Das erste Barebone für den Sockel 370, den Pentium 4 oder den Athlon 64 [1]. Erste Varianten mit nForce 2, i925XE [2] und im BTX-Standard [3]. „Shuttle creates“ - eine Devise, die bisher auf soliden Tatsachen beruhte und von Produktvorstellung zu Produktvorstellung auf's Neue untermauert wurde.
In Sachen Pentium M lies man nun erstmals einem Mitbewerber den Vortritt bei einer neuen Technologiestufe und so darf sich AOpen mit den Lorbeeren rühmen, das erste Barebone für den Sockel 479 auf die Beine gestellt zu haben. Erste Gehversuche in diesem Metier hat der taiwanesische Hersteller bereits vor einigen Wochen mit einem ersten Pentium-M-Desktop-Board gewagt, das auch aktuell neben einer Variante aus dem Hause DFI das einzige seiner Art ist und von uns im November ausgiebig getestet wurde [4].
Mit dem AOpen XC Cube EY855 wollen wir auf den folgenden Seiten diese Symbiose aus der dem Notebook entliehenen Pentium-M-Architektur und AOpens XC Cube-Serie genauer unter die Lupe nehmen. Da wir die umfangreiche Theorie bereits in unserem Dothan-Review [5] ausführlich durchleuchtet haben, beschränken wir uns im weiteren Verlauf ausschließlich auf die konkrete Umsetzung der vielversprechenden Technologie in einem Barebone-PC.
„Youthful, cosmopolitan, professional“ - drei Worte, mit denen AOpen die uns vorliegende Metropolitan-Gehäuse-Variante umschreibt. Die Produktverpackung im edlen Design geht mit dieser Aussage konform. Neben dem XC Cube liegen die benötigten Kabel, ein Aluminium-Standfuß, Schrauben, das Handbuch und eine CD mit Treibern und Tools in einem extra Karton bei.
Das deutsche Handbuch, das auf der CD als PDF-Datei vorliegt, gehört übrigens zu dem Besten, was wir diesbezüglich jemals zu Gesicht bekommen haben. Nachfolgend einige Impressionen.
| Feature | Ausprägung |
| Ausmaße (BxHxT) | 200x185x320 mm |
| Gewicht | 3,8 kg |
| Chipsatz | Intel 855GME+ICH4M |
| Speicherslots | 2x DDR(1) |
| Speichertakt | 266/333 MHz |
| Speicher (max.) | 2 GB |
| CPU-Sockel | Sockel 479 |
| CPU-FSB | 400 MHz |
| OnBoard-Grafik | Intel 855GME |
| Erweiterungsslots | 1x AGP 4x (max. 220 mm) 1x PCI (max. 185 mm) |
| OnBoard-Audio | AC97 5.1 CH |
| Audio-Anschlüsse | Line-In (Surround-Out L/R) Line-Out (Front-Out L/R) Mic-In (Central/Subwoofer out) Front Mic-In Front Earphone-Out Optical-In Optical-Out Coaxial-Out |
| LAN(RJ-45) | 10/100/1000 |
| ATA | 2x ATA100 |
| S-ATA | - |
| USB 2.0 | 2x Rear 2x Front 2x OnBoard |
| IEEE 1394 | 1x Rear 2x Front (4 Pins und 6 Pins) |
| sonst. Anschlüsse | VGA-Output (analog) PS2-Keyboard-Port PS2-Mouse-Port Parallel-Port Serial-Port |
| Laufwerkschächte | 1x 5,25" 1x 3,5" (HDD) 1x 3,5" |
| Netzteil | 275 Watt, PFC |
Das aus Aluminium gefertigte Gehäuse der Metropolitan-Serie, das mit Mainboard, Lüfter und Netzteil 3,8 kg auf die Waage bringt, besticht sofort nach dem Auspacken durch sein edles Design. AOpen hat das Gewandt mit den Maßen 200 x 185 x 320 mm (Breite x Höhe x Tiefe) allerdings nicht neu erfunden sondern dem EY65 entliehen.
