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Test: Drei passiv gekühlte Grafikkarten

von Wolfgang Andermahr

Einleitung

Moderne Grafikkarten haben, egal wie unterschiedlich ihre Architekturen auch sein mögen, fast immer eines gemeinsam: Einen Lüfter, der größtenteils mehr als nur gut hörbar auf dem Chip rotiert, um diesen immer angenehm kühl zu halten. Durchaus keine schlechte Sache. Allerdings sind entsprechende Karten weniger für einen Silent-PC geeignet und ein Lüfterumbau, bei dem unter anderem die Garantie verloren geht, ist auch nicht jedermanns Sache.

Aus diesem Grund führen die Hersteller, nachdem es zu den Anfangszeiten der Grafikkarte aufgrund der geringen Hitzeentwicklung normal gewesen, dann jedoch wieder aus der Mode gekommen ist, immer öfter komplett passive Kühlkörper im Produktportfolio, die die Abwärme durch ihre teilweise gigantische Fläche sowie mehrere Heatpipes abführen können. Da somit die lüfterlosen Kühllösungen wieder stark genug geworden sind, um auch schnellere Grafikchips kühl zu halten, werden immer mehr lautlose Karten auf den Markt geschwemmt, die von den Kunden mehr als nur gerne gekauft werden.

Drei passive Grafikkarten im Test

Mit von der Partie sind unter anderem AOpen, die eine interessanten GeForce-6600-Karte im Low-Profil-Format anbieten und Gigabyte mit einer gar übertakteten GeForce 6600 GT und einer Radeon X800 XL, mit denen Spiele auch in höheren Qualitätseinstellungen flüssig laufen. Jene Karten haben in unserem Testparcours zu zeigen, ob sie mit den deutlich lauteren Kollegen mithalten können, ohne durch die wärmeren Chiptemperaturen in kritische Bereiche zu gelangen. Somit werden wir in diesem Artikel die Benchmarks eher in den Hintergrund stellen und mehr auf die Stabilität der passiv gekühlten Grafikkarten achten. Ob die passiven Modelle auch in einem schlecht oder gar nicht belüfteten Gehäuse genauso problemlos arbeiten wie ihre aktiv gekühlten Derivate?

Technische Daten

GeForce
6600
GeForce
6600 GT
Radeon
X800 XL
Logo
GeForce 6600

GeForce 6600 GT

Radeon X800 XL

ChipNV43NV43R430
Transistorenca. 146 Mio.ca. 146 Mio.ca. 160 Mio.
Fertigung0,11 µm0,11 µm0,11 µm
Chiptakt300 MHz500 MHz400 MHz
Pixel-Pipelines8816
ROPs4416
Pixelfüllrate1200 MPix/s2000 MPix/s6400 MPix/s
TMUs je Pixel-Pipeline111
Texelfüllrate2400 MTex/s4000 MTex/s6400 MTex/s
Vertex-Pipelines336
Dreiecksdurchsatz225 MV/s375 MV/s600 MV/s
PixelshaderPS 3.0PS 3.0PS 2.b
VertexshaderVS 3.0VS 3.0VS 2.0
Speichermenge128 MB DDR128 GDDR3256 GDDR3
Speichertakt250 MHzPCIe: 500 MHz
AGP: 450 MHz*
490 MHz
Speicherinterface128 Bit128 Bit256 Bit
Speicherbandbreite8000 MB/s16000 MB/s
14400 MB/s*
31360 MB/s
Präzision pro Kanal32Bit (FP32)32Bit (FP32)24Bit (FP24)
InterfacePCIe/AGPPCIe/AGPPCIe/AGP
SLI-UnterstützungJa (PCIe)Ja (PCIe)Ja
* Der Speichertakt ist von den Herstellern frei wählbar.

Die nVidia-Probanden in unserem Testfeld, die GeForce 6600 und die 6600 GT, basieren beide auf dem NV43-Chip, der von TSMC im 110-nm-Verfahren gefertigt wird. Er verfügt über insgesamt 8 Pixel-Pipelines, die jedoch im Unterschied zum größeren Bruder, der GeForce 6800-Serie, bei den ROPs beschnitten sind. So besitzt nicht mehr jede einzelne Pixel-Pipeline eine ROP-Einheit (zuständig für Rasteroperationen) – aber immer noch eine Texture Mapping Unit (TMU) – , sondern nur noch jede zweite, womit der NV43 auf insgesamt vier ROPs zurückgreifen kann. Aus diesem Grund ist die Pixelfüllrate auf dem NV43 nur halb so hoch wie die Texelfüllrate.

Somit kann die GeForce 6600 nur noch jeden zweiten Takt einen Pixel auswerfen. Allerdings ist dies eher ein theoretischer Nachteil, da jener Effekt nur bei Single-Texturing auftritt, was in heutigen Spielen kaum noch verwendet wird. Bereits bei zwei Texturschichten benötigen heutige Grafikkarten mindestens zwei Takte, um zu einem Ergebnis zu kommen, weswegen die halbierte Anzahl der ROPs in der Praxis kaum ein Nachteil darstellt. Sowohl die GeForce 6600 als auch die GeForce 6600 GT verfügen über ein 128-Bit-Speicherinterface und werden standardmäßig mit einem 128 MB (die 6600 seit geraumer Zeit auch mit 256 MB) großen VRAM ausgestattet. nVidia überlässt bei der kleineren Variante dem Hersteller die Wahl, welcher Speichertakt in das BIOS einprogrammiert wird.

