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Test: Microsoft Strategic Commander

von Thomas Hübner

Vorwort

Dass sich Microsoft nicht nur im Software Segment gefestigt hat, beweist nicht zuletzt die sehr beliebte SideWinder Gamecontroller Serie. Vor allem das SideWinder Gamepad ist stark verbreitet und hat zahlreiche Auszeichnungen einheimsen können. Doch für Strategiespiele wie Command & Conquer oder Age Of Empires sind Gamepads oder gar Joysticks vollkommen ungeeignet. Um denn noch dieses Marktsegment abdecken zu können hat, Microsoft den SideWinder Strategic Commander (SSC) entwickelt. Dieses Spielinstrument soll vor allem Scroll-Bewegungen vereinfachen und sehr häufig benutze Tastenkombinationen schneller zugänglich machen. Ob Microsoft dieses Ziel mit dem Strategic Commander erreicht hat und in wie weit das Gerät auch bei anderen Spiel-Genres zu gebrauchen ist, werdet ihr im Folgenden erfahren.

Um einen ersten Eindruck von dem Gamecontroller zu erhalten, hat Microsoft auf der CD die zusammen mit dem SSC ausgeliefert wird ein interessantes Demonstrations-Video untergebracht, das wir euch hiermit zur Verfügung stellen wollen:

Lieferumfang

Der SSC kommt in einer sehr schönen Verpackung zu einem nach Hause. Für etwa 130DM (bei KM-Elektronik 110DM) erhält man neben dem Strategic Commander mit einem zwei Meter langem Kabel auch eine kleine Installations-Anleitung sowie eine Programm-CD, die auch das außerordentlich umfangreiche Handbuch in 6 Sprachen enthält.

Aufbau

Der obere Teil des SSC besteht aus einer für die linke Hand konstruierten Auflagefläche. Sie lässt sich - einem Joystick gleich - in der X- und Y-Achse frei bewegen. Wie in der SideWinder-Reihe üblich kann man den Controller zudem um die eigene Achse bis zu 45° nach rechts und links drehen.

Acht paarweise angeordnete Buttons auf der Oberseite können mit Ring-, Mittel- und Zeigefingern betätigt werden. Die drei an der rechten Seite angebrachten Buttons ermöglichen es - wie die 'Alt'-Taste auf der Tastatur - mit dem Daumen durch jeweils drei Funktionen der acht Fingerbuttons zu schalten. So stehen 24 Funktionen zur Verfügung. Am Gerätesockel findet sich dann noch ein Schiebeschalter, der drei unterschiedliche, frei programmierbare Knopfprofile anwählen kann. So hat man dann letztendlich 72 Funktionen bei nur sechs Buttons zur Verfügung.

Installation

USB ist Trumpf und das zeigt sich auch beim Strategic Commander. Microsoft verzichtet hier gänzlich auf einen Adapter, um den SSC am alten COM-Port anschließen zu können. Sobald man die mitgelieferte Programm-CD in das CD-ROM Laufwerk eingelegt hat, wird automatisch eine Setup Routine gestartet, die dank Plug & Play den SSC erkennt und entsprechend einrichtet. Das Setup-Programm führt einen durch alle Bedienungsschritte. Vom Einstecken des USB-Steckers bis zum konfigurieren der Software wird alles erklärt. Zuletzt erläutert sogar ein Video, welches ihr beim Vorwort zu diesem Artikel ansehen könnt, den Controller. Leichte Probleme hatte die Software nur beim Erkennen des SSC bei gleichzeitigen Betrieb eines anderen USB-Joysticks, die jedoch leicht gelöst sind.

Software

Das Konfigurationsprogramm bietet rund 30 vorgefertigte Profile, die man vor dem Starten eines Spieles jeweils aktivieren sollte. Von Alpha Centauri über Earth 2150 bis zu StarCraft werden vorgefertigte Einstellungen bereits mitgeliefert. Auf der entsprechenden Homepage kann man sich in Zukunft weitere herunterladen. Selbst erstelle Profile sind auch problemlos mit Freunden austauschbar.

Natürlich ist man nicht auf die von Microsoft vorgegeben Profile beschränkt. Es ist sowohl möglich die zahlreichen vordefinierten Spiel-Profile nach den eigenen Wünschen anzupassen oder völlig neue Profile zu erstellen. Man hat hierbei die Möglichkeit verschiedenste Tastenkombinationen auf eine der SSC Tasten zu legen. Neben den Standartzeichen unterstützt die Software auch spezielle Funktionen, wie z.B. eine Zeitverzögerung zwischen den Tastenkombinationen. Dies wird häufig bei Online-Spielen benötigt, da hier ständig Zeitverzögerungen einzuplanen sind.

