Einleitung
Etwas über zwei Jahre nach der Vorstellung des PCMark05 [1], dem Futuremark-Benchmark zur Beurteilung der Leistung eines Rechners in verschiedensten Anwendungsszenarien, stellt der finnische Hersteller mit dem heutigen Tag den PCMark07, „PCMark Vantage“ genannt, vor. Einmal mehr sollen Privatanwender und Firmen anhand eines kompakten Programmes in der Lage sein, die Leistung eines Rechners auf Grundlage einer breiten Basis an Tests möglichst objektiv bewerten zu können.
Wir möchten in diesem Bericht einen kurzen Einblick in die Features des PCMark Vantage und eine Übersicht über die verschiedenen Programmversionen und ihre Preise geben. Darüber hinaus rufen wir in bekannter Manier zum fröhlichen Benchmarken auf, um mit Hilfe der Ergebnisse unserer Leser in kürzester Zeit einen detaillierten Überblick über die Skalierung des Benchmarks mit den unterschiedlichsten Systemen geben zu können.
Doch Vorsicht! Aufgrund der Beschränkung der Demo-Version des PCMark Vantage auf einen einzigen Benchmarkdurchlauf sollte beim ersten Mal alles klappen. Ein zweiter Versuch ist im Hause Futuremark ab sofort nur durch den Erwerb des Benchmarks möglich.
Übersicht
Systemanforderungen
Die größte Hürde in den Systemanforderungen des PCMark Vantage ist das Betriebssystem, denn die Benchmarkversion des Jahres 2007 verrichtet nur noch auf Windows Vista ihren Dienst. Zusammen mit den minimalen Anforderungen an die Hardware ergeben sich die folgenden Systemanforderungen des PCMark Vantage:
- Windows Vista (32 oder 64 Bit)
- Pentium 4 3,0 GHz oder vergleichbar (Multi-Core empfohlen)
- 1024 MB Arbeitsspeicher
- ca. 800 MB Festplattenplatz für Installation (NFTS)
- ca. 800 MB Festplattenplatz für Benchmarkdurchlauf (NTFS)
- Prozessor mit SSE2-Befehlserweiterung
- Grafikkarte mit Pixel-Shader 2.0 für Spieletests (256 MB Grafikspeicher empfohlen)
- Grafikkarte mit Pixel-Shader 3.0 für Bildbearbeitungstests
Eine weitere „Anforderung“ wollen wir darüber hinaus nicht unerwähnt lassen: Zeit. Denn ein kompletter Durchlauf der PCMark Suite nimmt gut und gerne eine halbe Stunde in Anspruch.
Versionen und Preise
PCMark Vantage wird von Futuremark in drei Kaufversionen vertrieben, die sich in ihrem Funktionsumfang, den gebotenen Zusatzleistungen und den gestatteten Einsatzgebieten unterscheiden. Darüber hinaus stellt Futuremark wie eh und je eine Demo-Version bereit.
| Version | Preis | Verfügbare Tests | Einsatzgebiet | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|
| PCMark Vantage Demo | - | PCMark Test Suite | nicht-kommerziell | Nur ein Ergebnis ermittelbar*, Ergebnisse nur online einsehbar |
| PCMark Vantage Basic | $6,95 | PCMark Test Suite | nicht-kommerziell | Ergebnisse nur online einsehbar |
| PCMark Vantage Advanced | $19,95 | alle Test Suites | nicht-kommerziell | Ergebnisse nur online einsehbar, erweiterte Online-Dienste |
| PCMark Vantage Professional | $495,00 | alle Test Suites | auch kommerziell | Ergebnisse auch offline einsehbar, erweiterte Online-Dienste, freie Benchmarkeinstellungen, Technischer Support, Benchmarks-Automatisierung, Ergebnis-Export (Excel) |
*Die Demo ist in ihrem Funktionsumfang allerdings auf einen bewerteten Durchlauf der PCMark Suite (samt Upload des Ergebnisses in den Online-Result-Browser) beschränkt worden. Zwar lässt sich der Benchmark beliebig oft auf dem PC starten. Der Online-Result-Browser liefert ab dem 2. Mal aber kein Ergebnis mehr. Ein harter Einschnitt gegenüber der bisherigen Politik, die der Hersteller damit begründet, dass der Programmieraufwand für den PCMark Vantage aufgrund des Wechsels auf Windows Vista sowie der Ausbau der Online-Dienste einen enormen Arbeitsaufwand (sprich Kosten) bedeutet hätte.
