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Test: InnoVISION EIO Card-Disk

von Simon Knappe

Einleitung

Nach den letzten umfangreichen Tests von USB Sticks und externen Festplatten möchten wir nun in einem kleinen Review eine Art Symbiose aus den beiden Produktsparten in Form der EIO Card-Disk von der Firma InnoVISION vorstellen. Die kleine Festplatte für die Hosentasche ist ohne Frage noch ein Exot auf dem Hardwaremarkt und versucht, seine Nische möglichst schillernd auszunutzen. Aufgrund der doch teils stark verschiedenen technischen Voraussetzungen möchten wir in dem Test einen möglichst fairen Vergleich zu den beiden nächstgelegenen Sparten herstellen.

Lieferumfang und Ausstattung

Der Karton ist zwar etwas breiter und höher als ein 10er Pack CDs im Jewelcase, aber dafür nur halb so tief. Im dünnen, bunten Außenkarton versteckt sich der dickwandige und einfach weiße Karton mit der Card-Disk und dem Zubehör. Gut geschützt durch Schaumstoffformteile befindet sich neben der Card-Disk noch das knapp 30 cm lange USB2.0-Anschlußkabel sowie eine einseitige Anleitung zur Inbetriebnahme. Eine Treiber-CD oder -Diskette liegt nicht bei; der für Windows 98SE und ME benötigte Treiber muß bei Inno von der Webseite herunter geladen werden. Mit einer Größe von 621 KB auch für ISDN und Modem-Benutzer keine allzu große Hürde. Windows-98/ME-ohne-Internet-User schauen allerdings in die Röhre. Für den Preis muss Inno wegen einer extra CD sicherlich nicht den Hungertod fürchten.

Card-Disk Box Front Card-Disk Box Back Card-Disk Lieferumfang

Die 1,8"-Festplatte steckt in einem Metallgehäuse, das auf der Oberseite neben dem Aufkleber noch zwei Öffnungen für die Status-LEDs hat. Die Power-LED leuchtet rot, während die Zugriffs-LED grün leuchtet. Die LEDs sind allerdings fast nur beim direkten Blick von oben richtig sichtbar. Auf der oberen Schmalseite befindet sich der USB2.0-Anschluß, der als Mini-Stecker ausgeführt ist. Die Unterseite der Card-Disk ziert der Typen-Aufkleber mit Seriennummer. Im Inneren der Metallhülle werkelt die schon angesprochene 1,8"-Festplatte MK5002MAL aus dem Hause Toshiba mit einer Kapazität von 5,0 GB. Die kleine Platine dient quasi nur der Datenübersetzung von IDE auf USB, eine zusätzliche Stromversorgung wird nicht benötigt. Denn auch der Strom wird aus der USB-Leitung entnommen, die zur Verfügung stehenden 500mA reichen der MK5002MAL genau, stehen doch eben diese auf dem Typenschild der Festplatte. Dem USB-Anschluß gegenüber verfügt das Metallgehäuse über einen kleinen Schaumstoffstreifen, der das Ganze im Inneren des Gehäuses festhält und abfedert.

Testsystem

Benchmarks

Lesegeschwindigkeit

Lesen - Maximum

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
28.491
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
13.006
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
7.518
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
7.076
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Lesen - Minimum

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
13.088
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
8.490
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
6.738
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
5.433
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Lesen - Durchschnitt

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
27.506
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
12.710
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
7.237
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
6.844
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Bei den Leseraten ordnet sich die InnoVISION Card Disk genau zwischen die USB-Sticks und der großen, externen Maxtor One Touch ein. Zirka doppelt soviel wie die USB Sticks, aber nur halb soviel wie die Maxtor-Festplatte. Zu beiden lassen sich nur schwer Vergleiche ziehen - zu unterschiedlich sind die technischen Eigenschaften.

HD Tach 2.61 Screenshot

Schreibgeschwindigkeit

Schreiben - Maximum

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
20.510
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
9.205
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
6.012
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
3.027
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Schreiben - Minimum

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
9.245
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
6.493
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
4.799
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
2.534
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Schreiben - Durchschnitt

 Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
14.103
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
7.960
TwinMOS USB 2.0 Mobile Disk
5.505
InnoVISION EIO USB 2.0 Pen Drive
2.815
Angaben in Kilobyte pro Sekunde (kB/s)

Die Schreibzugriffe bestätigen die ersten Eindruck der Lesebenchmarks. Die InnoVISION Card-Disk stellt genau das Mittelfeld an Leistungsvermögen dar. Gegen die 7200 U/min drehenden, externen Festplatten hat die Card-Disk natürlich keine Chance. Jedoch im Vergleich zu den Flash-Speichern der USB-Sticks kann sich die kleine Platte sehr gut behaupten.

