Einleitung
Seit die Computerhersteller erkannt haben, dass der PC nicht mehr nur alleine ein Arbeitsgerät ist, vermarkten sie ihn als Mittelpunkt des multimedialen Heim-Erlebnisses. Ob als Musik- oder Filmarchiv, digitaler Videorekorder oder Spielgerät mit Anschluss an den Fernseher. Ein Blick in die Prospekte einschlägiger Supermärkte macht deutlich, welche Anforderungen heutzutage an einen PC gestellt werden. Auch wenn sich im Design mittlerweile einiges getan hat und die Computer nicht mehr im einheitlichen grau daher kommen, so ist dennoch ein großes Manko geblieben - die Größe.
Schon seit längerem erfreuen sich deshalb kleine PCs zunehmender Beliebtheit. Ob am Arbeitsplatz oder Zuhause, oft ist der Platzbedarf für einen Midi- oder Big-Tower nicht vorhanden. Durch ihre kompakte Bauweise brauchen die kleinen PCs nur wenig Platz und lassen sich beispielsweise bequem auf dem Schreibtisch neben dem Monitor betreiben.
Trotz der geringen Größe muss der geneigte Anwender aber nicht auf die Einsatzvielfalt, den auch die „Großen“ bieten, verzichten und erhält oben drauf sogar ein ansprechendes Design.
Während verschiedene Hersteller für den von Hersteller VIA geschaffenen Mini-ITX Formfaktor Designgehäuse in ihrem Programm haben, präsentiert der taiwanesische Hersteller Shuttle nun schon seit über zwei Jahren für seine Mini-PCs ein eigenes Konzept. Ausgewählte Chipsätze von Herstellern wie Via, Intel und nun auch nVidia werden auf kleinen Mainboards im FlexATX Standard in so genannten Mini-Barebone PCs verbaut.
ZitatShuttel.com: Barebones sind PC-Chassis ohne CPU, Speicher und Laufwerke. Shuttle XPCs sind Barebone-Systeme mit einem stilvollen Aluminium-Gehäuse und speziell aufeinander abgestimmten Komponenten. Sie werden mit Gehäuse, Mainboard, Netzteil, CPU-Lüfter und Zubehör ausgeliefert.
Wie das CB-Team von der Cebit berichtete, ist die Vielfalt dieser von Shuttle „XPC“ getauften Geräte schon sehr beachtlich. Für jede Prozessor Plattform hält Shuttle mittlerweile eine passende Konfiguration seines XPCs bereit und der interessierte Benutzer hat die Qual der Wahl, für welches der schicken Gehäuse er sich entscheidet. Eine Liste der kompletten Produktpalette ist auf Shuttle.de [1] zu finden.
Jüngster Spross in der XPC Familie für den AMD Athlon ist das SN41G2 mit nForce 2 Chipsatz und genau diesen Abkömmling haben wir uns im Folgenden genauer angesehen. Der Druchbruch für den Wohnzimmer-PC?




Lieferumfang
Das SN41G2 wird mit allen Kabeln und Schrauben geliefert, die zum Einbau der restlichen Hardware notwendig sind. Zusätzlich befindet sich in dem kompakten Karton:
- Aluminium-Gehäuse mit den Maßen 300 x 200 x 185 mm
- Mainboard FN41 im Gehäuse integriert
- 200 Watt Netzteil
- I.C.E.- CPU Kühlung mit Heatpipe
- Kupferspacer
- 2 Kabel für IDE/ATA-133 Geräte & 1 Kabel für Diskettenlaufwerk
- 1 TV-Adapter von S-Video auf Cinch
- Installations - und Befestigungsmaterial sowie ein Netzsteckerkabel
- Wärmeleitpaste
- Kurzanleitung für den Einbau
- Handbuch für das Mainboard
- Treiber-CD




Das Handbuch in englischer Sprache für das FN41 und die Kurzanleitung auf taiwanesisch sollen den Einbau und die spätere Konfiguration des XPCs erleichtern. Leider werden in dem Handbuch lediglich die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des Bios beschrieben. Eine genaue Erläuterung der Funktionen fehlt. Die bebilderte Kurzanleitung reicht jedoch aus, um das System innerhalb einer halben Stunde komplett einsatzbereit zu machen.
Das Gehäuse
Das Gehäuse ist komplett aus Aluminium und anders als bei den Vorgängermodellen hat Shuttle beim SN41G2 auf eine Acryl-Blende verzichtet. Dadurch wirkt das Gehäuse schlicht aber edel. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Die Kanten sind abgerundet und das Gehäuse lässt sich durch drei Thumb-Screws an der Rückseite leicht öffnen und ebenso wieder schließen. Belüftungslöcher sorgen an beiden Seiten des polierten Alu-Gehäuses für eine ausreichende Frischluftzufuhr.



Die Vorderseite offenbart einen optischen Ausgang, zwei USB 2.0 und einen IEEE 1394 Firewire Anschluss sowie Ausgänge für Kopfhörer und Mikrofon und einen optischen Ausgang, der die Möglichkeit bietet, einen externen Dolby Digital 5.1 Verstärker anzuschließen - nForce 2 macht es möglich. Neben den LEDs für Festplatte und Power befindet sich ein runder Resetknopf und ein PowerOn-Knopf. Einen Schalter zum Ausschalten des Netzgerätes sucht man allerdings vergebens. So kann man das System nicht komplett vom Netz trennen und verbraucht auch im ausgeschalteten Modus einige Watt.
