SuperTalent SuperCrypt im Test: 32 GB mit USB 3.0 für die Hosentasche

Parwez Farsan
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SuperTalent SuperCrypt im Test: 32 GB mit USB 3.0 für die Hosentasche

Einleitung

USB-Sticks und anderen externen Speichermedien war die Limitierung durch das USB-2.0-Protokoll seit Jahren anzumerken. Mit USB 3.0 ist mittlerweile der Nachfolgestandard erschienen und verspricht bis zu zehn Mal höhere Transferraten.

Dass dabei allerdings noch nicht alles Gold ist was glänzt, konnten wir beim Test der Dockingstation Sharkoon SATA QuickPort Duo USB 3.0 feststellen. Zwar wurden bereits deutlich höhere Transferraten als über USB 2.0 erreicht. Mit einer nativen SATA-Anbindung konnten die Datenraten aber nicht mithalten, was vor allem an der fehlenden Treiberunterstützung liegt. Windows selbst stellt, ebenso wie damals Sharkoon, keinen speziellen UASP-Treiber (USB Attached SCSI Protocol) zur Verfügung und der normale Massenspeicher-Treiber ist merklich langsamer.

Anders bei SuperTalent, deren USB-3.0-Stick wir heute unter die Lupe nehmen: Das Unternehmen stellt für seinen „SuperCrypt“ genannten USB-Stick mit Hardwareverschlüsselung einen UASP-Treiber zum Download bereit. Was der Stick mit und ohne diesen Treiber zu leisten im Stande ist, werden wir auf den folgenden Seiten ergründen.

Der Testkandidat

SuperTalent SuperCrypt 32 GB

SuperTalents neuer USB-Stick ist eigentlich ein Solid State Drive mit Bridge-Chip, der zwischen SATA 3 Gbit/s und USB 3.0 „übersetzt“. Als Controller kommt dabei der JMF612 von JMicron zum Einsatz, der von Haus aus sowohl TRIM als auch Garbage Collection unterstützt. Da TRIM aber nicht vom USB-Protokoll unterstützt wird, beherrscht der Stick lediglich die controllerseitige Garbage Collection, um dem für Flash-Speicher typischen Leistungsverlust durch Nutzung entgegenzuwirken. Und diese ist auch nötig, wie wir während des Tests feststellen werden. Nach intensiver Nutzung brechen die Schreibraten zeitweise deutlich ein, erholen sich nach einer Weile allerdings wieder.

Verpackung mit Hinweis auf den UASP-Treiber
Verpackung mit Hinweis auf den UASP-Treiber

Bereits vom Test der Dockingstation Sharkoon SATA QuickPort Pro Duo USB 3.0 bekannt ist uns der „USB300“-Bridge-Chip der Firma LucidPort, der zwischen SATA-(3-Gbit/s)-Controller und USB-Schnittstelle vermittelt. Im damaligen Test mussten wir feststellen, dass die Leistung mangels eines speziellen UAS-Treibers (USB Attached SCSI) auf Geräteseite hinter den Erwartungen zurück blieb. Der USB Mass Storage Device Driver mit BOT-Protokoll (Bulk Only Transfer), den Windows an Bord hat, zeigte deutliche Schwächen. SuperTalent bietet für den SuperCrypt jedoch optional einen UASP-Treiber an, mit dem die hohe Bandbreite der SuperSpeed-Schnittstelle besser ausgenutzt werden soll. Das speziell für USB-Speichergeräte entwickelte UAS-Protokoll unterstützt NCQ und soll eine höhere Transferraten (20 Prozent), eine höhere Random-Access- (40 Prozent) und Multitasking-Leistung sowie eine 60 Prozent geringere CPU-Auslastung ermöglichen. 60 Prozent erreichten wir im Test zwar nicht, wie man anhand des Verlaufs der Prozessorauslastung sehen kann, ist die Belastung mit UASP-Treiber beim Transfer von Dateien auf jeden Fall merklich niedriger.

Die blaue Linie stellt den Prozessortakt dar, die grüne die Auslastung

In puncto Betriebssystem ist man für volle Funktionsfähigkeit auf Windows angewiesen. Gründsätzlich erkennen zwar auch Linux und Mac den SuperCrypt, die Verschlüsselungssoftware auf der Startpartition funktioniert jedoch nur unter Windows. Will man unter einem der beiden erstgenannten Betriebssysteme auf die gesicherte Partition zugreifen, muss man daher zunächst unter Windows das Passwort entfernen – die Daten bleiben dabei erhalten. Die Transferraten beeinflusst dies aber nicht, der SuperCrypt ist mit und ohne Verschlüsselung gleich schnell.