An der Gehäusefront finden sich - mit einer blauen LED beleuchtet und in einen verchromten Rahmen eingefasst - der An/Aus-Schalter und die HDD-Status-LED wieder. Um den Griff hinter das Gehäuse im Alltagseinsatz vermeiden zu können, hat AOpen einen optischen Digitalausgang, einen Kopfhörerausgang, einen Microphoneeingang, zwei USB 2.0-Ports sowie einen kleinen und einen großen FireWire-Port stilvoll an der Front untergebracht. Einen auch heutzutage immer noch ab und an benötigten Reset-Schalter sucht man indes vergebens. In diesem Fall muss das Netzteil konsultiert werden.
Aluminium und Chrom hin und her - in der Vergangenheit bedeutete der Griff zum optischen Laufwerk oftmals das Ende der edlen Frontpartie. Um den Käufer einen solchen Stilbruch zu ersparen, verfügt der EY855 über einen ausgeklügelten Mechanismus, der es ermöglicht, das Laufwerk hinter einer zusätzlichen Blende zu verstecken und dennoch komfortabel öffnen und schließen zu können (mehr dazu unter Installation). Da das Mainboard keinen Floppy-Controller besitzt, braucht man sich diesbezüglich keinerlei Sorgen zu machen.
Auf der linken Gehäuseseite zieren unzählige Lüftungslöcher die Wand aus poliertem Aluminium. Über diese Öffnungen werden der CPU-Lüfter, der Netzteillüfter und - optional - die Grafikkarte mit Frischluft versorgt. Um die Abwärme des CPU-Kühlers nicht vollständig über das Netzteil abführen zu müssen, findet sich auf der rechten Gehäuseseite eine weitere Öffnung für die Entlüftung wieder, durch die der CPU-Lüfter die (zugegeben eigentlich nie wirklich) warme Luft nach Außen befördert.
An der Gehäuserückseite trifft der geschulte Blick zwei weitere USB 2.0-Ports, Buchsen für PS/2-Maus und -Keyboard, einen Monitorausgang, einen seriellen und einen parallelen Port, einen FireWire-Anschluss (6-polig), einen optischen Digitaleingang sowie einen coaxialen Digitalausgang, den Netzwerkanschluss und drei weitere Soundbuchsen an. Das Netzteil kann komplett vom Netz getrennt werden und bietet Betriebsmodi für 115 und 230 V. Auffällig sind darüber hinaus der mit 80x80 Millimetern außergewöhnlich große Netzteillüfter und der Arretierungsmechanismus für die Erweiterungskarten, der mit nur einer Schraube realisiert wurde.
Damit die zum EY855 passende und somit edle Arbeitsunterlage ihren Glanz auch bei häufigen Standortwechseln des Barebone-PCs nicht einbüßen muss, sind die beiden fest verschraubten Füße mit Gummi überzogen. Und auch der vordere Standfuß wartet mit einem netten Detail auf, das erst auf den zweiten Blick ersichtlich wird. So steht das Barebone nicht auf der sofort sichtbaren Metallblende sondern einem Gummisteg, der unscheinbar unter dem Gehäuse verborgen liegt.
Auch intern hat sich gegenüber dem EY65 nichts geändert. Der Laufwerkkäfig kann - nachdem zwei Schrauben entfernt wurden - mit etwas Geschick entnommen werden und gibt das Mainboard praktisch komplett frei. Das mit 275 Watt für den Pentium M praktisch hoffnungslos überdimensionierte Netzteil ist im hinteren Bereich angebracht und stört die Prozessormontage nicht. Alle Kabel sind sauber mit Kabelbindern verlegt und scharfe Kanten sucht man vergebens.
Das Mainboard des EY855 ist mit Intels i855GME-Chipsatz bestückt, hört auf den Namen UX855GME und bietet offiziell Support für Pentium-M-Prozessoren mit einem 400 MHz schnellen Frontside-Bus. Der maximale Speicherausbau beträgt damit 2 GB, wobei auf DDR333-Speichermodule zurückgegriffen werden kann, die eine Kapazität von 1 GB nicht überschreiten dürfen.
Zusätzlich zu den vom Chipsatz bereitgestellten Features - dazu gehört natürlich auch Intels integrierte Extreme Graphics 2 - kann das Board dank weiterer Chips mit Gigabit-Ethernet und Firewire-Support aufwarten. Aus Platzgründen konnte ein Serial ATA-Controller nicht untergebracht werden und da Intels ICH4M dieses Feature nicht unterstützt, muss auf das Interface verzichtet werden.