Auf der Rückseite befinden sich PS2-Anschlüsse für Tastatur und Maus, eine serielle Schnittstelle sowie zwei USB 2.0 und zwei Firewire-Schnittstellen. Die drei analogen Soundausgänge bieten Anschluss für Front-, Center- und Rear-Boxen. Für den integrierten Ethernet-Controller gibt es einen RJ45 Anschluss. Außerdem besitzt der XPC neben einem S-VHS TV-Ausgang einen zweiten VGA-Anschluss, wodurch sich zwei Monitore gleichzeitig betreiben lassen.


Auf einen Gameport und die paralelle Schnittstelle muss man in der Grundversion zwar verzichten, zumindest letzteres läßt sich jedoch in Shuttle Online-Shop nachbestellen und über ein dafür vorgesehens Loch in der Gehäuserückwand nach außen führen. In Zeiten der USB-Schnittstelle scheint der Verzicht auf den Gameport hingegen weniger schmerzhaft zu sein.
Öffnet man das Gehäuse, so fällt sofort das von Shuttle als I.C.E. (Integrierte Cooling Engine) bezeichnete Heatpipe-System zur Kühlung des Prozessors auf. Ein großer in drei Stufen regelbarer Lüfter übernimmt nicht nur die Belüftung des Gehäuses sondern ist auch für die Kühlung der durch die CPU erhitzte Heatpipe verantwortlich. Die Heatpipe ist mit je vier Schrauben an Mainboard und Gehäuserückwand befestigt. In unserem Review zum SS51G [2] sind wir ausführlichst auf diese effektive und relativ leise Art der Kühlung eingegangen.


Insgesamt kann man der harten Schale des SN41G2 nur Positives abgewinnen. Kein Klappern, kein Scheppern - das System macht einen extrem soliden und qualitativ hochwertigen sowie durchdachten Eindruck, wie wir es von der XPC-Serie gewohnt sind.
Das Mainboard
Bei dem Mainboard handelt es sich um das nicht separat erhältliche FN41 mit einem nForce 2 Chipsatz samt integrierter GeForce4 MX. Um den XPC zur multimedialen Schaltzentrale umzufunktionieren, wird dem IGP ("Integrated Graphics Processor") die MCT-T zur Seite gestellt, die über nVidias SoundStorm verfügt und somit Dolby Digital 5.1 in Echtzeit dekodieren kann. Als einer der ersten Hersteller hat Shuttle die Validierung durch nVidia und Dolby Laboratories bereits hinter sich.
Um einen stabilen Betrieb des SN41G2 trotz der beklemmenden Enge des Gehäuses zu gewährleisten, verfügt der IGP über eine aktive Kühlung und auch der MCP-T wurde ein passiver Kühlkörper spendiert. Der aktive Fan ist leider nicht über das Bios regelbar, wie es beim großen CPU/Gehäuse-Lüfter der Fall ist. Auf voller Drehzahl kann man ihn so durchaus aus dem Betriebsgeräusch heraus hören.


Bei der Stromversorgung scheint Shuttle auf Nummer sicher zu gehen und setzt neben einer dreiphasigen Spannungsversorgung für die CPU auch den im Normalfall nur von P4-Boards bekannten, vierpoligen 12V-Stecker ein. Unserem System (XP2400+ und Ti4400) schien diese Kombination spürbar zu gefallen - von Instabilität konnte keine Rede sein. Und auch ein kurzer Hand eingesetzter XP3000+ schaffte es nicht, das SN41G2 aus der Reserve zu locken.


Die Speicherbänke sind - wie bei den Vorgängermodellen - im forderen Teil des Gehäuses zu finden und ermöglichen den Modulwechsel auch bei montiertem HDD-Schlitten. Netzwerk und FireWire werden über die allseits bekannten Realtek-Chips 8201BL bzw. 8801 realisiert. Die Soundausgabe übernimmt der ALC650 aus dem selben Hause. Das Bios ist gesockelt und so im Notfall gegen einen neuen Chip austauschbar.


Gleich zwei LEDs sollen für Sicherheit auf dem FN41 sorgen. Die eine signalisiert dem Benutzer den Einbau einer alten 3,3V AGP-Karten. Eine zweite LED gibt ein Warnsignal bei zu hohen CPU-Temperaturen. Gut, über dieses Feature läßt sich sicherlich streiten, denn zum einen besitzt das FN41 ein automatisches Shutdown [3] und zum anderen ist von der winzigen Lampe bei geschlossenem Gehäuse nicht wirklich etwas zu sehen.


