Einleitung
Edifier ist ein hierzulande noch recht unbekannter Hersteller. Dass das nicht so sein muss, zeigte bereits unser Test des Edifier S730 [1], eines ausgewachsenen und durchaus potenten 2.1-Lautsprechersystems, das sich aus dem Stand auf die vorderen Ränge unserer bisherigen Hörtests katapultierte. Ein Einzelfall oder gängige Praxis? Das zu klären ist auch Aufgabe des hiesigen Berichts, in dem sich alles um das Edifier S550 drehen soll. Das knapp 300 Euro teure System muss aber nicht nur aufgrund des erstklassigen Artverwandten ordentlich aufdrehen, auch die Preisklasse ist hart umkämpft. Das Set selbst ist teurer als etwa Logitechs Z-5500 oder das Teufel Concept E Magnum PE [2] und stellt sich bis auf Trittweite in eine Reihe mit dem teuflischen Concept E 400, das sich derzeit ebenfalls bei uns im Test befindet und über welches es schon in Kürze mehr zu lesen geben wird.
Um in dieser Riege zu bestehen, setzen die Chinesen abermals auf einen schon vom S730 bekannten Mix: Für ein PC-Lautsprecherset großvolumige Satelliten im MDF-Gehäuse sowie ein beachtlicher Subwoofer sollen für den richtigen Umgangston sorgen, während eine Kabelfernbedienung sowie mehrere Eingänge für eine gute Benutzerfreundlichkeit und Anschlussvielfalt einstehen müssen. Statt jedoch nur ein Stereo-Lautsprechersystem zu stellen, bringt das Edifier S550 fünf ausgewachsene Satelliten sowie den vom S730 bekannten Subwoofer mit. Letzteres ist dabei eine kleine Überraschung, ist doch auf vielen Fotos des Herstellers ein anderer, kleinerer Subwoofer abgebildet – eine durchaus interessante Adaption des sprichwörtlichen Wolfs im Schafspelz.
Ob all' dies letztendlich für eine Topposition reicht, ist den folgenden Seiten zu entnehmen.
Vorbetrachtung
Testsystem
Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!
Als alternativer Zuspieler zum PC wird der Blu-ray-Player Samsung BDP-1400 genutzt, der wahlweise über sechs Cinch-Ausgänge oder – wenn möglich – auch digital mit dem Lautsprechersystem verbunden wird. Der Blu-ray-Player dient insbesondere für DVDs und Blu-ray-Disks als Zuspieler.
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Edifier S730 [3]
- Creative GigaWorks T3 [4]
- Creative GigaWorks T20 Series II [3]
- Creative GigaWorks T40 Series II [3]
- Logitech Z Cinéma Advanced [5]
- Teufel Motiv 5 [6]
- Razer Mako [7]
- Teufel Concept F [8]
- Logitech G51 [9]
- Teufel Motiv 2 [10]
- Logitech Z-5450 Digital [11]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [12]
Testumgebung
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 5.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Neben den im Folgenden aufgelisteten Quellen kommen auch Blu-ray-Disks und MP3-Dateien in verschiedener Qualität zum Einsatz. Auf eine Auflistung aller verfügbaren Titel wird aus Platzgründen verzichtet.
- Film-DVDs
- Krieg der Welten
- Master and Commander
- Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
- Last Samurai
- House of the Flying Daggers
- Mission Impossible 3
- Matrix
- PC-Spiele
- World in Conflict
- Call of Duty 2
- Battlefield 2
- Overlord
- Half Life 2
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Crysis
- Supreme Commander: Forged Alliance
- Musik-DVDs
- Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
- Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
- Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
- Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
- Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [13] heruntergeladen werden!
- Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
- Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)
Technische Daten
Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden und einiger anderer bereits getesteter und vergleichbarer Soundsysteme angeführt. Es ist zu beachten, dass einige der Werte zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Geschmack sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.
