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Test: Logitech iFeel MouseMan

von Thomas Hübner

Vorwort

Die Entwicklung in der Computerbranche geht schnell voran und das Ziel eine perfekte Welt mit Hilfe des Computers zu simulieren kommt man nach und nach näher. Ein bedeutender Schritt auf diesem Weg ist neben der realistischen Darstellung von virtuellen Welten auch das Vermitteln von Kräften, die in der entsprechenden Welt walten. Während man diese Kraftübertragung in Renn-Simulationen sehr elegant durch ein Force-Feedback-Lenkrad oder Joystick lösen kann, so wäre eine solche Lösung in Strategiespielen oder Ego-Shootern vollkommen ungeeignet, da hier die Maus das unumstritten beste Eingabegerät ist. Bislang gab es jedoch keine wirklich nennenswerten Force-Feedback-Lösungen bei Computer-Mäusen. Um diesen offensichtlich vorhandenen Mangel zu beseitigen hat die Firma Logitech zwei Mäuse vorgestellt, die diese Marktlücke schließen sollen. Ob sich eine Investition in eine derartige Maus lohnt und in wie weit durch das Rütteln der Maus noch ein ordentliches Spielen bzw. Arbeiten möglich ist, wollten wir anhand des Logitech iFeel MouseMan herausfinden.

Lieferumfang

Für einen empfohlenen Verkaufspreis von 129DM erhält man neben der Maus, einem Handbuch und einer Treiber CD auch zwei Batterien, die jedoch lediglich der Verpackung zu einem blinken verhelfen, aber nicht für den Betrieb der Maus benötigt werden. Das Handbuch ist in 6 Sprachen abgefasst und bietet lediglich eine Installations-Anleitung und einige Gesundheitshinweise, die jedoch bei Problemen nur wenig weiter helfen. Auf der mitgelieferten CD erhält man hier schon wesentlich mehr Informationen in insgesamt 14 Sprachen. Die auf der CD enthaltene MouseWare hat die Versionsnummer 9.2F und ist damit neuer als die Version, die von der Logitech-Webseite heruntergeladen werden kann. Die Software steht in allen 14 Sprachen für Windows 9x, Windows Me, Windows 2000, Windows NT4 und Windows 3.1x sowie DOS zur Verfügung. Um die Force Feedback Fähigkeiten der Maus zu nutzen, wird die Software der Firma Immersion benötigt, die ebenfalls auf der CD in einer neueren als der im Internet verfügbaren Version enthalten ist und automatisch installiert wird.

Packung
Packung
Inhalt
Inhalt

Die Software

Auch mit der MouseWare 9.2F hat Logitech das bewährte Rad nicht neu erfunden, vielmehr wurde nur der nötige Support für die iFeel Serie hinzugefügt. Mit der Software hat man die Möglichkeit jeder der 3 Tasten, sowie dem Rad, das auch als Taste fungiert, eine Funktion zuzuordnen. Zur Auswahl stehen alle wichtigen Windows Funktionen, eine selbstständige Definition der Funktion ist jedoch leider nicht möglich. Solch eine Möglichkeit wäre z.B. nützlich, wenn man jede Anwendung durch einen beliebigen Mausklick schließen will. Dann müsste man der Daumentaste lediglich die Funktion ALT + F4 zuweisen. Vielleicht finden wir diese Funktion ja in der MouseWare 10.0.

Tasten
Tasten
Bewegung
Bewegung
iFeel
iFeel

Im Menüpunkt iFeel findet sich ein Schieberegler zum stufenlosen Einstellen der Intensität der Effekte. Damit man jedoch überhaupt etwas spürt sollte der Regler auf 1/3 der vollen Stärke positioniert werden, die zu empfehlende Einstellung liegt nach ersten Ersuchen jedoch zwischen 2/3 und der vollen Leistung. Bis jetzt ist jedoch die Vorschau-Schaltfläche, neben den wenigen für die Maus optimierten Webseiten, das Einzige, was der Maus Vibration entlocken kann. Durch einen Klick auf "Erweitert" kann man jedoch auch Windows zum reinsten Vibrationsakt werden lassen.