Weiterhin hat nVidia den Chip um drei Vertex-Pipelines beschnitten, weshalb der NV43 mit drei Geometrieprozessoren auskommen muss. Ansonsten ist er jedoch ein vollwertiger NV4x-Chip. Die Konkurrenzkarte in unserem Vergleich aus dem Hause ATi setzt auf den R430-Chip, der ebenfalls im 110-nm-Verfahren hergestellt wird, mit insgesamt zirka 160 Millionen Transistoren aber etwas komplexer ist. Verbaut wird der Chip unter anderem auf Radeon-X800-XL-Karten und verfügt insgesamt über vier Quads an Pixel- und über sechs Geometrieprozessoren – hier muss ATi der recht unflexiblen Architektur Tribut zollen, da man, im Gegensatz zur Konkurrenz, auf R4x0-Chips nicht ohne Weiteres eine Vertex-Pipeline deaktivieren kann. Punkten kann die Radeon X800 XL unter anderem mit einem 256-Bit-Memoryinterface, weswegen sie bei höheren Anti-Aliasing-Modi nur gering einbricht. Somit ist der R430-Chip eindeutig die stärkste Grafikkarte im Testfeld.

Die Karten

Um alle drei Testkandidaten besser miteinander vergleichen zu können, stellen wir nachfolgend ihre Features in einer Tabelle gegenüber.

ModellAOpen Aeolus PCX6600-DV128LP
(GeForce 6600)
Gigabyte GV-NX66T128VP
(GeForce 6600 GT)
Bild
AOpen GeForce 6600
Gigabyte GeForce 6600 GT
Preis, Geizhals
(lieferbar)
Chip
nVidia NV43
nVidia NV43
Architektur
8 Pixel-, 3 Vertex-Pipelines
8 Pixel-, 3 Vertex-Pipelines
Chiptakt
300 MHz
500 MHz
Speicher
128 MB GDDR3
128 MB GDDR3
Speichertakt (max.)
350 MHz
560 MHz
Speicherhersteller
Samsung GDDR3, 2,0 ns
Samsung GDDR3, 1,6 ns
Speicheranbindung
128 Bit
128 Bit
PCB
modifiziertes Design (Low-Profile)
modifiziertes Design
Anschlüsse
  • 1x D-Sub
  • 1x DVI
  • 1x TV-Out
  • 1x D-Sub
  • 1x DVI
  • 1x TV-Out
ViVo
Ja
-
Kühler
Heatpipe-Passivkühler, Single-Slot
Heatpipe-Passivkühler, Single-Slot
Speicherkühlung
Ja, durch Chipkühlung
Ja, durch Chipkühlung
Lieferumfang
  • Grafikkarte
  • DVI-auf-D-Sub-Adapter
  • HDTV/ViVo-Kabel
  • Handbuch
  • CD mit allen benötigten Treibern
  • Second Sight
  • Grafikkarte
  • DVI-auf-D-Sub-Adapter
  • Handbuch
  • CD mit allen benötigten Treibern
ModellGigabyte GV-RX80L256V
(Radeon X800 XL)
Bild
Gigabyte Radeon X800 XL
Preis, Geizhals
(lieferbar)
Chip
R430
Architektur
16 Pixel-, 6 Vertex-Pipelines
Chiptakt
400 MHz
Speicher
256 MB GDDR3
Speichertakt (max.)
490 MHz
Speicherhersteller
Samsung GDDR3, 2,0 ns
Speicheranbindung
256 Bit
PCB
ATi Referenz-Design
Anschlüsse
  • 1x D-Sub
  • 1x DVI
  • 1x TV-Out
ViVo
Ja
Kühler
Heatpipe-Passivkühler, Single-Slot
SpeicherkühlungJa, durch Chipkühlung
Lieferumfang
  • Grafikkarte
  • DVI-auf-D-Sub-Adapter
  • HDTV/ViVo-Kabel
  • Handbuch
  • CD mit allen benötigten Treibern
  • Joint Operations
  • Thief III
  • PowerDVD 6.0
  • PowerDirector 3.0 ME

Je teurer die Karte, desto besser die Ausstattung – auch wenn dieser Spruch nicht immer der Wahrheit entspricht, bei unseren drei Testkandidaten trifft er durchaus zu. Die um mehr als 100 Euro teurere Radeon X800 XL von Gigabyte bietet beispielsweise eine deutlich bessere Ausstattung als die preiswertere GeForce 6600 GT aus dem gleichen Haus. Weiterhin lässt sich feststellen, dass der ungewöhnliche Low-Profile-Formfaktor, welcher sich besonders für Micro-ATX-Gehäuse eignet, etwas mehr den Preis in die Höhe schnellen lässt, als zuerst vermutet. So ist jene Karte nur 30 Euro billiger als eine deutlich schnellere GeForce 6600 GT, auch wenn diese unter anderem keine ViVo-Fähigkeiten besitzt. Man kann also sagen, dass die AOpen-Karte sich nur in einem kleinen Gehäuse lohnt; bessere (oder viel mehr schnellere) Alternativen kosten nicht unbedingt deutlich mehr, wie die GeForce 6600 GT von Gigabyte zeigt.

Impressionen

AOpen GeForce 6600

Die AOpen „Aeolus PCX6600-DV128LP“ verfügt über den GeForce-6600-Chip von nVidia und ist durchaus eine etwas andere Grafikkarte, da sie im Low-Profile-Format gebaut ist, wodurch sie sich gut für den Einsatz in Barebones oder ähnlich kleinen Gehäusen eignet. Die Karte ist zur Zeit für ungefähr 120 Euro zu beziehen. Allerdings ist die kleine AOpen nur in wenigen Online-Shops überhaupt gelistet.

