Einleitung
Schon vor dem Antritt des Testexemplars war klar: Razer will mit dem hauseigenen Mako hoch hinaus. Nicht nur die Werbesprache suggeriert bei diesem 2.1-Lautsprechersystem höchste Qualität und guten Klang, auch der stolze Preis des Systems – gemäß unverbindlicher Preisempfehlung immerhin fast 400 Euro – bedingt geradezu Spitzenergebnisse. Anders hingegen fiel die Erwartungshaltung des Testers aus. Denn die Erfahrung lehrt, dass der erste (und manchmal auch einzige) Exkurs eines Herstellers in eine ihm bisher vollkommen fremde Welt abseits der traditionellen Kernkompetenzen selten gut geht. Speziell auf dem Markt der PC-Lautsprecher versuchten schon viele ihr Glück; die meisten vegetieren nun mit billigen Plastikwürfeln am Rande der Systemtonexistenz herum. Weshalb also gerade jetzt eine der seltenen Ausnahmen erwarten?
Die Antwort liefert Razer selbst: Nicht nur die firmeneigene (und keine extern beauftragte) Audioabteilung habe die Boxen entworfen, auch die Techniker und Ingenieure aus den THX-Labs höchst selbst sollen an der Entwicklung beteiligt gewesen sein. Da verwundert es nicht, dass durchaus interessante Konzepte in den an umgedrehte Eierbecher erinnernden Lautsprechern stecken sollen. So soll sich beispielsweise durch die nach unten gerichteten Chassis – sowohl bei Tief-, Mittel- und Hochtöner – ein besonders gutes Abstrahlverhalten ergeben. Der Klang könne sich so nämlich in konzentrischen Kreisen ausbreiten und würde nicht mehr nur trapezförmig in Richtung eines Sweetspots geringer bis mittlerer Größe strahlen. Hinzu kommt eine variable Endstufentechnik, die jedem Kanal – abhängig von der Wiedergabe – variabel befeuern soll. Das Stereosystem könne so mit intelligentem Kraftaufwand Leistungsregionen erreichen, die nominal über den technischen Eigenschaften der einzelnen Komponenten liegen. Ob das kleine schwarze Trio etwa Wellen schlägt?
Den Fels in der 2.1-System-Brandung stellte auf ComputerBase bisher jedenfalls Teufel mit dem Motiv 2 [1] – eine Quasiinstanz, die noch in keinem ComputerBase-Test gebrochen werden konnte. Neben theoretischen Pluspunkten und praktischen Funktionen muss das Razer Mako auch einen sehr guten Klang bieten und sich ebenso wie vergangene Testkandidaten an unserer 2.1-Referenz im PC-Segment messen lassen. Es ergibt sich folglich ein Duell stereotypen Ausmaßes: Schwarz gegen Weiß, Spezialist gegen Neueinsteiger, Ei gegen Eierbecher.
Vorbetrachtung
Testsystem
Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Razer Mako
- Teufel Concept F* [2]
- Logitech G51 [3]
- Teufel Motiv 2 [4]*
- Logitech Z-5450 Digital [5]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [6]*
* Die markierten Lautsprecher standen auch für den aktuellen Test noch zur Verfügung. Auf einen direkten Vergleich mit den anderen aufgelisteten (und nicht mit einem * markierten) Lautsprechersystemen muss verzichtet werden.
Tonträger
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 2.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz.
- Film-DVDs
- Krieg der Welten
- Master and Commander
- Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
- Last Samurai
- House of the Flying Daggers
- Mission Impossible 3
- Matrix
- PC-Spiele
- World in Conflict
- Call of Duty 2
- Battlefield 2
- Overlord
- Half Life 2
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Crysis
- Supreme Commander: Forged Alliance
- Musik-DVDs
- Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
- Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
- Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
- Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
- Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [7] heruntergeladen werden!
- Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
- Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)
Technische Daten
Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden angeführt. Es ist zu beachten, dass diese zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Klangeindruck sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.
| Teufel Motiv 2 | Razer Mako | |
|---|---|---|
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|
| Ausgangsleistung | 200 Watt Sinus | 300 Watt RMS |
| Kanäle | 2.1 | 2.1 |
| Leistung Satelliten |
50 Watt Sinus pro Kanal | 100 Watt Sinus pro Kanal* |
| Leistung Subwoofer |
100 Watt Sinus | 100 Watt RMS* |
| Eingänge | 2x Klinke 1x Stereo-Chinch |
2x Klinke** 1x Stereo-Chinch |
| Pegelsteuerung | Fernbedienung Software via Subwoofer |
Software Kabelfernbedienung |
| Besonderheiten | Design Fernbedienung |
Design Kabelfernbedienung Class-HD-Verstärker Groundslot Bauweise |
| Listenpreis | 279 Euro [8] | ab rund 370,- Euro [9] |
| * Das Razer Mako besitzt streng genommen keine festgelegte Leistung für jeden Kanal. Die eingebauten Endstufen können die bereitgestellte Leistung den gegebenen Anforderungen (Art der Quelle, Lautstärke) anpassen. Die Angaben beziehen sich auf den regulären Wert. |
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| ** Einer der beiden Klinkeneingänge befindet sich direkt am Controlpod. Dieser Eingang wird immer wiedergegeben, wenn er belegt wird. Die restlichen Eingänge befinden sich am Subwoofer. |
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Eine Besonderheit des Razer Mako geht bereits aus der Tabelle hervor: Durch den Einsatz des ClassHD-Amplifiers, einem digitalen Verstärker, sind die einzelnen Kanäle nicht fest an bestimmte Verstärkerleistungen gebunden. Theoretisch kann jedem Kanal je nach Bedarf unterschiedlich viel Leistung zugesprochen werden.
Razer selbst gibt an, dass das Mako über insgesamt sechs Endstufen mit jeweils 50 Watt Leistung verfügt. Jeweils 50 Watt davon werden sowohl dem Mitteltöner als auch dem Hochton-Tweeter in den Satelliten zugesprochen. Zweimal 50 Watt stehen dem Subwoofer nominal zur Verfügung. Die Verstärkereinheit könne die Leistung jedoch variabel verteilen und so beispielsweise den Hochtönern Leistung nehmen um diese dem Subwoofer zuzusprechen. Idealerweise kann die Ausgangsleistung des Razer Mako, so der Hersteller, der eines Systems mit 400 Watt Verstärkerleistung entsprechen.
Besonderheiten
Das Razer Mako weist einige Besonderheiten auf, die es von der Konkurrenz abheben sollen. Eine der wohl offensichtlichsten Eigenheiten des Systems ist die Konstruktion der Satelliten. Diese sind so aufgebaut, dass der 25-mm-Hochtöner über dem 70-mm-Mitteltöner in dem kapselartigen Korpus hängt und beide Chassis nach unten abstrahlen. Der Schall erreicht den Hörer somit nicht direkt. Sinn dieser Konstruktion ist es, Interferenzen zu vermeiden. Bei einem üblichen Aufbau des Lautsprechers wird der Schall nämlich zum einen direkt abgestrahlt, zum anderen erreichen aber auch (vor allem von der Schreibtischplatte) reflektierte Schallwellen den Hörplatz. Da diese durch die unterschiedliche Laufzeit jedoch zumeist phasenverschoben sind, kann es zu Interferenzen – also Abschwächungen oder Verstärkungen – der Schallwellen kommen.
Interferenzen wird im Heimkinosektor sehr umfangreich begegnet. So fällt vor allem im Tieftonbereich auf, dass die jeweilige Raumdimension bei niedrigen Frequenzen zu sogenannten „stehenden Wellen“ führt. Als solche bezeichnet man Interferenzen, die aufgrund ungünstiger Raumgrößen entstehen, bei der durch die Breite, Länge oder Höhe des Zimmers die langwelligen Frequenzen des Basses gerade so reflektiert werden, dass sich phasenverschobene Wellen destruktiv oder konstruktiv überlagern und sich damit auslöschen oder verstärken. Der Bass wird dann örtlich kaum oder nur als Dröhnen wahrgenommen.
