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Test: Creative Zen X-Fi

von Thomas Kalckbrenner

Einleitung

Mit dem Zen X-Fi möchte das primär für Audio-Hardware bekannte Unternehmen Creative die bereits von Soundkarten, Audioadaptern und Kopfhörern bekannte Audiooptimierung X-Fi in die hauseigene Mediaplayer-Reihe übertragen. So soll zum Einen der Klang des Zen verbessert werden, wobei insbesondere Kompressionsverluste aufgefangen werden sollen. Zum Anderen bringen die „großen“ Zen-X-Fi-Modelle mit 16 und 32 GB Flashspeicher auch die Möglichkeit mit, sich per WLAN mit dem Heimrechner und dem Internet zu verbinden. Für den Test stand uns der Creative Zen X-Fi in der 16-GB-Version zur Verfügung.

Zen X-Fi
Zen X-Fi

Überblick

Technische Daten und Lieferumfang

Die Eckdaten des Zen X-Fi ähneln in vielerlei Hinsicht denen des kleinen Bruders Zen, so sind beispielsweise Display, Abmaße und Anschlüsse identisch. Doch lassen wir die Fakten sprechen:

Technische Daten

Lieferumfang:

Der Zen X-Fi und das Zubehör werden in einer hübschen, für die weitere Aufbewahrung jedoch kaum geeigneten Verkaufsverpackung geliefert. Im Detail finden sich darin:

Der Zen X-Fi samt Zubehör
Der Zen X-Fi samt Zubehör

Ausstattung und Äußerlichkeiten

Der Zen X-Fi lehnt sich optisch stark an den Standard-Zen an. Er benötigt ebenfalls die Grundfläche einer Kreditkarte und ist einen guten Zentimeter dick. Die silber Gehäusewanne aus Kunststoff macht einen wertigen und stabilen Eindruck.

An der Oberseite finden sich der Einschub für SD-Karten und das Mikrophon, an der rechten Seite sind Kopfhörer- und USB-Buchse sowie Statusleuchte und Resetschalter verbaut. Weitere Schnittstellen gibt es leider nicht. An der Rückseite ist ein etwas fummeliger Kombinationsschalter zum Ein- und Ausschalten des Zen X-Fi sowie für die Tastensperre eingelassen. Der Lautsprecher tönt durch eine Öffnung an der Unterseite des Players.

Zen linke Seite
Zen linke Seite
Zen rechte Seite
Zen rechte Seite
Zen Rückseite
Zen Rückseite

Die schwarze, chromgefasste Front glänzt edel, lädt aber zur Fingerabdrucksammlung ein. Das leuchtstarke 2,5-Zoll-Farbdisplay hat eine Auflösung von 320 zu 240 Pixel zu bieten, rechts daneben findet sich das unbeleuchtete Bedienfeld. Wo der einfache Zen eine Tastenwippe hat, findet man beim Zen X-Fi ein Quadrat aus neun kleinen Knöpfen ohne weitere Beschriftung. Zudem liegen ober- und unterhalb dieses Feldes jeweils zwei mit Symbolen versehene Tasten.

Zen frontal
Zen frontal

Der mitgelieferte In-Ear-Kopfhörer „EP-830“ gehört zu den gehobeneren Modellen im Creative-Programm. Die Chromapplikationen an den Ohrsteckern passen optisch gut zum Zen-X-Fi-Gehäuse.

Kopfhörer
Kopfhörer

Das USB-Kabel ist auffällig kurz, so dass man für die meisten Einsatzszenarien eine Verlängerung einrechnen muss, will man den Player nicht vor oder hinter dem Rechner in der Luft baumeln lassen. Das Kabel dient nicht nur zur Datenübertragung sondern auch als Ladekabel. Ein Netzgerät ist nicht vorhanden, kann aber separat erworben werden.

