Einleitung
Edifier ist Marktführer im Lautsprecherbau. Zumindest in China. Zumindest nach eigenem Bekunden. Der Hersteller vertreibt seine Produkte allerdings auch weltweit, konnte hierzulande aber noch nicht in das Bewusstsein der Massen vordringen. Dabei umfasst das europäische Portfolio des chinesischen Herstellers durchaus ein paar sehr interessante Lautsprechersysteme, die es auf dem Papier problemlos mit den hierzulande favorisierten Boxenvariationen von Logitech, Creative und Co. aufnehmen können. Eines der Vorzeigeprodukte für den PC ist das 2.1-System Edifier S730, das für den hiesigen Test den Weg in unser Testlabor gefunden hat. Der Dank für die Bereitstellung des Edifier S730 gilt an dieser Stelle Caseking. [1]
Die Reise des 2.1-Systems war dabei gewiss beschwerlich – zumindest für den Postboten. Dieser hatte nämlich ein Paket enormen Ausmaßes und beachtlichen Gewichts zu schleppen, das kaum etwas mit der Nüchternheit zu tun hat, die das obige Foto ausstrahlt. Hinter der anthrazit-schwarzen Fassade verbirgt sich nämlich ein wahres Monster, bereit, alles einzustampfen, was sich ihm in den Weg stellt. Mit einem Brutto-Gewicht von über 32 Kilogramm und einem massiven Subwoofer, der auch die ohnehin nicht kleinen Teufel-Tieftöner der gleichen Preisklasse das Fürchten lehrt, könnte dies sogar gelingen. Denn soviel Zahlenspielerrei sei vorweg gestattet: Mit einem Gehäusevolumen von über 50 Litern gehört der Subwoofer des Edifier S730 eindeutig zu den eindrucksvollstem Tieftonexperten, die noch als PC-Lautsprecher durchgehen. Ob dieser positive optische Eindruck auch beim Klang, der Ausstattung und der Verarbeitung wieder aufgegriffen wird, sollen die folgenden Seiten klären.
Vorbetrachtung
Testsystem
Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Creative GigaWorks T3 [2]
- Creative GigaWorks T20 Series II [1]
- Creative GigaWorks T40 Series II [1]
- Logitech Z Cinéma Advanced [3]
- Teufel Motiv 5 [4]
- Razer Mako [5]
- Teufel Concept F [6]*
- Logitech G51 [7]
- Teufel Motiv 2 [8]*
- Logitech Z-5450 Digital [9]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [10]*
* Die markierten Lautsprecher standen auch für den aktuellen Test noch zur Verfügung. Auf einen direkten Vergleich mit den anderen aufgelisteten (und nicht mit einem * markierten) Lautsprechersystemen muss verzichtet werden.
Testumgebung
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 2.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Einen Stammplatz in dieser Liste genießen die folgenden Tonträger:
- Film-DVDs
- Krieg der Welten
- Master and Commander
- Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
- Last Samurai
- House of the Flying Daggers
- Mission Impossible 3
- Matrix
- PC-Spiele
- World in Conflict
- Call of Duty 2
- Battlefield 2
- Overlord
- Half Life 2
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Crysis
- Supreme Commander: Forged Alliance
- Musik-DVDs
- Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
- Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
- Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
- Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
- Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [11] heruntergeladen werden!
- Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
- Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)
Technische Daten
Der Vollständigkeit halber seien ein weiteres Mal die technischen Eckdaten des Testprobanden und einiger anderer bereits getesteter und vergleichbarer Soundsysteme angeführt. Es ist zu beachten, dass einige der Werte zumeist sehr dehnbar sind und per se nicht viel über den Klangeindruck aussagen. Der persönliche Geschmack sollte stets entscheiden, nicht die größte Wunschzahl der Werbemaschinerie.