Features
- Chipsatz:
- NVidia nForce2 (Crush 18G)
- Northbridge: IGP (Integrated graphics processor)
- Southbridge: MCP-T (Media und Communications Prozessor)
- Prozessor-Unterstützung
- Sockel 462 (Sockel A) CPU Unterstützung
- AMD Athlon XP und Duron Prozessor für Sockel A mit 333/266/200MHz FSB
- unterstützt auch Athlon XP mit Barton-Kern bis 3000+
- FSB stufenlos einstellbar: 100...200MHz (in 1 MHz-Schritten)
- Burn Proof CPU Schutzfunktion nur für AthlonXP (Automatische Abschaltung bei Überhitzung)
- Erweiterungssteckplätze:
- 1 x AGP (v3.0) Steckplatz unterstützt 8X und 4X Modus
- Wichtiger Hinweis: AGP-Steckplatz unterstützt nur 1,5V-Grafikkarten
- 1 x 32 Bit PCI (v2.2)
- AGP- und PCI-Slot sind gleichzeitig nutzbar
- Grafik-Controller mit 2 VGA-Ausgängen
- Northbridge mit integrierterm GeForce4 MX Grafikprozessor
- Hochleistungs-256Bit-2D/3D-Beschleuniger
- nView Dual-Display-Architektur
- integrierter 300MHz D/A-Wandler
- max. 1920x1440 Auflösung
- IDE-Schnittstelle
- Onboard IDE Controller mit 2x ATA133-Anschlüssen (incl. zwei Kabel)
- Multimedia:
- AC97 v2.2 Realtek ALC650 Soundfunktion mit 6-Kanal-Support
- Anschlüsse am Backpanel: Bass/Center, Line-Out (Front-Out), Rear-Out
- Anschlüsse am Frontpanel: Mikrofon und Line-Out
- onboard: Audio-Eingang für CD-ROM und AUX-Hilfseingang.
- Netzwerk:
- 10/100MBit LAN mit RJ45-Anschluß am Backpanel
- Realtek 8201BL Chipsatz
- 1394 Firewire:
- Firewire-Controller Realtek 8801 mit 3x 1394 Anschlüssen
- unterstützt 400/200/100 Mbit/s Transferrate
- Backpanel-Anschlüsse:
- 2 x VGA
- 1 x PS/2-Maus
- 1 x PS/2-Tastatur
- 1 x Seriell
- 2 x USB 2.0 (4 weitere onboard)
- 2 x Firewire (IEEE1394, ein weiterer Anschluß onboard)
- 1 x Netzwerk RJ45
- Audio: 3 Anschlüsse für 6-Kanal Ausgabe (Bass/Center, Front, Rear)
- Onboard-Anschlüsse:
- 1 x Diskette (bis zu 2,88 MB)
- 4 x USB 2.0 (zwei weitere am Backpanel)
- 1 x SPDIF-out
- 1 x Infrarot
- 1 x Firewire (IEEE1394, zwei weiterere am Backpanel)
- 2 x Audio Frontpanel-Anschlüsse (Mikrofon und Line-out)
- 1 x CDROM Audio-Eingang
- 3 x Lüfter (CPU, AGP, Gehäuse)
- Hauptspeicher:
- 2 x 184-Pin für PC3200 (DDR400) oder PC2100 (DDR266) oder PC1600 (DDR200) ungepufferten DDR SDRAM Speicher
- mit 166 oder 133 oder 100MHz Taktfrequenz bis zu einer Gesamtkapazität von 2GB
- unterstützt keine gepufferten oder ECC-Module
- Hardware-Überwachung:
- CPU-Temperatur, Systemspannungen und Lüfterdrehzahl
- AutoGuardian-Funktion zur Drehzahlregelung
- Power Management
- ACPI Version 1.0 (Advanced Configuration and Power Interface)
- unterstützt Stromsparmodi: S1 (Snoop), S3 (Suspend to RAM), S4 (Suspend to DISK), S5 (Soft-Off)
- Ein/Aus-Taster mit zwei Funktionen: Suspend-Sparmodus / Soft-Aus
- Einschalten nach Stromausfall (Power on after power fail)
- BIOS
- Award V6.0PG PnP Green BIOS
- gespeichert im 2MBit Flash-Speicherchip
- ATX-Netzteil-Anschuß:
- 200W, Standard 20-Pin-ATX-Netzteil-Anschluß + 4-Pins
- Abmessungen:
- Flex/MicroATX-Format: 25,4 x 18,5 cm
Einbau
Da es sich bei dem XPC nur um ein Gehäuse mit eingebautem Mainboard, Netzteil und Kühler handelt, sind für einen lauffähigen PC auf jeden Fall noch ein Prozessor, eine Festplatte und ein Speicherriegel von Nöten. Außerdem lässt sich bei Bedarf noch ein weiterer Speicherriegel einbauen, was im Falle des nForce 2 zwecks Dual-Channel DDR auch anzuraten ist. Eine 2. Festplatte oder ein Diskettenlaufwerk bzw. ein Laufwerk für den 5,25 Zoll Schacht können ebenfalls im schmucken Aluminum Case verstaut werden. Wir haben folgende Komponenten in das System verfrachtet:
- Athlon XP 2400+
- Geforce4 Ti4400
- DVD-Laufwerk
- 40 Gb Festplatte
- 512 Mb Speicher
Mit Hilfe der bebilderten Kurzanleitung, in der der Einbau der Hardware Schritt für Schritt erklärt wird, lässt sich dieser zügig und ohne Probleme bewerkstelligen.
Um den Prozessor einzusetzen, muss man die Heatpipe an insgesamt acht Stellen abschrauben. Bevor man den Prozessor in den Sockel legt, darf man auf keinen Fall vergessen, den mitgelieferten Kupferspacer zwischen Prozessor und Heatpipe- Kühlkörper zu legen, damit der Prozessor beim gleichmäßigen Anziehen der Schrauben nicht zerdrückt wird. Ist der Spacer montiert, kann man die Schrauben bis zum Anschlag anziehen, ohne den DIE zu beschädigen.






