herkömmliche Bodenplatte verzichtet wird. Stattdessen liegen die Heatpipes direkt auf der Prozessoroberfläche auf. Die HDT-Technik hat bereits Herstellern wie Xigmatek zu beachtlichen Erfolgen verholfen und EKL verspricht eine noch bessere Umsetzung und daher mehr Performance.

Des Weiteren treten mit der Zugspitze und der Gletscherspalte zwei Top-Flow-Prozessorkühler an. Ersterer wurde im Stile erfolgreicher Thermalright-Entwicklungen umgesetzt und verfügt über PWM-Belüftung. Die Gletscherspalte setzt derweil auf ihr imposantes Heatpipe-Sixpack und einen sandwichartig verbauten Lüfter. Wie sich alle drei Neulinge im Referenzenvergleich behaupten können, klären wir auf den nächsten Seiten.

Groß-Clock'ner

Groß-Clock'ner Lieferumfang

Der Groß-Clock'ner ist das Aushängeschild der neuen Alpenföhn-Serie. Sein Lieferumfang beinhaltet neben den notwendigen Montageutensilien für die unterstützten Sockel eine Spritze mit Wärmeleitpaste, eine Anleitung mit deutschem Sprachteil sowie eine Fan-Mate-ähnliche Lüftersteuerung mit einem Regelbereich von etwa 5 bis 11 Volt.

Eckdaten

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern plant und produziert EKL ihre Kühler in Eigenregie und vermarktet nicht einfach aufgekaufte Produkte. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass wir beim Groß-Clock'ner endlich wieder einen Kühler sehen, der sich im Rahmen der Towerkonstruktion etwas von der Konkurrenz abheben kann. Neben der Doppel-T-artigen Lamellenform und der matt gestalteten obersten Aluminiumlamelle fällt vor allem auf, dass die Heatpipes nach oben hin gestutzt wurden und nicht über den Kühlkörper hinausstehen. Damit begnügt sich der Groß-Clock'ner mit einer relativ moderaten Bauhöhe von lediglich 155 mm, die ganz nach dem Geschmack vieler Besitzer kleinerer Gehäuse sein dürfte, die bisher auf den Einsatz von Towerkühlern aus Platzproblemen verzichten mussten.

Flacher Towerkühler ordentlicher Qualität Doppel-T-Design der Lamellen Drahtbügel-Lüfterbefestigung Verwendeter YS-TEch-Lüfter mit leisem Betrieb

Sahnestück des Kühlers ist aber zweifelsfrei der Boden. Die vier verbauten 8-mm-Heatpipes wurden gemäß der Direct-Touch-Bestrebungen im Bereich der Wärmeaufnahme leicht abgeflacht und in einen kleinen Aluminiumblock gepasst, sodass die Wärme ohne weitere Materialübergänge effektiv vom Prozessor an die Heatpipes abgegeben werden kann. Im Gegensatz zu anderen HDT-Lösungen (beispielsweise von Xigmatek) ist der Boden des Groß-Clock'ners trotz des vielfachen Heatpipe-Aluminium-Wechsels sehr eben. Das Geheimnis liegt in der Nachbearbeitung – während die meisten anderen Hersteller den HDT-Boden lediglich nachpolieren und damit tiefere Riefen nicht ausgleichen können, wird beim EKL-Pendant nachgeschliffen. Das Ergebnis ist eine nahezu einwandfrei plane Basis ohne Relief, die im Performance-Check den Unterschied ausmachen könnte.

Highlight: Nachgeschliffener HDT-Boden

Beim Lüfter, der zeitgemäß per Drahtbügel am Kühlkörper fixiert wird, greift EKL auf ein Green-Label-Modell von YS-Tech zurück. Diese sind bekannt für ihren leisen Betrieb. Und tatsächlich arbeitet der verbaute Ventilator bei einer maximalen Drehzahl von 1200 U/min bei einem hellen Motorrauschen angenehm geräuscharm und kann per mitgelieferter Regelung auf einen minimalen Level gedimmt werden.

