Wie sieht er aus, der perfekte PC? Er ist klein, leise, extrem leistungsfähig und die multimediale Schnittstelle schlechthin. Er verrichtet seinen Dienst im Büro, dem Wohnzimmer oder der Küche - ohne lästig zu sein. Die Firma Shuttle versucht mit ihren "Mini-Barebone"-Systemen schon seit geraumer Zeit, diesen Anforderungen gerecht zu werden und konnte in den letzten Monaten stetig Fortschritte auf diesem Gebiet für sich verbuchen. Mit dem SS51G, einem Mini-System für Intels Pentium 4 mit 533MHz FSB und erstmals seperatem AGP-Port, hat der handliche Heim-PC vorerst seinen Höhepunkt erreicht. Eine Innovation oder nichts als heiße Luft? Wir haben uns das SS51G einmal genauer angesehen und auf seine Praxistauglichkeit geprüft.
Was für Aspekte behandelt dieser Artikel und in welcher Reihenfolge? Die folgende Gliederung soll die Übersicht etwas erleichtern.
Den ersten Schritt wagte Shuttle gegen Ende des Jahres 2001 und brachte mit dem 'SV24' den ersten hauseigenen Mini-PC auf den Markt. Das System beherbergte in einem schmucken Aluminium-Gehäuse ein Flex-ATX Mainboard aus eigener Produktion, das mit Hilfe des VIA-Chipsatzes "VIA PL133" und einer Reihe an Onboard-Komponenten dem Barebone vor allem multimediale Fähigkeiten bescherte.
S3 Savage4-Grafik, AC'97 Sound, Realtek 10/100 Netzwerk, 2x Firewire und 4x USB 1.1 sorgten für eine kompakte Ausstattung. Der Sockel 370 ermöglichte den Einsatz von Intel Pentium III und Celeron Prozessoren, allerdings nicht des neuen Tualatin-Kerns, und auch VIAs C3, der zwar nicht durch Leistung jedoch durch seine äußerst geringe Leistungsaufnahme glänzen kann, fand Platz im System. Allerdings, so stellten viel Nutzer bald fest, waren CPU, der betagte SDRAM sowie die Onboard Grafik kein Garant für ein pfeilschnelles System. Über die üblichen Büroanwendungen kam das SV24 und auch sein Nachfolger, das SV25, welches um die Unterstützung des Tualatin-Kerns (PIII und Celeron) erweitert wurde, nicht hinaus.
So entschloss man sich bei Shuttle, leistungsfähigere Nachfolger auf den Markt zu bringen und fuhr ab sofort zweigleisig. So kam mit dem SS50 ein entsprechendes System für Pentium 4 CPUs mit einem FSB von 400 MHz auf den Markt.
Der SiS650 sorgte erneut für eine Flut von Schnittstellen und brachte mit dem SiS 315 eine überarbeitete Grafik mit sich. Auch das Speicherinterface konnte durch DDR200/266 spürbar aufgefrischt werden. Doch einen AGP-Port, der die Leistung des Prozessors auch in Grafikanwendungen enfallten könnte, spendierte man den wartenden Kunden noch nicht.
Zuerst galt es, auch den AMD-Verfechtern einen entsprechenden Mini-PC zur Verfügung zu stellen. Mit dem SS40 folgte somit ein System, das mit Hilfe des SiS740 die ganze Spanne der Athlon Prozessoren aufnehmen konnte. Die multimedialen Fähigkeiten blieben durch die unveränderte Southbridge SiS961 jedoch identisch.
Neben einer optischen Aufwertung des Modells SS40G durch eine Acryl-Blende erfuhr die Rechner-Serie jedoch eine wichtig Neuerung. Die Kühlung hatte man bei Shuttle angesichts der enormen Wärmeabgabe einer Athlon-CPU komplett überarbeitet und setzte von nun an auf die ICE getaufte "Integrated Cooling Engine", wie sie nun auch im SS51G zum Einsatz kommt.