Der Download der Demo-Version ist über unseren FTP-Server [2] möglich. Weitere Mirrors bietet Futuremark.com [3].
Die Benchmarks
PCMark Suite
Die im PCMark Vantage enthaltenen Benchmarks sind in so genannten Suites („Folgen“) zusammengefasst, von denen die PCMark Suite das wichtigste Paket darstellt. Nutzern der Demoversion bzw. Besitzern von PCMark Vantage Basic steht lediglich dieser Programmteil zur Verfügung.
Die PCMark Suite besteht aus einer Reihe von Single- und Multi-Thread-Tests aus den Kategorien CPU, Grafikkarte, Festplatte und Arbeitsspeicher. Die Zusammenstellung der Einzelbenchmarks soll ein reguläres Windows-Vista-Endverbraucher-Anwendungsszenarios abbilden. Nur die PCMark Suite führt im Resultat, einen kompletten Durchlauf vorausgesetzt, zur Ermittlung eines PCMark Scores.
Die Zusammensetzung der PCMark Suite im Überblick:
- Suite-Tests
- Arbeitsspeicher-Suite-Test 1 & 2
- TV-und-Film-Suite-Test 1 & 2
- Spiele-Suite-Test 1 & 2
- Musik-Suite-Test 1 & 2
- Kommunikations-Suite-Test 1 & 2
- Produktivitäts-Suite-Test 1 & 2
- CPU-Test
- Datenverschlüsselung, Datenentschlüsselung, Datenkompression, Datendekompression
- CPU-Bildbearbeitung (Kompression/Dekompression/Größenveränderung)
- Audiokonvertierung
- Videokonvertierung
- Textverarbeitung
- Webseitendarstellung
- Arbeit mit Windows Mail
- Arbeit mit Windows Contacts
- CPU-Spiele-Test
- Grafikkarten-Test
- Videowiedergabe
- GPU-Spiele-Test
- Festplatten-Test
- Sechs Festplattentests
Weitere Suites
Neben der PCMark Suite stehen Besitzern der Programmvarianten PCMark Vantage Advanced und PCMark Vantage Professional weitere Suites zur Auswahl, aus denen sich die PCMark Suite jeweils nur der ersten beiden Tests bedient. Sämtlichen Benchmarkzusammenstellungen dieser Art ist gemein, dass sie die Leistung des Rechners anhand typischer Endverbraucherszenarien in Bezug auf ein Haupteinsatzgebiet (Thema) ermitteln sollen. Synthetische Benchmarks, deren Aussagekraft in der Praxis zurecht seit jeher kritisch beäugt wird, bleiben unberücksichtigt.
Die einzelnen „Themen-Suiten“, die in die Kategorien Arbeitsspeicher, TV und Film, Spiele, Musik, Kommunikation, Produktivität und Festplatten eingeteilt sind, im Überblick:
Arbeitsspeicher
In der ersten Testsuite werden in erster Linie verschiedene Bilder bearbeitet und manipuliert. Während bei „Memories 1“ noch die CPU zu Werke geht, wird unter „Memories 2“ die Grafikkarte beansprucht, weshalb an dieser Stelle auch 256 MB VRAM Voraussetzung sind. Futuremark verspricht eine Aufteilung in zwei Threads und kann diese Vorgabe im „Memories 1“-Test auch komplett erfüllen. Die CPU-Last liegt bei dem Acht-Kern-Testsystem in drei von vier Szenen exakt bei 25%.
- Memories 1 (Zwei parallele Threads)
- CPU-Bildbearbeitung
- HDD: Bildimport
- Memories 2 (Zwei parallele Threads)
- GPU-Bildbearbeitung
- HDD: Videobearbeitung
- Memories 3
- Video-Transcodierung: DV zu tragbarem Gerät
- Memories 4
- Video-Transcodierung: Media-Server-Archiv zu tragbarem Gerät
TV und Film
Die zweite Suite beschäftigt sich mit dem Thema Television und Video, insbesondere dem Abspielen und Bearbeiten von HD-fähigem Material. Auch hier werden bei „TV and Movies 1“ und „TV and Movies 2“ die Aufgaben in zwei Threads unterteilt, um die Vorteile von Zwei- oder gar Multikern-Prozessoren zu nutzen. Ein Vier-Kern-Prozessor hat an dieser Stelle noch genügend Luft für weitere Aufgaben, wie z.B. dem Berechnen aufwändiger Spiele-Szenen, was als nächstes an der Reihe ist.