AOpen GeForce 6600

Direkt nach dem Öffnen der Verpackung und der ersten Begutachtung macht sich ein doch recht hohes Gewicht bemerkbar, das man der kleinen Karte gar nicht zugetraut hat. Grund dafür ist der massive Passivkühlkörper, der neben dem Chip auch den Speicher bedeckt. AOpen bietet zudem auf der Micro-ATX-Karte die normalen Anschlüsse, sprich einen TV- und DVI-Ausgang, an. Ein D-Sub-Anschluss ist ebenfalls vorhanden, welcher durch ein Datenkabel an die Karte angeschlossen wird, da das PCB aufgrund des Formfaktors nicht genug Platz bieten würde, um den Stecker direkt mit der Platine zu verbinden.

AOpen GeForce 6600 AOpen GeForce 6600 Rückseite AOpen GeForce 6600 Front-Panel

Die Aeolus taktet den Chip mit den standardmäßigen 300 MHz, setzt jedoch einen deutlich höherwertigeren Speicher ein, als man vermuten könnte. So ist auf der Platine ein GDDR3-Speicher von Samsung mit einer Reaktionszeit von 2,0 ns verbaut, der durchaus den ein oder anderen Übertaktungserfolg verspricht. Jener arbeitet mit 350 MHz, womit er genau 100 MHz über den Spezifikationen von nVidia liegt.

AOpen GeForce 6600 Passivkühler AOpen GeForce 6600

Softwareseitig sieht es bei der 128-MB-Karte etwas düster aus. Allerdings kann man bei einem Preis von 120 Euro diesbezüglich auch keinerlei Wunder erwarten. Neben einer Kabelpeitsche, um den TV-Ausgang beispielsweise an einen HDTV-fähigen Fernseher anzuschließen, sowie einem DVI-zu-D-Sub-Adapter und dem eher unbekannten PC-Spiel „Second Sight“ bietet AOpen dem Kunden keine weiteren Schmankerl an.

Gigabyte GeForce 6600 GT

Die Gigabyte „GV-NX66T128VP“ setzt wie die AOpen-Grafikkarte aus unserem Testfeld auf den GeForce-6600-Chip von NVidia, allerdings kommt dieses Mal die höher getaktete GT-Variante zum Einsatz. Der Kostenpunkt für die Karte liegt bei knapp 150 Euro und es stellt zur Zeit kein Problem dar, die entsprechende Hardware bei einem renommierten Online-Shop zu ergattern.

Gigabyte GeForce 6600 GT

Vergleicht man den passiven Kühlkörper mit dem der AOpen-Karte, dann fallen einem sofort der kleineren Dimensionen und ein deutlich geringeres Gewicht auf. Bemängeln müssen wir aber ganz klar die Befestigung der Kühlkonstruktion, da man ihn durch ein einfaches Berühren bereits verschieben und teilweise gar zur Seite neigen kann. Hier herrscht ganz klar Nachbesserungsbedarf, da so eine gute Kühlung kaum gewährleistet ist.

Gigabyte GeForce 6600 GT Rückseite Gigabyte GeForce 6600 GT Passivkühler Gigabyte GeForce 6600 GT Kühler

Gigabyte stattet die GeForce-6600-GT-Karte mit einer typischen Slot-Blende aus, womit D-Sub-, TV- und DVI-Ausgang vorhanden sind. Somit wird die normale Hausmannskost geboten. Der TV-Ausgang besitzt keine ViVo-Fähigkeiten. Etwas Besonders bietet die Grafikkarten bezüglich der Taktraten. Während die Spezifikationen für eine GeForce 6600 GT bei 500 MHz für den Chip und ebenso hohen 500 MHz für den Speicher liegen, dreht Gigabyte an der Taktschraube des VRAMs, der mit 560 MHz arbeitet und somit ein kleines Leistungsplus für sich verbuchen kann. Der verbaute Speicher besitzt eine Zugriffszeit von geringen 1,6 ns und wird von Samsung produziert.

Gigabyte GeForce 6600 GT Spannungswandler Gigabyte GeForce 6600 GT Front-Panel Gigabyte GeForce 6600 GT SLI-Anschluss

Kein Highlight – noch nicht einmal ein kleines – findet man nach dem Auspacken des Kartons vor. Mehr als eine Treiber-CD, ein Handbuch und die üblichen Adaptern legt Gigabyte der 6600-GT-Adaption nicht bei. Nachdem wir in einigen Foren über Temperaturprobleme bei passiv gekühlten Grafikkarten aus dem Hause Gigabyte gelesen haben, werden wir bei unserem Exemplar einen besonderen Blick auf die Temperatur und die Stabilität im längeren Betrieb unter Last werfen.

Gigabyte Radeon X800 XL

Hinter der Gigabyte-Karte mit dem kryptischen Namen „GV-RX80L256V“ versteckt sich eine komplett passiv gekühlte und deswegen lautlose Radeon X800 XL, die für ungefähr 260 Euro über die Ladentheke wandert. Somit bietet Gigabyte eine der wenigen passiv gekühlten Grafikkarten an, die schneller als die meisten Mid-Range-Produkte ist und dennoch ohne einen störenden Lüfter auskommt. Um die Verfügbarkeit der Karte sieht es zur Zeit nicht allzu rosig aus. Dennoch ist sie in einigen Online-Shops gelistet und auch lieferbar.