Riefenfrei und plan Push-Pin-Modul für 775-Montage Fixierung per Kunststoffbolzen Keine Inkompatibilitäten auszumachen

Selbst bei der Montage hat man sich bei EKL Gedanken gemacht und greift nicht auf die Standardsysteme zurück. So verfügt der Kühler serienmäßig über eine 2-Punkt-Halteklammer, die direkt mit der Basis verschraubt wurde, mit welcher er blitzschnell und problemlos auf allen aktuelleren AMD-Plattformen mit Nasenhalterung am Retentionmodul installiert werden kann. Damit ist für AMD-Anwender allerdings auch die Montagerichtung durch die Sockelpositionierung vorgeschrieben. Beim Intel Sockel 775 werden derweil ein Kunststoff-Push-Pin-Bügel in die Montagebohrungen der Hauptplatine gedrückt und dessen Spreitzstifte mit vier Kunststoffbolzen zur Fixierung gebracht. Das Befestigen des Groß-Clock'ners auf der CPU erfolgt dann analog zum AMD-Fall mit Hilfe der Nasen-Ösen-Halterung.

Zugspitze

Wenig üppig: Der Lieferumfang der Zugspitze

Mit der Zugspitze will EKL auch ein leistungsstarkes Modell im Top-Flow-Format im Portfolio wissen. Zumindest der Lieferumfang fällt aber deutlich sporadischer aus als beim Groß-Clock'ner. Neben dem Kühler samt Lüfter erfreut uns die großzügige Verpackung lediglich mit den Montagematerialien nebst Anleitung und Wärmeleitpaste.

Eckdaten

Das Design des Kühlers ist wenig revolutionär. Einer massiven Kupferbodenplatte entspringen fünf 6-mm-Heatpipes und führen die Wärme zu einem horizontal schwebend angeordneten Aluminiumkühlkörper mit engem Lamellenabstand. Mit diesem Konzept konnte bereits der Thermaltake Big-Typhoon vor drei Jahren punkten und auch Thermalrights SI-Serie fußte auf dieser Bauweise. Die EKL-Zugspitze befindet sich also in guter Gesellschaft.

Herkömmlicher Top-Flow-Aufbau Kein HDT, dafür massive Kupferbasis Ordentliche Qualität zum Preis von knapp 30 Euro Rahmenloser 38-mm-Lüfter, laut und leistungsstark

Besonderheit der Zugspitze stellt der verwendete Lüfter dar. Ein weitgehend rahmenloses Modell mit 38-mm-Bauhöhe und weißen Rotorblättern kommt hier zum Einsatz. Der 4-Pin-Lüfter kann über PWM angesteuert werden und verfügt typischerweise über einen sehr großen Drehzahlbereich (5 Volt: 300 U/min, 12 Volt: 1800 U/min), wobei er aufgrund des hohen Luftumschlages in den höheren Spektren zum unsäglich lauten Zeitgenonssen avanciert. Überdies macht der Rotor im Betrieb einen sehr unrund, gar unwuchtig laufenden Eindruck. Im 5-Volt-Betrieb kann man den Lüfter zwar getrost als „kaum wahrnehmbar“ bezeichnen, er fördert in diesem Modus allerdings auch kaum noch Luft.

Der Lüfter wird mittels vier Gummi-Entkopplern an einem am Kühlkörper eingehakten Kunststoffrahmen befestigt. Dabei wurde beim Entkoppler-Material auf einen extrem weichen Gummi gesetzt, der beim Abziehen des Lüfters vom Halterahmen gerne nachgibt und zerreißt. Hier sollte nachgebessert oder zumindest Ersatzgummis beigelegt werden, um Ärgernissen beim Kunden vorzubeugen.

PWM-fähig und mit großem Drehzahlspektrum, aber recht unrund laufend Geformte Lüfteraufnahme der Lamellen Bebilderte Anleitung und aufwändige Verschraubmontage Montagerichtung beachten: So sollte die Zugspitze ausgerichtet sein

Die Montage der Zugspitze geht leider nicht ganz so leicht von der Hand, wie es beim Groß-Clock'ner der Fall ist. AMD-Besitzer müssen zunächst das Serienretentionmodul entfernen, Intel-Anwender können sofort loslegen, mainboardrückseitig die drei H-Platten (Dämpfer, Isolierer und Rückplatte) zu positionieren und die Schrauben von unten durchzustecken. Von oben wird dann per Sechskant-Abstandsbolzen eine Haltevorrichtung installiert. Nun können der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste benetzte CPU aufgesetzt, die andere H-Metallplatte in der Kerbe des Kühhlerbodens eingelegt und per alternierender Fixierung der Daumenschrauben angebracht werden. Dabei ist auf ein gleichmäßiges Festdrehen der Schrauben zu achten, damit der Kühler nicht verkantet auf dem Prozessor aufsitzt. Hinsichtlich der Ausrichtung empfiehlt EKL einen zur Northbridge schauenden Heatpipeschwung, wie es auf dem Bild oben rechts zu sehen ist, damit die Heatpipes nicht gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.