Doch all' diesen Geräten fehlte bisher das gewisse Etwas, der letzte und alles entscheidende Schliff - ein AGP-Port. Mit dem SS51G soll diesem Umstand nun ein Ende bereitet und der hochgezüchteten CPU im Bedarfsfall eine ausgewachsene Grafikkarte beiseite gestellt werden.
Nachdem der Karton mit einem erwartungsvollen Raunen geöffnet wurde, folgte als Erstes der obligatorische Blick auf den hoffentlich üppigen Lieferumfang.
Das System ist sauber verpackt und gegen Transport-Schäden gesichert. Sämtliche Zusatzkomponenten liegen in einem extra Pappkarton bei. Erfreulicherweise liegen dem Gehäuse platzsparende (AirFlow-)Kabel bei - bei einer derart kompakten Bauweise ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Treiber-CD beinhaltet alle relevanten Dateien. Kleiner Wehrmutstropfen: Da wir das System auf einer englischen Version von Windows XP aufgesetzt haben, versagte hier die USB 2.0 Installation per CD-Menü (deutsche Version). Ein Blick auf die CD genügte jedoch, um das Update in allen veröffentlichten Sprachen vorzufinden.
Optional kann das SS51G auch im Bundle mit einer AGP-Zusatzkarte geordert werden. Die Platine beherbergt den SiS301MV Chipsatz und stellt über ihre Slotblende zwei TV-Out (AV, SVHS) sowie einen digitalen DVI-Anschluss zur Verfügung.
Dokumentation
Die Dokumentation gliedert sich in zwei Handbücher auf. Während das eine in wirklich exzellent bebilderter Form die Installation des kompletten Systems beinhaltet, geht das zweite auf das verwendete Mainboard und dessen Einstellungsmöglichkeiten sowie die Software-Installation ein. Zwar liegen beide Manuals ausschließlich in Englisch/Koreanisch bzw. Englisch vor, zumindest die Anleitung zur Einrichtung des SS51G dürfte durch seine Vielzahl an Bildern dennoch jeden Käufer zufrieden stellen.
Im folgenden wollen wir nun nach der Reihe einen Blick auf die wichtigsten Komponenten werfen.
Schon der erste Anblick dürfte die meisten Käufer die Schmerzen über die soeben getätigte Investition zumindest zeitweise vergessen lassen, denn ohne übertreiben zu wollen: Das SS51G sieht klasse aus. Die blaue Acryl-Blende gepaart mit dem Aluminium-Chassis sind nicht nur optisch eine Augenweide, auch das Gewicht hält sich so in einem äußerst angenehmen Rahmen. Mit seinen 4,8Kg scheint zumindest theoretisch dem regelmäßigen Gang auf die nächste LAN-Party nichts im Wege zu stehen.
Doch nicht nur das Gewicht, auch die Abmessungen können sich sehen lassen und machen der Bezeichnung Mini-Barebone alle Ehre. Mit einer Größe von 30,00 x 20,00 x 18,50 cm (Tiefe, Höhe, Breite) dürfte das Gehäuse überall Platz finden - Nur Apples PowerMac G4 Cube kann hier durch kompaktere Abmessungen bestechen.
Der Mensch ist von Natur aus neugierig und so trat auch bei uns kurze Zeit später der Tastsinn in Aktion und wurde nicht enttäuscht. Nicht nur, dass sich das geschliffene Alu wunderbar geschmeidig in den Händen anfühlt, auch der Druckpunkt des Power- und Reset-Schalters deutet auf eine sehr gute Verarbeitung hin.
Ebenfalls auf den ersten Blick erkenntlich dürfte die maximale Laufwerks-Bestückung sein. Mehr als ein 5¼" und ein 3½" Laufwerk passen beim besten Willen nicht in das System. Im Extremfall dürfte der Käufer später vor der schweren Entscheidung 'DVD-Laufwerk oder Brenner' stehen.
Rufen wir uns an dieser Stelle nochmals die im Vorwort aufgeführten Anforderungen an einen perfekten PC ins Gedächtnis.