Gigabyte Radeon X800 XL

Nach dem Öffnen des Kartons fällt einem sofort der massige Kühlkörper auf der Gigabyte-Adaption auf, der sich auf der Vorder- sowie Rückseite weit über die gesamte Karte erstreckt. Das Gewicht der Karte ist hoch. Dennoch stellen der normale Betrieb und auch der Transport im eingebauten Zustand kein Problem dar. Im Gegensatz zur GeForce 6600 GT aus demselben Hause sitzt die Kühlkonstruktion bei der Radeon X800 XL bombenfest und lässt sich selbst mit sanfter Gewalt nicht bewegen.

Gigabyte Radeon X800 XL Rückseite Gigabyte Radeon X800 XL Kühlkörper Gigabyte Radeon X800 XL Front-Panel

Auch bei der Gigabyte-Karte findet man die obligatorischen Ausgänge vor. Erfreulicherweise verfügt der TV-Ausgang bei der verbauten Radeon X800 XL über die vollen ViVo-Funktionalitäten. Bei den Taktraten geht Gigabyte den gewöhnlichen Weg und hält sich komplett an die von ATi vorgegebenen Spezifikationen. Somit taktet der Chip mit 400 MHz, während der 256 MB große Speicher mit 490 MHz zu Werke geht. Er besitzt eine Zugriffszeit von 2,0 ns und wird ebenfalls in der Chipschmiede von Samsung hergestellt.

Gigabyte Radeon X800 XL Gigabyte Radeon X800 XL PCIe-Interface

Käufer der GV-RX80L256V finden ein recht umfangreiches Software-Paket im Karton vor: Neben den üblichen Adaptern legt Gigabyte der Grafikkarte mit „Joint Operations“ sowie „Thief III“ zwei durchaus interessante Spiele bei. Darüber hinaus können sich Käufer über „PowerDVD 6.0“ und die Software „PowerDirector 3.0 ME“ erfreuen. Auch bei diesem Produkt werden wir einen besonderen Blick auf die Temperaturen sowie Stabilität werfen.

Testsystem

Testsystem:

Benchmarks

Folgende Benchmarks kamen während unseres Tests zum Einsatz:

Alle Benchmarks werden mit maximalen Details ausgeführt, damit die Grafikkarte möglichst hoch belastet wird. Als Einstellungen haben wir uns dabei für 1280x1024 und 1280x1024 inklusive 4-fachem Anti-Aliasing und 16-fachem anisotropen Filter entschieden, um so die Hauptlast auf die GPU zu legen. Auf weitere Qualitätseinstellung sowie einen ausführlicheren Benchmarkparcours haben wir bei diesem Vergleich bewusst verzichtet, da es in dem Artikel weniger um den Leistungsvergleich der drei Testskandidaten geht, sondern viel mehr darum zu überprüfen, ob die passiv gekühlten Grafikkarten auch in einem schlecht belüfteten Gehäuse längere Zeit unter Last stabil laufen können. Ausführliche Benchmarks findet man in unseren Grafikkarten-Artikeln [4].

Achtung: Nach sorgfältiger Überlegung and mehrfacher Analyse selbst aufgenommener Spielesequenzen sind wir zu dem Schluss gekommen, im ForceWare-Treiber für nVidia-Karten die Qualitätseinstellungen auf High Quality anzuheben, da man nur mit diesem Setting das Texturflimmern effektiv bekämpfen kann. Zudem ist dieser Modus vergleichbar mit der Einstellung „Catalyst A.I. Standard“ auf den ATi-Pendants, wodurch bei der Bildqualität größtenteils ein Gleichstand erreicht wird.

Treibereinstellungen: nVidia-Grafikkarten

Treibereinstellungen: ATi-Grafikkarten

Synthetische Benchmarks

3DMark05

3DMark05

 1280x1024:
ATi Radeon X850 XT-PE
5.265
ATi Radeon X850 XT
5.033
nVidia GeForce 6800 Ultra
4.677
ATi Radeon X850 Pro
4.277
Gigabyte Radeon X800 XL
4.166
nVidia GeForce 6800 GT
3.963
ATi Radeon X800
3.275
nVidia GeForce 6800
3.007
Gigabyte GeForce 6600 GT
2.910
nVidia GeForce 6600 GT
2.780
AOpen GeForce 6600
1.805
 1280x1024 4xAA/16xAF:
ATi Radeon X850 XT-PE
3.520
ATi Radeon X850 XT
3.311
nVidia GeForce 6800 Ultra
3.236
Gigabyte Radeon X800 XL
2.822
ATi Radeon X850 Pro
2.762
nVidia GeForce 6800 GT
2.747
nVidia GeForce 6800
2.157
ATi Radeon X800
2.075
Gigabyte GeForce 6600 GT
1.812
nVidia GeForce 6600 GT
1.770
AOpen GeForce 6600
1.232
Angaben in Punkten

Spielebenchmarks

Unreal Tournament 2004

Unreal Tournament 2004

 1280x1024:
nVidia GeForce 6800 Ultra
72,0
nVidia GeForce 6800 GT
71,9
nVidia GeForce 6800
69,9
ATi Radeon X850 XT
66,3
Gigabyte GeForce 6600 GT
66,2
ATi Radeon X850 XT-PE
66,1
nVidia GeForce 6600 GT
65,4
ATi Radeon X850 Pro
65,0
Gigabyte Radeon X800 XL
64,9
ATi Radeon X800
60,7
AOpen GeForce 6600
47,7
 1280x1024 4xAA/16xAF:
ATi Radeon X850 XT-PE
52,4
ATi Radeon X850 XT
50,1
Gigabyte Radeon X800 XL
43,9
ATi Radeon X850 Pro
42,5
ATi Radeon X800
32,9
nVidia GeForce 6800 Ultra
32,9
nVidia GeForce 6800
29,5
nVidia GeForce 6800 GT
27,5
Gigabyte GeForce 6600 GT
26,4
nVidia GeForce 6600 GT
25,7
AOpen GeForce 6600
17,2
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Far Cry