Einrichtung und Software

Schließt man den Zen X-Fi unter Windows XP an, wird er ohne Softwareinstallation als tragbares Medienwiedergabegerät (Media Transfer Protocol) erkannt und kann über den Explorer befüttert und verwaltet werden. Im Unterschied zu einem Wechseldatenträger kann man die auf dem Player befindlichen Dateien aber nicht direkt öffnen, sondern muss sie zuvor auf den Rechner kopieren.

Die Ordnerstruktur des Zen X-Fi im Windows Explorer
Die Ordnerstruktur des Zen X-Fi im Windows Explorer

Creative sieht für die Verwaltung von Musik, Bildern und Videos auf dem Zen X-Fi und auf dem PC entweder den Windows Media Player oder vorzugsweise die „Creative Centrale“ vor, welche von der beigelegten Mini-CD installiert oder vom Creative-Downloadportal geladen werde kann.

Creative Centrale - Übersicht
Creative Centrale - Übersicht
Creative Centrale - Alle Titel
Creative Centrale - Alle Titel

Nach der Installation scannt die Creative Centrale den Rechner nach Mediendateien und fügt diese – nach Medienart sortiert – der Bibliothek hinzu. Die Sortierungsmöglichkeiten entsprechend denen des Zen X-Fi, die Daten können also beispielsweise nach Interpret, Genre oder Bewertung geordnet angezeigt werden. Es können aber auch eigene Playlisten erstellt und verwaltet werden.

Der Zen X-Fi wird von der Software problemlos erkannt und eingebunden, die Oberfläche und der Aufbau der Software sind übersichtlich und die wenigen Einstellungsoptionen nahezu selbsterklärend. So muss man lediglich die zu überwachenden Ordner kontrollieren und gegebenenfalls ergänzen sowie für das Streaming per WLAN den Media Server aktivieren.

Creative Centrale - Menü
Creative Centrale - Menü
Creative Centrale - Media Server Einstellungen
Creative Centrale - Media Server Einstellungen

Leider ist die Creative Centrale kein Vorbild an Geschwindigkeit und Stabilität. So mag man es sich noch gefallen lassen, dass das einfache Durchsortieren von ca. 8000 Musikdateien auf einem halbwegs aktuellen Core-2-Duo-System gute 15 Sekunden dauert. Lästig ist aber, dass die Software in der Grundeinstellung die Medienordner des PCs ständig auf Aktualisierungen prüft, was reproduzierbar zu einer vollständigen Systemauslastung führt, den Testrechner mehrfach lahm legte und die Software zum Einfrieren brachte. Schaltet man allerdings in den Einstellungen der Software unter dem Punkt Überwachungsordner diese Hintergrundüberwachung ab, tritt das Problem nicht mehr auf.

Creative Centrale - Einstellungen
Creative Centrale - Einstellungen

Musik in den unterstützen Formaten wird direkt an den Zen X-Fi durchgereicht, Videos dagegen werden zwangskonvertiert, was einige Zeit in Anspruch nimmt. So dauerte die Umwandlung einer 452 MB großen DivX-Datei (Spielzeit: 1:09 h; Bildformat: 512x384 Pixel) gut 50 Minuten. Dabei wurde die Bildgröße auf 320x240 reduziert und der Dateityp auf WMV geändert, die resultierende Dateigröße lag bei 395 MB. Über den Windows Explorer können Videos zwar unkonvertiert übertragen, aber nicht abgespielt werden. Mediendateien können von Zen X-Fi auch wieder auf den PC kopiert werden, ein direktes Abspielen vom Player herunter ist aber nicht möglich.

Das Handbuch für den X-Fi und die Programmhilfe für die Creative Centrale werden als Hilfedateien aufgespielt und erfüllen beide ihren Zweck, sie sind klar strukturiert und umfassend.

Benutzerhandbuch
Benutzerhandbuch

Bedienung und Klang

Das Einschalten dauert ca. 15 Sekunden, dann spielt der Zen X-Fi ohne weiter zu zögern den Titel weiter, den man beim Ausschalten gehört hat – was zu unangenehmen Effekten führen kann, wenn der Lautsprecher eingeschaltet ist und das Gerät plötzlich zu tönen beginnt.

