Hi,
ich antworte gerne. Wenn es dich nicht stört, würde ich dich aber darum bitten, dieses Gespräch (Gerne auch mit Zitat) in deinen Foren-Beitrag zu verschieben. Vielleicht interessiert es auch andere.
Du hast vollkommen recht. Aus 0 und 1 bekommt man wieder nur 0 und 1. Bis heute kann kein Rechner etwas anderes. Deshalb musste man sich Abhilfe schaffen.
Also hat man Konventionen getroffen, was 0 und 1 bedeutet. Ein sehr gebräuchliches Beispiel ist die ASCII-Tabelle. Diese Tabelle beschreibt 8Bit-Folgen von 0 und 1 und gibt ihr eine neue Bedeutung. Mit 8 Bit (Eine Zahl, die nur 0 und 1 sein kann nennt man Bit, Stichwort Binärsystem) gibt es insgesamt 2^8, also 256 verschieden Möglichkeiten diese Anzuordnen. Im Binärsystem wäre also zum Beispiel das Byte (8 Bit)
00100101
genau das selbe wie die Zahl 41. Und nach der ASCII-Tabelle ist diese Zahl als großes "A" zu interpretieren. So gibt es mit dieser Tabelle, die Möglichkeit, aus 0 und 1 Buchstaben zu zaubern. Ein Paar Urväter der ASCII-Tabelle waren übrigen Morsecode oder Baudot-Code.
Deshalb ist das A aber noch nicht auf dem Bildschirm, stimmts? Also weitergedacht: Wir bauen also eine Schaltung, die 8 Eingänge hat (Da legen wir unseren Buchstaben an) und einen VGA-Ausgang, um den Bildschirm anzusteuern. Was muss diese Schaltung können?
Ich gehe nicht zu sehr ins Detail, den VGA-Standard findet man denke ich super im Netz. Aber die Idee ist: Du sendest über den VGA-Ausgang mit ca. 25MHz geschwindigkeit jeweils 8Bit-Codes, die der Bildschirm dann als Farbe Interpretiert (RRRGGGBB). Der Bildschirm selbst empfängt eine Reihe von 8 Bit-Codes und gibt diese nacheinander auf dem Bildschirm aus. Zusätzlich gibt es noch einen Positionscode, dessen Länge bin ich mir aber nicht ganz sicher. Der sagt, welches Pixel gezeichnet werden soll. Der Röhrenmonitor selbst (weil das Modell hier einfacher ist) strahlt nun fortlaufend immer jedes Pixel, Zeile für Zeile, Spalte für Spalte ab, "beleuchtet" es also. Und wann immer er anfängt zu leuchten, schaut er erst, ob er dafür eine Farbe kennt, die er nutzen soll. Sonst macht er das Pixel schwarz. Die Eingaben die über den VGA-Anschluss kommen, werden übrigens im Bildschirm zwischengespeichert, weil dieser könnte ja bei Pixel 400,200 sein, während gerade 201,188 auf der Leitung liegt. Damit die Information nicht verschwindet, speichert er alle Pixel intern.
So, jetzt können wir also Pixel beleuchten. Und die Kombination aus dem ganzen ist jetzt, dass unser kleiner Logik-Chip das binäre "A" so umrechnet, dass auf dem Bildschirm auch ein A erscheint. Und ja, das ist nicht ganz ohne. Dazu braucht unser Chip eine Art Tabelle zum nachschauen, in der er findet, welches Pixel er bei welcher Eingabe setzen soll. Da kannst du dir selbst Gedanken machen: Stell dir vor du hast 5x5 Pixel zur Verfügung und willst dort ein A darstellen. Wenn du das hast, hast du so eine Tabelle
Ich hoffe, das war nicht zu kompliziert erklärt oder geschrieben.
Zum Thema Tutorial: Ich kann die das Tutorial auf Brokenthorn empfehlen, es ist zwar in mittelmäßigem Englisch geschrieben, aber er durchleuchtet alles sehr genau und das dürfte dir SEHR viele Fragen beantworten:
http://www.brokenthorn.com/Resources/OSDevIndex.html
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Übrigens sind die Stellen, an denen ich auf das Web verweise eher trockene Kost und für das Verständnis nicht ganz so wichtig, Sachen bei denen ich dir sage "denk mal drüber nach" hingegen können sehr interessant sein, wenn man sie selber herausfindet. Wenn man nicht drauf kommt, kann man ja immernoch fragen
Und wie gesagt: Es wär schön, wenn du das hier in deinen Foren-Beitrag hineinschreibst. Es haben zwar viele dort gespottet, aber es gibt sicher noch andere, die das interessiert.
lg
Erik aka SoDaTierchen
PS: maximal 4000 Zeichen pro Nachricht