Der Einbau der Festplatten und Laufwerke erfolgt über einen Schlitten, den man durch lösen von zwei Schrauben aus dem Gehäuse nehmen kann. Zuletzt werden die mitgelieferten Kabel verlegt, sodaß ein optimaler Luftstrom gewährleistet ist. Auch dies geht schnell von der Hand. Nur auf das runde Air-Flow-Kabel sollte man achten, um die feinen Äderchen beim Verlegen nicht zu beschädigen.




Gibt man sich mit der Performance der nForce 2 IGP (GeForce 4 MX) nicht zufrieden, steht dem Einbau einer zusätzlichen Grafikkarte nichts im Wege. Auch hier hat Shuttle dem Besitzer das Leben so leicht wie möglich gemacht und ohne große Probleme landen Grafikkarten vom Format einer Ti4600 im SN41G2. Über GeForce FX 5800 und Radeon 9800 Pro wollen wir an dieser Stelle keine Vermutungen anstellen. Doch ob das Netzteil in Kombination mit einer potenten CPU in der Lage ist, diese Karten zufriedenstellend mit Strom zu versorgen, wagen wir zu bezweifeln. Von dem Hitzeproblem einmal abgesehen.
So können wir auch nach dem Einbau immer noch keine wirklich negativen Aspekte auf der Haben-Seite verbuchen. SN41G2, ein System ohne Tücken? Nach dem Einschalten sollten wir leider eines Besseren belehrt werden.
Speicher-Roulette
Wie wir es in unserem Artikel zur nForce 2 "IGP" schon angesprochen haben, erwies sich die Wahl des richtigen Speichers auf dem FN41 als wahre Tortour. Wirklich reibungslos verlief lediglich der Betrieb mit DDR266 - bei DDR333 fing der Ärger an. Weder mit Corsair XMS3000 noch Samsung DDR400 wollte das Mainboard den RAM bei 166MHz stabil ansprechen. Die Speichertimings schienen hier nicht ausschlaggebend zu sein und hätten den Modulen auch keinerlei Probleme bereiten sollen. Letztendlich konnten wir das Barebone nur mit Corsair XMS3200 CL2 zur Zusammenarbeit bei DDR333 überreden, dessen Einsatz für die Bewertung der OnBoard-Grafik doch so wichtig war. Doch auch wenn das Bios den Betrieb FSB266/DDR400 ohne Probleme zuläßt und wir die Timings erneut bis auf Schneckentempo reduzierten, gelang es uns mit keinem Speicher, bei DDR400 auch nur den Boot-Prompt zu sehen.
Etliche Gespräche mit unseren Kollegen von Planet3DNow! und Hardwareluxx brachten uns in diesem Problem leider ebenfalls nicht weiter, sondern nur die Erkenntnis, dass wir nicht die einzigen sind, die mit dem System bei hohen Taktraten massive Probleme haben. Auch ein Bios-Update brachte hier leider nicht den erhofften Erfolg, so dass das SN41G2 in dieser Disziplin einen klaren Rückschlag hinnehmen muss.
Welche Settings wir dann zum Testen verwendet haben, haben wir auf der folgenden Seite kurz zusammen gefasst.
Speicher-Wahl
Wer unsere vergangenen Artikel zu nForce 1 und nForce 2 aufmerksam gelesen hat, wird eine Formulierung wie "Dual Channel wird erst der integrierten Grafik zugute kommen" vielleicht noch im Kopf haben. Doch was steckt hinter dieser These?
Dual-Channel DDR ermöglicht es dem nForce-Chipsatz, dies sollte hinlänglich bekannt sein, die Speicherbandbreite praktisch zu verdoppeln. So ergeben sich bei zwei Modulen DDR266 (PC2100) anstatt 2,1GB/s theoretisch 4,2GB/s, bei DDR333 knapp 5,4GB/s und beim Einsatz von zwei bzw. drei Modulen DDR400 sogar 6,4GB/s Speicherbandbreite. Doch leider liegt es in der Architektur des AMD Athlon begründet, dass diese Leistungssteigerung normalerweise nur zu einem Bruchteil genutzt werden kann. Denn abgekoppelt vom Speichertakt beherrschen aktuelle Athlon XP CPUs lediglich einen FSB von 133MHz (FSB266) bzw. 166MHz (FSB333) und können somit nur 2,1GB/s bzw. 2,7GB/s über den Bus zur Verarbeitung anfordern. In einem System ohne OnBoard-Grafik verpufft die somit nicht genutzte Bandbreite praktisch im Nichts und genau hier liegt beim Crush 18G (mit Grafik) der Vorteil des Dual-Channel Modus. Jedes Megabyte, das die CPU nicht exklusiv für ihre eigenen Aufgaben nutzen kann, darf nun die Grafikkarte für sich beanspruchen.
