Vorwort
Im Oktober 2007 [1] ließ Microsoft mit der SideWinder Mouse die alte Gamer-Hardware-Serie aus den Jahren 1995 bis 2003 wieder auferstehen. Ein Jahr später erschien mit dem SideWinder X6 Keyboard [2] die erste Tastatur der Reihe. Die SideWinder X6 ist nach der eher unglücklichen Reclusa [3] der zweite Versuch seitens Microsoft Hardware, eine Gamertastatur auf dem Markt zu platzieren. Speziell die schlechte Verarbeitung hatte in unserem damaligen Test für Kritik und Verwunderung gesorgt, schließlich waren wir von Microsoft-Tastaturen anderes gewohnt.
Dieser Test soll zeigen, ob Microsoft bei der SideWinder X6 die Kritikpunkte der Reclusa ausräumen konnte und nun die gewohnte Qualität mit Gamerfeatures zu vereinen versteht.
Überblick
Technische Daten:
- Abmessungen: 45,8 x 513 x 234 mm (H x B x T)
- Gewicht: 1.320 g
- 105 Tasten + Sondertasten
- Kabellänge 2 m, USB-Anschluß
- Material: Gehäuse aus schwarzem Kunststoff, Tasten aus transparentem Kunststoff, schwarz lackiert
- Extras: Abnehmbarer Ziffernblock, regelbare Hintergrundbeleuchtung, Makrotasten, Makrorecorder, Cruise Control, Mediatasten
Lieferumfang:
- Tastatur, Treiber-CD, Schnellstartanleitung
Äußerlichkeiten
Das Design der SideWinder X6 polarisiert ungemein, aber eins steht fest: Unauffällig ist die Tastatur nicht. Schon ohne Beleuchtung wirkt der schwarze, kantige Komplex wie ein Relikt aus Star Wars, böse Zungen werden wohl mehr zu K.I.T.T. aus Knight Rider tendieren. So oder so, die rot-orange Beleuchtung, die stufenlos regelbar ist, gefällt und wertet die Optik zusätzlich auf. Dabei werden sowohl die Buchstaben in den Tastenkappen als auch die Lücken zwischen den Tasten beleuchtet; selbst auf höchster Stufe ist das nicht zu grell. Bei normalen Lichtverhältnissen ist die Tastenbeschriftung auch ohne Beleuchtung kontrastreich und gut erkennbar.


Sofort auffallend ist auch der abnehmbare und auf beiden Seiten anzuschließende Ziffernblock. Optisch integriert er sich perfekt in das Design; doch auch die jeweils freibleibende Tastaturseite sieht stimmig aus. Wenn es mal eng wird auf dem Schreibtisch, kann der Nummernblock auch ganz weggelassen werden, dann wirkt die SideWinder X6 sehr kompakt.



Die integrierte Handballenauflage steigt recht steil an, was der Höhe des Gehäuses zuzuschreiben ist. Charakteristisch sind hier die zwei Einbuchtungen am unteren Rand, welche offenbar keine praktischen Zwecke verfolgen. In der Mitte der Auflage wird eine Kante angedeutet. Weshalb die ansonsten einheitliche Oberfläche durch die Umschalttaste für den linken Sondertastenblock unterbrochen wird, können wir uns nicht so richtig erklären.
Das Tastenfeld und der Nummernblock an sich sind recht unauffällig gestaltet, hier fallen höchstens die Punktmarkierungen an den WASD-Tasten und die überdurchschnittlich breite Leertaste auf. Die halb hohen und breiten Funktionstasten sowie die Sondertasten links fügen sich in das Gesamtbild ein. Der obere Gehäuserand fällt schräg ab und präsentiert eine sehr individuelle Ansammlung von Sonderfunktionen. Acht etwas verstreute, quadratische Tasten mit teils kryptischer Symbolik eröffnen direkte Zugriffe auf die Features der SideWinder X6, daneben finden sich zwei gigantische Drehregler für Beleuchtungsintensität und Lautstärke.
Die nahezu dezenten, ebenfalls roten LED-Anzeigen für „Rollen“ und Caps Lock finden sich in der oberen, rechten Ecke, die Statusanzeige für das Nummernfeld ist auf dem separaten Block untergebracht.