Während die Southbridge ohne Kühler daher kommt, thront auf der Northbridge ein recht großes Modell aus Aluminium. Die beiden EIDE-Ports liegen im fordern Teil des Mainboards, einen Floppy-Controller bietet die Platine nicht. Als praktisch erwies sich die Positionierung von Batterie und CMOS-Clear-Jumper, denn beide sind gut erreichbar am Rand des PCBs untergebracht.
Während das Gigabit-Ethernet über den Realtek RTL8110SB(L) [6] realisiert wurde, sorgt der ALC655 [7] auf selbem Hause für die Soundausgabe. FireWire stellt der FW323-06 [8] von agere zur Verfügung.
Dass der über den i855GME-Chipsatz angebundene AGP-Slot nur 4x-Geschwindigkeit bietet, fällt bei den meisten Anwendungen nicht ins Gewicht. Der PCI-Slot lies sich testweise mit einem SoundBlaster Live Player und einer Netgear-WLAN-Karte ohne Probleme betreiben.
Die Installation gestaltet sich nicht zuletzt auf Grund der wirklich sehenswerte Bedienungsanleitung relativ einfach und wer bereits ein Barebone-System in Augenschein nehmen konnte, der wird sich sofort zurecht finden. Durch das Retention-Modul lässt sich der mit Wärmeleitpaste bestrichene Kühler absolut gefahrlos auf dem nackten Pentium-M-Prozessor montieren und die Speicherslots sind bei demontiertem Laufwerkschlitten frei zugängig. Auch wenn der Einsatz kaum Sinn ergibt, haben sogar Corsairs beleuchtete Pro-Module Platz im EY855.
Bei der HDD gibt es nicht nur zu beachten, dass sie über Kopf ihren Platz im AOpen-Barebone findet. Auch die horizontale Ausrichtung muss stimmen, da sonst kein Stromanschluss in Reichweite liegt. Bei einer 50/50-Chance wählten wir beim 1. Versuch selbstverständlich die falsche Alternative ;-) Auch wenn die Schraublöcher für das optische Laufwerk mit Nummern versehen sind, verzichtet AOpen auf eine direkte Angabe im Handbuch, um Problemen mit dem Frontmechanismus zum Öffnen und Schließen des Laufwerks zu vermeiden. Um das Laufwerk korrekt am Schalter ausrichten zu können, sollte es vorerst in die richtige Position gerückt und dann, nachdem man den Laufwerkschacht samt Laufwerk wieder entfernt hat, verschraubt werden. Im eingebauten Zustand sind die Schrauben leider für das entsprechende Werkzeug nicht zu erreichen. Um den Taster auf verschiedene Laufwerke ausrichten zu können, ist seine Kontaktfläche in ausreichend kleinen Stufen verschiebbar. Zwei zu Testzwecken eingesetzte Laufwerke (Teac 32x, Asus 50x) konnten wir ohne Probleme im EY855 verstauen.
Sind die Laufwerke verkabelt, das Gehäuse mittels dreier Thumbscrews verschlossen und die Peripherie mit dem Barebone verbunden, steht dem ersten Bootvorgang nichts mehr im Weg. Begrüßt einen das Betriebssystem, fehlt zum vollkommenen Glück nur noch das passende Treibergewandt, das sich mit der mitgelieferten CD in einem Rutsch installieren lässt. Nicht verwundern lassen sollte man sich durch den Umstand, dass dem Paket SATA-Daten- und SATA-Stom-Kabel beiliegen. Die Zugabe entspricht einem Serien-übergreifenden Standard und berücksichtig die Abstinenz eines Serial-ATA-Controllers im EY855 nicht.
Wer dem Prozessor eine potente Grafikkarte zur Seite stellen möchte, der kommt leider nicht darum, die sehr gute und übersichtliche Verkabelung in ihren Grundfesten zu erschüttern, denn ohne das Lösen zweier Kabelbinder reicht kein Stromanschluss bis an das Kartenende heran. Karten, die über einen Kühler verfügen, der über das Slotblech hinaus geht, oder deren Stromanschluss im 90-°-Winkel vom PCB absteht, können nicht zum Einsatz kommen. Als maximale Länge gibt AOpen 220 mm an.