Gefährlich: Dämpfer und Isolierung durchstochen, Kurzschlussstelle an Metall-H-Platte

Als kritisch kann unserer Meinung nach die zu geringe Dicke der Isolier- und Dämpfer-H-Platten bezeichnet werden. Sind die mainboardrückseitigen Lötstellen relativ spitz und lang, können sie beim Festdrehen durch die Isoliermaterialien dringen (so bei uns geschehen) und einen Kurzschluss verursachen. Hier muss unbedingt nachgebessert werden!

Gletscherspalte

Lieferumfang Gletscherspalte

Mit der Gletscherspalte stellen wir das teuerste Produkt der EKL-Alpenföhnlinie vor. Sein Lieferumfang präsentiert sich dabei aber weitgehend identisch mit dem der Zugspitze. Neben dem Kühler erhält der Anwender das Montagematerial inklusive Wärmeleitpaste und Anleitung.

Eckdaten

Die Konstruktion der Gletscherspalte ist eine deutlich kompliziertere als die der Zugspitze. So verfügt dieser EKL-Spross über zwei Aluminiumlamellenkörper, zwischen denen der unbeleuchtete, transparente 120-mm-Lüfter sandwichartig platziert wurde. Der massiven Kupferbodenplatte entspringen dabei gleich sechs Heatpipes mit je 6-mm-Durchmesser, wobei vier einfache Pipes zum oberen Kühlkörper verlaufen, während die beiden anderen Kapillare U-förmig geschlängelt die Wärme zum unteren Lamellenpart transportieren. Der gesamte Aufbau wirkt spektakulär, optisch stimmig und ist von hoher Qualität.

Sandwich-Aufbau mit Top-Flow-Grundlage Heatpipe-Sechserpack mit nettem Schwung Auch hier – Lüfterfixierung zeitgemäß per Drahtbügel am unteren Lamellenkörper Ebenfalls kein HDT, dafür ordentlich gearbeitete Kupfer-Basis

Die dahinter steckende Idee ist, den vom Lüfter erzeugten Luftstrom sowohl saugend als auch blasend zu nutzen und somit Leistungsvorteile gegenüber herkömmlichen Top-Flow-Kühlern zu erzielen. Die belüftetende Funktion übernimmt dabei ein per Drahtbügel am unteren Lamellenkörper befestigter 120-mm-Spross mit 3-Pin-Anschluss. Bei einer maximal spezifizierten Drehzahl von 1300 U/min unter 12 Volt arbeitet der Fan deutlich wahrnehmbar, aber im akzeptablen Bereich, sofern man ihn freistehend betreibt. Im Sandwich eingebaut, werden konstruktionsbedingt allerdings – und hier dürfte der größte Nachteil der Bauart liegen – derart starke Luftverwirbelungen erzeugt, dass ein aufdringliches, fiependes Gesamtgeräusch entsteht. Im 5-Volt-Betrieb, bei etwas über 700 U/min, werkelt die Combo dagegen angesichts der geschrumpften Luftbewegungen deutlich unauffälliger vor sich hin und wird lediglich von minimalen Säuselgeräuschen begleitet, während das Fiepen weitgehend verschwindet.