Der Boden von Tastatur und Nummernblock ist aus unspekatulärem, grauem Plastik. Aber auch hier haben die Entwickler mitgedacht. So gibt es insgesamt zehn Löcher in den Bodenplatten, durch die Flüssigkeiten ablaufen können. Ein umgeschütteter Kaffee bedeutet also nicht das Aus für die Tastatur.
Besitzer einer SideWinder-Maus werden aus optischen Gründen ein besonderes Interesse an der X6 haben. Besonders zur parallel vorgestellten SideWinder X5-Maus [1] passt die X6 sehr gut, Designelemente wie die Einbuchtungen am unteren Rand oder die dezente Kante in der Gehäusemitte, aber auch die rote Beleuchtung und die Kombination aus glattem und aufgerautem Kunststoff harmonieren perfekt. Auch die Drehregler werden an der X5 in kleinerer Form als Seitentasten wiederholt. Dass Microsoft hier kein Set anbietet, liegt wohl nur daran, dass die Zocker meist sehr eigen sind, was die Auswahl ihrer Maus angeht.
Technik
Die schwarzen Kunststofftasten sind aus einem Stück gefertigt, eine Feder oder andere mechanische Komponenten gibt es nicht. Die Knöpfe rasten in eine milchig weiße Kunststoffplatte ein und können leicht entfernt werden. Zusammen mit den Ablaufkanälen für Flüssigkeiten hat man also eine recht einfach zu reinigende, unempfindliche Grundkonstruktion.
Unter der Platte finden sich eine ebenfalls transparente Silikonmatte mit den Druckmembranen, die zweiteilige Kontaktfolie für die Signalübertragung und zuunterst eine zur besseren Lichtverteilung mit weißem Karton eingefasste Plexiglasplatte für die – per Drehregler stufenlos dimmbare – Beleuchtung. Dieser recht simple Aufbau erleichtert zum eine die tiefergehende Reinigung der Tastatur, zum anderen wirkt die Ausleuchtung bis auf wenige Ausnahmen äußerst gleichmäßig. Nur wer genau hinschaut, sieht in Tastenfeld und Nummernblock, wo die Leuchtdioden eingelassen sind; die Tasten direkt daneben und am Rand erscheinen teils ein wenig dunkler (z.B. Shift und Steuerung links, AltGr, oder Komma/Entfernen auf dem Nummernblock).


Eine Anti-Ghostingfunktion wird von Microsoft nicht erwähnt, man kann jedoch auf der Haupttastatur bis zu sechs, auf dem Nummerpad bis zu vier Tasten gleichzeitig einsetzen.
Die Beleuchtung erfüllt bei der SideWinder X6 gleich zwei Aufgaben: zum einen sorgt sie wie bei vergleichbaren Produkten eben auch dafür, dass der Nutzer im Dunkeln sieht, wo welche Taste sich befindet. Zum zweiten informiert die Farbgebung über die Verwendungsart des Nummernblocks. Rot bedeutet normale Funktion, Orange zeigt die Funktion als Sondertastenpad an.
Auch die Funktion des Makrorecorders und der Cruise-Control-Tasten sowie die Tastenbelegungsreihe wird per roter LED oben an der Tastatur angezeigt, letztere leuchtet bei programmspezifischer Belegung zusätzlich orange.
Die Mediatasten funktionieren mit dem Windows Media Player und AIMP2. Winamp, der VLC Media Player und XMPlay arbeiten nicht aus dem Stand heraus mit der SideWinder X6 zusammen, können aber per Makro bedient werden. Hierbei ist die Makrorecorder-Taste besonders nützlich.
Die Sidewinder-Taste dient unter Windows XP zum Aufruf der Tastatureinstellungen, unter Windows Vista wird der Games Explorer angezeigt. Eine weitere Sondertaste ist für die Cruise-Control-Funktion vorgesehen. Drückt man diese Taste und hierzu ein bis vier weitere, wird die damit erzeugte Aktion (z.B. Laufen per „W“) solange aufrecht erhalten, bis die Tasten oder die Cruise Control-Taste wieder gedrückt wird. Es ist vorstellbar, dass dies in Spielen mit weitläufigen Landschaften von nutzen ist.