Analog zu unseren Gehäusetests [9] haben wir die Messungen in einem Abstand von ca. 40 Zentimetern an fünf verschiedenen Punkten vorgenommen. Es ist zu beachten, dass wir über keinen komplett schallfreien Raum verfügen und die Ergebnisse somit leicht über den unter perfekten Bedingungen durchgeführten Tests liegen. AOpen gibt für das EY855 etwas schwammig ein typisches Betriebsgeräusch von „22~24 dB oder mehr“ an, der CPU-Kühler soll maximal 27 dB liefern.
Lautstärke (40 cm Abstand)
Angaben in Dezibel
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Insbesondere in Relation zu unseren Tower-Reviews [8] sprechen die Werte Bände. Ergänzend zu den nackten Zahlen wollen wir darüber hinaus unsere subjektiven Eindrücke schildern, die eine spezielle Erkenntnis, die wir bereits nach den ersten Betriebsminuten gewonnen hatten, noch wesentlich deutlicher darstellt.
Immens wichtig für ein angenehmes Betriebsklima ist (und eine lärmende Grafikkarte lassen wir in diesen Betrachtungen vorerst außen vor) die Festplatte. Insbesondere das schrille Zirpen der hoch drehenden 7200er-Versionen gibt das Gehäuse quasi ungedämpft weiter und der flüsterleise Betrieb ohne Festplatte (siehe hellblaue Balken) weicht einem nervenden Betriebsgeräusch. Sicherlich ist es jedem Käufer selber überlassen, das Barebone nach seinen individuellen Bedürfnissen auszustatten. Nur würde man die Anschaffung eines Pentium-M-Rechners mit lärmenden Komponenten unserer Ansicht nach ad absurdum führen. Unsere Empfehlung geht somit klar in Richtung einer mit nur 5400 Umdrehungen pro Minute rotierenden Spinpoint-Platte der Marke Samsung, die ihren Dienst tatsächlich beinahe lautlos verrichtet.
Immer dann, wenn das Betriebssystem unsere Testplatten (Western Digital/IBM mit 7200 U/min) in den Schlaf schickte, wurde das wahre Potenzial des EY855 ersichtlich. Zwar ist der PC, der in der Testphase auf dem Schreibtisch des Schreiberlings stand, in einem leisen Raum immer noch wahrnehmbar. Sobald jedoch Nebengeräusch wie TV, Radio oder ein Gespräch die Ruhe brechen, tritt das Barebone in den Hintergrund. Bei der DVD-Wiedergabe im heimischen Wohnzimmer müsste man sich schon um den Rechner tummeln, um etwas von dessen Aktivität mit zu bekommen.
Unter Einsatz unserer GeForce 6800 GT verkommt der EY855 hingegen vollständig zum „Brüllwürfel“. Zwar schaltete die Karte ob der sehr guten Belüftung auch im 3DMark05-Loop nicht auf die höhere Drehzahl um. Doch allein das gewöhnliche Geräuschniveau im Windows-Betrieb lässt von den Vorzügen des Pentium M im Barebone nicht mehr viel übrig. Der Stromverbrauch bleibt zwar weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau. Die Geräuschkulisse steht einem schlecht belüfteten Standard-System aber in nix nach. Eine derartige Kombination ergibt aus unserer Sicht keinen Sinn.
In Sachen Stromverbrauch macht dem AOpen XC Cube EY855 so schnell keiner etwas vor. 40 Watt unter Windows (idle) und 53 Watt bei der flüssigen HD MPEG2-Wiedergabe sprechen eine deutliche Sprache. Selbst im Gespann mit einer 6800 GT genehmigt sich das Netzteil im 3DMark05 bei einer respektablen Performance maximal „nur“ 131 Watt.