Far Cry

 1280x1024:
ATi Radeon X850 XT-PE
75,4
ATi Radeon X850 XT
74,7
nVidia GeForce 6800 Ultra
74,6
nVidia GeForce 6800 GT
74,3
ATi Radeon X850 Pro
70,2
Gigabyte Radeon X800 XL
70,1
nVidia GeForce 6800
62,4
Gigabyte GeForce 6600 GT
60,9
nVidia GeForce 6600 GT
59,1
ATi Radeon X800
56,4
AOpen GeForce 6600
38,3
 1280x1024 4xAA/16xAF:
ATi Radeon X850 XT-PE
62,9
ATi Radeon X850 XT
59,6
Gigabyte Radeon X800 XL
51,7
ATi Radeon X850 Pro
49,7
nVidia GeForce 6800 Ultra
45,6
nVidia GeForce 6800 GT
38,8
ATi Radeon X800
36,8
nVidia GeForce 6800
29,5
Gigabyte GeForce 6600 GT
27,4
nVidia GeForce 6600 GT
26,0
AOpen GeForce 6600
16,8
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Half-Life 2

Half-Life 2

 1280x1024:
ATi Radeon X850 XT-PE
101,1
ATi Radeon X850 XT
97,5
Gigabyte Radeon X800 XL
83,8
ATi Radeon X850 Pro
81,7
nVidia GeForce 6800 Ultra
79,2
nVidia GeForce 6800 GT
67,4
ATi Radeon X800
64,2
Gigabyte GeForce 6600 GT
51,5
nVidia GeForce 6600 GT
50,6
nVidia GeForce 6800
50,5
AOpen GeForce 6600
31,5
 1280x1024 4xAA/16xAF:
ATi Radeon X850 XT-PE
60,5
ATi Radeon X850 XT
56,5
Gigabyte Radeon X800 XL
48,1
nVidia GeForce 6800 Ultra
47,1
ATi Radeon X850 Pro
45,3
nVidia GeForce 6800 GT
39,6
ATi Radeon X800
34,4
nVidia GeForce 6800
31,5
Gigabyte GeForce 6600 GT
24,3
nVidia GeForce 6600 GT
23,9
AOpen GeForce 6600
16,7
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Doom 3

Doom 3

 1280x1024:
nVidia GeForce 6800 Ultra
97,9
ATi Radeon X850 XT-PE
87,5
nVidia GeForce 6800 GT
86,0
ATi Radeon X850 XT
83,3
Gigabyte Radeon X800 XL
71,2
ATi Radeon X850 Pro
67,6
Gigabyte GeForce 6600 GT
64,6
nVidia GeForce 6800
64,3
nVidia GeForce 6600 GT
62,1
ATi Radeon X800
48,7
AOpen GeForce 6600
40,0
 1280x1024 4xAA/16xAF:
nVidia GeForce 6800 Ultra
55,4
ATi Radeon X850 XT-PE
54,8
ATi Radeon X850 XT
51,4
nVidia GeForce 6800 GT
48,0
Gigabyte Radeon X800 XL
43,3
ATi Radeon X850 Pro
37,5
nVidia GeForce 6800
29,3
Gigabyte GeForce 6600 GT
27,6
nVidia GeForce 6600 GT
27,4
ATi Radeon X800
26,9
AOpen GeForce 6600
16,8
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

The Chronicles of Riddick

The Chronicles of Riddick

 1280x1024:
nVidia GeForce 6800 Ultra
60,5
nVidia GeForce 6800 GT
51,4
ATi Radeon X850 XT-PE
47,6
ATi Radeon X850 XT
43,4
Gigabyte Radeon X800 XL
37,7
ATi Radeon X850 Pro
37,7
nVidia GeForce 6800
37,1
Gigabyte GeForce 6600 GT
33,1
nVidia GeForce 6600 GT
32,7
ATi Radeon X800
28,1
AOpen GeForce 6600
20,6
 1280x1024 4xAA/16xAF:
ATi Radeon X850 XT-PE
43,9
nVidia GeForce 6800 Ultra
43,8
ATi Radeon X850 XT
41,3
nVidia GeForce 6800 GT
37,7
ATi Radeon X850 Pro
31,9
Gigabyte Radeon X800 XL
25,9
ATi Radeon X800
23,0
nVidia GeForce 6800
21,4
nVidia GeForce 6600 GT
19,6
Gigabyte GeForce 6600 GT
19,5
AOpen GeForce 6600
11,9
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)

Performancerating

Kommen wir nun abschließend zum Performancerating. Dadurch soll es erleichtert werden, alle Ergebnisse auf einen Blick zusammengefasst zu bekommen, auch wenn man sich dadurch kein klares Bild machen kann. Um dies zu erreichen, sollte man sich alle Ergebnisse im einzelnen ansehen.