Die Passage bezüglich der System-Ausmaße hätten wir ja bereits abgehandelt, doch wie sieht es mit dem letztgenannten Kriterium, der multimedialen Anschlussfreudigkeit, aus? Kurz gesagt: Das SS51G bietet alles, was der ambitionierte Peripherie-Besitzer verlangt. Schon die Frontpartie zeigt sich mit ihren zwei USB 2.0 und einer FireWire (IEEE1394) Schnittstelle als gut bestückt. Mikrofon Ein- und Kopfhörer Ausgang runden gepaart mit dem optischen Ausgang die schnelle Erreichbarkeit der wohl am häufigsten benötigen Schnittstellen ab.
Die Rückseite des Mini-Towers setzt diesen Trend ohne Kompromisse fort. Weitere zwei USB 2.0 Ports, zwei zusätzliche FireWire-Buchsen, zwei serielle Schnittstellen, der 10/100 MBit Lan-Anschluss sowie Buchsen für PS2-Maus und Keyboard sind mit von der Partie. Für die anständige Sounduntermalung sorgen (vorerst zumindest theoretisch) Anschlüsse für Center-Speaker, Front und Rear sowie ein weiterer digitaler Eingang.
Soviel zu den äußeren Werten des Shuttle SS51G und ran an's Eingemachte, welches dank ThumbScrews ohne den Einsatz eines Schraubenziehers erreichbar ist - erstklassig.
Auch der innere Aufbau des Chassis präsentiert sich wohlüberlegt. Die Laufwerke und Festplatten werden allesamt in einen herausnehmbaren Schlitten gebannt und das Netzteil liegt platzsparend im hinteren Teil des Systems. Selbst bei der Realisierung der Slotblenden für die Zusatzkarten hat sich Shuttle (notgedrungen) etwas besonders einfallen lassen und eine Art Scharnier integriert, um den Einsatz einer sperrigen Karte überhaupt erst möglich zu machen.
Das im SS51G verwendete Mainboard hört auf den Namen 'FS51' und ist nicht seperat bei Shuttle zu beziehen. Um die Ausmaße der Platine erneut so gering wie möglich zu halten, bediente man sich auch dieses Mal des relativ unbekannten "FlexATX"-Formates (25,4 x 18,5 cm).
Beim Chipsatz setzt Shuttle auf den SiS 651, der sich aus SiS651 Northbridge und SiS 962 Southbridge zusammen setzt und auch den aktuellen Pentium 4 Prozessoren die richtige Arbeitsgrundlage bietet. So unterstützt der Chip den aktuellen FSB 533MHz, DDR333 und AGP4x. Erbrachte der Umstieg von DDR266 auf DDR333 bei AMD-Rechnern durch den auf 133MHz (DDR266) limitierten FSB kaum einen Leistungsgewinn, profitiert ein P4 mit FSB533 mit seiner Datentransferrate von 4,2GB/s ungemein von dem gestiegenen Speicherdurchsatz (2100MB/s -> 2700MB/s). Selbst Rambus-Systeme dürften so in manchen Anwendungen ins Wanken gebracht werden - doch dazu später mehr.
Für den multimedialen Touch sorgt ohne Zweifel die Southbridge SiS 962. Drei FireWire (VIA VT6306) sowie sechs USB 2.0 Ports sorgen neben Merkmalen wie ATA133 und OnBoard 10/100 MBit LAN (Realtek RTL8100B) für die richtige Ausstattung. Weiterhin mit von der Partie ist die im Chip integrierte SiS 315 Grafik. Zwar dürften die meisten Käufer des SS51G dankend verzichten und den seperaten AGP-Port bestücken, für weniger ambitionierte PC-Spieler sollte jedoch auch die OnBoard Variante ausreichen. Unsere Benchmarks werden hier Aufschluss bringen.
Wie eingangs bereits besprochen, gehört der erstmals in einem SSF PC (Small Form Factor PC) von Shuttle eingesetzte AGP-Port eindeutig zu den Besonderheiten des Systems. Für ein Mainboard eher unüblich liegt dieser, von der Northbridge durch einen PCI-Slot getrennt, am unteren Rand der Platine. Inwiefern das Gehäuse Zusatzkarten der Marke GeForce 4 Ti4400/4600 im Wege steht, wollen wir etwas später noch genauer klären. Keine Probleme dürften jedoch beim Einsatz von Sound- oder TV-Karte im PCI-Slot auftreten.