| Edifier S730 | Creative GigaWorks T3 |
Logitech Z Cinéma Advanced |
Teufel Motiv 2 | Razer Mako | |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtleistung | 300 Watt RMS | 80 Watt Sinus | 180 Watt RMS | 200 Watt Sinus | 300 Watt RMS |
| Kanäle | 2.1 | 2.1 | 2.1 (virtuell 5.1) |
2.1 | 2.1 |
| Leistung Satelliten |
75 Watt RMS pro Kanal | 15 Watt Sinus pro Kanal | 35 Watt RMS pro Kanal | 50 Watt Sinus pro Kanal | 100 Watt Sinus pro Kanal* |
| Leistung Subwoofer |
150 Watt RMS | 50 Watt Sinus | 110 Watt RMS | 100 Watt Sinus | 100 Watt RMS* |
| Eingänge | 2x Stereo-Cinch 1x optisch 1x koaxial |
1x Klinke 1x Stereo-Cinch |
1x USB 1x Line-In |
2x Klinke 1x Stereo-Cinch |
2x Klinke** 1x Stereo-Cinch |
| Pegelsteuerung | Fernbedienung Kabelfernbedienung Software |
Kabelfernbedienung Software |
Fernbedienung Software |
Fernbedienung Software via Subwoofer |
Software Kabelfernbedienung |
| Besonderheiten | Design (Kabel)fernbedienung Subwoofer mit aktiven und passiven Treibern |
Design Kabelfernbedienung SLAM-Design des Subwoofers |
Design Fernbedienung SRS TruSurround HD USB-Anschluss |
Design Fernbedienung |
Design Kabelfernbedienung Class-HD-Verstärker Groundslot Bauweise |
| Listenpreis | ab rund 220 Euro [12] | ab rund 151 Euro [13] | ab rund 130 Euro [14] | 299 Euro [15] | ab rund 330,- Euro [16] |
Das Edifier S730 wird wahlweise digital (optisch oder koaxial) oder analog (via Stereo-Cinch) mit dem PC und anderen Quellen verbunden. Die Wahl der Quelle erfolgt über die Kabelfernbedienung oder die Funkfernbedienung. Der Subwoofer des 2.1-Systems setzt ebenso wie der des Creative GigaWorks T3 auf ein System aus aktivem Haupttreiber und zwei passiven Membranen zur Unterstützung. Alle drei Chassis messen allerdings 25 Zentimeter im Durchmesser und fallen damit deutlich größer aus als beim Derivat von Creative. Preislich platziert sich das System in der Mitte der Vergleichskandidaten.
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Auch das hier getestete Lautsprechersystem von Edifier muss sich einer genaueren optischen Überprüfung hingeben.
Edifier S730
Das Edifier S730 besteht aus zwei Satelliten, einem Subwoofer, einer Kabelfernbedienung sowie einer Funkfernbedienung, die mit der Kabelfernbedienung kommuniziert. Zu den Packungsbeilagen zählen außerdem alle benötigten Anschlusskabel inklusive eines koaxialen Digitalkabels, eines Klinke-auf-Cinch- sowie eines Stereo-Cinch-Kabels. Damit kann das Lautsprechersystem ab Werk direkt mit drei Quellen verbunden und sofort in Betrieb genommen werden. Das ist mit Hinblick auf die Konkurrenz, die oft zwar viele Anschlüsse, aber wenig Kabel bietet, sehr gut.





Gleichwohl üppig fällt die Dimensionierung der Lautsprecher aus. Der Subwoofer des Edifier S730 bereitet dem geneigten PC-Nutzer dabei wohl die meisten Probleme. Mit Außenabmaßen von 367 x 397 x 489 mm (Breite x Höhe x Tiefe) passt er nämlich nicht ohne weiteres unter jeden Schreibtisch. Das Volumen wird dabei genutzt, um im Tieftöner insgesamt drei 25-cm-Membranen unterzubringen, von denen zwei passiv arbeiten und durch den Haupttreiber und den im Inneren des Subwoofergehäuses entstehenden Druck bewegt werden. In einem definierten Frequenzbereich hat dies zur Folge, dass die passiven Membranen den aktiven Treiber unterstützen und so die Basswiedergabe kräftiger wirkt. Aber auch alleine sollte der aktive 10-Zoll-Treiber durchaus zu einem soliden Bassfundament fähig sein.










Auch die Satelliten fallen mit 116 x 203 x 160 mm (Breite x Höhe x Tiefe) alles andere als Klein aus. Sie wurden mit je einem 80-mm-Tiefmitteltöner sowie einem 25-mm-Hochtöner bestückt. Prinzipiell kommt eine solche Chassisgröße auch in den Teufelsystemen Concept E Magnum sowie Concept F zum Einsatz. Die Lautsprecher des Edifier-Systems fallen jedoch deutlich größer aus und bieten mehr als das doppelte Gehäusevolumen. Dies kann bei der Wiedergabe sehr hilfreich sein. Ebenso hilfreich ist, dass die Satelliten auf der Rückseite über eine Montagevorrichtung verfügen, sodass sie auf einfache Weise an der Wand oder einem Ständer befestigt werden können.