Im Mittel oder gar Hochtonbereich führen die Interferenzen ebenfalls zu einer Verzerrung des Frequenzgangs und zu einer verringerten Ortbarkeit. Dem kann mit Absorbern – in einfachen Fällen beispielsweise Teppichen – begegnet werden, die die nicht gewünschten reflektierten Frequenzen „verschlucken“. Auf dem Schreibtisch sind Teppichunterlagen jedoch ungewöhnlich, weshalb PC-Lautsprecher prinzipbedingt anfällig für Interferenzen sind. Konstruktionsbedingt ist der Frequenzgang der meisten PC-Systeme sowie deren Detailtreue in der Wiedergabe aber weit von dem Level entfernt, bei dem die Umgebungsakustik den größten Nachteil bedingen würde. Kurzum: Die Konstruktion der Satelliten im „Ground Plane“-Design (Ausrichtung der Chassis nach unten) sowie die Ausführung als „Slot Speaker“ (Schall tritt durch einen vergleichsweise kleinen Schlitz am unteren Rand des Gehäuses aus) bedeutet nicht zwangsweise, dass das Razer Mako nun einen besseren Klang liefert als andere PC-Lautsprechersysteme. Das ungewöhnliche Design als haltlose Spielerei abzutun, ist der Konstruktion aber auch nicht angemessen.
Der Aufbau ist zudem an einen Schreibtisch gebunden. Da der indirekte Schall der Satelliten von der Schreibtischplatte reflektiert wird, besitzt diese einen nicht unerheblichen Anteil am Klang des Systems. Auch deshalb sind die Satelliten nicht so ausgeführt, dass man sie an Lautsprecherständern aufhängen könnte – sie würden so nicht korrekt funktionieren.
Der Aufbau der Satelliten führt noch zu einem anderen Effek: Da sämtliche Chassis des Systems auf den Boden abstrahlen, breitet sich der Schall zwangsweise konzentrisch um die Schallquellen aus. Bei einem üblichen Stereoaufbau strahlen die Lautsprecher winkelabhängig ihren Schall ab; der Klang kann sich also verfälschen, wenn man sich aus dem „Sweet Spot“ der Lautsprecher heraus bewegt. Oft ist daher eine Ausrichtung der Boxen auf die Hörposition, also der Aufbau als Stereodreieck, empfehlenswert. Bei dem Razer Mako sorgt die diffuse Schallabstrahlung nun dafür, dass der Sweet Spot vergrößert wird. Die ideale Hörposition hängt nicht mehr davon ab, ob die Lautsprecher direkt auf den Hörer abstrahlen, sondern davon, ob der Hörplatz relativ gleichmäßig von beiden Satelliten entfernt ist. Dies ist wichtig, um die räumliche Zuordnung der Klangbühne weiterhin aufrecht zu erhalten. (Stimmen und Instrumente sollten weiterhin entsprechend der Aufnahme eher rechts, links oder mittig wahrgenommen werden.) Vollkommen willkürlich kann man sich im Raum also nicht bewegen, das Razer Mako schafft hier jedoch mehr Freiheiten gegenüber konventionellen Konstruktionen.
Fraglich ist hingegen, ob sich aus der Konstruktion der Satelliten nicht auch ein diffuses Klangbild ergibt. Dies kann einerseits als gefällig wahrgenommen werden, da sich der Klang über die Satelliten hinaus aufbauen kann. Andererseits leidet wohl auch die Ortbarkeit der Wiedergabe und dadurch vielleicht auch das Bühnenbild, das sich vor dem geistigen Auge auftut.
Eine weitere Besonderheit des Razer Mako ist der bereits angesprochene, so genannte „ClassHD Amplifier“, ein digitaler Verstärker, der die Leistung pro Kanal variabel anpassen kann. Diese Technik soll es dem Lautsprechersystem ermöglichen, abhängig vom Anspruch der Audio-Quelle die Verstärkerleistung mehr dem Tief-, Mittel- oder Hochtonkanal zuzuweisen. Es soll auf diese Weise nicht nur gewährleistet werden, dass zu keiner Zeit eine der Verstärkereinheiten überlastet wird und ein Chassis durch Clipping Schaden nimmt, das Razer Mako soll durch den ClassHD-Amplifier auch mehr Leistung mobilisieren können als bei einer festen Verstärkerleistung pro Kanal.
So können die Leistungswerte der einzelnen Kanäle variabel angepasst werden. Insgesamt stehen zwar „nur“ 300 Watt zur Verfügung, die nominal auf sechs Kanäle (zwei für die Hochtöner, zwei für die Mitteltöner und zwei für den Subwoofer) verteilt werden. Sollte es die Audio-Quelle jedoch erfordern, kann ein Teil der Leistung der Hochtöner dem Subwoofer zugeführt werden. Bei entsprechendem Quellmedium ist das Razer Mako daher im Stande, einen zu Systemen mit 400-Watt-Endstufe äquivalenten Höreindruck zu vermitteln – so Razer.