Für theoretisch ausreichende Speicher-Ressourcen sorgen zwei DIMM-Slots, die es auf eine Maximalbestückung von bis zu 2GB DDR200/266/333 bringen. Selbst bei eingebauten Laufwerken ermöglicht die Ausrichtung der Slots ein kinderleichtes Aufrüsten des Rams.
Als gelungen darf in diesem Zusammenhang auch die Positionswahl der anderen Ports bezeichnet werden. Während der ATX-Stecker praktisch neben dem Netzteil sitzt, liegen die beiden IDE-Ports sowie der Floppy-Stecker für eine gute Kabelführung am Platinenrand. Auf einen seperaten 12Volt Anschluss, wie ihn Intel vorsieht, hat man bei Shuttle im Übrigen verzichtet und entschied sich für eine Methode, wie sie auch Asus seit geraumer Zeit verwendet. So wird die Platine über einen konventionellen Festplattenanschluss mit ausreichend Spannung versorgt.
Bei der Implementierung des AC'97 Sounds baut Shuttle ein weiteres Mal auf den 'Realtek ALC650', wie wir ihn bereits auf Platinen wie dem MSI KT3 Ultra, dem Abit IT7, dem EPoX EP-4BEAR oder dem MSI 845E Max2-BLR gesehen haben. Der Chip kann vorallem durch seine niedrige CPU-Belastung Punkte sammeln.
Zu unserer Freude und für ein leises Mini-Barebone wohl angemessen hat sich Shuttle für eine passive Kühlung von der mit Grafik beladenen North- als auch der Southbridge entschieden. Die drei Molex-Lüfteranschlüße sind zudem allesamt über das Bios per "AutoGuardian" in ihrer Leistung regelbar (später mehr dazu).
Das FS51 lag uns in der Revision 1.1 vor.
Das Bios macht einen sehr aufgeräumten und vor allem umfangreichen Eindruck.
Eher spartanisch gestaltet sich hingegen das Menü zur Frequenzeinstellung. Zwar darf der FSB von 100-165 MHz frei gewählt und somit die CPU übertaktet werden. Die Justierung der VCore ist jedoch nicht möglich. Dafür gibt es die ganze Palette der Takt-Teiler (1:1, 3:5, 4:5, 4:3).
Auch das Menü zur Optimierung der Speichertimings beschränkt sich auf das Wesentliche. Mit der Command Rate und der CAS Latency dürfen lediglich zwei Optionen seperat verändert werden. Alle anderen Fallen unter die allgemeine Einstellung "System Performance". Unsere beiden Samsung DDR400 Riegel ließen sich so maximal mit einer Command Rate von 2T, CL 2.0 und der Einstellung "Normal" betreiben.
Ein Blick auf den FSB verrät, dass Shuttle nicht mit unfairen Mitteln um die Performance-Krone zu kämpfen versucht. Der FSB liegt exakt bei 133,00MHz, was einen CPU-Takt von 2394MHz ergiebt.
Bei der Kühlung hat sich Shuttle etwas ganz Besonderes einfallen lassen und die bisher eher konventionelle Methode des SV24/25 im SS51G komplett überarbeitet. In den ersten Modellreihen verrichtet neben dem sperrigen CPU-Kühler ein doch recht lauter Gehäuselüfter seine Arbeit im Barebone, um die Abwärme des Prozessors und des Netzteils, das ebenfalls seine warme Luft in das System blies, abzuführen. Diesen Umstand durfte man damals als klaren Fehler im System-Design ansehen. Doch wie heißt es so schön: "Aus Fehlern lernt man". Und diesen Grundsatz scheint sich Shuttle beim SS51G zu Herzen genommen zu haben. An Stelle eines herkömmlichen Prozessor-Kühlers tritt die auf den Namen "Integrated Cooling Engine (ICE)" getaufte Kombination aus Kühlkörper, Heatpipe, einer Art Radiator und Gehäuselüfter.
