Einleitung
Teufel hat zeitgleich zur CeBIT, die Anfang März in Hannover stattgefunden hat, sechs neue Soundsysteme vorgestellt [1], die allesamt im zuletzt recht dünn besetzten PC-Sektor des Berliner Herstellers angesiedelt sind. Die leistungsstärkste und aus anderem Grund auch imposanteste Neuvorstellung ist das Concept E 400, das auf einen enorm voluminösen Subwoofer setzt, der seinesgleichen wohl lange im PC-Segment suchen wird. Der Tieftonexperte setzt auf ein 300-mm-Basschassis und zwackt den sechs Endstufen den größten Teil der Leistung ab, um eine respektable untere Grenzfrequenz von 32 Hz zu erreichen. Tiefer schafft es keines der Teufel-PC-Systeme, die für sich genommen schon als bassaffin angesehen werden können.
Neben dem Tieftöner haben die Berliner aber auch die Satelliten neu konstruiert, auch wenn man diesen das gar nicht so sehr ansieht. Zum Einsatz kommen neue Chassis – nicht nur in den Breitbandgehäusen einiger der neuen Concept-E-Systeme – sowie neu entworfene Frequenzweichen und ein neues Satellitengehäuse. Das Ergebnis dieser Arbeit soll ein linearerer Frequenzgang sowie ein etwas höherer Wirkungsgrad sein. Beides soll garantieren, dass sich Teufel nicht nur optisch auf ein neues Level hebt, sondern auch akustisch. Inwiefern das bei der geringen Bauform und letztendlich doch bekannt wirkenden Konstruktion möglich ist, muss sich aber erst zeigen.
Teufel will sich laut eigener Aussage auch dem Feedback der Kunden angenommen haben. Nicht nur das Design wurde daher moderner, auch Kritik vor allem an dem Standby-Verbrauch der Geräte wurde berücksichtigt, sodass sich diese nun nicht mehr 15 bis über 20 Watt im Ruhemodus gönnen. Damit steht fest, dass man in der Hauptstadt nicht untätig war. Ob es jedoch reicht, die 329 Euro des Concept E 400 [2] zu rechtfertigen, das so immerhin fast doppelt so teuer ist wie das bekannte und in seiner Klasse nicht zu Unrecht etablierte Concept E Magnum [3], muss sich im folgenden Test erst zeigen.
Vorbetrachtung
Testsystem
Alle getesteten Lautsprecher werden an eine Creative X-Fi Platinum angeschlossen; als Betriebssystem kommt Windows Vista zum Einsatz. Aufgrund der höheren Stabilität werden Youp-Pax-Treiber für die Soundkarte verwendet. Als Abspielsoftware wird auf PowerDVD 7 sowie den Windows Media Player zurückgegriffen. Equalizer-Einstellungen oder Upmix-Modi werden gänzlich deaktiviert, so nicht anders beschrieben!
Als alternativer Zuspieler zum PC wird der Blu-ray-Player Samsung BDP-1400 genutzt, der wahlweise über sechs Cinch-Ausgänge oder – wenn möglich – auch digital mit dem Lautsprechersystem verbunden wird. Der Blu-ray-Player dient insbesondere für DVDs und Blu-ray-Disks als Zuspieler.
Bisher getestete Lautsprechersysteme:
- Edifier S550 [4]
- Edifier S730 [5]
- Creative GigaWorks T3 [6]
- Creative GigaWorks T20 Series II [5]
- Creative GigaWorks T40 Series II [5]
- Logitech Z Cinéma Advanced [7]
- Teufel Motiv 5 [8]
- Razer Mako [9]
- Teufel Concept F [10]
- Logitech G51 [11]
- Teufel Motiv 2 [12]
- Logitech Z-5450 Digital [13]
- Teufel Concept E Magnum Power Edition [14]
Testumgebung
Beim Raum, in dem alle Tests stattgefunden haben, handelt es sich um einen etwa 25 m² großen und drei Meter hohen Raum im Dachgeschoss eines Zweifamilienhauses. Die Aufstellung der Boxen wurde entsprechend der üblichen Ausrichtung einer 5.1-Lautsprecherkombination vorgenommen. Der Subwoofer fand dabei rechts vom Hörer seinen Platz und besaß zu jeder Wand mindestens einen Meter Abstand. Die Satelliten wurden auf den Hörer ausgerichtet.