Performancerating 1280x1024

nVidia GeForce 6800 Ultra
94,4
ATi Radeon X850 XT-PE
93,3
ATi Radeon X850 XT
90,0
nVidia GeForce 6800 GT
85,5
Gigabyte Radeon X800 XL
80,0
ATi Radeon X850 Pro
79,5
nVidia GeForce 6800
69,0
Gigabyte GeForce 6600 GT
66,6
nVidia GeForce 6600 GT
64,9
ATi Radeon X800
63,5
AOpen GeForce 6600
42,9
Angaben in Prozent

Rating 1280x1024 4xAA/16xAF

ATi Radeon X850 XT-PE
99,8
ATi Radeon X850 XT
94,1
nVidia GeForce 6800 Ultra
84,1
Gigabyte Radeon X800 XL
77,1
ATi Radeon X850 Pro
75,6
nVidia GeForce 6800 GT
71,7
ATi Radeon X800
56,3
nVidia GeForce 6800
53,0
Gigabyte GeForce 6600 GT
46,6
nVidia GeForce 6600 GT
45,7
AOpen GeForce 6600
29,9
Angaben in Prozent

Sonstiges

Temperatur und Stabilität

Ähnlich den Messungen zur Lautstärke werden auch die Temperatur-Messungen durchgeführt. Fast alle aktuellen Grafikkarten besitzen Sensoren, die per Treiber oder Hersteller-Tool ausgelesen werden können. Die Kern-Temperatur wird dabei im Ruhezustand im Windows-Desktop und unter Last nach einer zweistündigen Dauerbelastung durch den 3DMark05 abgelesen. Zudem messen wir mit Hilfe eines Infrarot-Thermometers die Chiptemperatur auf der Rückseite der Grafikkarte. Darüber hinaus haben wir, um ein „Worst-Case-Szenario“ zu simulieren, sämtliche Gehäuselüfter abgeschaltet und somit den Passivkühlern die Möglichkeit genommen, die Abwärme der Grafikkarte aus dem Gehäuse zu transportieren.

Temperatur

 Idle (Windows-Desktop):
AOpen GeForce 6600
0,0
Hinweis: Angabe nicht möglich
Gigabyte Radeon X800 XL
50,0
Gigabyte GeForce 6600 GT
66,0
 Last - Chip:
AOpen GeForce 6600
0,0
Hinweis: Angabe nicht möglich
Gigabyte Radeon X800 XL
107,0
Gigabyte GeForce 6600 GT
108,0
 Last - Chiprückseite:
AOpen GeForce 6600
75,0
Gigabyte Radeon X800 XL
82,0
Gigabyte GeForce 6600 GT
84,0
Angaben in °C

Die positive Nachricht gleich vorweg: Trotz unseres – absichtlich – nicht belüfteten Gehäuses liefen alle Karten vollkommen stabil und es konnten kein Absturz oder irgendwelche Bildfehler verzeichnet werden. Doch darüber hinaus hören die positiven Nachrichten leider auch schon auf. Die GeForce 6600 von AOpen überraschte uns bereits beim ersten Start, da weder im RivaTuner, noch im Treibermenü eine Temperaturanzeige sichtbar war. Somit war der Temperaturfühler wohl deaktiviert und es ist deswegen schleierhaft, wie die Grafikkarte eine Überhitzung erkennen soll.

Aus diesem Grund ist unser einziges Ergebnis bei der Grafikkarte der selbstgemessene Wert auf der Rückseite des Chips, der mit 75 Grad Celsius zwar sehr hoch ausfällt, aber noch so gerade im grünen Bereich liegt. Die beiden Gigabyte-Modelle konnten uns bezüglich der Temperatur allerdings überhaupt nicht überzeugen. Während die X800 XL unter Windows noch mit recht gemütlichen 50 Grad vor sich hin dümpelt, liegt die GeForce 6600 GT aus dem selben Hause bereits bei 66 Grad – den Wert erreichen andere Grafikkarten unter Last!

Die Chiptemperatur im 3DMark05 stieg bei den beiden Gigabyte-Produkten endgültig ins Unermessliche und überschritt mühelos die 100-Grad-Grenze. Diese ist zwar noch nicht gefährlich für den Chip. Allerdings kann es bei diesen Temperaturen durchaus zu Bildfehlern oder gar Abstürzen kommen. Die Messungen auf der Chiprückseite bestätigen die hohen Werte des internen Temperaturfühlers und zeigen zudem noch eine Vergleichbarkeit zur GeForce 6600 von AOpen auf. Jene Karte ordnet sich ungefähr sieben Grad unter den Ergebnissen der Radeon X800 XL ein, womit sie ein gutes Stück kühler ist und die Chiptemperatur von 100 Grad wohl nicht erreicht oder gar überschreitet.

Somit lässt sich abschließend sagen, dass die Temperaturen der beiden Gigabyte-Karten mit über 100 Grad Celsius eindeutig zu hoch sind, auch wenn beide Derivate keinerlei Probleme bereiteten. Hier existiert noch Nachholbedarf. AOpen hat in diesem Gebiet eine bessere Arbeit geleistet, was sicherlich an dem massiven Kühlkörper, aber auch an dem kleineren Chip liegt, der von Haus aus weniger Abwärme erzeugt.

Stromverbrauch

Für die Messungen der Stromaufnahme wird ein handelsüblicher Verbrauchs-Monitor, den man sich auch beim örtlichen Stromversorger ausleihen kann, genutzt. Gemessen wird die Gesamt-Stromaufnahme des Testsystems. Auch hier gilt die Teilung zwischen Idle- und Last-Betrieb, letzterer wird erneut durch Verwendung des 3DMark05 simuliert.