Immersion Desktop 1
Immersion Desktop 1
Immersion Desktop 2
Immersion Desktop 2
Struktur-Effekt
Struktur-Effekt

Es ist möglich jedem Windows Objekt ein einzigartiges Rütteln zu verpassen. Leider fehlen voreingestellte TouchSense Themen völlig, so dass man sich mühselig durch jeden einzelnen Punkt arbeiten muss.

Der iFeel MouseMan

Logitech's neuster Streich findet seinen Platz am USB Port und wird über diesen auch mit Strom versorgt, ein Betrieb am PS/2 ist nicht vorgesehen. Aufgrund dieser Tatsache ist ein Einsatz der Maus erst ab Windows 98 oder höher möglich, bei Windows 95 gibt es wegen der fehlenden Unterstützung von USB größere Probleme. Unter Windows 98 wird sie jedoch sofort nach dem Einstecken erkannt und ist auch ohne das Installieren der mitgelieferten Software als einfache Mause ohne extra Funktionen verwendbar.

Geräte-Manager
Geräte-Manager
Geräte-Eigenschaften
Geräte-Eigenschaften

Der große MouseMan besitzt insgesamt 4 Tasten, wobei dem Mausrad zwei Funktionen zugeteilt wurden. Zum einen dient es als Rad zum Scrollen in Dokumenten, zum anderen ist es eine reguläre Taste. Für jeden Logitech Kenner sollte das Design der Maus keine Überraschung sein. Die ergonomische Form ist dabei mit der des Logitech MouseMan+ identisch.

Von Oben
Von Oben
Von Unten
Von Unten

Sie liegt sehr gut in der Hand wenn man Rechtshänder ist, für Linkshänder wäre die kleinere iFeel Mouse die bessere Wahl. Alle Tasten sind sehr gut erreichbar und ein versehentliches Betätigen der Daumentaste ist unwahrscheinlich.

Die Technik

Beim iFeel MouseMan handelt es sich um eine optische Mause, bei der komplett auf eine "Ball-Mechanik" verzichtet wird. Die Informationen über die Bewegung der Maus werden hier durch das Fotografieren der Unterlage berechnet. Dieser Vorgang erfolgt mehrere 100 Mal pro Sekunde wodurch ein sehr feines Bewegen der Maus ermöglicht wird. Das Fehlen eins Balls verringert außerdem das Verschmutzen der Maus drastisch, da über die Optik weder Staub noch Dreck in die Maus gelangen können.

Technik 1
Technik 1
Technik 2
Technik 2

Beim offnen der Maus wird schnell klar, welche Technik hinter heutigen Mäusen steckt. Neben einigen integrierten Schaltern kann man auch sehr schön den für die Vibration verantwortlichen Motor erkennen.

Im Windowseinsatz

Mit Hilfe der mitgelieferten Software von Immersion ist es wie bereits erwähnt möglich jedem Desktop Objekt, jeden Link, jeder Schaltfläche oder was auch immer individuell eine Kraftwirkung zuzuordnen. Erst einmal muss man sagen, dass die Vibration beim Überfahren eines Links, oder einer angepassten Grafik nur mit dem Internet Explorer funktioniert, Netscape User müssen bis dato noch darauf verzichten. Der Erfahrungen zeigen jedoch, dass es mit der Zeit eine ziemlich nervende Angelegenheit ist, beim Überqueren einer Schaltfläche ,eines Links, oder eines anderen Objekts, durch ein rütteln irritiert zu werden. Daher empfiehlt es sich, die iFeel Funktion beim Arbeiten unter Windows nicht zu aktivieren, oder den Schaltflächen erst gar keine Kraftwirkung zuzuordnen. Viel interessanter ist hier der Einsatz in Spielen.

Im Spieleinsatz

Ob Ego-Shooter oder Strategie, beides wird mit Maus gesteuert und ein spüren der Explosionen kann dem Realismus des Spiels eigentlich nicht schaden. Da durch die Firma Immersion auch ForceFeedback entwickelt wurde, kann die Maus in vielen ForceFeedback Spielen benutzt werden und für andere stehen entsprechende Patches bereit. Die Anzahl der bekannten Spiele, die TouchSense unterstützen ist jedoch nicht sehr groß. Auch der Webseite von Immersion [1] sind folgende Top-Spiele durch einen Patch oder ohne, mit der iFeel spürbar: Half Life (Patch), Soldier of Fortune, MDK2 (Patch), Battle Zone II, Heavy Gear II (Patch). Die aufgezählten Spiele stellen nur eine Auswahl dar, eine komplette ist auf der besagten Webseite zu finden.