Um die Klangqualität umfangreich und nicht nur anhand einer eingeschränkten Anzahl von Quellen beurteilen zu können, kamen auch in diesem Test mehrere Stereo- und Surround-Medien aus den Bereichen Musik, Filme und PC-Spiele zum Einsatz. Neben den im Folgenden aufgelisteten Quellen kommen auch Blu-ray-Disks und MP3-Dateien in verschiedener Qualität zum Einsatz. Auf eine Auflistung aller verfügbaren Titel wird aus Platzgründen verzichtet.
- Film-DVDs
- Krieg der Welten
- Master and Commander
- Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
- Last Samurai
- House of the Flying Daggers
- Mission Impossible 3
- Matrix
- PC-Spiele
- World in Conflict
- Call of Duty 2
- Battlefield 2
- Overlord
- Half Life 2
- Command & Conquer 3: Tiberium Wars
- Crysis
- Supreme Commander: Forged Alliance
- Musik-DVDs
- Queen – Greatest Video Hits 1 (dts 5.1, Stereo)
- Queen – Greatest Video Hits 2 (dts 5.1, Stereo)
- Eagles – hell freezes over (dts-5.1, DolbyDigital 5.1, Stereo)
- Abba – 16 Hits (Dolby Digital-Tonspur – 2 Kanäle!)
- Animusic 2 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- Animusic-Beispiele können in voller Länge und in HD-Qualität von der offiziellen Internetseite [15] heruntergeladen werden!
- Pink Floyd – Pulse (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- In Extremo – live 2002 (Dolby Digital 5.1, Stereo)
- HIM – Love Metal Archives Vol. 1 (Stereo)
- Apocalyptica – The Life Burns Tour (Dolby Digital 5.1, dts 5.1, Stereo)
Detailbetrachtung
Nicht nur der Klang eines Lautsprechersystems zählt, auch Optik, Verarbeitung und Ausstattung sollten stimmen, damit dem Klangvergnügen die optischen Reize beistehen. Da Teufel die hauseigene Concept-Serie mit dem neuen Design völlig neu entworfen hat, gilt es auch, einmal mehr ganz genau hinzusehen.
Concept E 400
Der Postbote hat nicht wenig zu tun, wenn er das Concept E 400 bis zur Haustür wuchten muss. Ein Paket nicht unerheblicher Größe und mit einem Gesamtgewicht von 28 kg will bewegt werden. Hauptverantwortlich sowohl für das Gewicht als auch die Größe ist der neue Subwoofer des Lautsprechersystems, der nicht einmal entfernt an seine Vorgänger erinnert. Statt einen breiten, mäßig hohen Tieftonexperten aufzustellen wie beim Concept F oder dem Concept E Magnum will nun ein kleiner Turm am PC oder neben dem Fernseher Platz finden. Der Subwoofer des Concept E 400 ist fast 60 cm hoch und beinahe genauso tief, dafür aber etwas schmaler als die bekannten PC-Subwoofer von Teufel. Das Gehäusevolumen des für ein Multimediagerät unüblich großen Subwoofers beträgt dann auch 63 Liter – manch erwachsener Heimkino-Subwoofer fällt kleiner aus.








Auch technisch ist dem CE 400 SW, so der Name des schwarzen Turms, nicht zum Kleckern zumute. Ein 300-mm-Basschassis soll für ein beachtliches Bassfundament sorgen und die sechs Endstufen befeuern das komplette Lautsprechersystem mit einer Gesamtausgangsleistung von 300 Watt Sinus. Das soll auf Seiten des Tieftonexperten genügen, um eine untere Grenzfrequenz von 32 Hz (bei -3 dB) zu realisieren – deutlich weniger als etwa bei älteren, aber teils nicht günstigeren Lautsprechersystemen der Berliner. So liegt die untere Grenzfrequenz weiterer Produkte aus Teufels Portfolio zwischen 35 bis 37 Hz (Concept F, Concept E Magnum, Motiv 5) beziehungsweise 39 bis 41 Hz (Motiv 2), jeweils bei -3 dB. Auch die Satelliten sollen gegenüber den bisherigen Versionen einen höheren Wirkungsgrad aufweisen; das gesamte System weise zudem einen lineareren Frequenzgang als alte Concept-Systeme auf.