Somit ergeben sich aus den sechs verschiedenen Speicherbestückungen bei aktuell zwei unterschiedlichen FSB-Taktraten folgende, mögliche Grafikspeicher-Bandbreiten.
| Speicher- bestückung |
Bandbreite Speicher |
CPU | Bandbreite CPU |
Bandbreite Grafikkarte |
|---|---|---|---|---|
| 1x DDR266 | 2100MB/s | FSB266 | 2100MB/s | - |
| 1x DDR266 | 2100MB/s | FSB333 | 2700MB/s | - |
| 1x DDR333 | 2700MB/s | FSB266 | 2100MB/s | 600MB/s |
| 1x DDR333 | 2700MB/s | FSB333 | 2700MB/s | - |
| 1x DDR400 | 3200MB/s | FSB266 | 2100MB/s | 1100MB/s |
| 1x DDR400 | 3200MB/s | FSB333 | 2700MB/s | 500MB/s |
| 2x DDR266 | 4200MB/s | FSB266 | 2100MB/s | 2100MB/s |
| 2x DDR266 | 4200MB/s | FSB333 | 2700MB/s | 1500MB/s |
| 2x DDR333 | 5400MB/s | FSB266 | 2100MB/s | 3300MB/s |
| 2x DDR333 | 5400MB/s | FSB333 | 2700MB/s | 2700MB/s |
| 2x DDR400 | 6400MB/s | FSB266 | 2100MB/s | 4300MB/s |
| 2x DDR400 | 6400MB/s | FSB333 | 2700MB/s | 3700MB/s |
Während also der Betrieb des nForce 2 mit Single-Channel DDR266 mit einer CPU mit FSB266/FSB333 und der Betrieb von Single-Channel DDR333 mit einer FSB333-CPU kein exklusives MB für die OnBoard-Grafik übrig läßt und für Streitereien auf dem Bus sorgt, ergeben sich bei anderer Bestückung mehr oder weniger exklusive Transferraten für die Grafikkarte. Im besten Fall, dem Betrieb von Dual DDR400 und einer CPU mit FSB266, bleiben der GeForce 4MX satte 4,3GB an Bandbreite übrig.
Demnach sollte es also das Ziel sein, die Spanne zwischen Speicherbandbreite und FSB so groß wie möglich zu wählen und hier heißt das Zauberwort ganz klar asynchroner Takt. Doch wenn wir uns genau erinnern, hatten wir in einem umfangreichen Artikel erst kürzlich festgestellt, dass der nForce 2 hier nicht besonders gut aussieht - was nun? Hier werden wohl nur die Benchmarks Aufschluss darüber geben, in welchem Verhältnis Kosten und Nutzen stehen.
Benchmarks
Wir wollen an dieser Stelle nur einige Benchmarks exemplarisch aufführen, denn ausführlich haben wir dieses Thema schon in unserem Artikel zum nForce 2 IGP [4] abgehandelt. Dort finden sich auch genauere Analysen der einzelnen Betriebsmodi und weiterführende Informationen.
3DMark 2001SE
- Der 3DMark 2001SE ist ohne Frage das beliebteste Programm zur Bewertung eines "Gamer-PCs". In einer Reihe synthetischer aber recht praxisnaher Einzeltests (zum Teil basierend auf der Max Payne Engine) wird vor allem der Grafikkarte alles abverlangt. Neben der Grafikkarte werden hier CPU und Speicher bzw. deren reibungslose Kooperation besonders in den Vordergrund gestellt. Allerdings ist der Benchmark in den letzten Monaten immer öfter in die Kritik geraten, weil man ihm parteiische Messungen zu Gunsten nVidia oder andere Manipulationen zu Gunsten eines Herstellers nachweisen konnte.
- Weitere Informationen: MadOnion.com [5]
- Download: ComputerBase.de [6]
3DMark 2001SE
Angaben in Punkten
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Comanche 4
- Comanche 4 ist ein recht neues Spiel, welches exzessiven Einsatz von den Pixelshadern moderner Grafikkarten zur Darstellung der detaillierten Landschaft, sowie des schön animierten Wassers und reflektierender Flächen macht. Bei durchschnittlichen 30 fps beträgt der Polygondurchsatz runde 6 Millionen pro Sekunde. Bei uns im Test konnten teilweise über 10 Millionen Polygone pro Sekunde dargestellt werden, was natürlich auf die starke Unterstützung der Grafikkarte durch den Prozessor zurückzuführen ist.
- Weitere Informationen: Novalogic.com [7]
- Download: Novalogic.com [8]
Comanche 4
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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UT2003
- Seit Ende letzten Jahres ist der Nachfolger des Egoshooters UT, Unreal Tournament 2003, auch in Deutschland erhältlich. In einem Report [9] hatten wir uns bereits den Hardwareanforderungen der Demo angenommen und ein fast perfektes Umfeld für einen CPU-Test vorgefunden. Denn wie schon UT (1) ist auch UT2003 stark von Prozessor und Speicher-Anbindung, also auch dem FSB, abghängig.
- Weitere Informationen: ComputerBase.de [8]
- Download: UnrealTournament2003.com (Demoversion) [10]
UT 2003 Demo
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Das SN41G2 im Betrieb
Die vielen Anschlussmöglichkeiten und die kompakte Bauform machen den XPC zum multimedialen Allzweckgerät. Verstaut im Wohnzimmer zwischen Stereoanlage und Fernseher war es so kein Problem, ihn über den optischen Ausgang an eine Dolby Digital Anlage anzuschliessen und mit Hilfe einer Funktastatur/-maus DVD-Filme zu schauen oder vom Sofa aus im Internet surfen. Während das Feature Dolby Digital 5.1 ohne Probleme glasklar zur Verfügung stand, ist die Schärfe des TV-Bildes leider durchaus noch verbesserungswürdig - das TV-Bild einer zusätzlichen Ti4400 hat uns hier besser gefallen. Damit das Bild den gesamten Fernseher ausfüllt und keine schwarzen Streifen am Rand zu sehen sind, bietet sich auch hier das Programm TV Tool an.