Die Funktionsweise des digitalen Verstärkers lässt sich recht gut mit dem dynamischen Kontrast aktueller TFTs vergleichen. Auch dort wird ein scheinbar höheres Kontrastverhältnis dadurch erreicht, das bei einem Bildwechsel von einem besonders hellen auf ein besonders dunkles Bild mittels Abschalten oder Erhöhen der Hintergrundbeleuchtung der Kontrastunterschied vergrößert wird. Bei der Wiedergabe ein und desselben Bildes greift diese Funktion nicht (oder nur schwächer), da nicht die gesamte Hintergrundbeleuchtung angepasst werden kann. Gleichwohl kann auch das Razer Mako nicht mit einem System höherer Leistung gleichziehen, weil bei der Beanspruchung aller Kanäle keinem Leistung ab- oder zugesprochen werden kann. Die Wirksamkeit des ClassHD-Amplifiers steht und fällt also mit den Wechseln in der Wiedergabe der Audiodatei.
Hinzu kommen natürlich noch andere Faktoren, vor allem der Wirkungsgrad der Chassis. Die Verstärkerleistung gibt nämlich nur die zugeführte (elektrische) Energie an. Wie viel davon in akustische Energie umgewandelt wird, ist wohl weitaus bedeutender.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das Razer Mako muss sich in dieser Disziplin einer eingehenden Prüfung unterziehen.
Razer Mako
Das Razer Mako kommt sehr unkonventionell daher. Direkt nach dem Auspacken fallen die ungewöhnlich geformten Satelliten und der in ähnlicher Weise konzipierte Subwoofer auf. Alle drei Lautsprecher erinnern entfernt an Eierbecher, die man auf den Kopf gestellt hat. Was jedoch wie ein Design-Gag wirkt, folgt – wie besprochen – durchaus einer Funktion: So sind sämtliche Chassis in den Gehäusen hängend angeordnet; ihr Schall strahlt auf den Boden. Lautsprechergitter im eigentlichen Sinne sucht man daher vergebens, vielmehr umrahmen Gitter sowohl die Unterseite des Subwoofers als auch die der Satelliten. Die Konstruktion soll die kreisförmige Abstrahlung des Schalls ermöglichen und somit eine gleich bleibende Klangqualität unabhängig von der Hörposition gewährleisten.
Dieser Aufbau bedingt aber mehr als nur ein theoretisch aufstellungsunkritisches Klangbild: So kann man die Satelliten zwar hinstellen, wo man möchte; das Aufhängen an der Wand oder einem Lautsprecherständer ist jedoch nicht möglich. Auf der Rückseite des Satelliten – so man dem symmetrischen Korpus denn Seiten zuordnen kann – befindet sich lediglich ein Eingang für die eigenwilligen Audio-Kabel. Diese erinnern stark an Ethernet-Kabel, entsprechen also quasi keinem Standard, der in der hifideleren Welt Usus ist. Das heißt auch, dass man auf die mitgelieferten Kabel angewiesen ist und diese nicht ohne Weiteres austauschen kann – ein Ärgernis, sollte die Länge der Kabel nicht reichen, oder eines der beiden Kabelbruch erleiden.
Die Unterseite der Satelliten ist mit einer dünnen Gummischicht überzogen. Das bewirkt zum einen, dass sie sicher stehen. Zum anderen können die Vibrationen des Gehäuses bei der Wiedergabe auf diese Art etwas gedämpft werden.
Der Subwoofer des Razer Mako setzt nicht auf die vollgummierte Unterseite. Stattdessen stützen ihn drei kleine Gummifüße, die aber ebenfalls für einen festen Stand sorgen. Auch der tieftonale Begleiter des Systems besitzt kein nach außen hin sichtbares Chassis. Dieses hängt ein paar Zentimeter über der Bodenplatte im Gehäuse. Vermutlich ist dies auf den Designanspruch des Systems zurückzuführen, denn auf diese Art sehen sich die Satelliten und der Subwoofer – bis auf die Größe – ähnlich. Andernfalls würde wohl auch eine übliche Downfire-Konstruktion den selben Zweck erfüllen.