Ein Alleinstellungsmerkmal der SideWinder X6 ist der beiderseitig ansteckbare Zahlenblock. Hier haben die Entwickler mitgedacht. So ist die Verbindung durch zwei Magnete in den Seitenteilen ausreichend stabil, aber ohne Umstände zu trennen. Der Tastenblock kann jederzeit während der Betriebs entfernt bzw. angesteckt werden, nach ca. zwei Sekunden stehen die Funktionen wieder zur Verfügung.


Bedauerlicherweise gibt es kein Verbindungskabel, um den Nummernblock etwas weiter von der Haupttastatur entfernt einzusetzen. Ebenfalls vermissen könnte man Anschlußmöglichkeiten für USB-Geräte oder Headsets, wie sie bei vielen konkurrierenden Produkten üblich sind. Speziell ein Kopfhörerausgang wäre angesichts des vorhandenen Lautstärkereglers zu erwarten.
In diversen Foren stößt man bisweilen auf X6-Nutzer, die Probleme mit einzelnen Tasten haben, auch hier bei ComputerBase [4]. Daher haben wir die X6 ein wenig länger getestet als sonst üblich. Doch unser Testmuster, welches sich seit Mitte Dezember 2008 im Test- und Tippalltag beweisen musste, hat bis zum Testende keinerlei Ausfall- oder Ermüdungserscheinungen gezeigt. Dies liegt allerdings kaum daran, dass wir ein selektiertes Rezensionsexemplar in den Händen hielten, schließlich würde ein solches nicht so einen recht groben Fertigungsfehler auf der Play/Pause-Taste aufweisen, wie das unsrige leider tut.
Software
Glücklicherweise hat Microsoft bei der SideWinder X6 auf ein gesondertes Programm verzichtet und überlässt das Feld der bekannten, optische eher schlichten IntelliType Pro Software, welche sich nahtlos in die Windowsoberfläche einfügt.
Es stehen auf der linken Seite neben dem Haupttastenfeld sechs in zwei Ebenen belegbare Sondertasten zur Verfügung, wenn man den Nummernblock als Makropad nutzt, addieren sich 18 Tasten hinzu. Jede Pad-Taste kann in drei – individuell bennenbaren – Reihen belegt werden, daher ist insgesamt Platz für 90 Makros oder Sonderfunktionen. Sollte dies immer noch nicht ausreichen, können auch noch die vier Mediatasten konfiguriert werden, womit sich weiter zwölf Funktionsplätze ergeben. Die Belegungsreihe kann der Software oder per Taste umgestellt werden.


Allerdings können eben nur diese Tasten programmiert werden. Die Funktionen SideWinder-Taste, Windowstaste, Num, Caps Lock und Kontextmenü können lediglich aktiviert bzw. deaktiviert werden und die Standardtasten können gar nicht konfiguriert werden.
Es sollte gesondert erwähnt werden, dass diese an sich schon beeindruckende Anzahl an Belegungsmöglichkeiten einmal für den allgemeinen Betrieb und zudem noch separat für jede weitere Anwendung zur Verfügung steht. Wer also für die Standardumgebung und zwei Anwendungen alle verfügbaren Tasten und Tastenreihen einrichtet, sieht sich mit 306 (!) individuell zugewiesenen Funktionen konfrontiert.
Die programmspezifische Tastenbelegung fällt recht leicht, da die Funktionen den Tasten zugewiesen werden können, während die Anwendung geöffnet ist. Neben dem Zuweisen eines Makros hat man über über die Tastatureinstellungen auch die Möglichkeit, aus einer Liste vorgegebener Befehle zu wählen, eine Anwendung aufzurufen oder die betreffende Taste zu deaktivieren.


Der Makrorecorder kann über die IntelliType Pro Software aufgerufen werden oder man greift per Makrorecorder-Taste darauf zurück, auch während ein Spiel oder eine Anwendung geöffnet ist. Grundsätzlich hat man zwei Möglichkeiten, ein Makro zuzuweisen: Per Aufzeichnung oder durch Eingabe im Makro-Editor. Für die Aufzeichnung drückt man die Makrotaste auf der Tastatur, gefolgt von der zu programmierenden Taste und den Eingabeschritten die aufzuzeichnen sind. Die Aufnahme wird mit der Makrotaste wieder beendet.
Ruft man dagegen den Makro-Editor über die Software auf, kann man bereits aufgezeichnete Makros anpassen oder neue eingeben. Im Editor werden die einzelnen Schritte im Makro direkt visualisiert; hier kann man auch Feinheiten wie eine Zeitverzögerung zwischen zwei Eingaben millisekundengenau einstellen oder einen Maustasten-Klick einfügen. Außerdem können den Makros beliebige Namen gegeben werden.