- TV and Movies 1 (Zwei parallele Threads)
- Video-Transcodierung: HD-DVD zu Media-Server-Archiv
- Videowiedergabe: HD-DVD net
- TV and Movies 2 (Zwei parallele Threads)
- Video-Transcodierung: HD-DVD zu tragbarem Gerät
- Videowiedergabe: HD MPEG-2 (19.39 Mbps HDTV)
- TV and Movies 3
- HDD Media Center
- TV and Movies 4
- Video-Transcodierung: Media-Server-Archiv zu tragbarem Gerät
- Videowiedergabe: HD MPEG-2 (48 Mbps Blu-ray)
Spiele
Bei den Spiele-Tests trennt Futuremark ebenfalls strickt nach CPU, Grafikkarte und Festplatte. Im Gaming Test 1 wird vor allem die Grafikkarte auf Herz und Nieren geprüft. Die gerenderte Szene ist dabei nicht wirklich neu, sondern wurde aus dem 3DMark06 entnommen. Für den Gaming-Test 4 veranschlagt Futuremark drei parallele Threads. Ein Blick in den Taskmanager verrät jedoch, dass dieser Test sogar in der Lage ist, ein System mit zwei Vier-Kern-Prozessoren (Intel Xeon E5345) voll auszulasten und profitiert dementsprechend auch gut von mehr als drei Prozessor-Kernen.
- Gaming 1
- GPU-Test
- Gaming 2
- Festplatten-Test
- Gaming 3 (Zwei parallele Threads)
- CPU-Test
- Datendekompression: Level laden
- Gaming 4 (Drei parallele Threads)
- GPU-Test
- CPU-Test
- HDD-Test
Musik
Der Musik-Test wirkt auf den ersten Blick etwas seltsam, da die grafische Ausgabe wiederholt eine Musik-Shop-Webseite rendert. Nebenbei wird jedoch eine Wave-Datei in eine verlustfreie Windows-Media-Audio-Datei konvertiert und gleichzeitig neue Musik in den Windows Media Player hinzugefügt. Auch hier passt die von uns beobachtete Auslastung mit drei Threads gut ins Bild. „Music 2“ und „Music 3“ sind hingegen single-threaded und können demzufolge auch nur eine CPU (einen CPU-Kern) auslasten.
- Music 1 (Drei parallele Threads)
- Webseitendarstellung: Online-Musikhändler
- Audiokonvertierung: WAV -> WMA lossless
- HDD: Hinzufügen von Stücken in den Windows Media Player
- Music 2
- Audiokonvertierung: WAV -> WMA lossless
- Music 3
- Audiokonvertierung: MP3 -> WMA
- Music 4 (Zwei parallele Threads)
- Audiokonvertierung: WMA -> WMA
- HDD: Hinzufügen von Stücken in den Windows Media Player
Kommunikation
Die Kommunikations-Suite beschäftigt sich in erster Linie mit dem Thema Sicherheit und Verschlüsselung. Hier werden parallel zur Darstellung von Webseiten verschiedene Verschlüsselungsalgorythmen ausgeführt bzw. die Festplatte mit dem Windows Defender auf mögliche Schadsoftware geprüft.