Die Audio-Eingänge am Subwoofer richten sich dankenswerter Weise nach gängigen Standards in dieser Preisklasse: Geboten wird ein 3,5-mm-Klinkeneingang sowie ein Stereo-Chinch-Eingang. Die Auswahl des Kanals erfolgt über den Controlpod, der ebenfalls mit dem Subwoofer verbunden wird. An dem Controlpod befindet sich zudem ein weiterer 3,5-mm-Klinkeneingang. Quellen, die hier angeschlossen werden, werden stets wiedergegeben; die Auswahl zwischen den Eingängen am Subwoofer entfällt in diesem Fall. Der dritte Audio-Eingang am Controlpod erleichtert den Anschluss mobiler Audiogeräte, gleichwohl wäre jedoch ein Mikrofoneingang an der Kabelfernbedienung noch wünschenswerter. Immerhin verfügt die Steuereinheit bereits über einen Kopfhörerausgang. Ein Mikrofoneingäng würde hier die ideale Umgebung für den Anschluss eines Headsets schaffen.
Alle drei Lautsprecher weisen auf der Oberseite der Gehäuse das Razer-Logo auf, das in dunklen Linien aufgedruckt wurde. Ebenfalls allen Komponenten gemein ist die fehlerfreie Verarbeitung sowie die makellose Einpassung aller sichtbaren Bestandteile. Sowohl die Gehäuse der Satelliten als auch das des Subwoofers bestehen allerdings aus Hartplastik. Speziell beim Tieftöner wären natürlichere Materialien wie Holz oder MDF wünschenswert gewesen.
Der Controlpod des Lautsprechersystems verfügt über eine berührungsempfindliche Oberfläche. Zum Ändern des Eingangs, des Lautstärke- sowie Bass-Pegels sowie zur Stummschaltung des Systems muss nur die entsprechende Gravur auf der spiegelnden Seite des Steuergerätes berührt werden. Die Reaktion erfolgt jedoch nicht immer direkt und auch nicht unbedingt in dem gewünschten Maße. So befindet sich der Controlpod üblicherweise in einer Art Ruhephase (zu erkennen an einem leicht dunkleren Leuchten der Schrift), aus der er erst bei Berührung erwacht. Jede weitere Berührung sollte dann zu der durch den Nutzer gewünschten Reaktion führen. Speziell die Erhöhung der Lautstärke oder des Basspegels – beides geschieht über eine Skala an der Außenseite des Controlpods – erweist sich mitunter jedoch als fummelig.
So folgt die Beleuchtung auf der Skala (die die Pegeleränderung anzeigt) dem Finger nicht immer, sodass der Hörer mitunter mehrmals ansetzen muss. Die Fehlgriffe lassen sich durch etwas Übung bei der Bedienung zwar abtrainieren, wirklich intuitiv wird das System dadurch aber nicht. Das soll es vermutlich aber auch nicht, denn zum Eye-Catcher taugt dafür umso mehr.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Motiv 2, gezogen werden.
Musik, Filme und Spiele
Der Einstieg in die Welt des Probehörens geschieht einmal mehr mit anspruchsvoller Musik. Üblicher Weise zeigt sich hierbei nämlich recht schnell, wo die Qualitäten und auch die Unzulänglichkeiten des zu testenden Lautsprechersystems liegen. Was am Markt der Sound-Peripherie jedoch üblich ist, scheint das Razer Mako einmal mehr nicht besonders zu interessieren, denn von einer schnellen und präzisen Einordnung in die Lautsprecher-Annalen kann keine Rede sein. Es ist vielmehr erstmals so, dass das teuflische Motiv 2 einen wirklichen Gegner beiseite gestellt bekommt, von dem es sich nicht unvermittelt lösen kann.
So wird schon während des Eagles-Konzerts oder des imposanten Pink-Floyd-Albums klar, dass das Razer Mako erstaunlich viel zu leisten im Stande ist. Obwohl die Konstruktion abenteuerlich wirkt und die Chassis-Bestückung Defizite bei der Wiedergabe vermuten lässt, spielt das 2.1-Set erstaunlich kraftvoll und pegelfest auf. Der Subwoofer schlägt zu wenn nötig, rundet aber vor allem das Klangbild der Satelliten ab. Diese klingen – anders, als eigentlich zu erwarten wäre – überaus erwachsen und lassen, trotz des relativ kleinen Mitteltöners, den Grundtonbereich nicht sofort vermissen. In vielen Liedern liegt das Razer Mako mit dem Teufel Motiv 2 quasi gleich auf. Mitunter sind zwar leichte Differenzen herauszuhören, was genau da aber anders klingt und – viel wichtiger – was besser klingt, ist nach einem kurzen Höreindruck wirklich schwer festzustellen.