Stromverbrauch (System)
Angaben in Watt (W)
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Da kein uns bekanntes Programm in der Lage war, die Temperaturen korrekt auszulesen und auch AOpens Series Tool noch nicht die Fähigkeit dazu besaß, mussten wir uns auf die nur über eine kurze zeitliche Verzögerung erreichbaren Bios-Werte und den Grafikkartentreiber verlassen. Nach einem längeren 3DMark05-Durchlauf schlugen hier 48 °C für die CPU zu Buche. Nach dem Kaltstart pendelte sich die Temperatur bei 38 °C ein. Hatten wir ähnlich gute Werte im Vorfeld fast erwartet, konnte uns die Grafikkarte mit überraschend guten Werten beglücken. Selbst nach einem zweistündigen Stresstest belief sich die Kerntemperatur auf angenehme 62 °C bei einer Umgebungstemperatur von 45 °C. Die mit Hunderten von Lüftungslöchern überzogene Seitenwand scheint an dieser Stelle wahre Wunder zu wirken.
Wir haben uns der Performance des Pentium M im Vergleich zu einer ganzen Armada an Pentium 4- und Athlon-Prozessoren bereits ausgiebig gewidmet [3] und wollen uns des Leistungsaspekts somit nur am Rande annehmen. In erster Linie galt es, gravierende Mängel in der Umsetzung zu enttarnen. Das Barebone lieferte allerdings konstant annähernd die Geschwindigkeit, die schon das Desktop-Board an den Tag gelegt hat, so dass wir im Folgenden nur ein paar exemplarische Benchmarks sprechen lassen wollen.
SiSoft Sandra 2005
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Die leichten Defizite im Speicherdurchsatz gegenüber dem Desktop-Board dürften auf die unterschiedlichen Benchmarkversionen zurück zu führen sein. Das Board war über den gesamten Testzeitraum in der Lage, die zwei Corsair-Module mit den Timings 2-2-2-5 anzusprechen. Wird die integrierte Grafik aktiviert und mit 32 MB Speicher beglückt, zeigt sich der traditionelle Rückgang in der Speicherperformance.
3DMark03
Angaben in Punkten
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Dass das EY855 nur in Verbindung mit einer optionalen AGP-Karte zum Spielen aktueller Titel geeignet ist, verdeutlicht ein Durchlauf des 3DMark03. Selbst die erste Testsequenz, die lediglich DirectX 7 voraussetzt, ruckelt unter Einsatz der integrierten Grafik beachtlich. In Zusammenarbeit mit einer 6800 GT liefert das Barebone praktisch exakt die Leistung, die schon das i855GMEm-LFS gezeigt hat.
3DMark05
Angaben in Punkten
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Der 3DMark05 unterstreicht die gewonnene Erkenntnis. Die unterschiedlichen CPU-Resultate dürften erneut auf die unterschiedlichen Treiber zurück zu führen sein.
Darüber hinaus sei noch erwähnt, dass der von uns eingesetzte Pentium M 755 keine Probleme mit der flüssigen Wiedergabe von High Definition MPEG2 hatte. Der Lüfter lies sich auch unter einer solchen Beanspruchung nicht auf eine höhere Drehzahl zwingen und der CPU-Kühlkörper zeigte keine spürbare Erwärmung.
In Sachen Festplatten- und Schnittstellenperformance gab sich das EY855 ebenfalls keine Blöße und überzeugte durchweg mit guten bis sehr guten Ergebnissen.
Das Bios (Version 1.3) kann durch seine Übersichtlichkeit und Funktionsfülle überzeugen. Neben den üblichen Einstellungen lassen sich alle OnBoard-Komponenten bequem per Tastatur deaktivieren und in Sachen Speichertimings werden die gewählten Settings auch tatsächlich 1:1 übernommen. Das SPD liest das Bios einwandfrei aus.
Während der Multiplikator und die CPU-Spannung im Bios nur nach unten hin modifiziert werden können, darf der FSB in schwindelerregende Höhen getrieben werden. Interessant erscheint hier vorallem die Möglichkeit, gleichzeitig den CPU-Multi zu senken. PCI- und AGP-Bus können auf eine feste Frequenz gesetzt werden.
Hinter dem Menüpunkt Silent Bios/HW Monitor verbirgt sich die Schaltzentrale der Lüftersteuerung. Während der CPU-Lüfter bei der Einstellung Full Speed konstant mit gut 3300 U/min läuft und sich deutlich bemerkbar macht (laut AOpen mit 27 dB), kann die Kontrolle mittels Smart Control an das Bios übergeben werden. Allerdings reichten die dann im Minimum anliegenden 2000 U/min über den gesamten Testzeitraum aus, um den Pentium M 755 auch unter Last auf einem angenehmen Temperaturniveau zu halten, so dass der Lüfter durch das Bios nicht aus seinem ruhigen Lauf bewegt wurde.