Optisch ist davon natürlich wenig zu sehen, hier glaubt man lediglich dem Subwoofer, dass dieser seine Vorfahren übertrumpfen kann. Das gilt übrigens auch hinsichtlich der Verarbeitungsqualität sowie in puncto Optik und Haptik: Der Subwoofer ist aus massiven MDF-Platten gefertigt und an der Vorderseite in edler Klavierlackoptik aufbereitet. Augenscheinlich dominieren nur drei Drehregler sowie ein mächtiger Bassreflex-Eingang die Front, tatsächlich handelt es sich bei den Steuerelementen jedoch nur um zwei Drehregler für die Gesamtlautstärke und den Bass sowie um einen Druckknopf für den Standby-Modus. Anders als früher lässt sich das System nun also direkt in den Ruhemodus verfrachten, wo es dann auch nicht mehr bis zu 20 Watt verbraucht, sondern nur noch derer zwei. Das ist zwar immer noch keine Weltspitze, aber eine sehr deutliche Verbesserung, die nur begrüßenswert ist. Auf den Einsatz einer Einschaltautomatik wurde verzichtet. Das System begibt sich aber weiterhin selbstständig in den Standby-Modus, wenn es für 15 – 20 Minuten kein Signal erhält.
Anders als früher lässt sich das 5.1-System aber auch nicht mehr per Fernbedienung steuern. Eine solche gibt es schlicht nicht mehr, weshalb alle Einstellungen am Zuspieler vorgenommen werden müssen. Das mag einleuchten, wenn das Set am PC verwendet wird, ist aber selbst dort nur komfortabel, wenn man etwa über eine Multimediatastatur verfügt und so die Lautstärke oder die Stummschaltung vornehmen kann. Bereits das Einpegeln einzelner Kanäle – bis auf den LFE-Kanal, der mittels des Bass-Reglers konfiguriert werden kann – ist nicht mehr am System selbst möglich. Teufel begründet dies mit einer Kundenumfrage, gemäß derer die Fernbedienung der bisherigen PC-Sets kaum benutzt wird.





Neu ist auch, dass die Satelliten nun inklusive Standfuß und einer (simplen) Wandhalterung ausgeliefert werden. Die Standfüße aller Satelliten sind identisch, sie sind allerdings so konstruiert, dass der Center-Lautsprecher wahlweise aufrecht oder um 90° gedreht montiert werden kann. Für beide Zwecke liegt dem System eine Frontblende bei, die auch den Teufel-Schriftzug dreht, sodass dieser stets lesbar ist. Für die Wandmontage wird ein einfaches Winkelstück mitgeliefert, dessen eines Ende mit dem Satelliten verschraubt werden kann und auf dessen anderer Seite die Schraubverbindung zur Wand befestigt wird. Das System ist simpel, funktioniert aber.
Die Satelliten selbst sind vergleichsweise leicht und wiegen pro Stück nur noch etwa ein halbes Kilogramm. In ihrer Größe unterscheiden sie sich allerdings nicht etwa von den Satelliten des Concept E Magnum. Eine Ausnahme bildet hier der Center-Lautsprecher, der nicht mehr mit zwei Tiefmitteltönern bestückt ist sondern identisch zu allen Satelliten bleibt. Hinsichtlich der Homogenität hat dies Vorteile, da alle Frontlautsprecher (konkret sogar alle fünf Satelliten) gleich klingen und sich keine Klangverfärbungen zwischen dem vorderen Paar und dem Center-Lautsprecher ergeben. Es kann sich aber auch ein klanglicher Nachteil ergeben, da der zuvor doppelt bestückte Center-Lautsprecher theoretisch besser für die wichtige Stimmenwiedergabe in Filmen geeignet ist. Hier muss die neue Konstruktion erst zeigen, dass Dialoge nun nicht lebloser wirken als vorher. Die neuen Satelliten weisen eine leicht gewölbte Front auf und verfügen nun erstmals über ein leicht demontierbares Abdeckgitter – ein auf ein Plastikskelett gespannter Stoff. Genauso wie der Subwoofer sind die Gehäuse der kleinen Lautsprecher schwarz lackiert; ihre Front ist allerdings silber.