Die Verarbeitung der einzelnen Lautsprecher ist – vor allem angesichts der Preisklasse – überragend. Der Subwoofer setzt auf ein sehr robustes MDF-Gehäuse mit sehr exakt gearbeiteten Kanten sowie einen mächtigen Kühlkörper an der Rückseite. Die Abdeckungen der einzelnen Chassis und insbesondere des aktiven Treibers an der Vorderseite sind sehr akurat eingepasst und zudem sehr massiv. Das gesamte Gehäuse des Tieftonexperten wirkt unverwüstlich und lässt keinen Zweifel daran, dass der Subwoofer nicht nur ein Spielzeug ist. Neben dem massiven Aluminiumkühlkörper befinden sich gleich vier Eingänge für unterschiedliche Zuspieler, darunter jeweils zwei analoge und zwei digitale. Das Edifier S730 lässt sich so koaxial, optisch oder per Stereo-Cinch mit quasi jeder Quelle verbinden. So viel Anschlussvielfalt sieht man selten.
Ein ähnlich guter Eindruck ergibt sich auch bei den Satelliten. Diese sind auf allen Seiten mit schwarzem Klavierlack überzogen, der äußert gut spiegelt und sehr tief wirkt, was höchste Qualität vermuten lässt. Die Chassis werden zudem durch eine abnehmbare Stoffbespannung verdeckt, die tadellos eingepasst wurde und sehr sicher sitzt. Der Stoff selbst wurde auf einen Plastikrahmen aufgespannt, der allerdings sehr stabil ist. Das Aufstecken auf den Satellitenkorpus erfolgt mittels Metallstiften. Auch die Chassis der Satelliten wurden mit einem anthrazitfarbenen Rahmen umgeben, der zwar aus Plastik besteht, jedoch vorbildlich verarbeitet und beschichtet wurde. Auf der Rückseite der Satelliten befinden sich zwei Klemmanschlüsse für die Audiokabel. Große Kabelquerschnitte können diese nicht aufnehmen, das ist aber bei einem derartigen System auch nicht notwendig. In jedem Fall erlaubt die Konstruktion den Einsatz von Standardkabeln, die wahlweise auch größere Abstände zwischen den Satelliten und dem Subwoofer zulassen.





Gesteuert wird das 2.1-System via Kabelfernbedienung mit 2,5"-LCD oder Funkfernbedienung. Mit beiden ist das Ein- und Ausschalten, die Regelung der System- sowie Kanallautstärke, die Wahl der Quelle sowie eine Höhen-und Basssteuerung möglich. Die Kabelfernbedienung wird dabei in eine speziellen Halterung eingesetzt und auf diese Art aufgestellt. Sie besteht vollständig aus Plastik und kommt mit zwei Tasten sowie einem Drehregler mit Rasterung aus. Das Display gibt in der Regel nur die Lautstärke aus, informiert aber auch über jede der durchgeführten Aktionen. Prinzipiell hätte aber auch ein kleineres Display genügt, da speziell bei einem 2.1-System selten sehr viele unterschiedliche Funktionen abgerufen werden. Zudem entspricht die Kabelfernbedienung haptisch und optisch nicht den hervorragenden Qualitäten des restlichen Systems.
Dies ändert sich allerdings bei der Funkfernbedienung. Auf dem kleinen Rechteck finden sich alle notwendigen Direkttasten wieder. Die Fernbedienung wirkt dabei schlicht, aber nicht billig, und erfüllt ihre Funktion vollends. Für die Befehlsübermittlung muss der Nutzer auf die Kabelfernbedienung zielen, was in der Regel gut funktioniert. Etwas eigenartig mutet die Mute-Funktion an, die das System eigentlich stumm schalten sollte. Tatsächlich wird die Lautstärke auf den Wert „0“ zurück geschraubt. Von Lautlosigkeit ist dieser aber noch deutlich entfernt, sodass das System weiterhin leise Töne von sich gibt. Seltsam.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Da jedoch nicht jeder die Zeit, das Geld oder die Muße hat, sich jedes interessante System selbst anzuhören, sollen in folgender Beurteilung auch Vergleiche mit bereits getesteten Boxensystemen, allen voran dem Teufel Motiv 2, gezogen werden.