Zum Lautsprecher bleibt noch zu erwähnen, dass er für so ein kleines Gerät sehr ordentlich – jedoch nahezu bassfrei – klingt und nur bei voller Lautstärke etwas verzerrt.

Das 2,5-Zoll-OVGA-Display ist kontrastreich und für die meisten Einsatzzwecke auch hell genug, lediglich die spiegelnde Oberfläche trübt bei direktem Lichteinfall das positive Bild. Der Blickwinkelbereich ist erfreulich groß, so dass man auch mit mehreren Personen z.B. einen Videoclip auf dem Zen X-Fi ansehen kann. Bei passendem Augenabstand macht auch das Anschauen von Fotos und Videos Spaß.

Zen ein
Zen ein

Zu steuern ist der Zen X-Fi über insgesamt dreizehn Tasten, wovon keine beschriftet und nur vier mit Symbolen versehen sind. Die Funktionen „Zurück“, „Kontextmenü“, und „Abspielen/Pause“ belegen drei dieser Symbol-Tasten, auf der vierten kann eine Funktion zum Schnellzugriff konfiguriert werden; im Fabrikzustand greift man hierüber auf die X-Fi-Effekte zu.

In der Praxis fällt auf, dass man von den neun Tasten dazwischen meist nur fünf benötigt. So sind die Knöpfe oben und unten für die Lautstärke und für das Navigieren in den Menüs vorgesehen, mit denen links und rechts spult man im Titel zurück und vor oder wechselt die Menüebene. Der mittlere Knopf dient als Stopp- und Bestätigungstaste. Die Eckknöpfe braucht man nur für die Texteingabe.

Anfangs mag die Vielzahl an Tasten verwirren, doch man gewöhnt sich schnell daran und kann den Player bald flüssig steuern. Dennoch würde man sich für den Einsatz im Dunkeln eine dezente Tastenbeleuchtung wünschen, auch ein Scrollrad für Navigation und Lautstärke könnte den Umgang mit dem X-Fi vereinfachen.

Das Menü des X-Fi ist sinnvoll und intuitiv unterteilt, so dass man sich schnell gut zurecht findet. Wer sich an der Vielfalt der Optionen und Einstellmöglichkeiten stört, kann das Menü auch selbst auf die individuell benötigten Punkte reduzieren. Aber auch diejenigen, die sich lieber den vollen Funktionsumfang erhalten, dürften Spaß bei der Nutzung haben, zumal der Zen X-Fi sehr zügig reagiert und man keine nennenswerten Wartezeiten in Kauf nehmen muss.

Screen Musikmenue
Screen Musikmenue
Screen Titel
Screen Titel
Screen Menue
Screen Menue

Das Erstellen von Playlisten und das Setzen von Bookmarks – etwa in Hörbüchern – geht sehr einfach von der Hand. Mit Playlisten (z.B. im gängigen M3U-Format) kann der Zen X-Fi leider nichts anfangen. Über eine alphabetische Seitenleisten kann man auch in längeren Listen schnell navigieren. Über die sogenannte DJ-Funktion kann man – wie auch in der Desktop-Software – Titel nach Bewertung, Abspielhäufigkeit oder per Zufall abspielen lassen.

Die Idee, einen vom Speicher her kleineren Zen X-Fi zu kaufen, um den Speicher dann mit billigen SD-Karten aufzustocken, sollte gleich verworfen werden. Die Einbindung von SD-Karten ist allenfalls als rudimentär zu bezeichnen, daran hat sich leider auch in der neuesten Zen-Generation nichts geändert. So werden die Daten auf der Speicherkarte komplett getrennt verwaltet, beispielsweise können MP3-Dateien vom externen Speicher nicht in Playlisten oder in die Sortierung nach Interpret, Album usw. mit aufgenommen werden. Auch auf die Anzeige des ID3-Tags oder anderer Details muss verzichtet werden und nicht einmal das Speicherkarten-Menü darf man verlassen, sonst stoppt die Wiedergabe.