Insgesamt gibt es an der Verarbeitung nichts zu meckern. Das Set weist gleichmäßige Spaltmaße an allen Komponenten, einen guten Lack sowie eine saubere Einpassung aller Chassis auf. Der sich hier ergebende Eindruck wird der Preisklasse mindestens gerecht.
Technische Daten
Teufel hat neben dem Concept E 400 noch fünf weitere neue Stereo- und Mehrkanalsysteme der Concept-Serie vorgestellt. Das Concept E 400 stellt dabei die hauseigene Leistungskrone dar. Im Vergleich mit der Konkurrenz aus eigenem Hause setzt es vor allem auf das größte Basschassis sowie die potentesten Endstufen des Berliner Herstellers.
| Concept C 100 | Concept C 200 USB | Concept E 100 | Concept E 200 | Concept E 300 | Concept E 400 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautsprecherausbau | 2.1 | 2.1 | 5.1 | 5.1 | 5.1 | 5.1 |
| Konzept der Satelliten |
Breitbandchassis | Zwei-Wege | Breitbandchassis | Breitbandchassis | Zwei-Wege | Zwei-Wege |
| Tieftonchassis | 200 mm | 250 mm | 200 mm | 250 mm | 250 mm | 300 mm |
| Hochtöner | nicht vorhanden | 19-mm-Kalotte | nicht vorhanden | nicht vorhanden | 19-mm-Kalotte | 19-mm-Kalotte |
| Tiefmitteltöner | nicht vorhanden | 80-mm-Konus | nicht vorhanden | nicht vorhanden | 80-mm-Konus | 80-mm-Konus |
| Breitbandchassis | 80 mm | nicht vorhanden | 80 mm | 80 mm | nicht vorhanden | nicht vorhanden |
| Ausgangsleistung (Sinus) |
65 Watt | 135 Watt | 125 Watt | 200 Watt | 200 Watt | 325 Watt |
| (Kabel-)fernbedienung | ja | ja | nein | nein | nein | nein |
| Kaufpreis | 149 Euro [16] | 199 Euro [17] | 179 Euro [18] | 219 Euro [19] | 269 Euro [20] | 329 Euro [21] |
Allen neuen Lautsprechern ist gemein, dass sie von Grund auf neu konstruiert wurden. Obwohl die Zwei-Wege-Satelliten der Lautsprechersysteme also so aussehen wie etwa beim Concept E Magnum (und dem ähnlichen, aber mit Bandpassgehäusen ausgestatteten Concept F), unterscheiden sie sich. So wurden andere Chassis sowie eine neu entworfene Frequenzweiche verbaut. Darüber hinaus wurde das Gehäuse der kleinen Satelliten überarbeitet, sodass es bei gleicher Größe nunmehr leichter ist und eine gewölbte Front besitzt.
Auch beim Subwoofer handelt es sich nicht mehr um eine Downfire-Konstruktion. Stattdessen wurde das Tieftonchassis seitlich an dem hohen und schmalen Gehäuse montiert. Theoretisch ist der Bass dadurch präziser, er kann aber auch weniger mächtig wirken, da er nicht so sehr ins Gemäuer übergeht.
Standby-Verbrauch
Ein großer Kritikpunkt quasi aller vollaktiven Lautsprechersysteme aus dem Hause Teufel war der Standby-Verbrauch, der deutlich im zweistelligen Bereich lag. Diesen wollen die Berliner mit den neuen Sets auf ein akzeptables Niveau von unter zwei Watt gesenkt haben. In unserem Test bestätigte das Concept E 400 diesen Wert: Das Voltcraft-Strommessgerät „Energy Check 3000“ bescheinigt dem 5.1-System einen Momentanverbrauch von 0,9 Watt im Ruhemodus. Dieser Wert muss jedoch nicht dem tatsächlichen Verbrauch entsprechen, zumindest nicht gemäß wissenschaftlicher Standards: Das Voltcraft-Gerät liefert bei einem Verbrauch von unter 1,5 Watt keine exakten Werte mehr. Man kann sich aber sicher sein, dass das Lautsprecherset unterhalb eben dieser 1,5 Watt bleibt.