Zurück lehnen und in entspannter Atmosphäre einen Film genießen - der Traum nach einem anstrengenden Tag. Doch so effektive das Kühlsystem I.C.E. auch ist, wirklich perfekt ausgereift scheint es noch nicht zu sein. Denn leider machten sich bei diesem Test die Lüfter des SN41G dann doch unangenehm bemerkbar und trübten etwas den Filmgenuss in leisen Passagen. Denn auch wenn das System im ersten Moment angenehm leise vor sich hin zu arbeitet scheint, ist das Surren der drei Lüfter selbst auf der langsamsten Stufe klar warnehmbar. Doch um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben: Eine CPU der Marke 2400+ mit dem Rest eines PCs in ein derart enges System gezwängt ist eben nicht absolut leise zu kühlen. Insofern arbeitet I.C.E. dann doch zufriedenstellend. Ein System solcher Leistungsfähigkeit ist eben nicht ohne erheblichem Aufwand lautlos zu kühlen.
Doch wenn der leiseste Betriebsmodus durchaus schon negativ auffallen kann, wie sieht es dann mit den beiden anderen Modi aus, die - je nach Bios-Einstellung (AutoGuardian) - bei bestimmten CPU-Temperaturen automatisch in Gang gesetzt werden? Laut bis infernalisch, scheint eine passende Antwort zu sein. Denn auf höchster Stufe - die übrigens jedes Mal kurz vor dem Booten zu vernehmen ist - brüllt der 80mm Lüfter unerträglich durch den Raum. Allerdings dürfte es sich hier schon um Ausnahmesituationen handeln. Denn die Heatpipe hält die CPU recht zuverlässig von den kritischen Temperaturschwellen fern.
Mit der lieblichen Ruhe ist es jedoch vorbei, sobald eine potente Grafikkarte ihren Platz im SN41G2 findet. In unserem Fall verwandelte die Ti4400 den bis dato recht erträglichen Rechenknecht zu einem stinknormalen Desktop-Brüllwürfel. Nicht nur, dass der Grafikkarten-Lüfter nervende Töne von sich gibt. Durch die gestiegene Verlustleistung fühlt sich auch der Gehäuse- und CPU-Lüfter früher dazu annimiert, eine Stufe höher zu schalten.
Dieser ständige Wechsel von Modus zu Modus hat zwar seine Vorteile, kann jedoch auf Dauer auch auf die Nerven gehen. Denn neben dem mit steigender Drehzahl lauter werdenden Luftrauschen stört insbesondere der klar warnehmbare Wechsel in den Lüfterdrehzahlen, der sich in hochfrequenteren Tönen äußert. Da die Förderleistung des Sunon-Lüfters nicht gerade hoch zu sein scheint, stellt sich uns durchaus die Frage, warum man bei Shuttle nicht auf relativ zur Fördermenge leisere Modelle zurück gegriffen hat. Modelle aus dem Hause Papst kommen auch in höheren Leistungsregionen ohne störende Motorgeräusche aus.
Ein weiteres, kleines Problem stellten wir fest, als wir das SN51G2 von der TI4400 wieder über die IGP an den Monitor anschliessen wollten. Merkwürdigerweise blieb der Bildschirm vorerst schwarz und erst als die Geforce4 Ti4400 erneut eingebaut wurde, war das Bild auch über die integrierte Grafik zu sehen. Das System scheint hier die integrierte Grafikkarte zwar ordnungsgemäß aktiviert, nach dem Ausbau der externen Karte jedoch nicht wieder aktiviert zu haben. Sicherlich ein Bios-Problem.
Die Anschlüsse an der Vorderseite des SN41G2 erwiesen sich im Alltagsbetrieb als äußerst praktisch. Ob IPod, Bluethooth Tastatur oder USB Festplatte, jedes Gerät fand bequem, unkompliziert und binnen Sekunden seinen Anschluss.
Support
Weil Computer heutzutage in immer kürzerer Zeit als technisch veraltet gelten, tauschen viele Benutzer in ihren PCs Komponenten wie Grafikkarte, Mainboard oder Prozessor aus, um sich nicht erneut für viel Geld einen komplett neuen Computer kaufen zu müssen. Serial-ATA, Bluetooth, Wireless-LAN - alles Schlagwörter aktueller News auf ComputerBase. Doch kann man in den Genuss dieser neuen Technik kommen, obwohl sich XPCs nur sehr begrenzt mit zusätzlicher Hardware ausrüsten lassen? Ob ein Austausch des Mainboards in den XPCs möglich ist und wie es überhaupt aussieht, wenn das Gerät innerhalb der Garantiezeit kaputt geht, wollten wir in Erfahrung bringen und zu diesem Zweck haben wir ein paar Fragen an Jürgen Bloch von Shuttle gestellt:
ZitatWie sieht es mit dem Support aus, sollte eine der Komponenten während der Garantiezeit kaputt gehen? Muss in diesem Fall der komplette XPC eingeschickt werden oder reicht es, defekte Komponenten wie z.B. das Netzteil bei Ihnen ersetzen zu lassen?