Importieren kann man zwar alle auf der Speicherkarte vorhandenen Dateien, dies ist aber wohl eher ein Bug, da lediglich Bilder im JPG-Format auch wirklich angezeigt werden können. Immerhin kann der Zen X-Fi über den SD-Slot als Kartenleser verwendet werden, wobei dann aber ausschließlich der Inhalt der SD-Karte, nicht aber der interne Speicher am PC sichtbar ist.

Screen Speicherkarte
Screen Speicherkarte

Der Zen X-Fi klingt sehr gut. Der Klang ist klar und ausgewogen und bis zur Lautstärkegrenze hin sehr sauber. Ein Eigenrauschen ist nicht wahrnehmbar, die maximale Lautstärke reicht aus. In Kombination mit den im Lieferumfang befindlichen In-Ear-Hörern erhält man eine sehr gute, bei kompakten Playern längst nicht selbstverständliche Klangqualität. Wohl als Tribut an im Folgetext näher betrachtete X-Fi-Klangoptimierung ist anzusehen, dass der bisweilen recht nützliche Equalizer und die – weniger klangvolle – Bassverstärkung in einem Untermenü versteckt sind.

Screen Audioeinstellungen
Screen Audioeinstellungen
Screen EQ
Screen EQ

Wer trotz 16 GB Speicher gerade nicht die richtige Musik findet, kann auf das UKW-Radio umschalten. Das Radio ist einfach zu bedienen und die Sendersuche funktioniert gut, allerdings könnte der Empfang besser sein. Zum Sichern der Sender stehen 32 Speicherplätze zur Verfügung. Die Aufnahme per Mikrofon reicht für einen Einsatz als Diktiergerät, für die meisten anderen Verwendungsmöglichkeiten ist die Aufnahmequalität schlicht zu gering.

Screen Radio
Screen Radio
Screen Micro
Screen Micro

Als kompakter Bildbetrachter ist der Zen X-Fi gut zu gebrauchen. Man kann sich JPG-Grafiken als Thumbnails oder im Vollbildmodus ansehen, zoomen und drehen sowie eine Diashow anlegen. Abgespielte Musik läuft im Hintergrund weiter und dank des guten Display macht diese Funktion wirklich Spaß. Auch kann man statt der installierten Hintergrundbilder ein eigenes Bild hierfür verwenden.

Screen Thumbnails
Screen Thumbnails
Screen Foto
Screen Foto
Screen Hintergrund
Screen Hintergrund

Features

Der Creative Zen X-Fi bringt schon im Namen die von diversen PC-Hardware-Produkten bekannte X-Fi-Technologie zur Klangverbesserung mit, außerdem können sich die Versionen mit 16 und 32 GB Speicher per WLAN mit Netzwerken verbinden. Im Folgenden soll gezeigt werden, was diese beiden Features nützen.

Screen X-Fi
Screen X-Fi
Screen WLAN
Screen WLAN

X-Fi Crystalizer und Expander

Den X-Fi Crystalizer findet man seit 2006 in diversen Creative-Soundkarten. Welchen Effekt er dort hat, kann in unserem Test der Soundblaster X-Fi [1] ausführlich nachgelesen werden. Allerdings wird dieser Effekt beim Zen X-Fi bei weitem nicht so aufwändig erzeugt wie bei den Soundkarten, so dass hier kein direkter Vergleich zu ziehen ist.

In der Theorie soll der X-Fi-Crystalizer-Effekt beim Xen X-Fi die Kompressionsverluste bei der Umwandlung von umkomprimierter Musik in verlustbehaftete Formate wie MP3 kompensieren. Dieser Effekt sollte demnach besonders bei stark komprimierter Musik erkennbar und nützlich sein. Der Crystalizer kann in zwei Stufen zugeschaltet werden.