Transparenter 120-mm-Fan – nicht ganz nebengeräuschsfrei Imposantes Geflecht aus 6-mm-Heatpipes Aufwändige Montage per Sechskantschrauben und Inbus – das ginge besser! Ausrichtung mit Heatpipes zum Chipsatz bringt die beste Performance

Die Montage der Gletscherspale erfolgt analog zu der der Zugspitze. Das bedeutet: Mainboardausbau zur Direktverschraubung und dieselbe Problemstellung hinsichtlich der Isolierrückplatten. Unklar ist allerdings auch, warum EKL bei der Gletscherspalte nicht auf die bequemen Daumenschrauben zur Fixierung setzt, sondern kleine Sechskant-Schrauben beilegt, die mühsam mit dem ebenfalls zum Lieferumfang gehörenden Inbusschlüssel eingedreht werden müssen. Von der Breite und Verdeckung der Schrauben nehmen sich beide Kühler jedenfalls nicht viel. So verstreichen viele Minuten des fummligen Ärgernisses, bis die kleinen Schräubchen endlich versenkt sind. Abseits davon sollte auch bei der Gletscherspalte die Ausrichtung so gewählt werden, dass die Heatpipebögen der vier langen Pipes in Richtung Chipsatz schauen.

Testsystem

Heiz- und Herzstück unserer aktuellen Kühlertestplattform ist der mit einer spezifizierten Thermal Design Power (TDP) von 130 Watt ausgezeichnet skalierende Intel Core 2 Extreme QX6700, eine imposant leistungsfähige Quad-Core-CPU im 65-nm-Design, deren vier Kerne mit jeweils 2,66 GHz bei 1,35 Volt Kernspannung betrieben werden.

Als weitere Schlüsselkomponente unserer auf einen möglichst leisen Betrieb ausgelegten Komposition vertrauen wir beim Netzteil auf das Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt, das uns mit freundlicher Unterstützung von Be-Quiet [6] zur Verfügung gestellt wurde und beispielsweise bei Caseking [7] erhältlich ist. Den temperaturgeregelten, sehr leisen Serienlüfter des hocheffizienten Netzteiles tauschen wir aus Gründen des fairen Kühlervergleiches gegen einen mit konstant 800 U/min drehenden Scythe S-Flex, der den Papst F2GLL als Referenzlüfter im neuen System ablöst. Ein weiterer S-Flex werkelt auch rückseitig auf Höhe des Prozessorsockels ausblasend als einziger Gehäuselüfter im neuen Testgehäuse, dem Coolermaster Stacker 830, das uns zu diesem Zweck von Caseking [8] zur Verfügung gestellt wurde. Das Stacker 830 als meistverkauftes High-End-Gehäuse Europas bietet die Annehmlichkeiten einer weit verbreiteten Innenraumaufteilung, großzügigen Platzverhältnissen und durch den üppigen Gebrauch von lochblechernen Seitenwänden gute Belüftungs- und Luftansaugmöglichkeiten für die verschiedenen Testkühlerkonzepte. Alle weiteren Komponenten sind folgender Zusammenstellung zu entnehmen:

Großräumiges Testgehäuse mit vielen Lüftungsmöglichkeiten: Coolermaster Stacker 830 Hitzköpfige Infrastruktur: QX6700 Quadcore und Radeon X1900XTX Scythe S-Flex SFF21D – unsere 120-mm-Lüfterreferenz mit 800 U/min Testnetzteil: Be-Quiet Straight-Power mit 600 Watt

Testverfahren: Wir gönnen dem frisch gestarteten System zunächst eine einstündige Aufwärmphase, in der Futuremarks „Ice Storm Fighter“-Demo (eine speziell auf die Leistungsfähigkeit von Quad-Core-Systemen abgestimmte, berechnungstechnisch in Threads aufgeteilte Grafikdemo, die das gesamte System entsprechend aufheizt) zum Einsatz kommt. Daran schließt sich der eigentliche Hitzetest für den Prozessor an, wobei wir uns dazu des kleinen, aber feinen Tools Core2MaxPerf 1.0 [9] bedienen, um die CPU-Auslastung aller vier Kerne über eine weitere Stunde konstant maximal zu halten. Core2MaxPerf 1.0 hat sich im Test gegen einige andere, potentielle Auslastungstools wie etwa Prime95, Intels Thermal Analysis Tool oder S&M aufgrund der besonders intensiven thermischen Beanspruchung aller vier Kerne durchgesetzt. Zum Abschluss der Testdurchläufe gewähren wir jedem Kühler noch eine Leerlaufphase von einer halben Stunde. Während des gesamten Szenarios werden die Temperaturverläufe mit der Everest-Ultimate-Software dokumentiert und die Maxima von uns zur Bewertung herangezogen. Wir testen jeden Kühler zunächst im 12-Volt-Modus, danach im 5-Volt-Betrieb.