Auffälligkeiten
Gegenüber ComputerBase bestätigte Teufel, dass auch das Rauschverhalten der neuen Lautsprechersysteme verbessert worden sein soll. Einige der älteren PC-Systeme wiesen ein deutliches Grundrauschen auf, das insbesondere dann stören konnte, wenn die Lautsprecher nichts wiedergeben. Üblicherweise ist von diesem Grundrauschen bereits ab einer Entfernung von maximal einem Meter zu den Satelliten oder bei aktiver Wiedergabe nichts mehr zu hören.
Beim neuen Concept E 400 ist die Einschätzung der Sachlage nicht so eindeutig. Der Rauschabstand des Systems soll bei 90 dB liegen, was durchaus gut ist und dem Level von HiFi-Komponenten entspricht. Dennoch stellt sich subjektiv ein sanftes (also kein kratziges), aber wahrnehmbares Rauschen ein, das auch aus mehr als einem Meter Abstand noch hörbar ist, sofern man direkt vor dem Satellit sitzt. Ober- oder unterhalb der Lautsprecher sowie bei deutlich seitlicher Hörposition ist das Rauschen kaum wahrzunehmen.
Das Rauschen erklärt der Hersteller mit dem höheren Wirkungsgrad der Satelliten, sodass der eigentlich höhere Rauschpegel des im Subwoofer integrierten Verstärkers teilweise aufgefressen wird. Die Auswirkungen des Grundrauschens auf das Hörvergnügen sind hingegen individuell abzuschätzen. Nur Wenige dürften sich an dem leisen Rauschen stören, empfindliche Naturen könnten deshalb aber ein ernsthaftes Problem mit dem Set haben.
Klangeindrücke
Abermals sollen in diesem Test die persönlichen Eindrücke vom Klangcharakter des getesteten Soundsystems vermittelt werden. Dass dies niemals zu einhundert Prozent objektiv geschehen kann, sei vorweg gestellt; der geschilderte Klangeindruck spiegelt schließlich die Meinung des Testers wider. Er sollte nur als Empfehlung angesehen werden. Vorteilhaft ist es darüber hinaus in jedem Fall, sich die Lautsprecher stets selbst anzuhören, um ihren Klang mit den persönlichen Vorlieben abzugleichen.
Musik
Die Frage, wie gut das Teufel Concept E 400 bei der Musikwiedergabe klingt, ist zugleich der Rahmen für die wohl größte Herausforderung an das Soundsystem. Typischerweise – und das gilt auch für die bisherigen PC-Systeme der Berliner – lässt sich die Kombination kleiner Satelliten und eines Subwoofers nur schwer kaschieren. Die Gehäuse der allermeisten PC-Lautsprechersysteme sind meist zu klein, die Chassis ebenso und die allgemeine Abstimmung ist darauf ausgelegt, dass der Tieftöner Teile des Mitteltonbereichs (und damit etwa der Sprache) mit überträgt. Die Folge sind ortbare Bässe sowie mitunter ein Grummeln des Subwoofers, wenn kräftige Männerstimmen eigentlich nur aus den Satelliten kommen sollen. Viele Mehrkanallautsprechersysteme leiden unter diesen prinzipbedingten Problemen, also darunter, dass das Zusammenspiel zwischen Subwoofer und Satelliten nicht reibungslos funktioniert.
Auch das Teufel Concept E 400 erweckt äußerlich nicht gerade den Eindruck, die Berliner wollten hier Wunder vollbringen: Die Satelliten sind nicht größer als zuvor, wohl aber der Subwoofer. Dass dieser für mächtigen Bass sorgen kann, glaubt man sofort, ob aber auch der kritische Übergang zu den Satelliten gelingt? Kurzum: Ja, er gelingt. Die Homogenität des neuen Concept-Soundsystems ist deutlich besser als etwa beim Concept E Magnum. Die kleinen Satelliten fächern eine glaubwürdige Bühne auf und wirken erwachsener als sie aussehen. Am besten gefällt aber, dass der Hochtonbereich nicht mehr so spitz erscheint wie früher. Man kann durchaus auch längere Zeit bei hoher Lautstärke Musik hören, ohne Kopfschmerzen zu bekommen.