Neben dem Bios gibt es noch eine weitere, derzeit noch inoffizielle Alternative dem EY855 Beine zu machen. Die Rede ist von AOpens auf den Namen „Intel 855Gme Series Tool“ getauften Programm, das bisher offiziell nur für das Pentium-M-Desktop-Board zum Download bereit steht, mit dem Barebone jedoch ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich zusammen arbeitet.
Dass sich das Programm momentan noch in der Entwicklung befindet, verdeutlichen die nicht funktionierende Lüftersteuerung und die fehlerhafte Temperatur- und Drehzahlanalyse sowie häufige Rechnerabstürze beim Start des Tools - intern arbeitet man allerdings an einer neuen Version, die weiter auf das EY855 optimiert wird. Auf der Treiber-CD der sich im Handel befindenden XC Cubes ist es aus diesen Gründen noch nicht zu finden.
In Sachen Overclocking bietet das Series Tool dieselben Funktionen wie das Bios sowie einen Auto-Mechanismus, bei dem der FSB schrittweise angehoben wird - alles bequem vom Windows-Desktop aus. Wir konnten die CPU absolut stabil mit einem FSB von 120 MHz und einem Kerntakt von 2400 MHz betreiben, ohne die VCore modifiziert zu haben. 2500 MHz waren stabil nicht mehr zu erreichen. SpeedStep, das automatische Herabsenken von Multiplikator und VCore im Leerlauf, wird beim Übertakten deaktiviert. Womit wir bei einer weiteren Aufgabe des Series Tool wären, nämlich der Aktivierung von SpeedStep auf Dothan-CPUs.
Während die SpeedStep-Funktion für Banias-CPUs fest im Bios integriert ist und somit wie auf einem Notebook ohne Zusatzsoftware funktioniert, lässt sich das Feature auf Dothan-Prozessoren derzeit nur mit Hilfe des Programms aktivieren. An einer Integration im Mainboard-ACPI mittels Bios-Update wird jedoch gearbeitet. Die im Handel erhältlichen EY855-Modelle sind somit zumindest zum jetzigen Zeitpunkt offiziell nicht in der Lage, beim Dothan SpeedStep zu aktivieren. Hat man dem Dothan die Stromspareigenschaften dann per Software entlockt, lässt sich über den Nutzen streiten. Wir konnte im Leerlauf in Sachen Stromverbrauch keinerlei Unterschiede zwischen Multi 6 (600 MHz) und Multi 20 (2000 MHz) feststellen. Zudem wechselte der Multiplikator unter Last nur sehr träge zwischen 6, 13 und 20 hin und her. Zwar war in Benchmarks keinerlei Leistungsrückgang durch die SpedStep-Technologie zu erkennen. Das ohne SpeedStep noch einwandfrei laufende HD MPEG2-Video fiel allerdings durch störende Ruckler unangenehm auf, da der Multi oftmals auf 13 herab gesetzt wurde, die dann anliegenden 1300 MHz für die Wiedergabe dann jedoch klar unterdimensioniert waren. Praktischer Weise dürfen aus diesem Grund bis zu vier Anwendungen ausgewählt werden, bei denen der CPU-Takt beim Maximum verharren soll.
So kann das Potenzial des (bisher noch inoffiziellen) Series Tools zwar überzeugen. Die Umsetzung krankt allerdings noch recht stark an Inkompatibilitäten und Systemabstürzen.
Was ist uns sonst noch aufgefallen? An 1. Stelle ist hier noch ein Problem mit dem an der Frontpartie positionierten Microphoneausgang zu nennen, der durch eine ungünstige Verdrahtung starke Störgeräusche aufweist. So wird jede Aktion in Windows, ja alleine das Bewegen der Maus, mit einem starken Zirpen quittiert. Der auf der Rückseite des XC Cube EY855 verbaute Ausgang weist dieses Problem glücklicher Weise nicht auf und liefert einen glasklaren Klang.