Im Volllastbetrieb der CPU verbraucht unser System etwa 270 Watt, während im Leerlauf noch eine Leistungsaufnahme von 155 Watt zu verbuchen ist.

Achtung! Die Temperatur-Messergebnisse sind mitunter recht stark an die verwendete Testplattform geknüpft und können je nach Konfiguration erheblich abweichen. Sie sollten nur als Orientierung und grobe Tendenz, nicht allerdings als absolut angesehen werden.

Voltcraft Schallpegelmessgerät 320 Lüftergeräusche zum Reinhören: Samsons Q1U macht es möglich Anemometer zur Bestimmung der Luftgeschwindigkeit

Die Messung der Lautstärke erfolgt im Einzelbetrieb des jeweiligen Kühlers im 40-cm-Abstand mit einem Voltcraft-320-Schallpegelmessgerät, das die Geräuschemission nach den bekannten A-Bewertungskurven in einem Bereich von 30 bis 130 Dezibel interpretiert. Die Grundlautstärke des Messraumes bei subjektiv empfundener Stille beträgt 30,4 dB(A). Ab dieser Schwelle kann das vom Kühler emittierte Geräusch nicht mehr vom Messgerät aufgelöst werden. Bis etwa 35 dB(A) kann je nach Sensibilität des Anwenders und Frequenzcharakter des Tons davon ausgegangen werden, dass die Lüftergeräusche bei geschlossenem Gehäuse nicht respektive kaum mehr wahrzunehmen sind. Ab 40 dB(A) unserer Skala sind die Geräusche deutlich zu hören, ab 50 dB(A) beginnt der sehr störende Bereich.

Als neuen Service bieten wir außerdem ab sofort MP3-Hörproben der Kühlcombos in den jeweiligen Betriebsmodi (5 Volt / 12 Volt) an, da die gemessenen Schalldruckwerte nur für wenige Leser wirklich greif- und vorstellbar sind. Außerdem kann man mit Hilfe dieser Aufnahmen, die im Abstand von 5 cm zum Objekt erfolgen, den Charakter des jeweiligen Lüftergeräusches besser erfassen und einschätzen.

Ferner werden von uns die vom Lüfter erzeugten Windgeschwindigkeiten mit einem Anemometer gemessen und die maximale Geschwindigkeit als Indikator für den Volumendurchsatz angegeben. Dieser lässt sich dann einfach per Multiplikation des von uns angegebenen Wertes mit dem jeweiligen Lüfterquerschnitt abschätzen. Dabei ist bei der Ermittlung der Querschnittsfläche darauf zu achten, dass der Rotorbereich nicht mit eingerechnet werden darf.

Leistungsvergleich mit Serienlüftern

In der zunächst geführten Gegenüberstellung mit den Serienlüftern ordnen sich die drei EKL-Sprösslinge gemäß ihrer Lautstärken im Mittelfeld ein. Eine sehr gute Figur machen dabei vor allem die Gletscherspalte, die im Top-Flow-Format neue Akzente setzt, und der Groß-Clock'ner, der sich beispielsweise vor den Xigmatek-HDT-Kühlern behaupten kann. Die Zugspitze vermag ihre Leistungsfähigkeit etwas hinter dem lauten Serienlüfter zu verstecken und hält bei 12 Volt Betriebsspannung mit 67,25 °C gut mit, bei etwa 840 U/min kühlt sie unsere CPU auf 79,25 °C (nicht aufgeführt), während ihr dies bei 5-Volt und 320 U/min nicht mehr gelingt.

Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [10]

Zum Einordnen der Lautstärken verweisen wir an dieser Stelle wieder auf unsere MP3-Hörproben der Kühlercombos, mit deren Hilfe man die Charaktäre der einzelnen Lüfter sicher besser auffassen kann.