| Edifier S730 | Edifier S550 | Teufel Concept E 400 | Teufel Motiv 2 | Teufel Concept E Magnum | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtleistung | 300 Watt RMS | 280 Watt RMS | 325 Watt Sinus | 200 Watt Sinus | 300 Watt Sinus |
| Kanäle | 2.1 | 5.1 | 5.1 | 2.1 | 5.1 |
| Leistung Satelliten |
75 Watt RMS pro Kanal | 32 Watt RMS pro Kanal | 50 Watt Sinus pro Kanal | 40 Watt Sinus pro Kanal | |
| Leistung Subwoofer |
150 Watt RMS | 120 Watt RMS | 100 Watt Sinus | 100 Watt Sinus | |
| Eingänge | 2x Stereo-Cinch 1x optisch 1x koaxial |
1x Stereo-Cinch 1x 6-Kanal-Cinch |
1x 6-Kanal-Cinch | 2x Klinke 1x Stereo-Cinch |
1x 6-Kanal-Cinch |
| Pegelsteuerung | Fernbedienung Kabelfernbedienung Software |
Fernbedienung Kabelfernbedienung Software |
Software am Subwoofer |
Fernbedienung Software am Subwoofer |
Software Fernbedienung am Subwoofer |
| Besonderheiten | Design (Kabel)fernbedienung Subwoofer mit aktiven und passiven Treibern |
Design (Kabel)fernbedienung Subwoofer mit aktiven und passiven Treibern |
Design 30-mm-Basstreiber |
Design Fernbedienung |
Downfire-Subwoofer |
| Listenpreis | ab rund 220 Euro [14] | ab rund 290 Euro [15] | 329 Euro [16] | 299 Euro [17] | 199 Euro [18] |
Das Edifier S550 ähnelt seinem Verwandten aus gleichem Hause, dem Edifier S730D, sehr stark. Beide Systeme setzen auf einen Subwoofer mit je einer aktiven und zwei passiven 25-cm-Membranen sowie auf Satelliten gleicher Bauart und -größe. Das Edifier S730D bietet gegenüber der 5.1-Version allerdings mehr Eingänge sowie eine höhere Verstärkerleistung pro Kanal. Inwiefern sich das auf den Alltagseinsatz auswirkt, muss aber noch geklärt werden.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das hier getestete Lautsprechersystem von Edifier muss sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.
Edifier S550
Das Edifier S550 ist vor allem eines: Verdammt groß für ein PC-Soundsystem. Das Bündel aus fünf Satellitenlautsprechern und dem Subwoofer passt nach Ansicht des Herstellers nicht mehr in ein einzelnes Paket, weshalb die Komponenten in zwei nicht sonderlich kleinen Sendungen geliefert werden. Das größere und schwerere Bündel beherbergt den stattlichen Subwoofer, der optisch wohl nicht zufällig an den des Edifier S730 erinnert. Bis auf eine angepasste Rückseite sind beide Tieftonexperten weitgehend identisch. Das heißt im Falle des Edifier S550 aber auch: Ein aktives und zwei passive 25-cm-Basschassis sorgen für ein zumindest imposante Optik und das massive MDF-Gehäuse lehrt Respekt.





Unterschiede finden sich bei der Zahl und Art der Ein- sowie Ausgänge. Das Edifier S730 bot hier neben analogen auch digitale Eingänge; diese gibt es beim Edifier S550 nicht. Das System weist auf der Rückseite des Subwoofers lediglich sechs Cinch-Eingänge für den Mehrkanalbetrieb sowie zwei weitere für eine zusätzliche Stereoquelle auf. Das ist allerdings für die meisten Anwendungen immer noch mehr als ausreichend. Auch die Zahl der Lautsprecherklemmen hat sich erhöht, wobei weiterhin auf einfache Klemmanschlüsse gesetzt wird. Das ist in der Preisklasse jedoch üblich und durchaus verschmerzbar.






Bei den Satelliten hat sich gegenüber dem Edifier S730 schon mehr getan, vor allem in der Anzahl: Insgesamt vier der bekannten Zwei-Wege-Lautsprecher werden mit dem 5.1-Set mitgeliefert. Hinzu kommt ein neuer Center-Lautsprecher, der gleich zwei der 80-mm-Tiefmitteltonchassis aufweist. Spätestens dessen Ausmaße lassen erste Zweifel aufkommen, ob das System denn wirklich noch für den PC gedacht ist. Der zentrale Lautsprecher fühlt sich optisch nämlich durchaus auch in der Nähe des Fernsehers pudelwohl – ob es klanglich auch für das Wohnzimmer reicht?
Die Satelliten stehen einzig auf kleinen Gummifüßen und verzichten – wohl auch aufgrund ihrer Größe und des Gewichts – auf Standfüße. Die Gumminippel sind dabei vorgeklebt und stehen dem Wunsch, die Lautsprecher etwa auf die längere Seite zu legen, damit zumindest optisch im Wege. Für die Wandmontage verfügen alle Lautsprecher über eine Aussparung für den Schraubkopf auf der Rückseite des Gehäuses. Der deutlich größere Center-Lautsprecher besitzt zwei dieser Aussparungen und kann damit ebenfalls sicher an der Wand befestigt werden.


Für die Steuerung liegt dem Set weiterhin eine Kabelfernbedienung nebst Funkergänzung bei. Die Dockingstation wird dabei direkt mit dem Subwoofer verbunden und kann diesen auch einzeln steuern. Sie dient aber in der Regel eher als Empfangsstation für die Infrarotfernbedienung. An ihrer Seite findet sich auch ein Kopfhörerausgang, der den Anschluss eines eben solchen enorm erleichtert. Die Lautsprecher werden automatisch stumm geschaltet, wenn ein Kopfhörer mit diesem Ausgang verbunden wird.