Musik
Die Musikwiedergabe ist gemeinhin eine Schwäche der allermeisten PC-Soundsysteme. Sofern Klang abseits des virtuellen Schlachtfeldgebrummes verlangt wird, fehlt es an Feinzeichnung, Mitteltondynamik sowie einem harmonischen Gesamtbild. Diesem Eindruck entziehen konnten sich bisher lediglich das Teufel Motiv 2 (und das baugleiche Motiv 5) sowie das Razer Mako. Bei diesen Systemen stimmte die Harmonie, wenngleich zum vollendeten HiFi-Klang immer noch einiges fehlte.
Was leistet nun vor diesem Hintergrund Edifiers S730? Nüchtern gesagt: Erstaunlich viel. So zeigte sich sehr schnell, dass sich das System jegliche Starallüren verkneift und weder mit einem wummernden Bass noch spitzen Höhen krampfhaft versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Dies ist eine typische Schwäche vor allem jener Systeme, die eigentlich nicht viel bieten, gerade das aber vorgaukeln. Ohne diese Eingriffe in den Klangcharakter bleibt ein sehr unspektakuläres Klangbild, das durch nichts besonders hervor sticht, aber eben auch auf Dauer nicht nervt. Der Bass ist präsent genug, der Hochtonbereich angenehm und dabei klar und glaubwürdig. Einzig die Mitten könnten einen Hauch mehr Plastizität vertragen.
Dieses Problem plagt auch Teufels Systeme des Kalibers Concept E Magnum oder Concept F und hängt wohl direkt mit dem etwas zu kleinen Tiefmitteltöner zusammen. Es gelingt hierbei dem Edifier S730 jedoch besser als den Teufel-Systemen, eine vergleichsweise glaubwürdige Wiedergabe aus der Aufnahme heraus zu schälen. Die Mitteltonschwäche fällt weniger durch ein Loch denn mehr durch Zurückhaltung auf. So gelingt die Ankopplung des Subwoofers an die Satelliten sehr gut und quasi unhörbar, für die Präsenz einiger Saiteninstrumente sowie dem allgemeinen Bühnencharakter fehlt es aber an Nachdruck und Rauhheit. Der Klangeindruck liegt insgesamt jedoch nur knapp unter dem des Motiv 2, das diesen Schuss Authenzität abfeuert. Gemessen an der Preisklasse ist der Klangcharakter sehr überzeugend und verdient durchaus Lob!
Sehr positiv ist in diesem Zusammenhang, dass der Klang sowohl über die analogen als auch die digitalen Eingänge gleich gut klingt. Die Auswahl zwischen den Quellen gelingt problemlos und ohne Störgeräusche. Auch bei der Wiedergabe muss man sehr weit aufdrehen, um die Grenze des Edifier S730 zu erreichen. Das Soundsystem gestattet es, auf einer Skala von 0 bis 50 die Lautstärke zu regulieren, wobei bei 10 bereits Zimmerlautstärke erreicht wird. Bei maximaler Lautstärke rauscht das System merklich, die Wenigsten dürfte das Rauschen zu diesem Zeitpunkt aber stören. Das übernimmt zur selben Zeit der brutale Maximalpegel des Systems, der dem vergleichbar teurer Teufel-Systeme in nichts nachsteht. Verzerrungsfrei ist der Maximalpegel damit nicht, aber ein sehr hoher Pegel kann durchaus ohne Rauschen und Knistern realisiert werden.
Positiv sticht dabei hervor, dass der Subwoofer stets gut dosiert aufspielt. Ob leise oder laut, das Edifier S730 präsentiert sich mit einer glaubwürdigen Abrundung der Wiedergabe im tieftonalen Bereich. Ein Übersteuern sowie die Überbetonung des Oberbasses ist nicht heraus zu hören. Der Tiefgang ist gut, wenngleich etwa das Teufel Motiv 2 mehr Struktur im Frequenzkeller bietet.
