Einleitung
Logitech, bekannt für ebenso innovative wie auch beliebte Peripheriegeräte für den PC. Logitech war im Bereich PC-Mäuse schon für so manche Überraschung gut, sei es nun die erste optische kabellose Maus oder eine mit zwei optischen Sensoren. Nun kommt der nächste Streich aus dem Hause Logitech: Eine optische Maus, die den Bluetooth-Standard zur Datenübertragung nutzt. Diese Maus ist jedoch nicht für den durchschnittlichen Benutzer gedacht, sondern viel mehr für den Fachmann, der oft Präsentationen und Vorträge hält, wie man es am Namen der Maus schon offensichtlich erkennen kann. Ob der Logitech Cordless Presenter wirklich nur ein spezialisiertes Gerät oder auch für den normalen Nutzer interessant ist, werden wir auf den kommenden Seiten nachgehen.
Bluetooth?
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist auch der Cordless Presenter kabellos, aber im Gegensatz zu anderen bisher dagewesenen kabellosen Mäusen, überträgt der Presenter seine Daten per Bluetooth-Standard. Viele werden den Begriff Bluetooth bereits gehört haben, tauchte er doch schon oft in der einen oder anderen Zeitschrift oder in unseren Mainboard-Reviews auf. Lange suchte man jedoch vergebens nach Bluetooth-Geräten, in Zukunft soll sich dies jedoch ändern, bringt der blaue Zahn doch einige interessante Features mit sich. Werfen wir also zunächst mal einen genauen Blick auf die Technik, mit der der Presenter arbeitet.
Bluetooth wurde generell zu einem Zweck entwickelt: Die Kabel, die die Peripheriegeräte und den Computer verbinden, zu ersetzen und somit überflüssig zu machen. Die Idee für einen kleinen, günstigen Radio-Chip stammte ursprünglich von Ericsson, bevor sie auch von einigen anderen Firmen aufgegriffen wurde. Verwendungsmöglichkeiten wurden bereits in der Entwicklungsphase vielseitig ausgearbeitet; kaum verwunderlich, bedenkt man, dass ein Bluetooth-Chip kostengünstig ist und eine geringe Leistungsaufnahme besitzt.
Nun wollen wir aber auf die Details zurückkommen: Bluetooth ist eine Funkverbindung, die über eine kurze Strecke hinweg operiert. Die Daten, die normalerweise über Kabel transferiert werden würden, werden von einem Bluetooth-Chip auf einer speziellen Frequenz an einen Bluetooth-Receiverchip übermittelt. Der Receiver arbeitet im ISM-Band im Bereich von 2,4 GHz. Um es noch etwas zu spezifizieren: Bluetooth operiert in 79 "Hops" (Sprüngen) im Abstand von 1 MHz, beginnend bei 2,402 GHz und endend bei 2,480 GHz. Sprünge bzw. Hops bedeuten, dass nach der Übertragung oder nach dem Empfang eines Datenpakets auf eine neue Frequenz gesprungen wird, um Interferenzen zu vermeiden. Bluetooth springt dabei öfter und benutzt kleinere Pakete als andere Protokolle, die auf dem selben Frequenzband operieren.
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Bluetooth besitzt dabei vier effektive Key-Features:
- Robustheit
- geringe Komplexität
- geringer Strombedarf
- geringer Kostenfaktor
Wie sich die noch relativ unetablierte Technologie im Cordless Presenter erweist, werden wir bald sehen.
Lieferumfang, Handbuch und Design
Kommen wir zum Lieferumfang. Die Box des Presenter kommt im Logitech-typischen weiss-grünen Design daher. Nach dem Öffnen der Box und dem Auspacken des darin enthaltenen Kartons offenbart sich der Lieferumfang des Presenter, der aus folgenden Einzelteilen besteht:
- Cordless Presenter
- 2x AA/Mignon-Batterien, sollen ca. 60 bis 100 Stunden halten
- Bluetooth-Receiver
- USB-Verlängerungskabel für den Reciever
- Reisetasche für den Presenter
- Handbuch
- Comfort Guidelines
- Logitech Produktkatalog
- Treiber-CD mit MouseWare 9.5
Passend dazu auch zwei Bilder
Sehr erstaunt waren wir im Bezug auf die Größe des Bluetooth-Receivers, der kaum größer als ein durchschnittlicher Daumen ist. Die Bluetooth-Technologie kann hier also schon erste Pluspunkte sammeln, denn der Receiver lässt sich direkt in einen USB-Port stecken und liegt somit nicht störend in der Gegend herum, andere USB-Ports werden durch ihn nicht behindert. Wer jedoch möchte, kann das mitgelieferte USB-Verlängerungskabel einsetzen, um den Receiver an einer anderen Stelle zu platzieren. Logitech hat mitgedacht und eine praktische Reisetasche für den Presenter beigelegt, die mittels Reissverschluß verschlossen wird, so dass der (übrigens auf Hochglanz getrimmten) Presenter auf Reisen nicht beschädigt wird, verkratzt oder verschmutzt. Der Bluetooth Receiver findet ebenfalls in einem kleinen Extrafach Platz.