Edifier-typisch, in dieser Preisklasse aber nicht selbstverständlich, ist, dass alle benötigten Kabel mitgeliefert werden. Hierzu gehören nicht nur sämtliche Cinch-Kabel, die etwa für den Anschluss an den DVD-Player nützlich sind, sondern auch Klinke-auf-Stereo-Cinch-Adapter, die wahlweise die Verbindung etwa zur Soundkarte herstellen. Auch vorgeschnittene Lautsprecherkabel mit bereits freigelegten Enden liegen dem Set bei. Von dieser Seite kann es nur Lob geben.
Standby-Verbrauch
Der Standby-Verbrauch elektronischer Geräte ist nicht erst wichtig, seitdem Umwelt- und Klimaschutz größere Bedeutung beigemessen wird. Viele Hersteller nehmen sich dem Thema aber erst seit der jüngeren Vergangenheit an. Im Falle des Edifier S550 hat man aber sofort mitgedacht, wie es scheint. Das Set verbraucht im Ruhemodus – der sich sowohl per Kabel- als auch per Funkfernbedienung herbeiführen lässt – etwa 1,0 Watt. Der Wert kann hierbei leicht variieren, da das Energiemessgerät von Voltcraft, ein Energy Check 3000, bei einem Verbrauch von unter 1,5 Watt nicht mehr exakt misst.
Auffälligkeiten
Unter dem Punkt „Auffälligkeiten“ sollen zukünftig all' die kleinen und großen Dinge aufgelistet werden, die während der Testphase aufgefallen sind, viel mehr als eines Satzes aber nicht immer bedürfen. In diesem Sinne ist das Edifier S550 ein sehr zurückhaltender Kandidat. Quasi alles funktioniert so, wie es zu erwarten ist. Quasi? Ja, denn eine Kleinigkeit gibt es tatsächlich über das Set zu wissen: Das Edifier-Lautsprechersystem merkt sich den Pegel nicht, bei dem es ausgeschaltet wurde. Das ist gut, wenn man vergessen haben sollte, es nach einem Party-Abend herunterzuregeln, im allgemeinen Fall wäre es aber wünschenswert gewesen. Stattdessen fährt das System auf den Wert „30“ der eigenen Skala hoch, wobei die Zimmerlautstärke etwa im frühen 20er-Bereich beginnt (subjektives Empfinden). Unter Umständen ist es also notwendig, das System nach jedem Einschalten neu einzupegeln.
Pegelveränderungen einzelner Kanäle merkt sich das Edifier S550 übrigens, bei der Einschaltlautstärke handelt es sich also nicht um ein Versehen.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen gezogen werden.
Musik
Bereits das mehr als nur verwandte Edifier S730D überraschte bei der Musikwiedergabe im ComputerBase-Test [19]. Da es sich beim S550 quasi um die 5.1-Version des Systems handelt, sollte es auch ähnliche Ergebnisse erzielen. Und das tut es auch. Das Mehrkanalset spielt bei der Stereowiedergabe ähnlich beherrscht und sauber abgestimmt wie das hochklassige 2.1-Set aus gleichem Hause. Das heißt im Einzelnen, dass die Satelliten nicht durch eine nervige Hochtonwiedergabe stören und dass der Mitteltonbereich vergleichsweise gut abgedeckt wird. Die Satelliten sind nicht auf Effekthascherei aus und spielen zumindest subjektiv recht linear, lassen aber aufgrund der dann doch kleinen Membranfläche etwas Nachdruck beim Tiefmittelton vermissen.
Besser schafft das der Center-Lautsprecher, der mit zwei 80-mm-Treibern für die Wiedergabe der moderat tiefen und mittleren Frequenzen ausgestattet ist. Beim Hören von in 5.1 abgemischten Quellen – etwa der dts-Spur des „Hell Freezes Over“-Konzerts der Eagle – schafft er es mehr als seine vier kleineren Artgenossen, dem Gesang Leben einzuhauchen. Er trägt damit zur einer stimmigeren Wiedergabe bei, wenngleich für den absolut authentischen Eindruck etwas Detailtiefe und Leichtfüßigkeit fehlt: Der Ton löst sich nur bedingt von den Satelliten und dem Center-Lautsprecher und auch wenn die kleinen Satellitenlautsprecher nicht überfordert klingen, so können sie nicht immer die volle Dynamik und den Detailumfang des Konzerts umsetzen. Bei dieser Kritik handelt es sich aber um eine auf hohem Niveau: Kaum ein anderes PC-Lautsprecherset setzt die instrumental wie gesanglich anspruchsvolle Eagles-DVD besser um. In der Preisklasse von etwa 300 Euro ist das Gebotene sehr gut.
