Werksbesichtigung: So fertigt Seagate Festplatten-Schreibköpfe in Irland

Parwez Farsan
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Werksbesichtigung: So fertigt Seagate Festplatten-Schreibköpfe in Irland

Einleitung

Auf Einladung von Seagate hatten wir vor ein paar Tagen zusammen mit Kollegen aus England und Frankreich die Gelegenheit, das Werk für Festplatten-Schreibköpfe in Derry, Nord Irland, zu besichtigen und uns ein wenig mit den Ingenieuren zu unterhalten. Heraus kam nicht nur ein Einblick in die Produktion von Schreibköpfen für Festplatten – Seagate Springtown ist die weltweit größte Fabrik dieser Art –, sondern auch noch ein kleiner Ausblick darauf, welche Schreibtechnologien in den nächsten paar Jahren für immer höhere Speicherdichten genutzt werden sollen.

Anreise und Werksbesichtigung

Die Anreise war für sich schon ein kleines Abenteuer. Ideal wäre ein Flug nach Belfast gewesen, wie ihn die Kollegen aus Frankreich und England nehmen konnten. Da Belfast von Deutschland aus nicht angeflogen wird, ging es zunächst mit Aer Lingus von Frankfurt aus nach Dublin. Am Flughafen wartete bereits der nette Fahrer von Seagates Fahrservice mit einem Schild, der in breitem Derry-Dialekt grüßte, den man auch nach gut drei Stunden Autofahrt zu zweit noch nicht ganz verstand. Nach ein paar Stunden Zeit zum Erkunden der Stadt – die Flüge nach Derry kamen erst später an – standen für den ersten Tag nur noch ein gemeinsames Abendessen mit Ian O'Leary, Seagates Kommunikationsmanager für Europa, und ein kurzer Abstecher in einen irischen Pub auf dem Programm.

Irland-Karte
Irland-Karte (Bild: Roger Zenner)

Frisch gestärkt ging es dann am nächsten Morgen in die Seagate-Fabrik, wo die Sicherheitsleute am Eingang wohl nicht mit einer Horde Journalisten mit Kameras gerechnet hatten und zunächst etwas skeptisch waren.

Eingangstür
Eingangstür

Doch die Besucherausweise lagen bereit und so ging es zunächst in den Konferenzraum, wo Damien Gallagher, Executive Director Engineering, zunächst einen Überblick über Seagate und die aktuelle Situation auf dem Festplattenmarkt sowie ein paar Eckdaten zum Standort zum Besten gab, bevor es endlich zur Werksbesichtigung ging.

Ingenieursabteilung
Ingenieursabteilung
Ob die helfen?
Ob die helfen?

In die Reinräume durften wir leider nicht, das Umziehen hätte zu lange gedauert. Aber wahrscheinlich hatte man auch einfach Angst, dass etwas beschädigt oder verunreinigt wird. Doch zum Glück gibt es rund um den Reinraum einen Gang mit vielen Fenstern, durch die man allerlei Maschinen zur Bearbeitung und Überprüfung der Wafer mit den Schreibköpfen sehen kann.

Reinraum Seagate Springtown

Um die Luft sauber zu halten, wird die gesamte Raumluft mehrmals die Stunde ausgetauscht und gefiltert. Auch sonst ist höchste Präzision gefragt, um die teilweise nur wenige Atome dicken Materialschichten exakt auf den Wafern aufzubringen. Dazu ist der komplette Reinraum mit einer Vibrationsdämpfung ausgestattet. Danach ging es zurück Richtung Konferenzraum.

Reinraum-Umkleide
Reinraum-Umkleide
Sauberkeit muss sein
Sauberkeit muss sein

Zum Abschluss plauderte Robert Lamberton, Director of Recording Head Design, noch ein wenig aus dem Nähkästchen über Schreibkopftechnologien.

Damian Gallagher im Videokonferenzraum
Damian Gallagher im Videokonferenzraum
Videokonferenzraum
Videokonferenzraum