Letztlich stellt sich wohl so mancher Anwender die Frage, wie er sich die nahezu unendliche Vielzahl an möglichen Tastenbelegungen merken können soll, da leider keine Möglichkeit vorgesehen ist, sich die individuelle Konfiguration auszudrucken. Abgesehen von diesem eher theoretischen Problem bleibt festzuhalten, dass die IntelliType Pro Software in Kombination mit der SideWinder X6 voll überzeugen kann. Gerade in Anwendungen wie Bildbearbeitungen, in denen man gerne mit Tastatur-Shortcuts arbeitet oder häufig spezifische Befehlsfolgen aufruft, kann die Software-Hardware-Kombination ihre Stärken voll ausspielen. Ob Gamer dagegen diese Optionenvielfalt zu schätzen wissen, ist schwer zu beurteilen; diese würden sich eventuell auch einen nicht ganz so nüchternen Softwaredialog wünschen.
Ergonomie
Sowohl Tastenaufhängung als auch Lautstärke und Anschlag erinnern an die im Bürobereich recht verbreitete Cherry-G83-Serie [5]; das Grundprinzip der Konstruktion ist gleich. Die SideWinder X6 verlangt im Vergleich zu den aktuell beliebten Tastaturen mit Notebook-ähnlicher Tastentechnik viel Kraft zum Überwinden des Druckpunktes. Dies mag Spielern entgegenkommen, beim Schreiben längerer Texte kann es ermüden. Bedingt durch die oben beschriebene Tastenkonstruktion ist der Anschlag deutlich, aber nicht zu hart.
Leises Tippen ist nahezu unmöglich und in leisen Umgebungen ist das Schreibgeräusch sicherlich störend. Auf Lan-Partys oder im Büroalltag dürfte die SideWinder X6 dagegen weniger auffallen. Und: Selbst wenn die Tastatur als Hackbrett missbraucht wird, ändert sich der Lautstärkepegel kaum, was wohl nicht zuletzt dem hohen Gewicht von gut 1,3 kg zu verdanken ist. Bisweilen klappert allerdings der Zahlenblock auf der Unterlage mit, was zusätzlich lärmt. Unter dem Nummernpad findet man leider auch keine Gummifüße, das Tippgeräusch dort überträgt sich direkt auf die Unterlage.
Die Sondertasten am linken Rand, also S1/S7 bis S6/S12, sind für den klassischen WASD-Spieler mit dem kleinen Finger gut zu erreichen, hier hat man endlich einmal die Möglichkeit, besondere Funktionen oder Makros in erreichbarer Nähe abzulegen. Ob man hier allerdings alle zwölf möglichen Funktionen nutzen kann, ist fraglich, da die Umschalttaste für die zwei Ebene recht schlecht erreichbar in der Handballenauflage versenkt wurde.
Anwender, denen zwölf Sondertasten nicht ausreichen, ziehen Nutzen aus dem links positionierbaren Nummernpad. Aber auch die Verwendung als klassischer Zahlenblock wird durch die Variabilität verbessert; so muss man nicht mehr die Tastatur nach links wegschieben, um einen entspannte Handposition bei der Zahleneingabe zu haben. Hiervon profitieren natürlich auch diejenigen Zocker, die den Zahlenblock der WASD-Kombination vorziehen.
Abgesehen von der nach links gerückten, verkleinerten Escape-Taste und der durch Weglassen der rechten Windowstaste überbreiten Leertaste gibt es keine Besonderheiten, es braucht also beim Tippen keine Eingewöhnungszeit, wenn man das Standardlayout gewohnt ist. Die Tasten sind nach oben hin recht stark angeschrägt, so dass man zu gerne mal zwischen zwei Knöpfen landet; etwas breiter Tastenköpfe wären wünschenswert.
Ein optisch reizvolles und praktisches Feature ist die zweifarbige, dimmbare Tastenbeleuchtung, so sieht man auch im Dunkeln jede Taste. Im Unterschied zu vielen Konkurrenzprodukten ist die Tastenbeschriftung bei normalen Lichtverhältnissen auch ohne Beleuchtung sehr kontrastreich und problemlos ablesbar.