Gegenüber einem 2.1-Set kann das Edifier S550 die natürlichen Qualitäten ohnehin ausspielen: Die Mehrkanalwiedergabe gefällt durch und durch und hält sich mehr als nur wacker gegen die Konkurrenz. Ein um's andere Mal könnte der Subwoofer etwas dominanter zu Werke schreiten. Er kann, wenn er denn will, ist aber deutlich zurückhaltender abgestimmt als etwa Teufels Systeme. Das mag gefallen, die Berliner sorgen aber für einen Hauch mehr Spaß in Stücken mit präsentem Tieftonanteil. Auch hier gilt aber: Der Subwoofer hält in den allermeisten Fällen, was er optisch verspricht und ist sicher nicht so schnell aus der Contenance zu bringen.
Filme und Spiele
Mehrkanalsoundsysteme fühlen sich gemeinhin im Film- und Spieleinsatz wohl. Das ist auch beim Edifier S550 nicht anders. Das Set kleckert weder bei der Surround-Kulisse noch bei der wichtigen Stimmenwiedergabe in Filmen. Hier macht sich der größere Center-Lautsprecher bemerkbar, der für eine in der Preisklasse sehr wohltuende Wiedergabe sorgt. Gleiches gilt für den Subwoofer, der in Actionszenen für ein gutes, aber nicht das beste Bassfundament sorgt, das man von einem PC-Set bekommen kann. Zwar stimmt der Tiefgang und auch das Vermögen, ordentliche Pegel in den Raum zu schmettern, ist vorhanden. Die deutliche Anwesenheit des Subwoofers muss man aber etwas provozieren, etwa durch Anhebung des Subwoofer-Pegels. Andererseits kann gerade die für den einen zurückhaltende Wiedergabe anderen Hörern zusagen, womit letztendlich zu konstatieren bleibt, dass der Subwoofer tatsächlich auch als solcher taugt.
Fazit
Was bleibt zu einem Soundsystem zu sagen, das eigentlich nichts falsch macht? Es ist wahrlich selten, dass wirklich jeder Stein umgedreht werden muss, um einen Makel an dem Testprobanden zu finden. Dass dieser – wie im Falle des Edifier S550 – darin liegt, sich mit einer etwas zu hohen Lautstärke einzuschalten, ist überdies wahrlich verschmerzbar, wenngleich die Speicherung des Pegels beim Ausschalten tatsächlich wünschenswert wäre. Abseits dessen überzeugt das Set aber wirklich in allen Punkten: Die Satelliten stampfen die meiste Konkurrenz im Mehrkanalsegment dieser Preisklasse souverän ein, der Subwoofer ist nicht zu schwach auf der Brust, die gesamte Abstimmung gefällt und überhaupt ist das Set allein dadurch sympathisch, dass es eben nicht auf Effekthascherei aus ist, sondern in seiner grundsoliden Art einfach alles klaglos mitmacht.
Besondere Bonuspunkte sammelt das Set daher auch dafür, dass über den klanglichen Auftritt hinaus auch alles stimmt: Die Verarbeitungsqualität ist durchgehend sehr gut, weshalb optisch wie haptisch (quasi) keine Macken auszumachen sind. Hier hängt, wie auch beim Edifier S730D, allerdings die Kabelfernbedienung dem restlichen System etwas hinterher. Dass es eine solche aber überhaupt gibt, ist lobenswert. In Kombination mit der Funkfernbedienung bietet das Set an Benutzerfreundlichkeit wohl ein Maximum. Das unterstreicht auch der Kopfhörerausgang an der Kabelfernbedienung, der zwar nicht revolutionär ist, gerade deswegen aber für den durchdacht wirkenden Gesamteindruck nicht fehlen darf. Ebenfalls positiv ist das Vorhandensein eines weiteren Stereoeingangs neben den sechs Cinch-Anschlüssen für die Mehrkanalzuspielung. Zwar könnte man an dieser Stelle auf die digitalen Eingänge des Edifier S730D schielen, in der Preisklasse ist das aber kein Tadel.
Was bleibt, ist ein Lautsprechersystem, das auch angesichts des soliden Preises von knapp 300 Euro durchaus empfohlen werden kann. Edifier muss die hierzulande etablierte Konkurrenz nicht fürchten und stellt sich auch mit diesem 5.1-Set in eine Reihe mit Logitech, Creative und Teufel. Für ComputerBase-Leser wird das Edifier S550 zusammen mit einem ComputerBase-Poloshirt zum Vorzugspreis angeboten [20].
Tagesaktuelle Preise:
- Edifier S550 [14]
- Edifier S730 [13]
- Teufel Motiv 2 [16]
- Creative GigaWorks T3 [21]
- Logitech Z Cinéma Advanced [22]
- Razer Mako [23]
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.