Zugriffszeiten

Zugriffszeiten

 Zugriff auf ersten 500MB Ext:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
7,34
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
14,40
 Durchschn. Zugriff Extern:
Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
20,76
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
21,29
Angaben in Millisekunden

Zugriffszeiten Random

Maxtor OneTouch 120GB - USB2.0
20,6
InnoVISION EIO Card Disk 5 GB - USB2.0
21,2
Angaben in Millisekunden

Bei den Zugriffszeiten liegt "das Feld" schon deutlich dichter beisammen. Kann die Maxtor ihre deutlich höhere Drehzahl beim Zugriff auf die ersten 500 MB noch ganz gut ausspielen, liegen die beiden Platten beim durchschnittlichen und zufälligen Zugriff praktisch auf der gleichen Höhe. Von den USB-Sticks fehlen uns hier leider jegliche Werte.

Erfahrungen

Klein und handlich ist die Card-Disk von Inno. Etwas empfindlicher als die USB-Sticks, befindet sich im Inneren doch eine echte Festplatte, die Erschütterungen relativ kritisch gegenüber steht und bei Headcrashes - dem Aufsetzen des Lesekopfes auf die Platte - einen irreparablen Defekt davontragen kann. Aber genau wie beim USB-Stick wird keine zusätzliche Stromversorgung benötigt und auch die Erkennung des neuen Datenträgers unter Windows 2000 und XP erwies sich als immer problemlos.

Card-Disk Größenvergleich Card-Disk Kabel angeschlossen

Das Metallgehäuse ist ausreichend stabil, um die Card-Disk auch mal in die Hosentasche zu stecken. Darauftreten sollte man aber nicht. Dank USB2.0 ist auch der Datentransfer zufriedenstellend schnell, selbst für Hektiker und Stressgeplagte. Als kleine Schwachstelle ist das mit rund 30 Zentimeter relativ kurz geratene Anschlusskabel zu nennen. Beim Anschluss an den USB-Port am ATX-Panel eines Mainboards hängt die Platte unter Umständen ein wenig in der Luft. Ein paar Zentimeter mehr, wären hier sicherlich wünschenswert gewesen.

Fazit

Ein Fazit zu ziehen, fällt an dieser Stelle relativ schwer, da keinerlei Referenz vorhanden ist. Ein direkter Vergleich zu einem ähnlichen Produkt erübrigt sich also, weswegen wir hier den Vergleich zu zwei unterschiedlichen Produktsparten ziehen möchten. Betrachtet man die Card-Disk als Mitglied der externen Festplatten, liegt die Leistung aufgrund der geringeren Drehzahl und Größe natürlich klar hinter den normalen USB2.0/Firewire Modellen, welche im Inneren mit 5400 bzw. 7200 Umdrehungen pro Minute drehen und im Mittel eine doppelt so hohe Datentransferrate erzielen. Positiv für die Card-Disk spricht dabei die geringe Größe und das niedrige Gewicht von nicht mehr als 80 Gramm. Stellt man die Preisrechnung "Preis pro Gigabyte" auf, hat die InnoVISION Card-Disk im Vergleich zu den ausgewachsenen externen Festplatten klar das Nachsehen. Für 169 Euro bekommt man bei der Card-Disk lediglich eine Größe von 5 GByte, während man z.B. bei Maxtor eine One Touch mit 120 GB ebenfalls für 180 - 200 Euro erhält. Ein großer Vorteil gegenüber den großen externen ist auf jeden Fall die nicht benötigt extra Stromversorgung.

Geht es nach InnoVISION, so wurde die EIO Card-Disk als direkte Konkurrenz zu den großen USB Sticks geschaffen. Da es einen 5 GByte großen Stick noch nicht gibt, stellt die Card-Disk somit etwas einmaliges dar. Zwar ist die Card-Disk aufgrund ihrer laufenden Festplatte im Inneren nicht ganz so mobil und robust, wie die USB Sticks, bietet mit 169 Euro für 5 GByte Speicher aber ein unschlagbares Preis/Kapazitäts Verhältnis - kostet doch ein USB Stick mit 512 MB schon in etwa solche Summen. Wer steckt sich schon 10 USB Sticks für über Tausend Euro in die Tasche, wenn man dieselbe Kapazität auch praktisch mit höheren Datentransferleistung in Eins haben kann? Große Kapazität, geringes Gewicht und hohe Geschwindigkeit gewünscht, wobei externe Festplatten der üblichen Ausführung nicht in Frage kommen? Hier könnte die Card-Disk mangels entsprechender USB-Sticks vorerst eine adäquate Lösung darstellen. InnoVISION bietet seit neuestem auch eine 15 GB Variante für 189 und ein 20 GB Modell für etwa 215 Euro an.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/mainboards/kt600_msi_kt6_delta/
  2. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/laufwerke/iomega_maxtor_reisen/
  3. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/peripherie/5_usb_sticks_vergleich/
  4. http://www.tcdlabs.com/hdtach.htm
  5. http://www.tcdlabs.com/htach261.exe
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