Intel Wireless Display im Test: Kabellose Übertragung mit Fallstricken

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Volker Rißka
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Die Zukunft

Im Rahmen mehrerer Investor-Konferenzen hat Intel Mitte Mai bekannt gegeben, den Bereich Wireless Display massiv ausbauen zu wollen. Das Ziel sei es, in der Zukunft beispielsweise direkt das Bild eines Smartphones, Handhelds, Tablets oder ähnlichem Gerät auf den Fernseher zu bringen.

Kerry Forrell, zuständiger Produktmanager bei Intel, weiß nur zu genau, dass insbesondere mit den Tablets ein großer Markt im Kommen ist. Das Bild eines entsprechend kleinen Tablets ohne größeren Aufwand auf einen Fernseher oder eine Leinwand zu legen, sei ein großes Ziel. Dafür bedarf es jedoch noch einiger Anpassungen und Optimierungen. In erster Linie soll deshalb die out-of-the-box-Handhabung deutlich verbessert werden, die im Idealfall keinerlei Installation oder sonstige Abstimmung mehr benötigt. Dafür könnte beispielsweise die aktuelle Netgear-Box als Bindeglied zwischen Notebook und Fernseher entfallen, wenn ein entsprechender Empfänger direkt im Fernseher verbaut ist, glaubt der der Intel-Manager.

Des Weiteren will der Hersteller die Qualität des Gesamtpakets „Wireless Display“ steigern. Dazu zählt natürlich eine höhere Auflösung, die dem boomenden Markt der HD-Medien gerecht wird, aber auch die Zeitverzögerung von einer knappen Sekunde, die das Bild auf dem Fernseher dem Notebook aktuell hinterher hinkt, will man zunehmend verkleinern. Als Ziel sieht man in diesem Bereich letztendlich die komplette Entfernung dieser Verzögerung.

Auf der Computex Anfang Juni hat Intel nochmals die Werbetrommel gerührt. Dort wurde auch langsam deutlich, dass die Entwicklung voranschreiten könnte. Zumindest haben einige weitere Hersteller mit den entsprechenden Planungen für Notebooks begonnen. Doch dass diese Produkte zeitnah auf den Markt kommen, ist nicht zu erwarten. Vielerorts wird es mindestens bis Ende des dritten Quartals dauern, dann soll laut Intel auf der Computex auch ein etwas größerer Markt erschlossen werden. Interessanterweise steht auf der Weltkarte für die Verfügbarkeit von Wireless Display in Deutschland noch ein Fragezeichen.

Intels WiDi-Pläne auf der Computex 2010
Intels WiDi-Pläne auf der Computex 2010

Auch von Pressevertretern der großen Hersteller war hier und da eine zuversichtliche Aussage zu erhaschen. Von Asus wird etwas kommen, ebenso von Gigabyte. Auch MSI plant zwei Modelle. MSI hat dabei sogar verraten, dass sich Intel für die kleine Box öffnen müsste, die aktuell nur von Netgear kommt. So könnten große Hersteller wie MSI diese selbst fertigen und eventuell als Bundle ausliefern. Ob dabei jedoch aktuell Exklusivverträge eine Rolle spielen, wollte keiner der Beteiligten verraten.