Vergleich mit Serienbelüftung [12 Volt / 5 Volt]

Kühlercombo
[Lüfter]
Drehzahl
[U/min]
v(Luft)
[km/h]
Last-Temp.
Kerne* [°C]
Lärm
[dB(A)]
Test
[Datum]
ZEROtherm Nirvana NV120
120mm: Serie
2450 (12V) 18,461,2545,708.11.07 [11]
Zalman CNPS 9700
110mm: Serie
2250 (12V)n.a. 62,2549,915.09.06 [12]
Enzotech Ultra-X
120mm: ADDA Serie
2200 (12V)n.a. 62,7552,301.11.07 [13]
Noctua NH-U12P
120mm: Noctua NF-P12
1320 (12V)9,763,2535,601.02.08 [14]
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
2640 (12V)15,964,044,407.03.08 [15]
EKL Gletscherspalte
120mm: Alpenföhnserie
1250 (12V)11,566,537,703.04.08
Enzotech Ultra-X
120mm: ADDA Serie
1100 (5V)n.a. 66,535,501.11.07 [12]
ZEROtherm Nirvana NV120
120mm: Serie
1030 (5V)7,367,2532,008.11.07 [10]
EKL Zugspitze
120x38mm: Serie
1680 (12V)14,767,2539,203.04.08
EKL Groß-Clock'ner
120mm: YS-Tech KM121225LS
1110 (12V)8,668,2532,503.04.08
Xigmatek Red Scorpion
120mm: Xigmatek Serie LED
1280 (12V)9,268,7532,707.03.08 [14]
Zalman CNPS 9700
110mm: Serie
1250 (5V)n.a. 69,2533,315.09.06 [11]
Zalman CNPS 9500
92mm: Serie
2250 (12V)n.a. 69,547,116.09.05 [16]
Scythe Ninja CU
120mm: Scythe Slip Stream
750 (12V)5,0 70,75<30,430.11.07 [17]
Scythe Orochi
140mm: Scythe SY1425SL12L
460 (12V)3,071,0<30,428.02.08 [18]
Scythe Zipang
140mm: Scythe DFS132512L
950 (12V)6,171,7531,910.02.08 [19]
EKL Gletscherspalte
120mm: Alpenföhnserie
720 (5V)6,173,031,403.04.08
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
1170 (7V)n.a.74,032,407.03.08 [14]
Noctua NH-U12P
120mm: Noctua NF-P12
550 (5V)3,574,25<30,401.02.08 [13]
Xigmatek HDT-D1284
120mm: AD1212DX
1240 (12V)9,474,2533,007.03.08 [14]
Zalman CNPS 9500
92mm: Serie
1400 (5V)n.a. 75,7532,916.09.05 [15]
Scythe Orochi
140mm: Scythe SY1425SL12L
220 (5V)0,577,0<30,428.02.08 [17]
Scythe Ninja CU
120mm: Scythe Slip Stream
440 (5V)2,1 79,75<30,430.11.07 [16]
EKL Groß-Clock'ner
120mm: YS-Tech KM121225LS
530 (5V)3,380,75<30,403.04.08
Xigmatek Red Scorpion
120mm: Xigmatek Serie LED
480 (5V)2,784,530,707.03.08 [14]
Scythe Zipang
140mm: Scythe DFS132512L
450 (5V)2,087,75<30,410.02.08 [18]
Xigmatek HDT-SD964
92mm: ADDA AD0912HX
420 (5V)1,6>100
Absturz
<30,407.03.08 [14]
EKL Zugspitze
120x38mm: Serie
315 (5V)1,5>100
Absturz
<30,403.04.08

Leistungsvergleich mit Referenzlüftern

Als ein wichtiges Kriterium für den Vergleich der Leistungsfähigkeit eines Kühlkörpers zählt die gegenüberstellende Messung mit gleichen Lüftern. Für 120-mm-Kühler und solche, die dazu kompatibel sind, setzen wir nach wie vor auf die tabellarisch näher charakterisierten drei Lüfterexemplare der verschiedenen Leistungsklassen.