Die CPU gibt hierbei die Verlust-Wärme an einen platzsparenden, flachen Aluminium-Kühlköper mit einer Bodenplatte aus Kupfer ab, der wiederum über vier Heatpipes mit einem weiteren Kühlkörper an der Gehäuserückseite verbunden ist. Dieser überträgt die in den Heatpipes aufgestiegene Hitze an eine Reihe von hauchdünnen Alu-Lamellen, die wiederum von einem bulligen 80x80mm Lüfter gekühlt werden. Durch die Positionierung dieser Einheit an der Rückwand des Systems fungiert dieser zudem als effektiver Gehäuselüfter.
Selbst das Gehäuse trägt zu einer besseren Kühlung bei. Die Lüftungsschlitze sind von der Gehäusefront an die Seiten des Alu-Case gewandert und lassen durch den Frischlufteinlaß über die gesamte Gehäusefläche praktisch keinen Hitzestau zu. Auch das Netzteil trägt neuerdings sinnvoll zur Entlüftung bei. So wechselte die Position von der Gehäuse-Front in den hinteren Teil des Mini-Barebones - die Luft wird über einen extrem leisen und nur sehr langsam drehenden 40x40 Lüfter direkt aus dem System geblasen.
Nicht nur die Anzahl der Lüfter konnte so von drei auf zwei reduziert werden. Dank eine cleveren Bios-Funktion läßt sich der Geräuschpegel des Systems noch weiter eindämmen. Das nützliche Feature hört auf den Namen "AutoGuardian" und erlaubt es, den 'indirekten' CPU-Lüfter variabel an die aktuelle Prozessortemperatur anzupassen. Mit der Angabe einer minimalen Temperaturschwelle fällt die Konfiguration erfreulich leicht aus. Liegt die Kern-Temperatur im laufenden Betrieb unter der definierten Schwelle, dreht der Ventilator mit gemütlichen 1800-2000U/min und erzeugt so dank seiner Größe praktisch keinen Laut. Wird die eingestellte Temperatur erreicht, steigert sich die Drehzahl kurzzeitig auf 3668 U/Min, der Geräuschpegel steigt hierbei schon beachtlich. Eine genau Aussage zum Thema Kühlung und Schalldruck hängt demnach von drei Faktoren ab: Der eingesetzten CPU, dem Anwendungsgebiet bzw. der Prozessorlast und der im Bios gesetzten Temperaturhürde.
Wie gestaltet sich demnach die Geräuschkulisse des SS51G? Um diese Frage beantworten zu können, haben wir unserem Pentium 4 2,4GHz (FSB533) und einem P4 1,8GHz (FSB400) ein wenig Rechenarbeit aufgetragen. Den Temperaturwert für eine Aktivierung der hohen Lüfterdrehzahlen haben wir auf 72°C gesetzt (hier liegt auch die Werkseinstellung). Einigen Lesern mag diese Schwelle zwar als zu hoch angesetzt erscheinen. Der allgemeinen Panik um zu hohe CPU-Temperaturen muss hier jedoch nochmals klar widersprochen werden. Zum einen wird die Temperatur des Pentium 4 intern gemessen und spiegelt so den exakten Wert und keine Hochrechnung wieder. Zweitens dürfte die Tatsache, dass sich der Pentium 4 erst ab 135°C notabschaltete, darauf hindeuten, dass Temperaturen bis 80°C noch eindeutig im grünen Bereich liegen. Und schliesslich soll eine Barebone wie das SS51G möglichst leise und kein Vorzeigeobjekt für die kühlste CPU sein.