Dass dies alles besser klappt als beim Concept E Magnum oder vergleichbaren Systemen, heißt natürlich noch nicht, dass das System die Inkarnation der idealen Wiedergabe ist. Es ist vielmehr so, dass das Concept E 400 auch vergleichsweise anspruchsvolle Hörer nicht mehr in die Flucht schlägt. Das gesamte Klangbild wirkt stets einen Tick glaubwürdiger, in sich geschlossen und weder am oberen noch am unteren Ende der Frequenzleiter zu effektvoll. Denn auch das ist neu: Der Bass ist weniger ein brabbelndes Monster denn ein Allzeit bereiter Dampfhammer. Er kann, wenn er denn muss, hält sich aber oft genug auch genau so zurück, wie es sein sollte. Der Subwoofer wirkt dabei auch etwas differenzierter und natürlich auch potenter als zuvor: Das 300-mm-Chassis ist keine Zierde sondern ein Titan im Arbeitszimmer.
All' das macht sich etwa beim Eagles-Livekonzert „Hell Freezes Over“ bemerkbar: Bassgitarre, Schlagzeug und quasi alle Percussion-Instrumente wirken knackiger und tiefer gestaffelt als früher. Gittarenriffs vibrieren erstaunlich frei im Raum und auch beim Gesang zeichnen die kleinen Satelliten einen verblüffend authentischen Charakter in die Stimme des jeweiligen Sängers. Noch mehr Spaß machen aber aktuelle Poptitel. Ob Timbaland, Peter Fox oder Kings of Leon: Die Dynamik des Soundsystems ist verblüffend und der Bass-Untersatz – so er denn gefordert ist – sucht seinesgleichen in der Multimediawelt. Das Concept E 400 wirkt dabei nie überfordert und spielt völlig unbeeindruckt alles, was man ihm vorsetzt. Je nach Genre fehlt aber ein gewisser Grad an Differenzierung. Mitunter ist es schwer, einzelne Details als solche vom restlichen Klangbild gelöst herauszuhören.
Genau das ist es, was anspruchsvollen Hörern fehlt: Die Feinzeichnung und die Herausarbeitung von Details. Auch Gesang könnte ein ums andere Mal kräftiger und nachdrücklicher wirken. Der Mitteltonbereich wirkt etwas zu dünn, wenn auch nicht derart unterbesetzt wie früher. Insgesamt sind klangliche Verbesserungen zu spüren, sie machen aus dem Multimediaset aber beileibe keinen Musiker. Das ist aber auch nicht Ziel des Systems. Dessen Einsatzgebiet liegt am PC als Spiele- und Filmequipment – wie es sich dort schlägt, wird im nächsten Abschnitt geklärt. Für diesen hier gilt: Das Concept E 400 reizt aus, was bei der Größe der Satelliten zu erwarten ist – und schafft vielleicht sogar etwas mehr als das. Einen Hauch besser gelingt die musikalische Umsetzung allerdings den Satelliten des Edifier S550 [3] oder Edifier S730 [4], wobei der Unterschied nur sehr marginal ausfällt. Den höheren (und dabei verzerrungsfreien) Maximalpegel liefern hingegen die Teufel-Lautsprecher.
Filme und Spiele
Nachdem sich das Teufel Concept E 400 bereits bei der Musik besser schlug als andere Concept-Systeme, fallen die Erwartungen an die Film- und Spieleumsetzung hoch aus. Der besondere Trumpf des Lautsprechersystems ist hierbei der 300-mm-Tieftöner in dem großen Subwoofer. Dieser erlaubt eine Effektschlacht sondergleichen, die so am PC selten ist: Actionspiele gewinnen nochmals an brachialem Tiefgang, der sich deutlich von dem eines Concept E Magnum abhebt. Die maximalen Pegel, die das Concept E 400 realisiert, sind zudem brutal. Das Set soll 30 m² beschallen können – und das nimmt man ihm mehr als ab. Dabei spielen sich die Lautsprecher erneut weniger als Krachmacher denn als durchtrainierte Athleten in den Vordergrund: Sie können – das merkt man an jeder Stelle – müssen aber nicht. Insgesamt wirkt das Set reifer als seine Vorgänger. Man muss es schon wirklich wollen, um unfreiwilligen Mithörern auf die Nerven zu gehen.