Scythe S-FlexPapst F2GLLSharkoon Power
120-mm-Referenzlüfter mit niedriger Drehzahl: Scythe S-Flex SFF21D mit ~ 750 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit mittlerer Drehzahl: Papst F2GLL mit ~ 1140 U/min
120-mm-Referenzlüfter mit hoher Drehzahl: Sharkoon Power mit ~ 2100 U/min
750 U/min (12 Volt)1150 U/min (12 Volt)2100 U/min (12 Volt)
v(max)Luft = 4,7 km/hv(max)Luft = 8,1 km/hv(max)Luft = 17,3 km/h
unhörbarminimal wahrnehmbaraufdringlich laut
< 30,4 dB(A)31,5 dB(A)49,3 dB(A)
mp3-Hörprobemp3-Hörprobemp3-Hörprobe
Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [9]
Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [9]
Download: Lüfterhörprobe als mp3-Datei [9]

Drei Kühler – drei verschiedene Leistungsbilder. Beginnen wir mit dem Groß-Clock'ner: Der günstige EKL-Tower zeigt das hohe Potential der HDT-Technik und setzt sich im Vorderfeld des Rankings fest. Dabei ist zu beachten, dass die Konkurrenz um ihn herum bisweilen deutlich teurer und nicht zuletzt größer ist als der EKL-Spross. Ebenfalls positiv setzt sich die Gletscherspalte in Szene. Das Sandwich-Layout zeigt sich trotz Top-Flow-Format als sehr leistungsstark und kann gut mit den Tower-Kontrahenten mithalten. Zu beachten gilt allerdings, dass aufgrund der größeren Luftverwirbelungen bei der Gletscherspalte (bzw. im Allgemeinen bei Sandwich-Konstruktionen) trotz desselben Lüfters eine höhere Geräuschemission vorliegt. Das Phänomen relativiert sich allerdings mit sinkender Lüfterdrehzahl erheblich. Etwas abgeschlagen reiht sich die Zugspitze in die Charts ein. Der herkömmlich gebaute Top-Flow-Kühler hat gegen die starke Konkurrenz kaum Chancen.

Kühlercharts mit Referenzlüftern

Kühlervergleich mit gleichen Lüftern

 Silent: Scythe S-Flex:
Scythe Orochi
68,75
Thermalright IFX-14
69,00
Scythe Ninja Cu
70,75
Noctua NH-U12P
71,25
EKL Groß-Clock'ner
71,75
Thermalright Ultra-120 eXtr.
72,25
Xigmatek HDT-S1283
72,50
EKL Gletscherspalte
72,75
Scythe Ninja Rev. A/B
73,00
Scythe Mugen
73,50
Xigmatek Red Scorpion
73,50
Scythe Zipang
74,00
Enzotech Ultra-X
74,25
Scythe Andy Samurai
74,75
Xigmatek HDT-D1284
76,50
Silverstone Nitrogen NT06
78,75
EKL Zugspitze
79,50
 Normal: Papst F2GLL:
Thermalright IFX-14
65,50
Scythe Orochi
65,75
Noctua NH-U12P
66,75
Thermalright Ultra-120 eXtr.
67,00
EKL Groß-Clock'ner
67,00
Xigmatek HDT-S1283
67,25
Scythe Ninja Cu
67,75
Xigmatek Red Scorpion
68,00
Scythe Mugen
68,50
EKL Gletscherspalte
68,75
Scythe Zipang
69,25
Scythe Ninja Rev. A/B
69,50
Enzotech Ultra-X
69,50
Scythe Andy Samurai
71,75
EKL Zugspitze
72,25
Xigmatek HDT-D1284
73,50
Silverstone Nitrogen NT06
74,75
 Power: Sharkoon Power:
Scythe Orochi
62,00
Thermalright IFX-14
62,25
Noctua NH-U12P
62,25
Thermalright Ultra-120 eXtr.
62,50
EKL Groß-Clock'ner
62,75
Xigmatek HDT-S1283
63,00
Scythe Ninja Cu
63,25
Scythe Mugen
63,75
Xigmatek Red Scorpion
64,00
EKL Gletscherspalte
65,75
Scythe Ninja Rev. A/B
66,00
Scythe Andy Samurai
66,25
Enzotech Ultra-X
66,50
Scythe Zipang
67,00
Silverstone Nitrogen NT06
68,50
Xigmatek HDT-D1284
71,50
EKL Zugspitze
71,50
Angaben in °C

* Hierbei handelt es sich um das arithmetische Mittel der Kerntemperaturen der vier nativen Kerne unseres Testprozessors, die zur Generierung der Rangfolge in den Charts herangezogen werden.