Der X-Fi Expander soll auf Stereo-Kopfhörern einen räumlicheren Klang erzeugen und entspricht damit in etwa dem, was andere Hersteller Surround-Effekt nennen. Creatives PC-Äquivalent dürfte CMSS-3D heißen, wobei auch hier keine unmittelbare Vergleichbarkeit gegeben ist.

Um diese Effekte subjektiv – also per Hörtest – bewerten zu können, wurden die Titel „Conga Fury“ von Juno Reactor und „Blue Monday (1988)“ von New Order sowie „Every Day is exactly the Same“ von Nine Inch Nails zu MP3-Dateien mit mageren 64 kBit/s CBR encodiert, was zu einem deutlichen Qualitätsverlust führt. Die Tracks von NIN und New Order lagen zudem in inzwischen üblichen 192 kBit/s auf dem Player, das Stück von Juno Reactor sogar mit 320 kbit/s – jeweils ebenfalls als MP3 mit konstanter Bitrate. Für die Grafiken wurde der Zen X-Fi per Klinkenkabel an den Line-In einer Creative Audigy angeschlossen und aufgenommen.

Praktischerweise kann man den X-Fi-Effekt am Player durchschalten (Aus, Ein, Maximum), während der Titel weiterläuft, was den akustischen Vergleich deutlich erleichtert. Quer durch alle Titel und Bitraten scheint der Crystalizer die Mitteltöne zu reduzieren.

Bei den weniger komprimierten Titel lässt sich festhalten: Höhen werden je nach Song und Einstellung mehr oder minder überbetont, die tiefen Töne erschienen in der normalen Stufe angenehm, in der maximalen Einstellung teils zu kräftig. Man tut als gut daran, den Crystalizer bei recht verlustfrei komprimierter Musik nicht zuzuschalten, wobei er eben hierfür auch nicht gedacht ist.

Bei den in geringer Qualität encodierten Tracks kann man besonders beim Juno-Reactor-Track von einer Verbesserung des Klangs in der schwächeren Effektstufe sprechen; schaltet man aber die stärke Stufe ein, so wendet sich das Blatt. Bei dem Probestück der Nine Inch Nails fällt auf, das Stimme und Bass in den Hintergrund treten, während die höheren Töne teilweise bis zu Schmerzgrenze verstärkt werden – samt der hier besonders hervortretenden Kompressionsartefakte. Der Klassiker Blue Monday hat wohl aufgrund der geringen Bandbreite deutlich weniger Kompressionverluste aufzuweisen, hier ist aber die stärkere Crystalizer-Stufe ebenfalls eher unangenehm auffällig, was sich besonders bei der Stimme zeigt.

Juno Reactor – Conga Fury Oben: 320 kBit/s, Mitte: 64 kBit/s, X-Fi Crystalizer aus; Unten: 64 kBit/s, X-Fi Crystalizer Maximum
Juno Reactor – Conga Fury Oben: 320 kBit/s, Mitte: 64 kBit/s, X-Fi Crystalizer aus; Unten: 64 kBit/s, X-Fi Crystalizer Maximum


Juno Reactor – Conga Fury; 64 kBit/s Oben: Crystalizer aus, Mitte: Crystalizer Normal; Unten: Crystalizer Maximum
Juno Reactor – Conga Fury; 64 kBit/s Oben: Crystalizer aus, Mitte: Crystalizer Normal; Unten: Crystalizer Maximum

In den Grafiken sieht man, wie der Klang deutlich verstärkt wird, die Spitzenausschläge aber teilweise auch überkompensiert werden.

Letztlich scheint der Crystalizer ein in wenigen Szenarien sinnvolles, meist aber überflüssiges bis störendes Feature zu sein. So wird zwar das Versprechen, qualitativ stark reduzierte Titel etwas aufzuhübschen, durchaus gehalten, aber leider verstärkten sich auch die Kompressionartefakte. Und in Zeiten, in den Bitraten von 192 kbit/s und höher als Standard anzusehen sind, wird der Crystalizer wohl meist ausgeschaltet bleiben.

