Mit der Vorstellung des neuen Sockel AM2 von AMD (ComputerBase-Test [1]) und den passenden Prozessoren müssen auch die Mainboard-Hersteller neue Platinen auf den Markt bringen, welche nicht nur den neuen Sockel sondern auch den Speichertyp DDR2 unterstützen. Bereits im Vorfeld, etwa auf der CeBIT 2006, konnten einige Modelle, welche beispielsweise auf die ebenfalls neue nForce-500-Chipsatz-Serie [2] von nVidia setzen, abgelichtet werden. Wir haben in diesem Artikel versucht eine möglichst umfassende – wenn auch nicht vollständige – Liste der angekündigten Mainboards für den Sockel AM2 zu erstellen und zudem einige Impressionen der uns zur Verfügung stehenden Platinen zu geben.
Namentlich standen uns dabei die folgenden Testplatinen zur Verfügung: Asus M2N32-SLI, Asus M2N32-SLI Deluxe Wireless Edition und Foxconn C51XEM2AA mit nForce 590 SLI, MSI K9N SLI Platinum mit nForce 570 SLI und das ATI-Referenzmainboard mit CrossFire Xpress 3200-Chipsatz.
Das M2N32-SLI von Asus setzt auf den nVidia nForce 590 SLI [3], das Topmodell unter nVidias AM2-Chipsätzen, und bietet somit Features wie zwei PCIe-x16-Slots, die auch im SLI-Betrieb über volle 32 Lanes verfügen, PCIe x4, Dual-Gigabit-LAN, SATA-II/PATA-RAID Cross-Controller mit RAID-5-Unterstützung und eine passive Chipsatzkühlung durch ein Heatpipesystem. Bei Verwendung einer Wasserkühlung oder eines passiven CPU-Kühlers sollte die Heatpipe jedoch mit einem zusätzlichen Kühler versehen werden, welchen Asus dem Paket beilegt. In der Wireless Edition verfügt das Bundle zudem über eine „Wireless LAN“-Karte nach dem IEEE 802.11g-Standard, welcher Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 54 Mbps ermöglicht. Eine passende Antenne liegt ebenso bei wie ein SoundMAX Stereo-Mikrofon. FireWire und 8-Kanal-Audio durch den „ADI 1988B“-Chipsatz wird ebenfalls geboten.
Das M2N32-SLI von Asus bietet sieben Lüfteranschlüsse. Neben dem Anschluss für den CPU-Kühler, welcher über vier Pins verfügt, stehen vier geregelte Anschlüsse für Gehäuselüfter und zwei ungeregelte Anschlüsse zur Verfügung. Intel führte mit dem Sockel 775 einen vierten Pin für den CPU-Lüfter-Anschluss ein, welcher ein 25 kHz Steuersignal trägt, um die Lüfterdrehzahl zu regulieren. Die entsprechende Pulsweiten-Modulation (PWM) ist im Lüfter selbst enthalten. Allerdings implementiert Asus für seine Lüfter-Anschlüsse nicht den nVidia-Standard, so dass die Spannungen und Lüfterdrehzahlen nicht über nTune 5 [4] geregelt werden können. Asus stellt dem Käufer hierfür das eigene Tool „AI Booster“ zur Seite.
Das Asus M2N32-SLI Deluxe setzt wie die Asus M2N32-SLI Deluxe Wireless Edition auf den nVidia nForce 590 SLI und unterscheidet sich von der Wireless Edition nur darin, dass das Mainboard nicht mit einer „Wireless LAN“-Karte und der passenden Antenne ausgestattet ist. Zudem wird statt eines PCIe-x1-Steckplatz ein weiterer PCI-Steckplatz verbaut. Ansonsten sind beide Modelle absolut baugleich. Das hier gezeigte M2N32-SLI Deluxe trägt die Revision 1.02G, während die M2N32-SLI Deluxe Wireless Edition uns in der Revision 1.03G vorlag.
Beim C51XEM2AA von Foxconn handelt es sich ebenfalls um ein Mainboard für den Sockel AM2 mit nForce 590 SLI. Das C51XEM2AA stellt das nVidia-Referenzdesign dar und wurde zusammen mit nVidia entwickelt, so dass sämtliche Anforderungen etwa an nTune 5 [3] erfüllt werden. Leider verfügt das Mainboard insgesamt jedoch nur über drei Lüfteranschlüsse – etwas wenig. Das Board verfügt über sechs Layer.
Weitere Informationen über die neuen nVidia-Chipsätze hält unsere Vorschau zur nForce-500-Serie [1] bereit. Mehr Informationen zum Sockel AM2 und den entsprechenden Prozessoren bietet unser ausführlicher Testbericht [5].
Mit dem MSI K9N SLI Platinum erreichte die Redaktion das erste Mainboard mit dem nVidia nForce 570 SLI-Chipsatz, der als Ein-Chip-Lösung ausgelegt ist. Besonders erfreulich an der MSI-Platine ist die passive Kühlung, die darüber hinaus vergleichsweise kompakt ausfällt. Ein weiter Kühlkörper hält die MOSFETs der Spannungswandlung auf Temperatur.
Das Board trägt mit insgesamt drei PCI-Steckplätzen den noch immer eingeschränkten Angebot an Lösungen für den Nachfolger PCI Express Rechnung, verzichtet jedoch nicht auf zwei PCIe x1-Slots des neuen Standards. Für Grafikkarten stehen zwei PCI Express x16-Slots zur Verfügung, die mit jeweils x8-Lanes angebunden sind.
Für Laufwerke stellt das Board 1x ATA133-Kanal und 6x SerialATA300 bereit. Zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse sind ebenso mit von der Partie wie ein Realtek ALC883-Chip für 7.1-Kanal HD Audio. Zehn USB 2.0-Anschlüsse fehlen darüber hinaus ebenso wenig wie drei Firewire-Ports (IEEE 1394a).
In vielerlei Hinsicht ungewöhnlich ist das ATi-Referenzmainboard mit dem neu vorgestellten CrossFire Xpress 3200 [6] inklusive neuer SB600-Southbridge. Die weiße Farbe der Platine kennt man sonst nur von den recht seltenen, ebenfalls mit ATi-Chipsätzen ausgestatteten Sapphire-Mainboards, aus deren Fabriken sicher auch dieses Board stammt. Neben anderen Äußerlichkeiten wie den feuerroten Steckplätzen und den in Zeiten riesiger Heatpipe-Konstruktionen beeindruckend kleinen Chipsatzkühlern sind es natürlich vor allem die Eckdaten der Xpress-3200-Boards wie zwei jeweils mit vollen 16 Lanes angesteuerte PCIe-x16-Slots, die künftig den ambitionierteren Interessenten anlocken sollen.
Die weitere Ausstattung beläuft sich auf acht SATA-Steckplätze mit RAID 0, 1 und 10, LAN, Audio, FireWire sowie einen PCI- und zwei PCIe-x1-Slots. Parallele und serielle Schnittstellen fehlen in der ATX-Blende.