Filme und Spiele
Nachdem sich das Set bereits bei der Musikwiedergabe behaupten konnte, verwundert es wenig, dass es sich mit dem Edifier S730 auch gut spielen lässt. Der Klang ist unspektakulär und nüchtern, gerade dadurch aber macht er auf Dauer Freude. Der Subwoofer nervt mittel- und langfristig nicht durch schwachen Tiefbass und aufgeblähten Oberbass, was in Actionspielen besonders schnell auffallen und ebenso rasch nerven würde. Die angenehmen Höhen tragen zu einem glaubwürdigen und damit spaßfördernden Gesamteindruck bei, was das Edifier S730 zum Spielerfreund macht.
Auch Filmton ist ein Metier des 2.1-Systems. Der harmonische Gesamteindruck sorgt dafür, dass Stimmen glaubwürdig (wenngleich jedoch einen Tick zu weich) klingen und kein nerviges Zischeln auftritt. Der Subwoofer ist potent genug, sich den Rang eines Tieftöners tatsächlich anerkennen zu lassen, was dem Actionfan sehr entgegenkommt. Die Performance ist jener der beliebten Teufel-Systeme sehr ähnlich, einen Hauch mehr Tiefgang bietet der Berliner Hersteller aber. Für wahres Filmvergnügen fehlt es dem Set eigentlich nur an Lautsprechern – jenen für die Mitte und die rückwärtigen Kanäle. Für den Kinoabend zwischendurch und als Ergänzung der TV-Lautsprecher ist das Set aber eine Hausnummer, die man erstmal gehört haben muss.
Fazit
Knapp über 200 Euro kostet das Edifier S730 [11]. Für ein 2.1-PC-System ist das nicht wenig, aber auch noch nicht übermäßig viel, wie der Vergleich zu einigen Systemen der Konkurrenz zeigt. Wichtig ist, was für diesen Preis geboten wird – und genau hier liegen die Chinesen weit vorne. Neben üppig dimensionierten Komponenten, angefangen beim Subwoofer, den Satelliten, der Chassisbestückung, den potenten Endstufen sowie der Ausstattung, findet man nichts, das bei diesem Set richtig unpassend wirkt. Die Lautsprecher sind hervorragend verarbeitet, was sich an der sichtbaren Materialqualität und dem saftigen Gewicht zeigt, das wirklich Kraft und Nachdruck vermuten lässt. Etwas, das man dann auch hört, aber ohne, dass nervige Effekte den natürlichen Klangcharakter verfälschen.
Wirklich in der ersten Liga der PC-Lautsprecher spielt das Edifier S730 allerdings aufgrund der überaus umfangreichen Ausstattung. Digitale und analoge Eingänge, eine Funk- sowie eine Kabelfernbedienung und die Beilage fast aller notwendigen Kabel – mit dem Set bleibt kaum ein Wunsch offen und kaum ein Gerät unbedacht. Dass dabei die Kabelfernbedienung nicht ganz dem Qualitätsstandard entspricht, den das restliche Set aufgestellt hat, ist verschmerzbar. Das Gesamtpaket stimmt jedenfalls.
Aus klanglicher Sicht gelingt es dem Edifier S730 nicht ganz, das deutlich teurere Teufel Motiv 2 vom Thron zu stoßen. Das Berliner Set bietet einen minimal strukturierteren und präsenteren Mitteltonbereich sowie einen knackigeren Bass nahe der unteren Grenzfrequenz. Der Abstand fällt aber verblüffend gering aus, nicht nur, weil Edifier mit einem ansehnlicheren Preis bei nur minimal unterlegener akustischer Leistung lockt, sondern auch, weil man die Ausstattung des teuflischen Kontrahenten problemlos abhängt. Die vergleichbare Konkurrenz der beliebten Concept-Serie hat hingegen auch akustisch deutlich das Nachsehen. Hier landet bestenfalls der Subwoofer eines Concept E Magnum oder Concept F einen Stich gegen das Edifier-Set, allerdings auch erst bei Pegeln, die die meisten Käufer gar nicht realisieren können, ohne einen Nachbarschaftskrieg zu provozieren.
Es bleibt schlussendlich ein veritables 2.1-System ohne faden Beigeschmack. Keine Klangreferenz und kein Preisknüller, aber eine quasi ideale Symbiose aus beiden Welten. Durchaus empfehlenswert!
Tagesaktuelle Preise:
- Edifier S730 [11]
- Teufel Motiv 2 [14]
- Creative GigaWorks T3 [12]
- Logitech Z Cinéma Advanced [13]
- Razer Mako [15]
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.