Stromverbrauch

 Idle (Windows-Desktop):
AOpen GeForce 6600
101,7
Gigabyte GeForce 6600 GT
104,4
Gigabyte Radeon X800 XL
106,0
 Last:
AOpen GeForce 6600
143,5
Gigabyte GeForce 6600 GT
160,0
Gigabyte Radeon X800 XL
174,4
Angaben in Watt (W)

Der Stromverbrauch unserer Testkandidaten hält sich logischerweise in Grenzen, da alle Karten nicht die Topmodelle der entsprechenden Grafikkarten-Generation darstellen. Unter Windows liegen alle drei Grafikkarten mit einem Verbrauch von zirka 104 Watt so gut wie gleichauf, erst unter Last ergeben sich größere Unterschiede. So geht dort die GeForce 6600 von AOpen mit 144 Watt noch sehr genügsam zu Gange, während der größere Bruder GeForce 6600 GT des Herstellers Gigabyte mit 160 Watt bereits mehr Strom schluckt. Am meisten Energie verbraucht die Gigabyte X800 XL. Allerdings ist dies auch mit Abstand die schnellste Grafikkarte unserer drei Testprobanden.

Übertaktbarkeit

Vielen dort draußen wird die gerade neu gekaufte Grafikkarte noch nicht schnell genug sein. Ein probates Mittel, dieses Bedürfnis nach noch mehr Geschwindigkeit zu befriedigen, ist die Hardware zu übertakteten – in unserem Fall mit Hilfe der neuesten Version des RivaTuners. Als kleine Stabilitätsprobe ließen wir den 3DMark05, der besonders grafiklastig ist, laufen und testeten nachfolgend den höchsten Takt mit Hilfe von Far Cry, Half-Life 2 sowie Doom3. Jedoch muss man vor den Messungen anmerken, dass sich die Ergebnisse nicht auf jede Karte des selben Typs übertagen lassen, da die Güte von Chip zu Chip unterschiedlich ist.

Übertaktbarkeit

 Doom 3 - 1280x1024 4xAA/16xAF:
X800 XL - Übertaktet (420/540)
46,2
X800 XL - Standard (400/490)
43,3
6600 GT - Übertaktet (550/625)
30,6
6600 GT - Standard (500/500)
27,6
6600 - Übertaktet (385/440)
21,6
6600 - Standard (300/350)
16,8
 Half-Life 2 - 1280x1024 4xAA/16xAF:
X800 XL - Übertaktet (420/540)
51,5
X800 XL - Standard (400/490)
48,1
6600 GT - Übertaktet (550/625)
26,4
6600 GT - Standard (500/500)
24,3
6600 - Übertaktet (385/440)
20,3
6600 - Standard (300/350)
16,7
 Far Cry - 1280x1024 4xAA/16xAF:
X800 XL - Übertaktet (420/540)
55,2
X800 XL - Standard (400/490)
51,7
6600 GT - Übertaktet (550/625)
30,4
6600 GT - Standard (500/500)
27,4
6600 - Übertaktet (385/440)
21,4
6600 - Standard (300/350)
16,8
Angaben in Punkten

Obwohl die drei Grafikkarten alle mit einem Passivkühler bestückt sind, haben wir nicht gescheut, die Übertaktbarkeit zu testen. Am meisten Erfolg hatten wir bei der AOpen GeForce 6600, bei der sich vor allem der Chip mit einer Steigerung von 85 MHz recht gut übertakten lässt. In Verbindung mit einem um satte 90 MHz angehobenen Speichertakt – für das gute Ergebnis kann man sich bei dem GDDR3-Speicher bedanken – konnte so in allen drei Testspielen eine recht eindeutige Verbesserung erzielt werden, auch wenn der Chip von Grund auf zu langsam für diese Qualitätsmodi ist.

Während sich der NV43 auf der GeForce 6600 GT von Gigabyte mit 550 MHz noch mit einer passablen Steigerung übertakten lässt, trumpft die Karte beim VRAM besonders auf. Und das, obwohl der Speicher bereits von Haus aus mit einem höheren Takt als von nVidia angedacht läuft. So erreicht VRAM einen Takt von satten 625 MHz, bevor es zu Bildfehlern kommt. Trotz jener doch recht beachtlichen Taktsteigerungen erhöht sich die Performance in den Spielen nicht allzu sehr – dazu müsste schon ein anderes Kaliber an Grafikkarte ran.

Die Radeon X800 XL der Marke Gigabyte lässt sich insgesamt am schlechtesten Übertakten. Den Speicher kann man noch um angemessene 50 MHz in die Höhe schrauben, der Chip macht jedoch bereits nach 20 MHz schlapp und erreicht somit keinen guten Wert. Nichtsdestotrotz fällt das Ergebnis prozentual ähnlich dem der kleineren Gigabyte-Karte aus.

HDTV-Wiedergabe

Zum Einsatz in dieser Disziplin kam der schon altbekannte Film-Trailer namens „Step into Liquid“, der eine Länge von einer Minute und 56 Sekunden hat und in der Auflösung von 1920x1080 Pixel (1080p) vorliegt. Wer unseren Test auf seinem System nachahmen möchte, kann das Video direkt bei Microsoft herunterladen [10] (Direktlink - 114 MB), benötigt aber zusätzlich jeweils die neuesten Treiber aus dem Hause nVidia [11] und ATi [12], den Media Player in der Version 10 [13] und ein spezielles Hotfix [14], damit der Player die HDTV-Beschleunigung auch unterstützt. Die CPU-Last wurde während der Wiedergabe mittels ThrottleWatch und einem selbst geschriebenen Skript aufgezeichnet.

WMV HD-Wiedergabe (CPU-Last)

Der Gewinner im Kampf um die niedrigste CPU-Auslastung bei Wiedergabe eines HDTV-Videos ist in unserem Vergleich recht eindeutig die GeForce 6600 GT, dicht gefolgt von der kleineren GeForce 6600. Die Radeon X800 XL unterstützt stellenweise die CPU weniger kräftig als die nVidia-Chips. Allerdings wird auch hier das Video durchgehend flüssig dargestellt.