Über den Expander muss man kaum Worte verlieren: sowohl mit den mitgelieferten Creative-Ohrsteckern als auch mit diversen anderen Kopfhörern ergibt sich außer einem unüberhörbaren Klangverlust kaum ein 3D-Resultat. Der Klang wird deutlich dumpfer, ein räumlicher Effekt ist höchstens andeutungsweise auszumachen. Diese Option ist also nahezu unbrauchbar. Wie stark die Klangbeeinträchtigung ist, zeigt die nächste Grafik, welche auch nochmals den Crystalizer-Effekt verdeutlich.

New Order – Blue Monday; 192 kBit/s Oben links: Crystalizer aus, Unten links: Crystalizer Normal; Oben rechts: Crystalizer Maximum, Unten rechts: Expander an
New Order – Blue Monday; 192 kBit/s Oben links: Crystalizer aus, Unten links: Crystalizer Normal; Oben rechts: Crystalizer Maximum, Unten rechts: Expander an

Sicherlich sind die hier beschrieben Höreindrücke subjektiv und von den Hörgewohnheiten des Tester beeinflusst, doch lässt sich festhalten, dass die X-Fi-Effekte leider nicht das halten, was sie versprechen, auch wenn die Auswirkungen durchaus wahrnehmbar sind. Doch sollte an dieser Stelle nochmals betont werden, dass der Zen X-Fi ohne die Effekte sehr gut klingt und dass man mit dem ebenfalls vorhandenen Equalizer auch klanglich noch so einiges bewirken kann.

WLAN-Anwendungen: Streaming, MediaBox & Chat

Die Einrichtung der WLAN-Verbindung ist problemlos, auch WPA2-verschlüsselte Netzwerke können erreicht werden. Die Eingabe des Netzwerkschlüssels ist allerdings sehr mühsam. Nach dem man in der Creative Centrale die nötigen Einstellungen getätigt und gegebenenfalls die Firewall etwas entschärft hat, kann man auf die auf dem PC freigegebenen Dateien zugreifen. Das Streaming funktioniert im WLAN-typischen Empfangsbereich sehr gut. Die gestreamten Titel werden zunächst ähnlich mangelhaft wie die Inhalte von SD-Karten eingebunden, es besteht aber die Möglichkeit, die Dateien auf den Player herunterzuladen und diese dann auch für Playlisten zu nutzen.

Wenn der PC mit dem Internet verbunden ist, hat man Zugriff auf die „Zencasts“ der Creative MediaBox. So bezeichnet Creative den hauseigenen Podcast-Server, auf dem allerdings nur englischsprachige Inhalte zu finden sind. Der Zugriff auf Webradios ist nicht möglich, außerdem kann man den Stream weder herunterladen, noch innerhalb dessen Spulen oder Bookmarks setzten.

Screen Mediabox
Screen Mediabox

Schon die Größe des Zen X-Fi offenbart, dass er sich schwerpunktmäßig unterwegs wohl fühlt und dort seine Stärken ausspielen kann. Paradoxerweise wird mit WLAN eine Technik verbaut (und massiv beworben), die eher bei stationärem Einsatz nutzbar wäre. Doch ohne einen vernünftigen Line-Out und in Ermangelung sämtlicher Videoschnittstellen bleibt es lediglich dabei, dass man sich im Empfangsbereich des WLANs mit dem Player frei bewegen kann. Hier wären deutlich mehr Einsatzszenarien wie beispielsweise die Nutzung als Streaming-Client für Videos denkbar, wäre die Ausstattung nicht so dürftig.

Neben dem Streaming und der MediaBox soll der X-Fi per WLAN auch als Chatkonsole herhalten. Zunächst muss man sich hierfür einen Avatar im Comicstil einrichten, danach kann man entweder über ein Gastkonto oder nach Anmeldung bei Creative mit persönlichen Daten und Seriennummer auf den Chat zugreifen. Wie man wie von Creative proklamiert auf den Yahoo! Messenger oder den Windows Live Chat zugreifen können soll, bleibt unklar, da diese Funktion weder im Player vorhanden, noch in der Bedienungsanleitung dokumentiert ist.