Die SideWinder X6 ist recht stabil und kann daher auch mal z.B. auf den Knien verwendet werden – ohne Ziffernblock, versteht sich. Bei sehr starkem Druck auf die Tastaturmitte biegt sie sich allerdings durch. Die Handballenauflage hat eine angeraute Struktur, welche sehr sinnvoll ist – wegen des steilen Anstiegs hoch zum flachen Tastenfeld würde man bei einem zu glatten Material ständig abrutschen. Aufstellfüße sucht man vergebens, der Winkel der Tastatur ist also festgelegt.
Unangenehm fällt auf, dass bei unserem Testmuster der Übergang von Auflage zur Seite rechts nicht sauber geformt ist, hier steht ein minimaler Grat heraus, der am Handgelenk kratzen kann, wenn das Nummernpad nicht auf der rechten Seite angesteckt ist. Die schmale Spalte zwischen Hauptteil und Nummerblock dagegen stört wenig, die Kanten hier sehen schärfer aus, als sie sind.
Fazit
Die SideWinder X6 kann endlich als erste empfehlenswerte Gamertastatur aus dem Hause Microsoft glänzen. Sowohl optisch als auch technisch ist sie auf der Höhe der Zeit. Also besondere Pluspunkte auf der Geräteseite sind die gute Tastenbeleuchtung, die sinnvolle Verteilung der Sondertasten und das angenehm massive Gehäuse zu erwähnen. Dahinter braucht sich die Software nicht zu verstecken: die Einbindung der Oberfläche an sich, insbesondere aber der Makrorecoder haben viel Lob verdient.
Echte Schwächen an der Sidewinder X6 zu finden, ist schwerer als zunächst vermutet. Lediglich Kleinigkeiten wie die fehlenden Aufstellfüße, das etwas lautere Schreibgeräusch oder der Mangel an weiteren Schnittstellen können hier aufgezählt werden. Den Fabrikationsfehler an der Play/Pause-Taste schätzen wir als – sicherlich störenden – Einzelfall ein. Freunde der flachen und leichtgängigen Tastaturen im Notebookstyle werden sich anfangs mit der Höhe des Gehäuses und dem Kraftaufwand beim Tippen etwas schwer tun; wer dagegen von einer klassischen Tastatur auf die X6 umsteigt, wird sich wie zu Hause fühlen.
Wir fragen uns allerdings, welche Käuferschicht konkret angesprochen wird. Optisch kommt man Gamern und Moddern entgegen, die nahezu verschwenderischen Möglichkeiten der individuellen Konfiguration dagegen sprechen eher für den Einsatz in Bildbearbeitung, Videoschnitt und ähnlich gelagerten Anwendungsfeldern. So könnte der SideWinder X6 der verdiente Erfolg letztlich verwehrt bleiben, wenn sich die Spieler von der vielschichtigen Software und die Büroanwender von der martialischen Optik abschrecken lassen.
Die SideWinder X6 ist bereits für ca. 47€ zu haben [6], als OEM-Version sogar für unter 40€ [7]. Bei der OEM-Variante muss man aber neben der Verkaufsverpackung auch auf den bekanntermaßen hervorragenden Support von Microsoft Hardware verzichten, was nicht zu empfehlen ist. Die direkte Konkurrenz in Form der Logitech G11 [8] liegt im selben Preisbereich und biete einen USB-Hub, dafür können „nur“ 54 Aktionen eingegeben werden und natürlich fehlt die Variabilität durch den abnehmbaren Ziffernblock.
Im selben Preisfenster finden sich die Steelseries Ideazon ZBoards [9], die allerdings eher als überdimensionierte Gamecontroller denn als ernstzunehmende Tastaturen anzusehen sind. Die Razer Arctosa [10], die im Prinzip einer abgespeckten Razer Lycosa [11] ohne Tastenbeleuchtung gleicht, ist da schon eher einen Blick wert. Diese sticht insbesondere duch die freie Konfigurierbarkeit aller vorhandenen Tasten hervor.
Unterm Strich bekommt man mit der SideWinder X6 eine optisch ausgefallene, technisch durchdachte Tastatur in Kombination mit einer leistungsfähigen Software für vergleichsweise wenig Geld. Uns ist sie daher trotz kleiner Kritikpunkte eine Empfehlung wert.