Es zeigt sich daher auch erst bei einer umfangreichen Musikauswahl und langen direkten Vergleichen, was das Razer Mako vom Teufel Motiv 2 trennt. So wirkt unter anderem die Hochtonwiedergabe des Teufel-Systems, insbesondere die Detailauflösung, etwas schlechter als die des Razer Mako. Diese Beobachtung entspricht zwar nicht den Erwartungen und kann auch nur schlecht an konkreten Beispielen festgemacht werden, da es hierbei um Nuancen geht, die zwischen den Lautsprechersystemen liegen, aber genau dieser Eindruck ergibt sich mit der Zeit. Er wird durch eine weitere Feststellung unterstrichen: Wenn man beide Systeme an ihren Pegelgrenzen aufspielen lässt, wirkt das Teufel Motiv 2 vergleichsweise spitz und bereitet dem Hörer beispielsweise beim Pink-Floyd-Hit „Money“ des PULSE-Albums Kopfschmerzen. Vor allem das Klimpern mit Münzen im Intro des Songs strapaziert die Ohren des teuflischen Hörers – nahe des Pegelmaximums wohlgemerkt! Das Razer Mako wirkt bei der gleichen Passage weniger angestrengt und stressfreier, kann dafür jedoch auch nicht die Lautstärke mobilisieren, die das Motiv 2 freisetzt. Die Pegelreserven reichen allerdings locker für einen mittelschweren Nachbarschaftskrieg; wirklich abgrundtief brachial laut ist aber nur das Teufel-System.
Für das Teufel-Set spricht hingegen eine ein ums andere Mal bessere Wiedergabe im Mitteltonbereich. So wirken speziell Lieder mit einer charakteristischen Männerstimme auf dem Teufel Motiv 2 markanter und voluminöser. Ein Beispiel hierfür ist Chris Isaaks „Wicked Game“ – oder auch das nicht minder überzeugende Remake von HIM. Der ruhige, beschwörende Gesang gewinnt auf dem Set des Berliner Herstellers mehr Tiefe. Das Razer Mako spielt im Gegensatz zwar nicht platt auf, vermag aber nicht die gleiche Struktur in die Wiedergabe einzuweben. Der gleiche Eindruck ergibt sich auch beim Hören des In Extremo-Albums, das auf dem Teufel-Lautsprechersystem etwas rauer und authentischer wirkt. Die Unterschiede liegen auch hier wieder im Detail und fallen nicht so groß aus, als dass man die Leistung des Razer Mako als deklassiert ansehen müsste.
Wie schon bei der Beschreibung der Besonderheiten des Systems vermutet, führen die Ground-Plane-Technologie sowie die Konstruktion der Satelliten als Slot-Speaker zu einem diffuseren Klangbild. Wo welches Instrument singt und klingt, wird beim Razer Mako nicht so klar wie bei der Konkurrenz. Vor dem geschlossenen Auge baut sich keine exakte Bühne auf, eine monotone Masse ist es aber auch nicht.
Zu guter Letzt landet dann aber der Subwoofer des Razer-Soundsystems keinen echten Stich gegen den teuflischen Würfel. Zu groß ist der Druck, den das Teufel-Set bei Bedarf aufbauen kann, und zu tief der Frequenzgang, den er erreicht. Das Razer Mako muss letztendlich – wohl wegen des kleineren Tieftonchassis' – den Hut ziehen. Wirklich verstecken muss es sich jedoch bei weitem nicht. Der schwarze Subwoofer ist relativ kultiviert und gibt keineswegs kleinlaut bei. Für Musik und Filme reicht der Tiefgang durchaus und auch die Ankopplung an die Satelliten geschieht flüssig. Es reicht nur eben nicht ganz.
Mit Filmen hat das Razer Mako ebenfalls keine Probleme. Die Verständlichkeit der Dialoge ist stets gegeben, der Klangteppich, der sich vor dem Hörer ausbreitet, ist nicht an die Satelliten gefesselt und der Subwoofer reicht allemal, die ein oder andere DVD-Nacht rabenschwarz zu untermalen. Zwar fehlt es speziell bei actionlastigen Titeln ein wenig an Druck und Tiefgang, die meisten Systeme gleicher Baugröße steckt das Razer Mako aber durchaus in die Tasche.