„Die Garantieleistung erfolgt von dem Händler, woher man den XPC erworben hat. Mit Hilfe eines zweiten Netzteils lässt sich sicherlich eindeutig beweisen, ob das XPC-Netzteil defekt ist und in diesem Fall wäre es sogar wünschenswert, wenn man nur das ausgebaute Netzteil zum Austausch einsendet. Bei anderen Komponenten ist das wohl nicht so sinnvoll. Insbesondere für den Ausbau des Mainboards benötigt man einiges an Geschick, so dass davon abzuraten ist.“Wie sieht es aus, wenn außerhalb der Garantiezeit ein Hardwareschaden auftritt? Kann man die Komponenten (Netzteil, Mainboard, Heatpipe) einzeln nachkaufen, obwohl es das Mainboard beispielsweise ja nicht separat zu erwerben gibt.
„Netzteil und Heatpipe können auch einzeln geordert werden. Dies sollte z.B. bei Reichelt.de oder Alternate.de zu beschaffen sein (telefonisch nachfragen). Wir werden Zubehörteile demnächst auch direkt auf unserer dt. Homepage anbieten und dafür einen Enduser-Shop einrichten. Unser Zubehör-Sortiment ist eine Stärke der XPC-Familie, und das werden wir ständig mit weiteren sinnvollen Komponenten erweitern (Fernbedienung, Bluetooth, WirelessLAN...)(Zur CeBIT2003 geschehen - Anm.d.Red.)
Die Mainboards der neueren Systeme sind noch nicht als Einzelware geplant, weil für uns die Gefahr besteht, dass andere Hersteller diese hochwertigen Shuttle-Boards für eigene Designs verwenden und somit in Konkurrenz zu uns treten - aber vielleicht werden wir später auch einige SFF-Board einzeln anbieten - das ist noch nicht festgelegt.“
Planen Sie darüber hinaus in der Zukunft, „Upgrade-Kits“ für ältere XPCs bereit zu stellen? So könnten Besitzer durch einen Platinentausch z.B. in den Genuss der Hyper-Threading-Technologie kommen, ohne das gesamte System zu erneuern?
„Mit dem Mainboard-Update ist es problematisch, weil Mainboard und Gehäuse oftmals sehr speziell sind und mit späteren Modellen oft nicht kompatibel. Ins SK41G könnte man vielleicht ein FN41-Mainboard einbauen, um von VIA- auf NVidia-Chipsatz aufzurüsten, aber das erste Athlon-System (SS40G) kann man wegen der anderen Heatpipe-Montage leider nicht nehmen. Spätere Gehäuse-Typen werden wieder modifiziert sein... Mit den Upgrade-Kits sieht es also wahrscheinlich nicht so gut aus[…].“
So ist es zu bedauern, dass es wohl auch in Zunkunft nicht möglich sein wird, in ein XPC Gehäuse ein beliebiges Mainboard einzubauen, um damit seinen Computer auf den neusten Stand zu bringen. Der angesprochene Zubehör-Shop auf der Shuttle Homepage hat für den XPC-Besitzer allerdings einiges zu bieten und vielleicht überlegt sich Shuttle ja, in Zunkunft über diesen Shop auch einen Austausch-Service für Mainboards anzubieten - vorausgesetzt, es ist ein reges Benutzerinteresse daran vorhanden.
Zubehör
Seit einiger Zeit vertreibt Shuttle eine ganze Reihe an Zubehör für die XPC-Serie und zur CeBIT2003 sind weitere Komponenten hinzu gekommen. Nur für Modelle ohne Alu-Blende, also nicht für das SN41G2, gibt es neuerdings einen Bluetooth-Adapter. Farbige Gehäusedeckel für alle XPCs außer SS50, SV25 und SV24 und eine Fernbedienung für die komplette Serie. Die "PF20 Design Software" ermöglicht bei Gehäusen mit Acryl-Blende das Entwerfen und Bedrucken eigener Front-Panels, die Tragetasche im Fototaschenformat läßt den LAN-Besuch zum rückenschonenden Kinderspiel werden. Und unter uns - sie sieht auch klasse aus. Einen kompletten Überblick über das stetig wachsende Zubehörsortiment, gibt es direkt auf Shuttle.de [11].


Gedankenspiel
Bevor wir uns dem SN41G2 im Speziellen widmen, wollen wir uns noch kurz über die XPC-Serie aus dem Hause Shuttle Gedanken machen. Denn so künstlerisch das Gehäuse und so ausgefallen die Technik auch sein mag - irgendwie fehlt uns auch nach wochenlangem Gebrauch der eine Leitfaden, das glasklare Konzept, das uns klipp und klar verdeutlich: Hier für ist der XPC geschaffen und hier für nicht. Keine Frage, die Systeme sind schnell und stehen in der CPU-Geschwindigkeit ausgereiften Desktop-Systemen in nichts nach. Mit dem SN41G2 vereint Shuttle gar modernste Prozessortechnologie mit einer verhältnismäßig schnellen Grafik. Doch ob dieses Allround-Talent wirklich der Weißheit letzter Schluss ist?