Für Filmfreunde ist es ebenfalls der Subwoofer, der das Quäntchen Mehrleistung gegenüber den bekannten Soundsystemen am deutlichsten vermittelt. Provoziert von dessen Größe und technischen Daten pflügt man geradezu durch die actiongeladenen Filmstreifen der bekannten Sammlung. Ob „Iron Man“, „Krieg der Welten“, „Transformers“ oder auch „The Dark Knight“ – der Bass macht Spaß. Er ist derart knackig und tief, dabei aber auch omnipräsent und weniger künstlich als bei anderen Systemen, dass man den Tieftonexperten gut und gerne auch ins Heimkino integrieren kann.
Die Satelliten können auf diesem Level nicht ganz mithalten, für ein PC-System, das auch für die Filmwiedergabe herhalten soll, genügen sie aber vollkommen. Sie schaffen eine sehr gute, raumfüllende Klangumgebung und nerven weder durch einen zu spitzen Hochtonbereich noch durch ein übermäßig auffallendes Mitteltonloch. Mitunter wäre allerdings mehr Präsenz des Center-Lautsprechers wünschenswert. Dieser vermag es nicht immer, die Dialoge zielsicher in den Hörraum zu feuern, weshalb diese zuweilen in den Umgebungsgeräuschen untergehen. Vielleicht wäre hier doch ein abermals doppelt mit Tiefmitteltönern bestückter zentraler Lautsprecher lohnenswert gewesen. Die Gesamtleistung verdient dennoch ein gehöriges Lob.
Fazit
Teufel hat beim Concept E 400 sichtbar und hörbar nicht gekleckert. Das System wirkt optisch frischer und vermag es, sich von den bereits in ihrer Preisklasse sehr guten PC-Systemen, sowohl aus gleichem Hause als auch von anderen Anbietern, abzusetzen. Löblich ist zudem, dass sich die Berliner einige Schwachpunkte der alten Systeme vorgenommen und sie korrigiert haben. So kann das Concept E 400 schnell und leicht in den Standby-Modus versetzt werden, in dem es nun endlich auch vergleichsweise stromsparend verharrt. Die Zeiten, in denen ein Teufel-Lautsprecherssystem im Ruhemodus um die 20 Watt verbrauchte, sind zumindest bei diesem System vorbei. Beibehalten wurde auch die Ausschaltautomatik, die das System bei fehlendem Eingangssignal deaktiviert.
Vermissen könnte man hingegen die Einschaltautomatik. Das ist vor allem dann ein Kritikpunkt, wenn der Subwoofer nicht in direkter Reichweite des Nutzers aufgestellt wird. Das System wird nämlich stets am Subwoofer aktiviert und dieser ist nun nicht mehr per Fernbedienung steuerbar. Hierin ist wohl auch einer der größten Rückschritte gegenüber anderen PC-Systemen – nicht nur aus dem Hause Teufel – zu suchen: Weshalb nun gar keine Fernsteuermöglichkeit geboten wird, leuchtet nur bedingt ein. So ist einerseits verständlich, dass Teufel das Concept E 400 am PC eingesetzt sehen will, an welchem jede notwendige Einstellung oft sogar über die Tastatur vorgenommen werden kann. Andererseits zwingt man den Käufer der eigenen Systeme dazu, sich mit der Tonsteuerung des Betriebssystems abzufinden und idealerweise auf eine Multimediatastatur zu setzen. Weshalb zum Beispiel die neuen Concept-C-Versionen zumindest eine Kabelfernbedienung erhalten, die neuen Concept-E-Lautsprechersysteme aber durchgängig nicht, bleibt offen und fraglich. Hier könnte man bestenfalls mit Teufels hauseigenen Decoderstationen die Ermangelung einer Fernbedienung (wie auch mehrerer Eingänge) kompensieren. Vielleicht wünschen sich die Berliner auch eben das. Ein Soundsystem für über 300 Euro sollte soetwas aber nicht nötig haben.