Fazit

Kommen wir nun nach etlichen Stunden des Testens zu einem Fazit, das insgesamt nicht leicht zu ziehen ist. Gleich vorweg: Untereinander sind die drei Grafikkarten nur schwer zu vergleichen, da sie durchweg auf andere Chips – und somit auch einen anderen Preis – sowie auf eine unterschiedliche Käuferschicht setzen. So weiß die GeForce 6600 von AOpen aufgrund des Low-Profile-Formats durchaus zu gefallen, da sie problemlos auch in kleinen Gehäusen eingesetzt werden kann. Sie bleibt dabei verhältnismäßig kühl, liefert allerdings nur eine unterdurchschnittliche 3D-Leistung ab. Abstürze oder andere Fehler konnten wir während des Testlaufs nicht verzeichnen.

Etwas negativ blieb allerdings der doch recht hohe Preis der Karte in Erinnerung, was sicherlich an der Exklusivität dieses Stücks Hardware liegt. Das Softwarepaket ist ebenfalls nur Durchschnitt. Das sind aber auch bereits alle negativen Aspekte, die uns an der AOpen-Grafikkarte nicht gefallen haben. Größere Probleme bei der schnelleren GeForce 6600 GT von Gigabyte gab es auch nicht. Jedoch müssen wir hier die Kühlkonstruktion kritisieren: Nicht nur, dass die Temperatur der Karte unter Last mit deutlich über 100 Grad ein kritisches Niveau erreichte. Auch die Kühleinheit ließ sich bereits bei leichten Berührungen deutlich verschieben. Hier besteht noch Nachholbedarf bei Gigabyte, auch wenn die Karte den gesamten Testparcours sowie den Stresstest problemlos meisterte.

Zudem ist das Software-Paket weniger positiv aufgefallen, da der GeForce 6600 GT weder ein Spiel, noch eine andere Applikation beiliegt. Ansonsten kann man über die Gigabyte-Karte aber nicht meckern, da sie durchaus zu gefallen weiß. Sie wird bereits von Haus aus übertaktet geliefert und dennoch ist das Übertaktungspotenzial nicht gerade gering – dies gilt zumindest für unser Sample, muss aber nicht unbedingt auch auf andere Karten zutreffen. Für den Preis liefert die Passivkarte eine angemessene Spieleleistung.

Drei passive Grafikkarten im Test

Die zweite, von Gigabyte gestellte Grafikkarte, eine Radeon X800 XL, macht da insgesamt bereits eine deutlich bessere Figur, auch wenn der Preis recht weit über dem der anderen Testprobanden liegt. So sitzt die Kühleinheit hier bombenfest und macht einen recht zuverlässigen Eindruck. Das Manko der kleineren GeForce 6600 GT, dass die Temperatur unter Last die 100-Grad-Grenze durchbricht, schleppt auch das ATi-Derivat mit sich herum. Doch auch hier ließ sich der R430-Chip trotz der Hitze nicht aus der Ruhe bringen und absolvierte fehlerlos die Testreihen.

Performancemäßig gibt es bei der Karte, wie man in unseren Benchmarks erkennen kann, nur wenig zu Meckern, solange man nicht mit hohen Anti-Aliasing-Modi und dem anisotropen Filter in höheren Auflösungen als 1280x1024 spielt. Die Ausstattung ist ebenfalls deutlich besser als bei den drei Kollegen. Für welche der drei Karten man sich nun entscheiden soll, ist, wie bereits erwähnt, von den eigenen Ansprüchen abhängig. Soll es schnell sein, führt kein Weg an der Gigabyte X800 XL vorbei. Falls es etwas langsamer sein kann, dafür aber auch deutlich preiswerter werden darf, ist ein Blick auf die GeForce 6600 GT aus dem selben Hause ratsam. Und für alle Barebone-Besitzer empfiehlt sich die kleine GeForce 6600 von AOpen.

Da es bei unseren Lesern durchaus ein recht hohe Interesse an passiv gekühlten Grafikkarten gibt, können wir versprechen, dass dies nicht das letzte und einzige Round-Up über entsprechende Hardware gewesen ist. Falls man durch den Artikel auf den Geschmack einer lautlosen Karte gekommen ist, jedoch nicht direkt die gesamte Grafikkarte wechseln möchte, sei auf unseren Test zum „VM-102“ [15] von AeroCool hingewiesen.

URL-Liste:

  1. http://www.geizhals.at/deutschland/a157397.html
  2. http://www.geizhals.at/deutschland/a139976.html
  3. http://www.geizhals.at/deutschland/a134109.html
  4. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/
  5. http://www.computerbase.de/artikel/software/2004/3dmark05_der_performance-report
  6. http://www.computerbase.de/downloads/software/benchmarks/3dmark05/
  7. http://www.3dcenter.de
  8. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/grafikkarten/2004/vorschau_ati_radeon_x800_pro_x800_xt/4/#abschnitt_fsaa_und_3dc
  9. http://www.pcgameshardware.de
  10. http://download.microsoft.com/download/e/a/d/eadb9b42-728b-42b0-bfdf-b472fa2a2464/Step_into_Liquid_1080.exe
  11. http://www.computerbase.de/downloads/treiber/grafikkarten/nvidia/inoffizieller_nvidia_forceware/
  12. http://www.computerbase.de/downloads/treiber/grafikkarten/ati/ati_catalyst_komplettpaket/
  13. http://www.computerbase.de/downloads/software/multimedia/windows_media_player/
  14. http://www.support.microsoft.com/?scid=kb%3Bde%3B888656&x=16&y=14
  15. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2005/test_aerocool_vm-102_heatpipe-kuehler/
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