Das im Lieferumfang befindliche Handbuch ist auch sehr hilfreich. Es beschreibt detailliert und bebildert, wie man den Cordless Presenter in Betrieb nimmt und die verfügbaren Tasten und die entsprechenden beiden Modi, Maus-Modus und Präsentations-Modus, nutzt. Der Sprachumfang des Handbuches ist ebenfalls lobenswert, so hat man die Wahl zwischen 16 verschienden Sprachen, darunter die in Europa gängigsten wie Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch sowie Spanisch.
Das Heftchen mit der Aufschrift "Comfort Guidelines" gibt Hilfe und Tipps zum entspannten Arbeiten und sollte unbedingt einen Blick wert sein.
Kommen wir nun zur Hauptattraktion, dem Cordless Presenter selbst. Anders als eine gewöhnliche Maus gibt sich der Presenter eher lang als breit. Dafür liegt er sehr gut in der Hand, wenn man ihn mit dieser ganz umfasst, was bei Präsentationen, bekanntlich sein Hauptaufgabengebiet, sehr angenehm ist. Die Oberseite gibt sich sehr auf Design getrimmt: Die Oberfläche ist stark reflektierend und erstrahlt in einem dezenten dunklen blau. Die Tasten sitzen, etwas anders als bei herkömmlichen Mäusen, zwar vorne, jedoch mehr zur Mitte des Presenter hin, was jedoch nicht stören sollte. An Buttons gibt der Presenter insgesamt vier Stück her, zwei große, eine links und eine rechts, welche entsprechend die linke und rechte Maustaste darstellen. Das Scrollrad sucht man vergebens, denn es wurde durch zwei kleine Pfeiltasten ersetzt, die die übrigen zwei Tasten darstellen. An der Vorderseite links befindet sich ein kleines Fenster, welches als Austrittspunkt eines im Presenter integrierten Laserpointer dient. Die beiden mitgelieferten Batterien werden in den hinteren unteren Teil des Geräts eingelegt, zuvor wird jedoch die entsprechende Klappe des Batteriefachs entfernt. Die beiden LEDs, die man auch auf den Bildern sieht, dienen der Statusanzeige. Die linke LED zeigt den Status der Verbindung an. Wird ein Datenpaket vom Presenter zum Receiver übertragen, blinkt die LED entsprechend auf. Sollte man den Presenter außer Reichweite des Receiver bewegen, fängt die LED rot an zu leuchten und blinkt schnell hintereinander. Die rechte LED zeigt den Status der Batterien an. Nach Einschalten des Presenter leuchtet diese für zwei Sekunden grün auf und erlischt dann. Sollten die Batterien langsam zur Neige gehen, blinkt die LED in langen Abständen rot, wenn die Batterien fast ganz leer sind, leuchtet die LED kontinuierlich rot.
Installation/Software
Die Installation geht sehr einfach von der Hand, genau so wie es USB und Bluetooth jeweils versprechen. In der Praxis sieht dies so aus, dass wir nur den Bluetooth Receiver in einen freien USB-Port stecken und an der Unterseite des Presenter den Schalter auf Mausbetrieb schalten mussten, um sowohl unter Windows 2000 SP3 als auch unter Windows 98 sofort mit ihm arbeiten zu können. Vorher sollten natürlich die Batterien eingelegt worden sein. Die Software gibt sich, wie man es von Logitech gewöhnt ist, einfach und ist ohne Aufwand zu installieren. Einstellmöglichkeiten und Optionen gibt es ebenfalls reichlich. So lassen sich die Belegungen für die Tasten sowohl für den Maus- als auch für den Präsentationsmodus ändern, die Geschwindigkeit und die Beschleunigung der Maus einstellen, die Position links oder rechts von der Tastatur auswählen, der Ladezustand der Batterien anzeigen und so weiter. In Sachen Installation und Software kann der Presenter also eindeutig punkten.