Registrierung Chat
Registrierung Chat

Im Creative-eigenen Chat kann man sich mit anderen Nutzern unterhalten, doch Freude kommt hierbei nicht auf. Schuld daran hat die absolut unbrauchbare Texteingabe. So muss man zunächst mittels der neun Navigationstasten auf die entsprechende Taste der eingeblendeten, handyartigen Tastatur gehen, um dann per einfachen oder mehrfachem Tastendruck den gewünschten Buchstaben auszuwählen. Selbst nach einer gewissen Eingewöhnung fällt diese Art der Eingabe noch dermaßen schwer, dass man am Chatten keine Freude hat. Man hätte sich wohl weniger Gedanken über die Avatargestaltung und mehr über das Interface machen sollen.

Texteingabe
Texteingabe

Fazit und Empfehlungen

Mit dem Creative Zen X-Fi erhält man einen hochwertigen Mediaplayer mit sehr gutem Klang, der auf den zweiten Blick aber einige Schwächen offenbart. Allen voran stehen die instabile Creative-Software und die Speicherkarteneinbindung. Die Spezialitäten des Zen X-Fi, also die X-Fi Effekte und die WLAN-Funktionen, sollte man leider eher als Dreingabe betrachten und der Mangel an Schnittstellen verstellt viele Möglichkeiten.

Dennoch, ein schlechter Kauf ist der Creative Zen X-Fi sicherlich nicht, schließlich stehen auf der Positivliste die kompakten Abmessungen, der ohne Optimierungen sehr gute Klang, die einfache Bedienung und das sehr gute Display. Die Angaben zur Akkulaufzeit haben wir nicht im Detail geprüft, sie scheinen jedoch nachvollziehbar, was als weiterer Pluspunkt zu verbuchen ist.

Bei der Recherche nach Alternativen wird der interessierte Kunde zunächst nach dem „normalen“ Zen ohne X-Fi (und WLAN) schauen. Sicherlich, bei ca. 120 € bis 150 € (bzw. etwa 180 € zu 235 € bei der 32-GB-Ausführung) ist eine deutliche Preisdifferenz gegeben. Doch man sollte hierbei nicht vergessen, dass dem X-Fi der deutlich hochwertigere In-Ear-Hörer beiliegt, der den Preisunterschied teilweise wieder auffängt. Dies kann man aber auch umgekehrt interpretieren: Wer bereits gute Kopfhörer hat und die Gadgets nicht braucht, fährt mit dem normalen Zen besser.

Wer einen preislich ähnlich gelagerten Player sucht, bei dem sich hinter dem WLAN-Kürzel auch ein wirklicher Internetzugang verbirgt, sollte dagegen zum Archos 605 WiFi greifen. Ein direktes Äquivalent zum Zen X-Fi ist hier allerdings nicht auszumachen, da die meisten Modelle mit Festplatten ausgestattet und zudem alle deutlich größer sind. Der iPod Touch hat bekanntermaßen ebenfalls mehr (Internet-)Funktionen zu bieten, allerdings bekommt man deutlich weniger Speicherplatz pro Euro.

Eine denkbare Alternative ohne WLAN ist der SanDisk Sansa View mit 16 GB; wer das Hochformat bevorzugt und einen TV-Out sucht, kommt hier günstiger weg.

Letztlich lässt sich jedoch festhalten, dass der Zen X-Fi insgesamt viel Qualität und Speicherplatz in einer angenehmen kleinen Verpackung liefert. Wer sich an den genannten Mängeln nicht stört, kann also zugreifen.

Zen X-Fi
Zen X-Fi

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/artikel/hardware/multimedia/2006/test_creative_sound_blaster_x-fi/4/#abschnitt_24bit_crystalizer
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