Im Weiteren kann der Strategic Commander wie bereits erwähnt in der Y-Achse, in der X-Achse frei bewegt sowie in der Z-Achse um 45° gedreht werden. Auch hier ist es möglich, für den Fall, dass das Strategiespiel den SSC nicht direkt unterstützt, diesen Achsen entweder die Pfeiltasten oder beliebig zu definierende Befehle zuzuordnen.

Ein 'Record'-Button erlaubt zudem das einfache Aufzeichnen von Tastaturkommandos im Spiel. Diese lassen sich sehr simpel den einzelnen Fingerbuttons zuordnen. Einfach 'Rec'-Knopf drücken, dann den Button, den man neu programmieren will, die Tastenkommandos eingeben und zuletzt wieder den 'Rec'-Button. Einfacher geht es nicht.

Doch die Navigation durch die 72 verschiedenen Funktionen wurde noch weiter vereinfacht. So ist unter den sechs Buttons sowie unter dem 'Rec'-Knopf jeweils eine Leuchtdiode angebracht, die anzeigt, welcher der Knöpfe programmiert ist. Sind in einem der drei Profile nicht alle Knöpfe belegt, leuchten diese nicht auf. Gerade im Dunkeln vereinfacht sich so die Handhabe.

Einsatz

Zunächst lässt es sich nur sehr ungewohnt und mühselig mit dem SCC navigieren. Einige Übungsminuten wirken allerdings wunder. Ideal ist der SCC in 3D-Echtzeit-Strategiespielen. Das Gleiten über die Landschaften, das Raus- und Reinzoomen, Hin- und Herdrehen gelingt problemlos. Konflikte bereitet jedoch die extreme Leichtgängigkeit der Steuereinheit. So bewegt man beim Drücken der Tasten den Controller immer ein wenig mit. Die daraus resultierende Bewegung im Spiel fällt störend auf. Das Problem löst sich ganz einfach, wenn man die linke Hand nur ganz leicht auf den Controller auflegt. Doch das belastet den Unterarm zu sehr - Ermüdungserscheinungen treten auf.

Da man die Tasten auch mit relativ komplizierten Kommandos programmieren kann sind langwierige Prozeduren - einmal abgespeichert - mit einem simplen Tastendruck ausgeführt. Praktisch: Truppen kaufen, zusammenstellen und formieren geht nun auf einen Schlag.

Benutzt man das Gerät wie gedacht liegt, der Unterarm des linken Arms locker auf dem Tisch und die Hand auf dem Controller auf. Stundenlanges Spielen ist so kein Problem. Das Material ist das typische schwarze Microsoft-Plastik: griffig, absolut nicht schwitzig und recht strapazierfähig. Die Buttons haben einen perfekten Druckpunkt und alle Tasten sind gut zu erreichen. Einziges Manko: auf glatter Oberfläche rutscht der SSC ein wenig zu stark. Hier könnte Microsoft recht einfach den Komfort erhöhen, indem man verbesserte Gumminoppen verwenden würde.

Fazit

Im SideWinder Stratetic Commander steckt eine gute Idee, die - für Microsoft üblich - sehr gut ausgeführt ist. Einzig die etwas schwammige, weil leichtgängige Steuerung, ist gewöhnungsbedürftig. Für Fans des Echtzeit-Strategie-Genres ist der Controller sicher eine lohnenswerte Anschaffung, für 3D-Shooter taugt er übrigens kaum. Man könnte allerdings die 72 frei programmierbaren Buttons für Shortcuts verwenden: Einkauf bei Counterstrike, Textnachrichten im Kampfgewühl und Waffenbelegungen. Alles in Allem hat Microsoft mit dem SideWinder Strategic Commander ein ausgezeichnetes und hochwertig verarbeitetes Produkt im Angebot, dass die derzeitige Produktplatte ideal ergänzt.

Microsoft Strategic Commander
Positive Eigenschaften
  • Zwei Meter Kabel
  • Gute Verarbeitung
  • Gutes Handbuch
  • Leuchtende Buttons
  • Sehr gute Software
  • Profile im Spiel verändern
  • Bewegungsmöglichkeiten
Negative Eigenschaften
  • Schlechte Haftung bei glatten Oberflächen


URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/bilder/artikel/14/StrategicCommander.WMV
  2. http://www.computerbase.de/bilder/artikel/14/StrategicCommander_low.WMV
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