Gleiches gilt für die mangelnde Vielfalt an Audio-Eingängen. Es wird nur eine Mehrkanalquelle akzeptiert, zusätzliche analoge oder gar digitale Eingänge sucht man vergebens. Das mag für den durchschnittlichen PC-Nutzer genügen, einen Blumentopf und vermutlich auch in dieser Hinsicht anspruchsvolle Kunden gewinnt man so aber nicht. Empfindliche Hörer könnte auch das leise Grundrauschen des Systems stören.
Keinen Vorwurf kann man dem Concept E 400 hinsichtlich seines Klangs machen. Die Lautsprecher sind extrem pegelfest, der Subwoofer agiert beherrscht und wahrlich mächtig und die gesamte Abstimmung fällt stimmiger aus als früher. Das 5.1-System markiert womöglich wirklich die Spitze des Machbaren in dieser Größenklasse. Vielmehr ist derart kleinen, schreibtischfreundlichen Satelliten nicht zuzutrauen und viel größer dürfte ein Subwoofer nicht werden, um überhaupt noch als Komponente eines PC-Lautsprechersystems durchzugehen. Das Concept E 400 stellt somit ein Extrem dar, das allerdings auch bezahlt werden will. Teufel verlangt über 329 Euro für das 5.1-Setup – zuzüglich aller Lautsprecherkabel.
Bezahlt wird hierbei nicht nur der Klang, es ist vielmehr der Mix aus sinnvollen Verbesserungen (von dem streitbaren Fehlen der Fernbedienung abgesehen) und des neuen Designs, der hier zu Buche schlägt. Dass das Set erst seit einigen Wochen erhältlich ist, dürfte ebenfalls in die Kalkulation einfließen – vielleicht ist hier mittel- oder langfristig mit einer Preissenkung zu rechnen.
Was bleibt, ist die Frage, ob das System empfehlenswert ist – und diese Entscheidung ist recht eindeutig. So ist es zwar Fakt, dass andere PC-Systeme hinsichtlich der Anschlussmöglichkeiten und der Bedienerfreundlichkeit besser gefallen als das Teufel-Set. Auch für die reine Musikwiedergabe gibt es preislich ähnliche Lösungen, die es besser können. Wer auf diese Aspekte (durchaus nicht unberechtigt) Wert legt, findet in dem Concept E 400 womöglich nicht die ideale Soundlösung. Hier böten sich etwa das Logitech Z-5500 (größere Anschlussvielfalt), das Edifier S550 (Benutzerfreundliche Bedienung, dezent besserer Mitteltonbereich) oder ein Stereolautsprecherset an.
Fest steht aber auch, dass das Teufel-System – selbst zu diesem Preis – in der Multimediawelt ein beachtlicher akustischer Brocken ist, an dem sich der Großteil der Konkurrenz die Zähne ausbeißt. Das Set überzeugt problemlos am PC und ebenso im Film- und Spieleeinsatz. Darüber hinaus wurde die Musikwiedergabe verbessert. Teufel schlägt damit nicht in allen Einzelbereichen die gesamte Konkurrenz, unterm Strich bleibt aber ein mächtiges Werkzeug, das seinen Platz in der Preisklasse behaupten kann. Es klingt gut, durch den Subwoofer wahrscheinlich zu gut für die Konkurrenz – chapeau!
Damit verdient sich das Concept E 400 eine Empfehlung von ComputerBase.
Tagesaktuelle Preise:
- Concept E 400 [22]
- Edifier S550 [23]
- Edifier S730 [24]
- Teufel Motiv 2 [25]
- Creative GigaWorks T3 [26]
- Logitech Z Cinéma Advanced [27]
- Razer Mako [28]
Schlussbemerkung
Wir sind uns völlig darüber im Klaren, dass ohne hochwertige Messtechnik und schalloptimierte Räumlichkeiten, wie die großen Audio-Zeitschriften-Labore sie besitzen, keine absolut objektiven, messtechnisch optimierten Tests durchgeführt werden können, bilden uns aber ein, ein halbwegs geschultes Gehör zu besitzen, um ebenfalls aussagekräftig testen zu können. Unser Soundcheck soll dem geneigten PC-Audio-Freak dabei helfen, ein für Ihn geeignetes Lautsprecher-System zu finden und in dazu einladen, eine kleine Reise in die große Welt der audiophilen Genüsse zu unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger.