- Communications 1 (Drei parallele Threads)
- Datenverschlüsselung: CNG AES CBC
- Datenkompression
- Webseitendarstellung: 1024x768, Fenstermodus
- Communications 2 (Drei parallele Threads)
- Webseitendarstellung: Gleichzeitiges Öffnen mehrerer Tabs aus den Favoriten
- Datenverschlüsselung: CNG AES CBC
- HDD: Windows Defender
- Communications 3
- Windows Mail: Suche
- Communications 4 (Zwei parallele Threads)
- Datenverschlüsselung: CNG AES CBC
- Audiokonvertierung: WMA zu WMA (simuliert VoIP)
Produktivität
Beim Thema Produktivität testet der PCMark Vantage vorwiegend Aufgaben aus dem normalen Windows-Alltag. Dazu gehört neben der Simulation eines Windows-Bootvorgangs auch die Textverarbeitung und das Arbeiten mit mehreren Tabs im Webbrowser. Im Produktivitäts-Test 4 werden neben dem Rendering von Webseiten auch ein Adressbuch durchsucht und E-Mail-Regeln in Windows Mail verarbeitet. Die drei Threads lasten perfekt drei von acht Prozessor-Kernen aus, wobei man sich an dieser Stelle selbstverständlich die Frage stellen muss, ob für das normale Surfen im Internet und die Verarbeitung von ein paar privaten E-Mails in naher Zukunft tatsächlich ein leistungsfähiger Mehr-Kern-Prozessor benötigt wird.
- Productivity 1 (Zwei parallele Threads)
- Text editing
- HDD: Starten von Anwendungen
- Productivity 2 (Zwei parallele Threads)
- Windows Contacts: Suche
- HDD: Windows Defender
- Productivity 3
- HDD: Windows Vista Bootvorgang
- Productivity 4 (Drei parallele Threads)
- Windows Contacts: Suche
- Windows Mail: E-Mail-Regeln ausführen
- Webseitendarstellung: Gleichzeitiges Öffnen mehrerer Tabs aus den Favoriten im IE 7
Festplatten
Die letzte Tortour richtet das Augenmerk auf die Performance des Festplatten-Subsystems. Alle Aufgaben sind single-threaded, weshalb an dieser Stelle ein Prozessor mit lediglich einem Kern vollkommen ausreichend ist. Besitzer von schnellen RAID-Systemen oder Festplatten mit 10.000 oder gar 15.000 Umdrehungen pro Minute können hier ordentlich Punkte sammeln und somit eventuelle andere Schwächen ausgleichen.
- HDD 1
- Windows Defender
- HDD 2
- Spiele
- HDD 3
- Bildimport
- HDD 4
- Windows Vista Bootvorgang
- HDD 5
- Videobearbeitung
- HDD 6
- Media Center
- HDD 7
- Musik im Windows Media Player hinzufügen
- HDD 8
- Anwendungen laden
Resultate
Wie in der Vergangenheit beim PCMark und insbesondere der 3DMark-Serie mit großem Erfolg durchexerziert, möchten wir die Leserschaft auch beim PCMark Vantage wieder zum Benchmarken und zur Einsendung der Ergebnisse auffordern, um auf ComputerBase in kürzester Zeit einen detaillierten Überblick über die Leistung verschiedenster Systeme im PCMark Vantage geben zu können. Die in der PCMark Suite erzielten Ergebnisse müssen zu diesem Zweck im Kommentar-Thread dieses Artikels [4] der Übersicht halber in der folgenden Form bekannt gegeben werden.
Vorlage zur Bekanntgabe von Ergebnissen
- Betriebssystem: Windows Vista 32 oder 64 Bit
- CPU: Typ (inkl. Modellnummer), tatsächlicher Takt
- RAM: Volumen (Megabyte), Typ und Takt (z.B. DDR2-800)
- Grafikkarte: Typ (Radeon HD 2900 XT), Speicher, Takt
- Festplatte: Interface (P-ATA/S-ATA (II)), U/min, Raid-Modus (0/1)
- 3DMark-Suite-Punkte: 1234
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Mit der Demo-Version ist lediglich ein bewerteter Durchlauf der PCMark Suite möglich, der eine halbe Stunde und mehr in Anspruch nehmen kann! Heruntergeladen werden kann die Demo von unserem FTP-Server [1] oder bei Futuremark.com [2].
Wir weisen ferner darauf hin, dass wir aufgrund der erwartungsgemäß überwältigenden Flut an Einsendungen nicht alle Resultate übernehmen können. Da unsere Übersicht darüber hinaus lediglich einen Überblick über die Leistung verschiedener Rechner und nicht über alle Ergebnisse der Community geben soll, werden wir von der Veröffentlichung von Resultaten ähnlicher Systeme absehen.
Leser-Resultate PCMark Vantage
Angaben in Punkten
|



















