Im Vergleich zum Motiv 2 fällt also nur noch der etwas schwächere Subwoofer auf, der das Razer-Soundsystem auf den zweiten Platz verweist. Der restliche Eindruck kann sich hören lassen – natürlich auch in Spielen. Bei diesen kann man wirklich kaum ein schlechtes Haar in der Suppe finden. Es macht Spaß, und das uneingeschränkt. Pegel, Wiedergabequalität und Basseinsatz sind sehr gut. Alles andere wäre jedoch auch verwunderlich, sind PC-Spiele doch in der Reihe der Testmedien noch die unkritischsten Tonträger.
Fazit
Das Razer Mako ist zweifelsohne ein interessantes Soundsystem. Es startet von Null auf einen der obersten Plätze der von ComputerBase bisher getesteten 2.1-Riege der PC-Lautsprecher, doch erklimmt es auch den ersten Platz? Das lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Die geringfügig höhere Feinauflösung des Systems spricht für das Razer Mako, ebenso die Unerschütterlichkeit bei der Wiedergabe: Niemals ist das System ins Schwitzen zu bringen, niemals ist ein Übersteuern zu hören und niemals klingt es unsauber. Es erreicht aber auch nicht das Level oder die detailgetreue Mitteltonwiedergabe, die das Motiv 2 als zu schlagenden Standard in diesem Segment festgesetzt hat.
An den Konkurrenten aus Berlin kommt das schwarze Designset somit insgesamt dann doch nicht heran. Aus einem Vergleich geht es zwar niemals mit einer KO-Niederlage heraus, den Sieg nach Punkten erringt aber das Teufel Motiv 2 –zumindest im Klang. Ausstattung, Verarbeitung und Design sind den Razer-Untertassen nämlich nicht anzulasten. Es wirkt solide und durchdacht – bis auf die Kabelfernbedienung und die verwendeten Kabel der Satelliten. Die Fernbedienung ist dafür immerhin ein echter Hingucker und nach einer Eingewöhnungsphase durchaus auch gut bedienbar. Da auch das Teufel Motiv 2 an zu kurzer Reichweite für die Fernbedienung kränkelt und ohne diese nichts geht, kann man das Duell bei der Bedienung als unentschieden bewerten.
Für das Razer Mako hingegen spricht die Ausstattung. Zwei Stereoeingänge am Subwoofer und einer am Controlpod, so viel Anschlussvielfalt sieht man gerne. Zwar kennt man diese auch vom Motiv 2, jedoch nicht in so schöner Griffnähe wie mit einer Kabelfernbedienung. Dass diese zudem einen Kopfhörerausgang bietet, hebt das Razer Mako dann wieder über die teuflische Konkurrenz. Minuspunkte gibt es jedoch für die eigenwilligen Audiokabel: An Ersatz oder Verlängerung ist kaum zu denken – unverständlich in dieser Preisklasse.
Letztendlich gibt es nur ein negatives Detail an dem Paket, das Razer hier schnürt, und eben dieses entreißt dem Lautsprechersystem eine uneingeschränkte Empfehlung. Es ist der Preis. Für beinahe 400 Euro (online ab 370 zzgl. Versandkosten) gibt es zu viel Konkurrenz. Nicht nur das Teufel Motiv 2, das auch dieses Mal nicht vom Thron gestoßen werden konnte (wenngleich das Razer in einigen Teilen mithalten und gar auftrumpfen kann), ist für deutlich weniger Geld zu haben. Es sind vor allem ausgewachsenere Stereolösungen, die man für 400 Euro bedenken sollte: Aktive Nahfeldmonitore, Kompakt-, Regal- oder Standlautsprecher – besonders gebrauchte – oder schlicht günstigere 2.1-Systeme, die zwar weniger leisten, aber auch nur einen Bruchteil kosten. Wer das Razer Mako kauft, erwirbt bei weitem keine Tischhupen, die nur für puristische Windows-Systemtöne taugen. Es ist aber klanglich eben auch keine Referenz in dem Preissegment.
Zählen allerdings mehr als nur der Klang und der Preis, fließt also ganz konkret das Design, die aufstellungsunkritische Konstruktion, die Systemgröße oder der Controlpod in die Bewertung ein, so ist das Razer Mako durchaus eine ernstzunehmende Alternative.
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.


