Der Soundtreiber bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten und eine automatische Erkennung der angeschlossenen Geräte samt Warnmeldung, sollte ein Geräte mit der falschen Buchse verbunden sein. Mit unzähligen Umgebungsprofilen (Badezimmer, Concert Hall etc.) lässt sich ein jedes Musikstück ganz individuell verunstalten.
Erst nachdem sich das Barebone wieder auf dem Rückweg zum Hersteller befand, fiel uns darüber hinaus auf einem Foto auf, dass eines der Stromkabel bei der Montage des optischen Laufwerks eingequetscht und dabei beschädigt wurde (seinen Dienst dennoch über zwei Wochen lang problemlos verichtete). Hier sollte man beim Zusammenbau also äußerste Vorsicht walten lassen!
Der XC Cube EY855 von AOpen setzt die herausragenden Eckdaten der Pentium M-Architektur, Laufruhe und Stromverbrauch, konsequent um. Das Barebone ist auch unter Last sehr leise und geht in Umgebungsgeräuschen schnell komplett unter. Das schon vom EY65 bekannte Metropolitan-Gehäuse überzeugt durch ein edles Design, die gute Verarbeitung und eine einfache Installation. Die mannigfaltigen Anschlussmöglichkeiten werden leider durch die schlechte Verkabelung des vorderen Kopfhörerausgangs getrübt. Das Lüftungskonzept des derzeit rund 350 Euro teuren Rechners zeichnete sich neben der Lautstärke auch durch seine Effizienz aus, so dass selbst eine GeForce 6800 GT außerordentlich gut im Zaum gehalten werden konnte. Der Ausstattung ist letztendlich nur der fehlende Serial-ATA-Support anzukreiden.
Die Leistung führt uns auf einen Scheideweg. Generell bietet der Pentium M eine brachiale Performance, die in unserem Fall selbst zur flüssigen Wiedergabe von HD MPEG2 ausreichte. Gehören (halbwegs) aktuelle Spieletitel und eine Vorliebe zu qualitativ hochwertigen Grafiken in das Portfolio des Anwenders, sieht die integrierte Grafik allerdings alt aus und ist hoffnungslos überfordert. Sicher, auch wir konnten ohne Probleme eine High-End-Karte vom Schlag einer 6800 GT in das Gehäuse verfrachten. Nur war es mit der seligen Ruhe auf einen Schlag vorbei und einer der großen Vorzüge des EY855 Geschichte. Letztendlich ergibt der Einsatz einer potenten Grafikkarte im Pentium-M-Barebone aus unserer Sicht somit nur Sinn, wenn ein passiv gekühltes Modell zum Einsatz kommt. Andernfalls bliebe gegenüber einem System mit Pentium 4 oder Athlon 64 nur ein niedrigerer Stromverbrauch in der Praxis stehen, der die höheren Anschaffungskosten nur über Lange zeit wettmachen würde. Bei einer derartigen Grafikkarte sei zu beachten, dass der Kühler nicht über den Slot hinaus ragen darf.
Insofern sehen wir den EY855 eher als pfeilschnellen Arbeits- oder Wohnzimmer-PC, der sich auch gehobenen Aufgaben wie der Wiedergabe von High-Definition-Videoformaten ohne Probleme und bei einer außerordentlich angenehmen Geräuschkulisse stellen kann. Mit 40 Watt unter Windows und 53 Watt bei HD MPEG2 braucht sich das Barebone vor handelsüblichen Notebooks nicht zu verstecken. Die für die kommende Woche erwartete Vorstellung der Sonoma-Plattform [10] sollte darüber hinaus für starke Preisnachlässe bei den derzeit noch aktuellen 400-MHz-FSB-CPUs sorgen. Wie schnell die neue Architektur erneut ihren Weg auf Desktop-Boards und in Barebones finden wird, ist indes ungewiss. Shuttle, führender Hersteller in Sachen Barebone-Systeme, hält sich derzeit noch erstaunlich bedeckt. Zwar lies man auf der CES zwei erste Fotos [11] des ausstehenden Systems zu. Auch auf erneute Nachfrage war es und jedoch nicht möglich, auch nur die kleinste Information über das System zu ergattern.