Kurz und gut. Wir wollten herausfinden, wie effektiv die Heatpipe im gedrosselten Modus (1800-2000U/min) ihre Arbeit verrichtet, und in welchen Anwendungen der Lüfter dann doch seinen lauteren Betriebsmodus einlegt.
| Prozessor | Anwendung | Temperatur nach 2h |
| Pentium 4 1,8GHz (18x100) | Idle (Bios) | 45°C |
| Pentium 4 1,8GHz (18x100) | Seti@Home | 55°C |
| Pentium 4 2,4GHz (18x133) | Idle (Bios) | 45°C |
| Pentium 4 2,4GHz (18x133) | Seti@Home | 58°C |
Wie gut zu erkennen ist, schafft es Seti@Home selbst auf unserem 2,4GHz Prozessor nicht, das System aus der Reserve zu locken. Der Lüfter blieb konstant im praktisch lautlosen Betrieb und ließ, gepaart mit dem fast unhörbaren Netzteillüfter, die Festplatte als einzige Lärmquelle im Raum stehen. Einem ungestörten Musik- oder Videogenuß im häuslichen Wohnzimmer sollte so trotz brachialer Leistung kein akustisches Problem im Wege stehen.
Auch das Netzteil erfuhr mit dem SS51G eine Überarbeitung. Um auch hochgezüchtete Pentium 4 Prozessoren sowie möglicherweise eingesetzte AGP-Karten mit ausreichend Leistung zu versorgen, wurde die maximale Leistung auf 200Watt aufgestockt. Dank "Active PFC" reichen 10A auf der 12V und 20A auf der 5Volt Schiene locker aus, um dem System die nötige Energie zu liefern. Dank der überlegt gewählten Befestigung des Netzteils an der Gehäuserückwand und nicht zuletzt dank des extrem kleinen Lüfters verrichtet das winzige Gerät aus dem Hause 'Achme' seine Arbeit außerordentlich leise.
Zum Vergleich haben wir ein konventionelles ATX-Netzteil heran gezogen.
Die Installation des Systems gestalltet sich nicht zuletzt auf Grund der sehr guten Einbauanleitung als äußerst unkompliziert. Wir wollen den Ablauf an dieser Stelle kurz exemplarisch darstellen.
Was auf den ersten Blick nicht besonders schwer aussieht, hat sich übrigens auch in der Praxis als äußerst einfach herausgestellt. Einen Kritikpunkt haben wir jedoch: Um die Kabel für eine optimale Luftzirkulation verlegen zu können, hat Shuttle für das CD-ROM Kabel Halterungen im Rahmen des Gehäuses vorgesehen. Leider ist es uns bei dessen Montage gelungen, das Kabel an einer Ader durch die enge Metallklemme zu beschädigen. Hier sollte also mit absoluter Vorsicht zu Werke gegangen werden!
Nun jedoch noch einige Impressionen aus dem Handbuch, welches den Installationsvorgang (bis auf ein paar Rechtschreibfehler) so hervorrangend zu unterstützen weiß.
So ziemlich jeder Käufer des SS51G wird Gebrauch von dem intergierten AGP-Slot machen, denn ohne dessen Einsatz wäre wohl eher das SS50 die optimalere Lösung. Wir haben aus diesem Grund die Probe aufs Exemple gemacht und eine Reihe an Grafikkarten sowie PCI-Komponenten in das Gehäuse geschraubt, um ihre Kompatibilität mit dem doch recht kargen Platzangebot zu überprüfen. Ob nun die Onboard- oder eine "externe" Grafik zum Zuge kommen soll, erkennt das Mainboard übrigens automatisch. Weder das Bios noch ein Jumper muss hierzu konsultiert werden.
Bei geschlossenem Gehäuse schrammen die Lüfter der Karten zwar hauchdünn an der Aluminum-Wand vorbei, zu Hitzeproblemen ist es während unserer Testphase jedoch nicht gekommen. Positiv dürften sich hier die ausreichend dimensionierten Lüftungsschlitze am Rand des Mini-Barebones ausgewirkt haben.
Um die Ergebnisse ohne Einschränkungen mit denen unserer bisherigen Mainboardtests vergleichen zu können, haben wir kurzentschlossen die dort eingesetzte Hardware in das Mini-Barebone verbannt. So kann sich das System exakt mit den Konkurrenten messen, gegen die es notgedrungen antreten muss: Den ausgewachsenen High-End PCs.