Wer auf aktuelle Spiele setzt, wird die OnBoard-Lösung so schnell wie möglich gegen eine potente Grafikkarte austauschen und sich um die Geräuschkulisse kaum Gedanken machen. So läßt das SN41G2 so manchen FullSize-PC im Regen stehen. Bedarf es dann jedoch einer aufwendigen Kühlung wie der I.C.E. bzw. einer teuren Grafik-Chipsatzlösung wie dem nForce 2?
Unser Traum hingegen wäre kein "Game-Cube" sondern ein flüsterleises System für den wirklich unauffälligen Einsatz zwischen Fernseher und Stereoanlage - und dieses Ziel scheint auch Shuttle mit ihrer Zubehörpalette anzustreben. 1000MHz dürften selbst für hochauflösende DiVX und SVCD ausreichend sein und wären, anders als Pentium 4 und Athlon XP, wohl komplett passiv zu kühlen. Während die eine Gehäusewand die einwandfrei designten Kühlrippen der Prozessor-Heatpipe beherbergt, führt ein Radiator auf der anderen Seite die Verlustleistung des Netzteiles ab. Großzügig dimensionierte Lüftungvorrichtungen sorgen für einen aktiven Austausch der rechstlichen Abwärme: geboren ist der für seinen Aufgabenbereich ausreichend Leistungsfähige Wohnzimmer-PC, der sicherlich nur noch äußerst schwer warnehmbar wäre.
Leise und schnell ist mit aktueller Technik - das haben wir auch dem Wettstreit Intel:AMD zu verdanken - nicht möglich. Doch wie wäre es mit Lösungen abseits der goldenen Mitte? Highend-Variante aus dem Hause Shuttle gibt es zu genüge. Fehlt nur noch das genügsame Segment. Und wir würden uns wünschen, auch solche Systeme von Shuttle bei uns begrüßen zu können.
Doch machen wir uns nichts vor. Shuttle wird nicht zuletzt durch ihre Marketingabteilung ziemlich genau wissen, welche Produkte der Kunde verlangt. Und insofern werde wir dann wohl doch noch etwas warten müssen, bis ein Hersteller bei aktuell angesagten 3GHz und Grafikkarten der Markt 9800 Pro es sich erlauben kann, Systeme für Chip-Technik von Vorgestern zu fertigen. Der Absatz wäre, auch wenn viele Leute nach einem leisen System streben, sicherlich als bescheiden zu betrachten. Oder wir täuschen uns und ein solches Gerät würde endgültig den Einzug des Computers in die Wohnzimmer bedeuten. Die aktuellen XPCs vermögen dies leider noch nicht.
Nach diesen wirren Gedankengängen bestätige sich dann im Gespräch mit Shuttle unsere Vermutung: Wirklich Silent wird es vorerst nicht geben, denn auch die Geschwindigkeit soll weiter auf hohem Niveau liegen. Ziel sei es jedoch auch in Zukunft, das Bestmögliche an Geräuschentwicklung aus den hochgezüchteten Systemen zu holen und ja - auch wenn sie nicht vollkommen geräuschlos sind - werden die XPCs diesem Vorsatz größtenteils gerecht.
Fazit SN41G2
Den Titel "Wohnzimmer-PC" wollen wir dem SN41G2 also nicht zusprechen. Doch was gibt es sonst zu berichten? Nun, an erster Stelle eine ganze Reihe an positiven Aspekten. Wie von der XPC-Serie bekannt, gehören Gehäuse und Zubehör, was die Verarbeitung anbelangt, zur absoluten Spitze. Das System ist äußerst solide, sieht einfach klasse aus und auch nachträglich lassen sich Systemkomponenten in angemessener Zeit wechseln. Der Einbau gestaltet sich trotz fremdsprachiger Anleitung kinderleicht und nach gut dreißig Minuten sollte der PC einsatzbereit sein.
Nicht so gut hat uns der extrem störrische Betrieb des FN41 mit einer ganzen Reihe an Speichermodulen gefallen und in Gesprächen mit unseren Kollegen schien sich zu bestätigen, dass DDR400 auf dem SN41G2 nicht möglich ist. Doch auch andere nForce 2 IGP Mainboards scheinen hier massive Probleme zu haben, wie zum Beispiels Tests des EPoX 8RGA+ gezeigt haben. Und sein wir mal ehrlich: Zwingend notwendig ist der Betrieb mit DDR400 nicht. Denn die entscheidenden Frames zwischen Ruckelpartie und Spieleerlebnis wird man so nicht aus dem SN41G2 gewinnen können. Ambitionierte Spieler werden das System sowieso mit einer zusätzlichen Karte ausrüsten. Alle anderen freuen sich über ein relativ leises und dennoch schnelles PC-System, das auch dem kleinen Match zwischendurch keine großen Steine in den Weg legt. Absolute Silent-Fanatiker werden auch weiterhin auf eine speziell auf sie zugeschnittene Lösung warten müssen. Kurz gesagt: Für viele ein vollwertiger Desktop-PC-Ersatz - für's Wohnzimmer audiophiler Zeitgenossen noch ungeeignet.
Das SN41G2 ist zum Beispiel bei Alternate.de [12] für 379.00 Euro oder bei Reichelt.de [13] für 349.90 Euro erhältlich. Waren XPCs noch vor einem Jahr eher schwer zu bekommen, sollten es mit der Verfügbarkeit derzeit wesentlich besser aussehen.