Zum Testen der iFeel Funktion stand mir Half-Life zur Verfügung. Um jegliche Hoffnung gar nicht erst aufkommen zu lassen: CounterStrike oder alle anderen verfügbaren Mods für Half-Life sind nicht mit einen Rütteleffekt spielbar. Der Grund hierfür ist, dass das besagte iFeel bzw. TouchSense Patch ein Costom Game darstellt. Erst nach Starten beziehungsweise Aktivieren dieses Costom Games wird Half-Life zum Vibrationserlebnis. Dabei ist sowohl der komplette Einzelspieler-Modus als auch der Multiplayer Modus verfügbar. Ein weiter Vermuttropfen ist, dass man im Multiplayer nur Servern beitreten kann, die auch als Costom Game das TouchSense Patch gestartet haben. Während man im Lokalen Netzwerk noch vereinbaren kann, das der Server mit dem richtigen Custom Game gestartet wird, so ist es im Internet ein sehr schweres Unterfangen einen entsprechenden Server zu finden. Ehrlich gesagt es läuft kein einziger Server damit.

Praxis-Einsatz Half-Life 1
Praxis-Einsatz Half-Life 1
Praxis-Einsatz Half-Life 2
Praxis-Einsatz Half-Life 2

Praxis-Einsatz Elite Force
Praxis-Einsatz Elite Force
Sieht man über dieses, zugegeben größere Problem hinweg, so kann man zumindest im Einzelspieler-Modus voll in den Genus vom iFeel Effekt kommen. Beim Springen, Schiessen, oder bei Explosionen spürt man deutlich, dass hier entsprechende Kräfte wirken. Für mein persönliches Empfinden sind die Vibrationen jedoch ein wenig schwach. Alles in allem steigern sie jedoch den Spielspass. Ein weiteres Spiel, dass die iFeel unterstütz, das aber nicht auf der Webseite erwähnt wird, ist Star Trek Voyager Elite Force. Dieser Ego-Shooter bietet im Konfigurationsmenü Maus/Joystick die Möglichkeit ForceFeedback zu aktivieren. Überraschenderweise wird auch die Maus mit diesen Effekten versogt. Während man bei Half-Life beim Springen und Schießen mit einer Kraftwirkung beglückt wird, so beschränkt sich der Effekt in Elite Force auf eine leichtes Pochen beim Feuern.

Fazit

Die Anzahl der Spiele, die ForceFeedback bzw. die iFeel Maus von Logitech unterstützen ist nicht sehr groß, wird aber schnell steigen wenn die Spiele-Firmen erkennen welches Potential dahinter steckt. Der Logitech iFeel MouseMan und die kleine iFeel Mouse stellen hierbei nur den Anfang einer ganz neuen Serie von Mäusen dar und sobald genug Interessen gefunden wurden, werden auch nach und nach immer mehr Spiele mit iFeel Unterstützung folgen. Nach jetzigem Stand sollte man die Logitech iFeel nicht nur Aufgrund der Vibrations-Funktion kaufen. Vielmehr sollte man sie kaufen, weil sie neben einer exzellenten Verarbeitung sehr gute Gleiteigenschaften bei der Bewegung bietet. Mit einen Preis von 129DM ist sie lediglich 20DM teuer als der Microsoft IntelliMouse Explorer oder der Logitech Optical MouseMan Wheel, die beide die Mausbewegung optisch vermitteln. Für den kleineren Geldbeutel gibt es zudem noch die Logitech iFeel Mouse, die mit einen Preis von 89DM in etwa gleichauf mit dem der Microsoft IntelliEye liegt.

Zusammengefasst sind die gebotenen Funktionen mit Sehr gut und die Preis/Leistung mit einem gut zu bewerten.

Logitech iFeel MouseMan
Positive Eigenschaften
  • optisch Abtastung
  • sehr ergonomisch
  • sehr sanfte Bewegungen möglich
  • sehr leicht
  • geringer Verschmutzungsgrad
  • gute Software
  • USB Anschluss
Negative Eigenschaften
  • nicht ganz billig
  • iFeel Effekt wird nur von wenigen Spielen und Programmen unterstützt


URL-Liste:

  1. http://www.immersion.com/
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