Auch bei den Benchmarks haben wir exakt den Mix zu Testzwecken heran gezogen, der schon den ausgewachsenen Pentium 4 Mainboards ordentlich eingeheizt hat. Obwohl das SS51G im Übrigen für den Einsatz einer AGP-Karte predestiniert zu sein scheint, haben wir trotzdem auch einen Blick auf die integrierte SiS315-Grafik geworfen.
Wieder einmal durfte SiSoft Sandra den ersten Schritt machen und uns die theoretische Streaming-Performance (Speicherbandbreite, MB/s) unseres Kandidaten verdeutlichen. Nicht immer muss das Ergebnis dabei die spätere Reihenfolge in den Benchmarks wiederspiegeln. In den letzten Reviews gab es schon die ein oder andere Überraschung.
SiSoft Sandra 2002
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Wie zu erwarten war, liegt das FS51-Mainboard des SS51G dank PC2700 (DDR333) Support in der Speicherbandbreite vor der Konkurrenz auf Basis des i845D, i845E und i845G, da diese auf unseren bisherigen Testplatinen nur mit PC2100 zusammenarbeiten. Schon hier tritt der Einfluss, den die aktivierte OnBoard-Grafik auf die Speicherbandbreite hat, deutlich zu Tage. Während das SS51G mit GeForce 3 Ti200 und 2500MB/s einen relativ guten Wert erreicht, liegt die Variante mit SiS315-Grafik rund 110MB/s zurück. Wie nicht anders zu erwarten war, dominieren hier die Platinen mit Rambus (PC800, PC1066, PC4200) klar das Feld.
Wie immer kam auch dieses Mal als weiterer Test für das Speicherinterface WinACE in der Version 2.11 zum Einsatz. Das SS51G mussten dabei bei maximaler Kompression einen Mix aus bereits gepackten und ungepackten Dateien, Musiktiteln, Dokumenten und Bildern mit insgesamt 390 MByte packen.
WinACE 2.11
Angaben in Minuten, Sekunden
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Schon in der Vergangenheit konnte WinACE das Ergebnis aus SiSoft Sandra desöfteren auf den Kopf stellen. Der Grund liegt hierbei in der starken Abhängigkeit von Speichertimings, während die pure Bandbreit nur an zweiter Stelle zu stehen scheint. Aus welchem Grund auch immer, liegt das SS51G trotz PC2700 hier doch recht deutlich hinter der Konkurrenz zurück. Den letzten Platz belegt mit einem Rückstand von gut einer Minute das FS51 mit aktivierter OnBoard-Grafik.
Im Magix Music Maker 3.03 galt es, eine 251MB große Wave-Datei in ein MP3 mit 128kBit und High Quality Settings zu encodieren. Der Codec des Magix Music Maker ist auf Intels Pentium 4 Befehlssatz SSE2 optimiert und daher besonder schnell.
Magix Music Maker 3.03
Angaben in Sekunden
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Nach WinACE scheint sich hier die Lage wieder deutlich entspannt zu haben. Mit gut 38 Sekunden kann sich das SS51G ohne die Last der OnBoard-Grafik im guten Mittelfeld platzieren. Schaltet man die Grafik ein, kostet dies auch hier wieder gute zwei Sekunden.
Dieser recht kompakte Benchmark beruht auf dem Raytracing-Programm Cinema 4D und gibt einen guten Überblick über die Rendering-Eigenschaften des CPU-Chipsatz-Memory Subsystems.
Cinema 4D
Angaben in Punkten
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Die Stunde der Wahrheit - der erste Benchmark mit Anspruch an die Grafikkarte. Die erste Diziplin kommt zwar noch ohne die Beihilfe der Grafik-Platine aus, doch das 'Shading (4D)' scheint nicht die Lieblingsbeschäftigung des SS51G zu sein. Wahrscheinlich kann auch hier die erhöhte Bandbreite des PC2700 die schlechteren Speichertimings nicht kompensieren. Das Mainboard 'FS51' (FSB533) fällt somit noch hinter die i845D Konkurrenz mit PC2100 und einem FSB von 400MHz zurück.