Fazit

EKL gelingt mit dem Alpenföhn-120-mm-Trio ein gelungener Einstand in die aktuelle Retail-Prozessorkühlerkonkurrenz, denn hinter den witzigen Namen stecken durchaus sehr gute Kühlprodukte. Im Besonderen hat sich der Groß-Clock'ner, der sich auf Basis seiner erstklassig gearbeiteten Heatpipe-Direct-Touch-Lösung enorm leistungsstark präsentiert, als echtes Top-Produkt heraus kristallisiert. Darüber hinaus verfügt er über moderate Ausmaße, eine gute, leise Serienlüfterbestückung sowie eine intelligente Montageumsetzung. Bei einem sehr fairen Endkundenpreis von unter 30 Euro hat er sich unsere ComputerBase-Empfehlung redlich verdient.

Empfehlung (04/08)

Nicht ganz so überzeugend verläuft die Vorstellung der Zugspitze. Der recht unspektakuläre Top-Flow-Spross hat es sichtlich schwer, sich gegen die leistungsstarke Konkurrenz zu behaupten. Auch der verwendete Lüfter, der in Sachen Qualität, Befestigung und Lautstärke leider nicht die beste Figur macht, trübt das Gesamtbild gehörig. Die gewählte Direktverschraubung als Montageform lässt nicht nur etwas Anwenderfreundlichkeit vermissen, sondern ist aufgrund der durchstochenen Isolierungen auch noch gefährlich. Insgesamt erscheinen die 30 Euro Anschaffungspreis also deutlich besser beim Groß-Clock'ner angelegt zu sein.

Trio mit Lichtblicken – Groß-Clock'ner mit tollem Gesamtpaket

Teilweise wacker schlägt sich unterdessen die Gletscherspalte, die vor allem mit einer unerwartet hohen Kühlperformance überzeugt. Das Sandwich-Design hat also durchaus seinen Reiz, verursacht aber deutlich höhere Lärmemissionen bei identischer Lüfterbestückung gegenüber nur einseitig belasteten Kühlerkonstruktionen. Die Qualität der Gletscherspalte ist ordentlich, der mitgelieferte Lüfter geht bei Bedarf auch leise zu Werke. Unverständlich ist dagegen, warum bei der ohnehin recht aufwändigen Verschraub-Montage auf fummelige Sechskantschrauben gesetzt wurde, anstatt auf die bequemen Daumenschrauben wie bei der Zugspitze zu vertrauen. Außerdem gilt es auch hier das arge Problem mit den Isolierungen zu beheben. Der Preis von etwa 35 Euro ist fair gewählt, sodass nach Ausbesserung der Mängel auch bei der Gletscherspalte zugegriffen werden darf.

Alle drei EKL-Kühler sowie weitere Produkte aus der Alpenföhn-Serie sind beispielsweise im Online-Shop von Caseking [20] erhältlich.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/news/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/maerz/case_spaetzle_gletscherspalte_rammbock/
  2. http://www.ekl-ag.de/
  3. http://www.caseking.de/shop/catalog/CPU-Kuehler/Alle-CPU-Kuehler/Alpenfoehn-CPU-Kuehler-Gross-Clockner-AMD-Intel::10261.html
  4. http://www.caseking.de/shop/catalog/CPU-Kuehler/Alle-CPU-Kuehler/Alpenfoehn-CPU-Kuehler-Zugspitze-AMD-Intel::10263.html
  5. http://www.caseking.de/shop/catalog/CPU-Kuehler/Alle-CPU-Kuehler/Alpenfoehn-CPU-Kuehler-Gletscherspalte-AMD-Intel::10262.html
  6. http://www.be-quiet.net/
  7. http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=30_164&products_id=4823
  8. http://www.caseking.de
  9. http://www.withopf.com/tools/cputempwatch/
  10. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/cpu-kuehler_hoerproben/
  11. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_zerotherm_nirvana_nv120/
  12. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2006/test_zalman_cnps_9700_led/
  13. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_enzotech_ultra-x/
  14. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_noctua_cpu-kuehler_nh-u12p/
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_xigmatek_red_scorpion_hdt-sd964_hdt-d1284/
  16. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2005/test_zalman_cnps9500_led/
  17. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/test_scythe_ninja_cu_prozessorkuehler/
  18. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_scythe_orochi_cpu-kuehler-riese/
  19. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2008/test_scythe_zipang
  20. http://www.caseking.de/shop/catalog/top_brands.php?tbm=m191_Alpenfoehn.html
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