Praxiseinsatz
Der Presenter beherrscht zwei Betriebs-Modi, zum einen den Maus-Modus und zum anderen den Präsentations-Modus. Im Maus-Modus wird aus dem Presenter eine optische kabellose Maus, die beiden Tasten dienen jeweils als linke und rechte Maustaste. Im Präsentations-Modus dienen die beiden großen Tasten als Navigation in der Präsentation, zum Beispiel in PowerPoint für die nächste oder vorherige Folie. Das Mausrad wurde, wie bereits erwähnt, durch zwei Scrolltasten in Form von Pfeilspitzen ersetzt, eine aufwärts und eine abwärts zeigend. Die Scrolltasten sind, aus welchem Grund auch immer, in diesem Modus leider nicht aktiv, welche gerade bei einer etwas längeren Folie zum Scrollen hätten benutzt werden können. Ein nettes Feature, das übrigens in beiden Modi funktioniert, ist der eingebaute Laserpointer im Presenter. Dieser ist gerade in Präsentationen sehr hilfreich und macht die Notwendigkeit eines extra Laserpointer überflüssig.
Was die Verwendung als Maus angeht, kann man leider direkt im Vorfeld sagen, dass der Presenter für Spieler gänzlich ungeeignet ist. Dies ist zum einen dadurch bedingt, dass der Presenter sehr lang und schmal ist und dadurch die Füßchen sehr eng beieinander stehen. Dadurch kippt er leicht das ein oder andere Mal nach links oder rechts zur Seite. Ein weiterer Umstand ist, dass sich der Sensor, anders als bei Mäusen sonst üblich, vorne an der Maus befindet. Auf einem Ripper sowie auf einem Everglide Giganta Mauspad ist es uns dann schnell passiert, dass wir beim Bewegen der Maus an den unteren Bildschirmrand mit dem hinteren Teil der Maus bereits am Ende des Pads angelangt waren, obwohl wir mit dem Sensor eigentlich erst in der Mitte des selbigen waren. Keine Probleme hingegen gibt es hinsichtlich der Verträglichkeit mit den beiden genannten Pads. Auf beiden gleitet der Presenter gut dahin und zaubert so ruckelfreie Mausbewegungen auf den Bildschirm.
Kommen wir zum Haupteinsatzgebiet des Cordless Presenter: Microsoft Powerpoint. Hier zeigt der Presenter seine wahre Stärke: Egal wie stark man gestikuliert und den Presenter hin und her bewegt, jeder Klick wurde registriert und umgesetzt. Der intergrierte Laserpointer ist ebenfalls ein Segen, fällt doch die Verwendung eines extra Pointers weg, was sich schon beim ersten Benutzen positiv bemerkbar macht. Angenehm leicht ist der Presenter mit rund 150 Gramm bei eingelegten Batterien ebenfalls und kann dadurch auch längere Zeit ohne Ermüdungserscheinungen benutzt werden. Wer zudem oft unterwegs ist, wird die mitgeliefert Reisetasche zu schätzen wissen. Der Presenter ist dort sicher vor Kratzern und Verschmutzungen und bietet zudem Platz für den Mini-Receiver. Die Batterien werden dabei im Presenter transportiert. Einzig die Treiber-CD sollte man evtl. noch mitnehmen, falls man jedoch über ein Notebook verfügt, kann man die dünne Papierhülle auch getrost zu diesem in die Tasche legen, den Presenter samt Receiver am Besten auch, damit dieser nicht verloren geht.
Fazit
Das Fazit fällt dieses Mal nicht schwer, ist der Presenter doch schon von Haus aus für eine bestimmte Verwendung vorbestimmt. Dafür schlägt er sich jedoch auf diesem Gebiet sehr gut und ist für Präsentationen sehr zu empfehlen, ist er doch das bisher einzige Eingabegerät, dass speziell hierfür entwickelt wurde. Wer also oft Vorträge, Präsentationen und dergleichen hält, ist mit dem Presenter gut bedient. Spieler oder Leute, die nur normal an ihrem PC arbeiten und keine Präsentationen halten, sind mit dem Logitech Cordless Presenter schlecht bedient und können ruhig einen großen Bogen um ihn machen, zumal der Preis schon viele abschrecken dürfte, denn mit rund 249 Euro ist der Presenter für einen Privatmann viel zu teuer für die gebotene Leistung. Für Firmen dürfte der hohe Preis jedoch durch den hohen Komfort bei Vorträgen und Präsentationen ausgeglichen werden, liegen doch die Vorteile hier genau auf der Hand.
- Ansprechendes Design
- hoher Komfort bei Präsentationen
- Ideal geeignet für Präsentationen
- integrierter Laserpointer
- Auch als Maus verwendbar
- Reisetasche inkl.
- kleiner Empfänger
- Zuverlässige Übertragung
- Etwas wackelig
- Zum Spielen ungeeignet
- Sehr teuer
- Verwendet Batterien statt Akkus