Im 'Shading (GL)' ändert sich das Bild. Steht dem System eine GeForce 3 Ti200 zu Seite, müßten sich i845D und i845G hinter dem SiS651 des SS51G einreihen. Den ersten wirklich Dämpfer muss hier jedoch die OnBoard-Grafik hinnehmen. Mit 11,55 FPS erreicht sie nur etwa 30% der Leistung der Ti200 und wird von der Onboard-Grafik des i845G ('Intel Extreme Graphics') um über 100% geschlagen.
Die reine Renderperformance 'Raytracing' zeigt annähernd das Bild der ersten Disziplin. Das SS51G liegt hier eher auf den hinteren Plätzen, wobei die Aktivierung der Onboard-Grafik weitere Punkte kostet.
Quake 3 Arena und auf dieser Engine basierende Spiele dürfen zu Recht zu den speicherintensivsten Spielen gezählt werden. Mit Quake 3 Arena steigen wir aber auch gleichzeitig in die grafik-basierenden Benchmarks ein und verlassen zumindest vorerst die theoretischen Benchmarks.
Quake 3 Arena
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Quake3Arena gilt seit jeher als wahrer Bandbreitenfresser und unsere Ergebnisse scheinen dies erneut zu bestätigen. Das SS51G kann sich hier dank PC2700 in den hohen Auflösungen teilweise um 20 FPS oder 10% vor die schnellsten Rambus-Platinen setzen und dominiert in den niedrigeren Auflösungen klar die DDR-Konkurrenz.
Unser zweiter Blick galt der SiS315-Grafik. Auch hier muss sich der Chip klar der Stand Alone-Konkurrenz von nVidia geschlagen geben, die teilweise drei bis sechs mal schneller arbeitet. Auch die Intel-Version liegt erneut, wenn auch diesmal knapp, vor der Grafik des SS51G. Unsere Erfahrung haben in der Vergangenheit gezeigt, dass der Intel-Chip zumindest in Quake3Arena gut 30-50% hinter eine GeForce1 256 SD-RAM liegt. Dies nur am Rande, um den SiS315 etwas genauer einschätzen zu können.
Die zweite OpenGL Hürde stellt auch weiterhin der Vulpine GLMark in der Version 1.1 dar. Dabei durfte sich das SS51G sowohl bei den niedrigsten als auch bei sehr hohen Settings regelrecht austoben und zeigen, was in ihm steckt.
Vulpine GLMark v1.1
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Nach WinACE dürfte der GLMark wohl erneut große Antiphati beim SS51G hervorrufen. Mit GeForce 3 Ti200 liegt das Board hinter der Konkurrenz mit Rambus und i845E. Die OnBoard-Grafik muss sich auch hier erneut von Intel schlagen lassen und erreicht gut 20-25% der Leistung des GeForce-Gespanns. In 1024x768 hatte das System zudem Probleme, den Benchmark ohne Abbruch zu beenden.
Bevor wir uns im nächsten Abschnitt den DirectX-Ergebnissen zuwenden, wagen wir noch einen Abstecher in die Rendering-Abteilung und lassen das SS51G zwei Szenen aus Lightwave 7.0b rendern. In der Vergangenheit konnten hier besonders die RAMBUS-Platinen klar auftrumpfen.
Lightwave 7.0b
Angaben in Sekunden
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Zwei verschiedene Benchmarks, zwei verschiedene Ergebnisse. Der 'Skullhead Newest' scheint dem SiS651 des SS51G überhaupt nicht zu liegen und verweist das Board samt PC2700 auf die letzten Plätze. Beim 'Radiosity Reflecting Things' hingegen kann sich das System mit GeForce 3 Ti200 auf den 1. Platz schieben. Die durch die Aktivierung der OnBoard-Grafik verlorene Bandbreite wirkt sich auch hier extrem aus und beschert dem Rechner in dieser Konfiguration den letzten Platz.
Wenn auch schon recht alt, stellt der 3D Mark 2000 aus dem Hause MadOnion.com auch weiterhin einen sehr aussagekräftigen Benchmark für Mainboards dar. Dass die GeForce 3 Ti200 hiermit keine Probleme haben sollte, dürfte klar sein. Doch wie sieht es mit dem SiS315 aus?
3DMark 2000
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